Windsor

English Breakfast, Paddington Bear und die Themse – diese drei Dinge sind charakterisierend für Großbritannien und dorthin sollte es über Pfingsten gehen. Eigentlich hatten wir damit geliebäugelt wieder nach London zu fliegen um dort am BUPA 10,000 teilzunehmen. Doch die Hotelpreise in der britischen Hauptstadt ließen uns diesen Plan noch einmal überdenken. Ich kam dann auf die Idee einfach mal nach Läufen in der Nähe von London zu recherchieren. Und ich wurde in der Tat fündig: Royal Windsor Trail Run. Das hörte sich doch toll an! 6 oder 10 km und auch die Halbmarathondistanz wurden angeboten und das am zweitlängsten Fluss Großbritanniens, der Themse.

Schnell noch die Hotelpreise für Windsor gecheckt und danach stand fest, dass wir Pfingsten in dieser Stadt in der Grafschaft Berkshire verbringen würden.

London

Leider erfolgte die Anreise am Freitagabend mehr als zwei Stunden später wie geplant und somit erreichten wir London-Heathrow erst gegen 23 Uhr. Aber dafür waren wir in unserem Hotel Windsor Castle in weniger als 20 min, denn Windsor ist viel näher an Heathrow als London.

Am Samstag stand zunächst ein Ausflug in die britische Hauptstadt an. Von Windsor aus erreicht man nach etwa 45 min London-Paddington. Dort angekommen wollte ich zunächst unbedingt den berühmten Paddington Bear besuchen. Unter einer Uhr auf Plattform 1 fanden wir den liebenswerten Bären dann auch. Danach musste natürlich auch noch ein Besuch im Paddington-Bear-Shop sein.

Paddington Bear

Im Anschluss bummelten wir durch London – vorbei am Hyde Park, dem Piccadilly Circus und schließlich über die Westminster Bridge zur Waterloo Station. Von dort aus fuhren wir zurück nach Windsor.

London

Am Sonntagmorgen stand der Royal Windsor Trail Run an. Wir hatten uns für umgerechnet 38 Euro für die 10 km angemeldet. Die Startnummer konnten wir als Starter aus dem Ausland erst am Lauftag selbst abholen und glücklicherweise gab es keine Schlange im Zelt in Alexandra Gardens.

Windsor River Trail Run

Aber wir mussten uns noch einmal mit unseren Daten auf einer Liste eintragen, was sich im Nachhinein als nicht so optimal herausstellen sollte.

Der Start selbst sollte auf der anderen Seite der Themse erfolgen und war weniger als zehn Minuten von den Alexandra Gardens entfernt.

Royal Windsor River Trail Run

Wir hatten Beatrice getroffen, die wir seit dem 261 Womens Marathon in Mallorca kennen. Mit ihr plauderten wir bis zu unserem Startschuss noch ganz entspannt. Der Start erfolgte auf einer Wiese und wir sahen noch zu wie Läufer  in mehreren Startwellen für den Halbmarathon auf die Strecke geschickt wurden. Man musste schon genau aufpassen, um mitzubekommen, wann man loslaufen sollte, denn es gab keine Ansagen über Lautsprecher.

Windsor River Trail Run

Das Wetter meinte es sehr gut mit uns: blauer Himmel und Sonnenschein. Kurz vor 9 Uhr wurden wir dann auch ganz unspektakulär auf die Strecke geschickt – gemeinsam mit den Läufern für die 6 km. Es waren so um die 230 Teilnehmer.

Windsor River Trail Run

Zunächst einmal liefen wir direkt entlang der Themse, was der schönste Teil der Strecke war. Dann bogen wir irgendwann rechts ab und es ging quer über ein Feld zu einer Straße. Auf dieser Straße liefen wir auf dem Radweg mitten im prallen Sonnenschein. Da wurde mir total warm und ich war froh als etwa bei Kilometer 3 die Getränkestation auftauchte. Das Wasser habe ich wirklich gebraucht!

Windsor River Trail Run

Entlang an einem alten Eisenbahnviadukt liefen wir zurück Richtung Themse und stießen dort auf die Strecke vom Anfang. Nun hatten wir die Runde ein zweites Mal zu laufen und erneut war ich über die Wasserstation sehr erfreut.

Windsor River Trail Run

Als die zweite Runde fast geschafft war, durften wir nach rechts abbiegen und überquerten eine Brücke über die Themse. Damit hatten wir dann die Uferseite erreicht, auf welcher sich das Ziel befand. Mittlerweile lief ich schon recht einsam. Ich war froh, dass ich aber vor mir noch eine Läferin hatte, nach der ich mich richten konnte. Denn trotz Pfeilen, war ich mir manchmal nicht wirklich sicher, ob ich den richtigen Weg einschlug.

Windsor Trail Run

Als wir gerade Kilometer 9 passiert hatten, sah ich plötzlich schon das Zieltor nicht weit entfernt vor mir, was mich erstaunte. Denn es war garantiert kein Kilometer mehr bis zur Ziellinie.

Aber egal – noch schnell einen Endspurt eingelegt und bei 53:32 min das Ziel erreicht.

Royal Windsor River Trail Run

Im Ziel erhielt ich noch ein schwere Medaille und meine Finishertüte, in der Wasser, Schokomilch und ein Riegel zu finden waren.

Windsor River Trail Run

Wir plauderten noch mit Beatrice und mussten feststellten, dass wir, nicht wie die anderen Läufer, unser Ergebnis auf einer Art Kassenbon ausdrucken lassen konnten. Dieses System sah ich bei diesem Lauf das erste Mal: Man gab seine Startnummer an einem PC ein und erhielt auf einem Stück Papier in der Größe eines Kassenbons sein Ergebnis. Unsere Daten waren leider noch nicht im Computer enthalten, wie uns mitgeteilt wurde.

Mittlerweile waren wir total hungrig und ließen es uns bei einem Full English Breakfast (vegetarisch) gut gehen. Das war lecker!

English Breakfast

Am Nachmittag erkundeten wir per Motorboot noch die Themse. Dabei musste man auf die unzähligen Schwäne aufpassen, die sich darauf tummelten. Diese stehen übrigens unter königlichem Schutz! Alle Schwäne auf britischen Gewässern gehören der Krone.

Windsor

Bei einem leckeren Cider ließen wir den Abend schließlich im Pub gegenüber von unserem Hotel ausklingen.

Am letzten Tag stellten wir uns schließlich noch für ein Must-See in Windsor auf die Straße. Die Wachablösung findet täglich (außer Sonntag) statt. Dabei wechselt ein Wachregiment das nächste ab und eine Kapelle sorgt dabei für musikalische Unterhaltung.

Windsor

Danach noch ein letzter Spaziergang an der Themse um den unzähligen Schwänen zuzuschauen und dann hieß es schon wieder Abschiednehmen von der Stadt, in der die britische Königsfamilie residiert.

Windsor

Das Pfingstwochenende in Windsor war wirklich toll und auf jeden Fall um einiges preiswerter als London! Und in London sind wir ja dennoch gewesen – ohne dafür immense Hotelpreise zahlen zu müssen.

Windsor

Beim Windsor Trail Run gibt es jedoch noch ein wenig Verbesserungspotential: Die Strecke war zu kurz und in der Ergebnisliste gibt es auch einige Unstimmigkeiten. Ich werde als Mann gelistet und tauche mit einer Bruttozeit, die nicht stimmt, auf den letzten Plätzen auf.

Ausstattung: PureGrit von Brooks, TomTom Runner Cardio

Bukarest Halbmarathon 2015

Laufen in der Walachei? Jetzt werdet Ihr Euch sicherlich fragen, wo ich denn diesmal unterwegs war. Keine Sorge – es hat mich nicht in einen abgeschiedenen Wald verschlagen. Ich war in einer Hauptstadt mit fast 2 Millionen Einwohnern laufen – in der Hauptstadt von Rumänien. Und Bukarest ist nicht nur die rumänische Hauptstadt, sondern auch noch die größte Stadt in der südlichen Region der Walachei.

Bisher war Rumänien noch ein gänzlich unbekanntes Land für mich und daher passte es perfekt als ich vor einiger Zeit vom dortigen Halbmarathon erfuhr. Neben der Halbmarathondistanz sind auch eine Staffel, Läufe über 10,5 und 3,6 km sowie diverse Kinderläufe im Angebot.

Wir hatten uns für die Halbmarathondistanz entschieden und dafür gerade einmal 20 Euro bezahlt.

Freitagnacht trafen wir kurz vor 1 Uhr auf dem Flughafen von Bukarest ein. Zwei Stunden dauerte der Flug mit Air Berlin.

Das Taxi brachte uns in weniger als einer halben Stunde und für wenig Geld (etwa 7 Euro) zu unserem Hotel namens Capitol im Zentrum von Bukarest.

Bukarest

Nachdem wir Samstag erst einmal ausgeschlafen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Startnummernausgabe. Diese befand sich am Parlamentspalast, eines des größten Gebäude Europas. Es wurde erst in den 80er Jahren errichtet und kostete wohl mehrere Milliarden Euro.

Bukarest Marathon

Nachdem wir bei der Startnummernausgabe ein vorher ausgedrucktes und unterschriebenes Formular abgegeben hatten, erhielten wir unsere Startunterlagen. Neben der Startnummer gab es einen Beutel, einen Riegel, einen Schwamm und ein Funktionsshirt, welches einen guten Eindruck machte und auch passte. Außerdem gab es eine kleine Laufmesse und ich musste unbedingt Chiapudding essen.

Bukarest Halbmarathon

Den restlichen Tag erkundeten wir Bukarest – eine Stadt, die viel moderner ist wie angenommen. Aber es gab auch noch so einige alte Gebäude zu sehen, die restauriert ein wahres Schmuckstück wären.

Bukarest

Am Abend trafen wir uns mit Jochen, der auch extra für den Lauf nach Bukarest gekommen war. Statt Pasta gab es an dem Abend Burger – für mich natürlich vegetarisch :-)

Die Nacht war sehr kurz, denn in unserem Hotel wurde lautstark gefeiert. Erst gegen 3 Uhr war endlich Ruhe und dabei hieß es doch schon kurz vor 7 wieder Aufstehen!

Schnell noch gefrühstückt und dann machten wir uns auf den Weg zum Start am Parlamentspalast. Das waren zu Fuß etwa 15 Minuten und es war schon recht warm. Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen von 25° C hatte ich mir daher auch keine bestimmte Zeit vorgenommen. Ich wollte einfach nur den Lauf genießen und dabei die rumänische Hauptstadt auf mich wirken lassen.

Bukarest Halbmarathon

Schnell waren wir im Startblock und halb 9 ging es gemeinsam mit den Staffelläufern auf die 21,1 km. Zunächst liefen wir eine kleine Schleife bevor es dann auf den breiten Boulevard Unirii ging. Auf dieser breiten Allee befanden sich in der Mitte unzählige Springbrunnen, was ein toller Anblick beim Laufen war. Auf diesem Boulevard liefen wir bis Kilometer 4 und dann bogen wir links ab. Weiter ging es auf dem Boulevard Decebal, wo schließlich Kilometer 5 erreicht war. Etwas über 30 min hatte ich hierfür benötigt. Hier gab es auch den ersten Wechsel der Staffeln und da waren wirklich richtig viele Läufer, die hier auf die Übergabe warteten.

Auf dem Boulevard Basarabi liefen wir weiter und mir war sehr warm. Mittlerweile war auch die Sonne herausgekommen und ich war froh, dass es so häufig Verpflegungsstationen gab. Dort gab es neben Wasser, auch Isogetränke und Obst.

Bukarest Halbmarathon

Bei Kilometer 8 liefen wir um ein riesiges Stadion – die Arena Nationala. Nachdem wir dieses Stadion umlaufen hatten, liefen wir genau diesselbe Strecke wieder zurück bis zum Parlamentspalast.

Bukarest Halbmarathon

Kurz nach Kilometer 14 war ich wieder im Start- und somit auch späteren Zielbereich und sah wie die ersten Läufer bereits durch das Zieltor laufen durften. Vor mir lagen jedoch noch über sieben Kilometer.

Vorbei am Parlamentspalast liefen wir nun Richtung Stadtzentrum – zunächst entlang des Flusses Dambovita.

Bukarest Halbmarathon

Schließlich erreichten wir die Hauptverkehrsstraße Calea Victoriei und liefen dort bis kurz hinter unser Hotel und danach wieder zurück. Als wir wieder am Fluss waren, hatten wir bereits Kilometer 17 erreicht.

Von da an ging es dann erstmal nur am Fluss entlang. Ich sah, dass wir auf der anderen Seite wieder zurücklaufen würden und konnte es kaum erwarten endlich über die Brücke zu laufen. Doch diese ließ auf sich warten und mir wurde immer wärmer.

Auf den letzten Kilometern begann ich dann auch meine Zieleinlaufszeit zu kalkulieren und war mir sicher unter 2:20 h zu finishen.

Bukarest Halbmarathon

Die Brücke zum Überqueren war dann endlich da und irgendwann durften wir dann auch nach rechts auf den Boulevard Libertatii abbiegen. Auf dieser Allee befanden sich sowohl der Parlamentspalast als auch das Ziel.

Dieses erreichte ich schließlich bei 2:18:10 h. Mit dieser Zeit war ich sehr zufrieden – hatte ich doch so einige Fotopausen eingelegt und war einige Male an den Verpflegungspunkten gegangen.

Bukarest Halbmarathon

Im Ziel gab es eine große, schwere Medaille – das war mal ein wahres Prachtexemplar!

Per Zange wurde uns die Chips von den Schuhen entfernt und dann war Drängelei angesagt, um etwas Wasser und/oder Obst im Zielbereich zu ergattern.

Bukarest Halbmarathon

Im Anschluss an den Lauf fand noch das Rock & Run for Life Konzert statt. Wir waren jedoch hungrig und müde und können somit nicht sagen, was wir da verpasst haben :-) Wir waren stattdessen mit Jochen noch einmal essen und haben den restlichen Tag ganz entspannt verbracht.

Alles in allem, hat mir der Halbmarathon in Bukarest gut gefallen. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die Strecke war auch optimal gewählt. Die rumänische Hauptstadt kann man sich auch ruhig einmal anschauen und auch mit einem kleinen Budget kann man dort ein nettes Wochenende verbringen.

Übrigens wurde Rumänien Land Nummer 27, in dem ich an einem Lauf teilgenommen habe.

Ausstattung: Ghost von Brooks, TomTom Runner Cardio

BIG 25

Der BIG 25 wird seit 1981 (damals noch unter dem Namen: 25 km de Berlin) angeboten. Seit einigen Jahren wird der Lauf vom Team von Berlin läuft organisiert und verzeichnet jedes Jahr wachsende Teilnehmerzahlen.

Ich erlebte 2008 meine Premiere mit den 25 km – in den Jahren danach war ich dann immer nur die 10 km gelaufen. Mittlerweile ist auch noch ein Halbmarathon dazu gekommen und eine Staffel ist ebenso möglich. Für die Startgebühr hatte ich 18 Euro bezahlt und die Startunterlagen am Freitagnachmittag in der Nähe vom Bahnhof Zoo abgeholt.

BIG 25 Berlin

Aus eigener Erfahrung wußte ich, dass die Strecke nicht für Bestzeiten geeignet ist. Das liegt einerseits an der zu langen Strecke und andererseits an dem Anstieg auf dem letzten Kilometer.

Daher hatte ich heute eigentlich nur ein Ziel – meinen persönlichen Streckenrekord von 59:02 min von vor fünf Jahren verbessern.

Aufgeregt war ich dann heute morgen eher weniger wegen dem Lauf als vielmehr wegen der Anreise. Die Bahn streikte und davon war auch die S-Bahn betroffen. Aller 20 min sollte jedoch eine Bahn fahren und wir hatten in der Tat Glück – sie kam pünktlich und war sogar recht leer. Ganz entspannt trafen wir nach weniger als 30 min Fahrt am Olympiastadion ein.

Dort empfing uns ein eisiger Wind und somit verbrachten wir etwa eine halbe Stunde in einem Café bei einer heißen Tasse Tee.

BIG 25 Berlin

Eine halbe Stunde vor dem Start begaben wir uns zum vereinbarten Treffpunkt und trafen dort unter anderem Mandy, Andreas, Jochen, Peter + Frau, Kai, Judith und viele andere.

Mit Mandy und Peter ging ich dann in unseren Startblock B3 direkt vor dem Olympiastadion. Die letzten Minuten vor dem Start vergingen sehr schnell und um 10 Uhr setzten sich die über 11.000 Läuferinnen und Läufer in Bewegung.

BIG 25 Berlin

Leider war es auf dem ersten Kilometer sehr voll. Vielleicht sollte man in Zukunft doch darüber nachdenken die Läufer für die 10 km extra starten zu lassen. Ich war jedenfalls die erste Zeit nur mit Überholmanövern beschäftigt und meist auf dem Fußweg unterwegs.

Vom Olympiastadion ging es auf der Reichsstraße, vorbei am Theodor-Heuss-Platz, weiter auf dem Kaiserdamm. Bei Kilometer 4 bogen wir 10-km-Läufer dort nach rechts ab.

Die Hälfte der Strecke erreichte ich in 25:05 min. Das wäre neue Bestzeit gewesen – wenn es denn ein 5-km-Lauf gewesen wäre :-)

Aber ich musste ja noch weiterlaufen! Auf der Kantstraße bewegten wir uns mehr oder weniger schnell wieder Richtung Ziel. Hatten wir bis Kilometer 4 noch Glück mit Rückenwind gehabt, so kam der Wind hier ziemlich stark von vorn.

Zum Glück konnte ich mich kurz vor der Masurenallee noch mit etwas Wasser erfrischen. Mittlerweile war mir doch recht warm geworden – trotz Gegenwind!

Schließlich hatten wir den Theodor-Heuss-Platz wieder erreicht und über die Reichsstraße liefen wir zurück zum Olympiastadion. Als wir auf der Olympischen Straße waren, sah man das Stadion vor sich, aber es waren noch mindestens zwei Kilometer zu bewältigen. Der Wind blies kräftig von vorn und wir hatten noch einen Anstieg vor uns. Der vorletzte Kilometer wurde somit der langsamste Kilometer überhaupt.

BIG 25 Berlin

Doch schließlich hatten wir die Jesse-Owens-Allee erreicht und durften kurz danach in die Katakomben des Olympiastadions. Das ist immer der beste Teil der Strecke beim BIG 25!

BIG 25 Berlin

Ich gab noch einmal Gas für den Endspurt und im 4:39er Tempo ging es ins Stadion. Die letzten Meter auf der blauen Bahn im Olympiastadion geflitzt und schließlich erreichte ich bei 52:42 min das Ziel. Damit bin ich meine bisher zweitschnellste Zeit bei einem 10-km-Lauf überhaupt gelaufen. Und wenn man den starken Wind und die nicht korrekt vermessene Strecke noch mit einbezieht … Laut meiner TomTom waren es 360 Meter zuviel – andere Läufer hatten ähnliche Ergebnisse auf ihrer Uhr.

BIG 25 Berlin

Die Zeit brachte mir Platz 8 (von 174) in meiner Alterklasse und Platz 98 (von 1.448) bei den Damen ein. Darüber bin ich sehr glücklich!

BIG 25 Berlin

Im Ziel gönnte ich mir einen warmen Tee und genoß einen Apfel. Aber am besten war es wieder in die warmen Sachen zu schlüpfen und dann in die S-Bahn zu steigen. War doch mächtig frisch!

BIG 25 Berlin

Alles in allem war es ein toller Laufvormittag mit vielen Lauffreunden! Einen Teil davon hatten wir bereits am Vorabend zur Pastaparty getroffen. Das war auch wieder ein perfekter Anlass Lauffreunde aus ganz Deutschland wiederzusehen!

Pasta Party

Was ich mir für kommene BIG-25-Veranstaltung nur wünschen würde – eine korrekt vermessene Strecke über die 10 km und vielleicht ein separater Start.

Ansonsten kann ich diese Laufveranstaltung nur empfehlen!

Ausstattung: PureConnect von Brooks, TomTom Runner Cardio

Wittenberger Nachtlauf

Zwei Wettkämpfe an zwei Tagen hintereinander? Kann das gut gehen?

Nachdem ich am 1. Mai recht erfolgreich die 7,5 km beim Sachsenhausen-Gedenklauf absolviert hatte, ging es am nächsten Tag zum zweiten Wettkampf. Der Wittenberger Nachtlauf stand auf dem Plan. Mit dem ICE trafen wir nach gerade einmal 40 min Fahrt in der Lutherstadt Wittenberg ein.

Lutherstadt-Wittenberg

Wir kannten die hübsche Kleinstadt im Osten von Sachsen-Anhalt bereits aus dem letzten Jahr, als wir zum ersten Mal am Wittenberger Nachtlauf teilgenommen hatten. 2014 hatte ich dort meinen bisher schnellsten Lauf absolviert und sogar Platz 4 bei den Damen belegt. Würde ich bei der zweiten Teilnahme auch so erfolgreich sein können? Am Abend würde ich es wissen :-)

Doch zunächst genossen wir den Tag bei schönstem Sonnenschein und erfreuten uns an Sehenswürdigkeiten, wie der Schlosskirche, dem Marktplatz und dem Luthergarten. Am Abend würde ich diese Attraktionen an der Laufstrecke nicht in Ruhe genießen können.

Lutherstadt-Wittenberg

Am Nachmittag holten wir uns die Startunterlagen im Einkaufszentrum Arsenal ab. Die Startgebühr betrug 10 Euro (vor einem Jahr war es noch die Hälfte gewesen). Zur Auswahl standen 6,3 und 10,5 km, wobei drei bzw. fünf Runden von 2,1 km gelaufen werden mussten. Darüber hinaus waren Staffeln über die 6,3 km möglich. Wir hatten uns erneut für die 6,3 km entschieden. Außer der Startnummer erhielten wir noch einen Kühlschrankmagneten und später im Ziel sollte es noch eine Medaille und Urkunde für jeden Läufer geben. Für den Zeitmesschip mussten schließlich noch 20 Euro Pfand hinterlegt werden.

Der Wittenberger Nachtlauf fand im Rahmen der Wittenberger Radsporttage statt. Somit schauten wir dann am späten Nachmittag den schnellen Flitzern zu, wie sie auf ihren Rädern durch die Stadt düsten. Sie hatten wie wir Runden von 2,1 km zu absolvieren.

Wittenberger Radsporttage

Schließlich wurde es Abend und es wurde Zeit für sportliche Höchstleistungen :-) Da sich unser Hotel nur unweit vom Start entfernt befand, machten wir uns erst 19:40 Uhr auf den Weg dahin.

Wittenberger Nachtlauf

Der Start befand sich direkt am historischen Marktplatz und das Feld war recht übersichtlich. Für unsere Distanz waren es knapp über 150 Teilnehmer. Doch wir sollten auch gemeinsam mit den Staffeln und den Läufern über die 10,5 km starten.

Zunächst durften jedoch erst einmal die Kleinen vor dem Hauptfeld loslaufen.

Wittenberger Nachtlauf

Kurz nach 20 Uhr wurden wir dann auf die Strecke geschickt – drei Runden durch die Innenstadt galt es zu bewältigen. Komischerweise liefen wir diesmal die Runde im umgekehrter Richtung wie letztes Jahr – den Grund dafür habe ich leider nicht erfahren.

Auf dem ersten halben Kilometer hatten wir mit Kopfsteinpflaster zu kämpfen. Dennoch bin ich sehr schnell los und den ersten kompletten Kilometer hatte ich in 4:37 min/km geschafft. Danach liefen wir auf der breiten Hallenschen Straße und dort kam rechts bald der Luthergarten in Sicht.

Lutherstadt-Wittenberg

Schließlich bogen wir nach rechts ab und vorbei am Schloss und der Schlosskirche liefen wir wieder Richtung Start am Markt. Den zweiten Kilometer lief ich in genau 5 min/km. Im Start- und Zielbereich war die meiste Stimmung – auf dem Rest der Strecke waren kaum Zuschauer.

Die zweite Runde verlief ohne besondere Ereignisse und meine TomTom zeigte mir 4:59 und 5:08 min/km für die nächsten Kilometer an. Das Wetter war zum Laufen ideal – nicht zu kalt und nicht zu warm.

Lutherstadt-Wittenberg

Schließlich war ich in der letzten Runde und freute mich dort beim Blick auf die Uhr als ich die 5 km erreichte: 24:45 min. Das wäre eine neue Bestzeit über diese Distanz gewesen! Schade, dass ich noch weiter musste :-)

Auf dem letzten Kilometer gab ich noch etwas Gas und somit erreichte ich das Ziel nach den 6,3 km mit 30:51 min. Meine Uhr zeigte zwar ein paar Sekunden weniger an – also muss es wohl die Bruttozeit sein.

Wittenberger Nachtlauf

Im Ziel nahm ich erschöpft, aber glücklich, meine Medaille und Urkunde in Empfang. Dann machte ich mich auf den Weg ins Rathaus, um meinen Zeitmesschip abzugeben.

Den Abend ließen wir dann bei Wein und Süßkartoffelpommes im “Witten-Burger” ausklingen – ein sehr empfehlenswerter Burgerladen (auch für Vegetarier)!

Schließlich wurde unsere Geduld belohnt und die Ergebnisse waren im Internet zu finden. In meiner Altersklasse hatte ich Platz 1 (von 14) und bei den Damen Platz 5 (von 89) belegt. Damit war ich sehr zufrieden – zumal ich meine Zeit aus dem letzten Jahr noch um mehr als eine Minute verbessern konnte.

Auf dem Marktplatz schauten wir dann bei den Siegerehrungen zu und tranken noch ein Gläschen Wein. Plötzlich höre ich da meinen Namen! Mir wurde zu Platz 3 gratuliert und ich sollte auf die Bühne kommen. War das eine Aufregung :-)

Wittenberger Nachtlauf

Ich kann mir diese Platzierung nur damit erklären, dass es eine extra Wertung für die jüngeren Läuferinnen gab (zwei vor mir waren nämlich noch sehr jung) und ich in der Wertung der Frauen ab 30 aufwärts war :-)

Wie auch immer – ich stand da also auf dem Siegerpodest und erhielt noch eine Urkunde und ein Buch als Geschenk.

Wittenberger Nachtlauf

War schon ein glücklicher Zufall, dass ich meine eigene Siegerehrung nicht verpasst hatte :-) Und es ist durchaus möglich, dass ich sie im Vorjahr schon verpasst habe …

Lutherstadt-Wittenberg

Im Anschluss spielte noch eine Band und es gab eine kleine Lasershow. Schade, dass diese Show das tolle Feuerwerk vom letzten Jahr ersetzte.

Um noch einmal auf meine Gedanken vom Anfang zurückzukommen – man kann durchaus zwei Wettkämpfe innerhalb von zwei Tagen absolvieren. Und dabei sogar ganz unverhofft auf dem Siegerpodest landen :-)

Last but not least: Lutherstadt-Wittenberg ist auf jeden Fall eine Reise wert und der Wittenberger Nachtlauf ist eine kleine, feine Laufveranstaltung!

Ausstattung: PureConnect von Brooks, TomTom Runner Cardio

Sachsenhausen Gedenklauf

Perfekt, wenn man das Laufen mit einer guten Sache verbinden kann und das dann auch noch am Internationalen Tag der Arbeit.

Bereits zum 48. Mal sollte heute der Sachsenhausen-Gedenklauf in Oranienburg in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus stattfinden. Im Konzentrationslager Sachsenhausen kamen mehrere zehntausende Häftlinge ums Leben. 2015 war der 70. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden dieses Konzentrationslagers.

Bereits im letzten Jahr hatte ich an dieser Laufveranstaltung teilgenommen. Und auch dieses Jahr machte ich mich am Morgen des 1. Mai wieder auf den Weg in die brandenburgische Stadt Oranienburg. Gerade einmal 30 min benötigten meine Freundin Anna und ich mit dem Zug.

Nach einem kurzen Fußweg waren wir an der TURM-Erlebniscity angekommen und holten dort unsere Startunterlagen ab. Wir hatten uns für die 7,5 km entschieden. Darüber hinaus waren 15 km sowie 5×1-km-Staffeln und Kinderläufe im Angebot.

Die Startgebühr betrug gerade einmal 4 Euro! Und dafür wurde wirklich viel geboten. Umkleide- und Duschmöglichkeiten waren vorhanden, die Zeitmessung war dabei und sogar Medaillen und Urkunden sollten uns im Ziel erwarten.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Gegen halb 10 wurde der Sachsenhausen-Gedenklauf mit einer Ansprache, Musik und einer Schweigeminute eröffnet. Außerdem stiegen weiße Tauben in den Himmel und kurze Zeit später fuhr der Bus mit einigen Ehrengästen zum Konzentrationslager Sachsenhausen, um dort Blumen und Kränze abzulegen.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Wir schauten beim Start der Staffeln zu und zogen uns dann um. Kurze Zeit später trafen wir René, den ich über Twitter kenne. Mit ihm verbrachten wir die letzte halbe Stunde bis zum Start bei einem netten Plausch.

Sachsenhausen-Gedenklauf

11 Uhr ertönte die Startpistole und für fast 350 Läuferinnen und Läufer ging es auf die Strecke. Etwa 90 davon hatten zwei Runden vor sich, da sie sich für die 15 km entschieden hatten.

Sachsenhausen-Gedenklauf

In einem hohen Tempo von 4:39 min/km rannte ich los – dieser Geschwindigkeit musste ich dann bald Tribut zollen und der zweite Kilometer wurde mit 5:09 min/km auch langsamer.

Wir liefen am Konzentrationslager Sachsenhausen vorbei und dann weiter zur Haltestelle in Sachsenhausen. Dort bogen wir nach rechts in die Carl-Gustav-Hempel-Straße ab. Kilometer 3 legte ich in ähnlicher Geschwindigkeit wie den Kilometer zuvor zurück. Doch bei Kilometer 4 erlebte ich einen kleinen “Einbruch” – er wurde mit 5:26 min/km der langsamste Kilometer des Laufes. Glücklicherweise gab es dort auch einen Becher Wasser zur Erfrischung. Es war zwar nicht so warm wie im Vorjahr, aber mir war mittlerweile doch sehr heiss und die Sonne schien auch.

Lehnitzsee

Bei Kilometer 5 mit einer Zwischenzeit von 25:47 min erreichten wir schließlich den Lehnitzsee. Und hier begann dann der schönste Streckenabschnitt des Laufes. Direkt am Ufer liefen wir die nächsten zwei Kilometer an diesem wunderschönen See entlang. Wie gern wäre ich dort für ein paar Fotos stehengeblieben …

Aber meine Gedanken waren schnell woanders, denn plötzlich hatte ich einen sportlichen Läufer neben mir, der mir Gesellschaft leisten wollte. Zunächst verstand ich nicht warum er die ganze Zeit knapp vor mir lief und nicht von dannen zog. Aber dann kapierte ich es schließlich – er wollte mir etwas Windschatten geben und mich pacen :-) Aber mich irritierte das schon ein wenig.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Etwa einen halben Kilometer vor dem Ziel dachte er dann wohl auch, dass es nun reichen würde und setzte zum Endspurt an. Ich konnte aber nicht folgen. Ich war aber immerhin in der Lage das Tempo noch einmal anziehen und erreichte bei 39:36 min das Ziel. Eigentlich war die Strecke für 7,5 km ausgeschrieben – meine Uhr zeigte jedoch 140 Meter mehr an. Nichtsdestotrotz hatte ich meine Zeit vom letzten Jahr um mehr als drei Minuten verbessert.

Sachsenhausen-Gedenklauf

In meiner Altersklasse belegte ich Platz 8 (von 17) und bei den Damen Platz 27 (von 101).

Nachdem ich mir meine Medaille abgeholt hatte, erfrischte ich mich mit Wasser, Tee und Obst, und plauderte auch noch mit meinem Pacer :-)

Sachsenhausen-Gedenklauf

Ich empfing Anna im Ziel und danach unternahmen wir noch einen kurzen Abstecher zum Lehnitzsee.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Schließlich war das Grummeln unsere Mägen nicht mehr zu überhören und wir machten uns auf den Weg zum Italiener. Bei einer leckeren Pizza waren die Strapazen des Laufes schnell vergessen.

Oranienburg

Im Anschluss schlenderten wir noch ein wenig durch Oranienburg – vorbei am Schloss, dem Schlosspark und der Nicolaikirche. Zurück ging es dann schließlich entlang der Havel und über die Schwindsuchtsbrücke (so genannt wegen ihres Anstiegs).

Oranienburg

Noch einen Kaffee in der Sonne genossen und dann ging es wieder zurück nach Berlin.

Das war wirklich ein wunderbarer Feiertag in Oranienburg! Den Sachsenhausen-Gedenklauf kann ich uneingeschränkt empfehlen. Und wie zu Beginn erwähnt – laufend Gutes tun ist hier das Motto!

Ausstattung: PureConnect von Brooks, TomTom Runner Cardio

Oberelbemarathon

Endlich einmal wieder Dresdner Eierschecke! Auf diese sächsische Kuchenspezialität freute ich mich besonders als ich letzten Samstag den Zug nach Dresden bestieg.

Zwei Stunden später erreichte ich schon die sächsische Landeshauptstadt. Nachdem ich in meinem Lieblingshotel, dem NH Altmarkt, eingecheckt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Startnummernausgabe. Denn natürlich wollte ich in Dresden nicht nur meine kulinarischen Gelüste befriedigen, sondern erneut meiner Laufleidenschaft frönen.

Erneut hatte ich  mich für die 10 km beim Oberelbemarathon angemeldet. Bereits 2010 und 2014 hatte ich an diesem wunderbaren Lauf an der Elbe teilgenommen. Ein wenig hatte ich in diesem Jahr zwar schon mit dem Halbmarathon geliebäugelt, aber ich war ja erst eine Woche zuvor diese Distanz in Bonn gelaufen.

Oberelbemarathon

Also holte ich mir bei der Startnummernausgabe erneut die Startnummer für die kürzeste Distanz ab. Neben Halbmarathon und der vollen Distanz, waren auch noch Walking und ein Minimarathon für die kleinen Läufer im Angebot. Die Startgebühr für meinen Lauf betrug übrigens 17 Euro und dafür erhielt ich eine gut gefüllte Startertüte, die sogar eine Packung Nudeln enthielt.

Oberelbemarathon

Am Nachmittag drehte ich wieder meine übliche Runde: Frauenkirche, Brühlsche Terasse, Semperoper und Zwinger. Dresden ist definitiv eine Schönheit!

Dresden

Zum Kaffeetrinken gab es dann endlich Eierschecke und ich traf die liebe Babeta aus Prag. Immer wieder toll andere bloggende Läuferinnen zu treffen – vor allem, wenn sie dann noch so nett sind! Ich bin mir sicher, dass wir uns nicht das letzte Mal gesehen haben.

Babeta runs

Kurz danach traf ich mich mit dem Hubert, der als bloggender Nichtläufer so mutig war, mich zum Pastaessen zu begleiten :-)

Das Pastaessen mit vielen alten und neuen Bekannten  – unter anderem die bloggenden Läufer Dany, Kersten und die Flitzpiepen – war wieder super! Und wäre der Lauf am nächsten Morgen nicht gewesen, hätten wir sicherlich noch viele weitere Stunden in La Osteria verbracht.

Pastaparty

Am Sonntagmorgen war ich schon vor halb 7 munter und glücklicherweise hatte die Bäckerei neben dem Hotel schon früh geöffnet. Als ich gerade dabei war mein Honigbrötchen zu verspeisen, tauchte Carsten auf. Er war an dem Morgen sehr zeitig aufgestanden und hat 100 km zurückgelegt, um an seinem ersten Laufwettkampf teilzunehmen. Dementsprechend nervös war er und ich versuchte ihm die Aufregung mit meinen Tipps zu nehmen.

Kurze Zeit später traf auch Dany im Hotel ein und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Der Start unseres 10-km-Laufes befand sich direkt an der Elbe am Blauen Wunder. Mit unserer Startnummer konnten wir kostenfrei Straßenbahn fahren und 20 min später waren wir im Startbereich angekommen. Wir hatten noch eine Stunde Zeit bis zum Start, aber die verging sehr schnell. Erst schauten wir beim Start der Walker zu und dann waren wir dabei als Thomas Dold auf die Strecke ging mit dem Ziel eines neuen Weltrekordes – rückwärts!

Oberelbemarathon

War schon imposant wie er da rückwärts in einem Affenzahn loslief! Neben Ulf hatte er eine weitere allseits bekannte Fahrradbegleitung dabei: Anna Hahner!

Schließlich trafen wir auch noch die liebe Katja und bei netten Plaudereien, verging die Zeit wie im Fluge.

Oberelbemarathon

Und ehe wir uns versahen, wurde unser Start angekündigt. Ich reihte mich im Feld etwas weiter vorn ein, Dany und Katja wollten es mit unserem Laufnovizen lieber etwas gemäßigter angehen lassen.

Oberelbemarathon

9:10 Uhr erfolgte der Startschuss für die fast 1.300 Läufer auf dem Elbe-Radweg unterhalb des Schillergartens. Es ging kurz gerade aus und dann bogen wir nach rechts ab und es galt den ersten Anstieg zu erklimmen. Es war gut, dass ich mich relativ weit vorn eingereiht hatte, denn auf den ersten Metern war es doch sehr eng. Die nächsten zwei Kilometer liefen wir kreuz und quer durch den Dresdner Stadtteil Blasewitz. Ich war mit unter 5:15 min/km noch recht fix unterwegs.

Etwa bei Kilometer zwei erreichten wir wieder den Startbereich, wo es glücklicherweise schon Wasser gab. War im Vorfeld des Laufes noch die ganze Zeit von Regen die Rede gewesen, so war es letztendlich doch trocken geblieben, aber dafür recht warm. Kurze Zeit später zeigte sich dann sogar noch die Sonne, so dass meine Sonnenbrille doch noch zum Einsatz kam.

Die nächsten Kilometer liefen wir nur noch gerade aus auf dem Elberadweg Richtung Dresdner Stadtzentrum. Mittlerweile hatte sich das Feld auch ziemlich auseinander gezogen, so dass es keine Platzprobleme mehr gab.

Die Hälfte der Strecke hatte ich in 26:35 min und mir war mittlerweile schon mächtig warm geworden. Daher war ich richtig froh, dass es unterwegs insgesamt drei Getränkepunkte mit Wasser gab.

Schließlich hatten wir die Innenstadt von Dresden erreicht und wir liefen vorbei an der Elbe weiter Richtung Ziel.

Oberelbemarathon

Ich hatte mir mittlerweile ausgerechnet, dass ich auf jeden Fall eine 54-er Zeit schaffen sollte. Aber auf dem letzten Kilometer konnte ich dann doch noch einmal alle Reserven mobilisieren und ein Tempo von erstaunlichen 4:19 min/km laufen. Vielleicht motivierte es mich auch, dass ich die letzten Meter auf der Bahn des Heinrich-Steyer-Stadions zurücklegen konnte.

Oberelbemarathon

Das Ziel erreichte ich schließlich bei 53:07 min, was Platz 6 (von 70) in der Altersklasse und Platz 62 ( von 603) bei den Damen bedeutete. Mit diesem Ergebnis war ich sehr zufrieden – im Vorjahr hatte ich noch fast fünf Minuten länger auf dieser Strecke benötigt.

Carsten kam mit knapp über 60 min bei seinem ersten Lauf auch ohne Probleme ins Ziel und hat somit seine Laufpremiere perfekt gemeistert!

Oberelbemarathon

Schließlich empfingen wir auch Dany und Katja im Ziel und genoßen bei einer Portion Pasta (für Läufer kostenfrei) die Stimmung im Stadion. Eine schicke Medaille hatten wir auch alle erhalten und uns ohne längere Wartezeit eine Urkunde ausdrucken lassen.

Oberelbemarathon

Alles in allem war der Oberelbemarathon wieder eine perfekt organisierte Laufveranstaltung! Und so ganz nebenbei wurde ein neuer Weltrekord über die 10 km rückwärts aufgestellt! Glückwunsch an Thomas Dold!

Für 2016 habe ich mir den Termin für den nächsten Oberelbemarathon schon fett markiert: 24. April.

Ausstattung: PureConnect von Brooks, TomTom Runner Cardio

Bonn Marathon

Ich gestehe es – ich habe bisher noch nie die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn mit eigenen Augen gesehen! Was lag da näher als den Bonn-Marathon als Grund für eine Reise an den Rhein zu wählen. Gut, dass dort neben der vollen Distanz auch ein Halbmarathon und Staffeln angeboten werden.

Ich meldete mich für 50 Euro für den Halbmarathon an. Hätte ich mich früher für diesen Lauf entschieden, dann hätte ich auch nur 34 Euro zahlen müssen.

Samstagvormittag machte ich mich für gerade einmal neun Euro (hatte mir eine Freifahrt mit meinen Bahnbonus-Punkten zusammengespart) mit dem ICE auf den Weg nach Bonn.

Dort angekommen, waren es nur noch 10 min zu Fuß in mein Hotel. Ich hatte das Sternhotel gewählt, denn dieses lag strategisch günstig direkt auf dem Markt und damit am Ziel.

Bonn

Am Nachmittag holte ich mir zunächst die Startunterlagen in einem großen Zelt auf dem Münsterplatz ab. Außer einem knallgelben T-Shirt (die Deutsche Post ist Sponsor dieses Laufevents) und einer gelben Plastiktüte, gab es leider keine weiteren Goodies.

Den restlichen Nachmittag genoß ich den Sonnenschein am Rhein, bewunderte die Kirschblüten in der Altstadt und erkundete die Innenstadt. Ist schon ein nettes kleines Städtchen, unsere ehemalige Bundeshauptstadt!

Bonn

Am Sonntagmorgen weckte mich das Handy schon kurz vor 7 Uhr. So wirklich Lust zum Aufstehen hatte ich ja nicht …

Glücklicherweise konnte ich im Hotel schon ab 7 Uhr frühstücken und ich war nicht die einzige Läuferin, die zu so früher Stunde schon am Kaffeetrinken war.

Der Start war quasi hinter dem Hotel und ich war überpünktlich etwa 20 min vor dem Startschuss vor Ort. Es war mit etwa 6° C recht kühl, doch dafür schien schon die Sonne.

Bonn Marathon

Leider überblickte ich nicht so wirklich die Situation mit den Startblöcken und ich stellte mich einfach irgendwo rein. Nachdem die Skater zuerst auf die Strecke geschickt wurden, durften auch die ersten Halbmarathonläufer los. Aber ich hatte mich wohl in einen Startblock zu weit hinten eingeordnet. Ich wartete und wartete und nix passierte. Etwa 20 Minuten nach dem offiziellen Startschuss klettere ich über ein Gitter, um nicht noch länger warten zu müssen. Und in der Tat, kurze Zeit später, durfte ich dann auch endlich die Startlinie überqueren.

Zu Beginn war es wirklich sehr voll, aber die Straße war auch recht eng. Wir bogen ziemlich schnell nach rechts ab und dann liefen wir schon über die Kennedybrücke über den Rhein nach Beuel. Und diesen Stadtteil von Bonn sollten wir dann auch erst nach dem siebten Kilometer wieder verlassen. Doch zunächst einmal galt es das erste Drittel der Strecke überhaupt zu bewältigen. In Beuel wurde es ein wenig ruhiger, doch Zuschauer standen doch ab und an am Straßenrand. Und auch der erste Getränkepunkt mit Wasser, Tee, Isogetränk, Cola und Bananen war schnell erreicht. Ich sollte bei diesem Halbmarathon bei Tee bleiben.

Bonn Marathon

Kilometer 5 hatte ich in 30 min erreicht und drei Kilometer später lief ich wieder über die Kennedybrücke zurück nach Bonn. Dort liefen wir dann bis fast Kilometer 13 am Rhein entlang, was ich besonders toll fand. Kilometer 10 hatte ich übrigens in 1:01 h geschafft.

Für musikalische Unterhaltung sorgten diverse Bands an der Strecke, aber auch so einige Zuschauer feuerten uns am Rhein an.

Bonn Marathon

Ab Kilometer 10 meldete sich dann meine linke Knieaußenseite ein wenig und kurze Zeit später noch mein rechter Knöchel. Doch glücklicherweise war davon ab Kilometer 15 nichts mehr zu spüren und ich konnte dort wieder ein wenig an Tempo zulegen.

Bei Kilometer 17, am Post-Tower, lag eine Spendenmatte aus. Mit dem Überlaufen dieser Matte habe ich automatisch zwei Euro für das Projekt „Deutscher Post-Marathon für den Bonner Sport“ gespendet. 2014 sind dabei über 60.000 Euro zusammengekommen. Definitiv eine gute Sache!

Bonn Marathon

Immer gerade aus – zunächst auf der Friedrich-Ebert-, dann auf der Willy-Brandt- und schließlich auf der Adenauer-Allee – liefen wir wieder Richtung Ausgangspunkt. Ich überschlug meine mögliche Endzeit im Kopf und war mir sicher, dass ich auf jeden Fall eine 2:15 h schaffen würde – bei etwas mehr Tempo sogar eine 2:14 h.

Schließlich hatten wir wieder die Bonner Innenstadt erreicht und dort begann am Hofgarten dann der schönste Abschnitt des gesamten Laufes. Viele jubelnde Zuschauer und Musik begleiteten mich auf dem letzten Kilometer ins Ziel. Da störte ich auch nicht, dass ich teilweise über Kopfsteinpflaster laufen musste.

Bonn Marathon

Spätestens als ich das Zieltor auf dem Marktplatz erblickte und die letzten Meter über den postgelben Teppich lief, wußte ich wieder, warum ich an diesem Sonntagmorgen so früh aufgestanden war. Schade, dass so ein Finish immer so schnell vorbei ist!

Bonn Marathon

Bei 2:13:37 h überquerte ich die Ziellinie. Damit war ich sehr zufrieden, denn ich hatte unterwegs einige Pausen an den Getränkestationen eingelegt und für Fotos hatte ich mir auch mal wieder Zeit genommen :-) In meiner Alterklasse belegte ich Platz 154 (von 208) und bei den Damen Platz 1.292 (von 1.843). Mein ingesamt 26. Halbmarathon war also erfolgreich. Von den bisher sechs Halbmarathons in diesem Jahr, war es nach Berlin und Barcelona, die drittschnellste Zeit.

Bonn Marathon

Eine schicke Medaille ließ ich mir um den Hals hängen und einen Becher Wasser holte ich mir noch ab. Eigentlich hatte ich auch noch einen Gutschein für Getränke und Essen an der Startnummer, aber ich hatte keine Lust hierfür extra noch ins sog. Verpflegungsdorf zu laufen. Die Dusche, nur wenige Meter entfernt in meinem Hotelzimmer, lockte doch zu sehr.

Bonn Marathon

Und so entspannte ich dann lieber im Bett und verbrachte so die zwei Stunden vor der Rückfahrt nach Berlin ganz gemütlich.

Alles in allem, hat mir der Halbmarathon in Bonn ganz gut gefallen, auch wenn ich das Laufshirt weniger hübsch fand und lieber weniger bezahlt hätte. Der Lauf hat mich ein wenig an den Halbmarathon in Köln erinnert. Aber für Bestzeiten besser geeignet, ist auf jeden Fall der Berliner Halbmarathon!

Ausstattung: Transcend von Brooks, TomTom Runner Cardio

 

Elbdeichmarathon Tangermünde

Kennt Ihr die zweitbeliebteste Klein- und Mittelstadt Deutschlands? Eine Hotelbuchungswebsite hat diese vor kurzem wählen lassen und zufälligerweise wurde es die Stadt, in der wir dieses Wochenende laufen wollten. Die Hansestadt Tangermünde im nördlichen Sachsen-Anhalt war das Ziel unserer Reise und hatte den zweiten Platz belegt.

Tangermünde

Nachdem wir dort bereits 2013 über die 10 km beim Elbdeichmarathon teilgenommen hatten, bestiegen wir am Samstagvormittag erneut den Zug um nach Tangermünde zu fahren. Die reine Fahrtzeit beträgt gerade einmal 1:15 h von Berlin (zuzüglich 45 min zum Umsteigen in Stendal).

Tangermünde

Gegen Mittag trafen wir in der Stadt mit knapp über 10.000 Einwohnern ein. Der Name Tangermünde kommt übrigens dadurch zustande, da sich die Stadt an der Mündung des Tangers an der Elbe befindet.

Tangermünde

Schnell hatten wir uns Zimmer namens Hansekontor im Themenhotel Exempel Schlafstuben bezogen. In diesem Hotel ist jedes Zimmer individuell eingerichtet – passend zur Geschichte der Stadt.

Tangermünde

Bei schönstem Sonnenschein schlenderten wir durch die süße Altstadt mit Fachwerkhäusern, dem historischen Rathaus und liefen schließlich am Hafen entlang zur Burganlage. Auf der Terasse des Schlosshotels genossen wir bei einem wunderbaren Blick über die Elbe eine Tasse Kaffee.

Elbdeichmarathon

Um 15 Uhr öffnete die Startnummernausgabe direkt am Hafen. Für die Startgebühr hatten wir 13 Euro bezahlt und dafür gab es eine gut gefüllte Startertüte. Inklusive war außerdem eine Portion Pasta und am Renntag selbst noch ein weiterer Snack. Schade war nur, dass die vegetarische Soße nicht mehr vorrätig war und wir unsere Pasta dadurch nur mit Ketchup essen konnten.

Elbdeichmarathon Tangermünde

 

Am Abend nahmen wir unser Essen im Beichtstuhl (wir saßen beim Essen wirklich in einem!) in der Zecherei ein – ein empfehlenswertes mittelalterliches Restaurant!

Da unser Lauf am Sonntag erst nach 10 Uhr starten sollte, konnten wir ausschlafen und ganz in Ruhe frühstücken.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Kurz nach 10 liefen wir die wenigen Meter zum Start am Hafen. Dort wurden gerade die Marathonläufer und kurz danach die Halbmarathonläufer auf die Strecke geschickt. Für uns war es 10:20 Uhr soweit. Über 700 Teilnehmer wollten an diesem sonnigen, aber sehr windigen, Morgen die 10 km laufen.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Wir hatten uns recht weit vorn ins Starterfeld gestellt, um dem Gedränge zu Beginn etwas zu entgehen.

Nach wenigen Metern galt es einen kleinen Anstieg zu bewältigen und eine Brücke und dann waren wir schon auf dem Elbdeich. Und dort liefen wir dann die ganze Zeit auf dem Elberadweg entlang. Der war zwar recht schmal, aber das Feld hatte sich mittlerweile bereits auseinander gezogen und es gab kaum noch Platzprobleme.

War ich den ersten Kilometer noch in knapp über 5 min/km gelaufen, so wurden die nächsten Kilometer doch deutlich langsamer. Das lag aber am fiesen Gegenwind, den ich auch noch von vor zwei Jahren in unangenehmer Erinnerung hatte.

Gar zu gern wäre ich ja mal für ein Foto stehen geblieben, um die Läufer, wie auf einer Perlenkette aufgereiht am Elbufer entlang, zu fotografieren. Das wäre sicherlich ein toller Schnappschuss geworden! Aber ich lag recht gut in der Zeit und wollte sehen was geht.

Bei etwa Kilometer 3,7 kam mir der führende (und spätere Sieger) Frank Schauer entgegen. Dies war möglich, da wir auf einer Wendestrecke liefen. Kurz bevor ich die Hälfte der Strecke erreicht hatte, kam ein Getränkepunkt in Sicht und das Wasser hatte ich auch dringend nötig.

Kilometer 5 hatte ich in einer Zeit von 26:45 min erreicht und ich rechnete mit einer Endzeit von mindestens 54 min. Außerdem spekulierte ich auf der zweiten Streckenhälfte mit Rückenwind. Aber irgendwie hatte der Wind wohl gedreht, denn er kam teilweise immer noch von vorn.

Glücklicherweise konnte man beim Getränkepunkt zum zweiten Mal zulangen und dann ging es weiter zurück Richtung Hafen von Tangermünde.

Die nächsten Kilometer lief ich dann alle im ungefähren 5:20er Schnitt. Doch als ich das Schild für Kilometer 9 erspähte, hielt mich nichts mehr auf. Tatsächlich bin ich den letzten Kilometer in 4:31 min/km gelaufen. Das war glaube ich mein bisher schnellster Kilometer jemals bei einem 10-km-Lauf.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Somit schaffte ich sogar noch eine Zeit von 52:58 min, welche mir Platz 9 (von 55) in meiner Altersklasse und Platz 38 (von 345) bei den Damen bescherte. Und außerdem wurde es meine bisher drittschnellste 10-km-Zeit überhaupt. Damit war ich sehr zufrieden!

Elbdeichmarathon Tangermünde

Wer schnell läuft, muss auch etwas essen und somit wurde in den Exempel Gaststuben lecker gespeist. Dieses Restaurant ist eindeutig eine Empfehlung!

Exempel Gaststuben Tangermünde

Alles in allem, war das Wochenende, inklusive Lauf beim Elbdeichmarathon, in Tangermünde wieder perfekt! Nicht nur die Altstadt ist einen Besuch wert, sondern auch der Lauf ist sehr empfehlenswert! Außerdem bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine schöne, naturbelassene Strecke an der Elbe entlang.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Ausstattung: PureFlow von Brooks, TomTom Runner Cardio

thessaloniki

Ostern bei Sonnenschein an der Küste Griechenlands – das hörte sich nach einem perfekten Plan an! Und so buchten wir bereits vor vielen Monaten unsere Flüge in die zweitgrößte Stadt Griechenlands – nach Thessaloniki.

Passenderweise sollte zu Ostern die zehnte Auflage des Alexander the Great Marathons in Thessaloniki stattfinden. Neben der Königsdistanz standen auch 5 und 10 km zur Auswahl. Unsere Entscheidung fiel auf die 10 km und die Startgebühr betrug hierfür 25 Euro. Im Preis enthalten war ein Funktionsshirt und eine Medaille.

Thessaloniki

Karfreitag landeten wir nach einem zweistündigen Flug in der Küstenmetropole am Thermaischen Golf. Kalimera! Der total überfüllte Flughafenbus brachte uns schließlich in einer Stunde in das Zentrum von Thessaloniki, wo wir ein Zimmer im Hotel Bristol gebucht hatten.

Thessaloniki

Am Samstagvormittag begaben wir uns zu Fuß an der Uferpromenade zum Wahrzeichen von Thessaloniki, dem Weißen Turm. Dort sollte am Sonntag das Ziel für alle Läufe im Rahmen des Alexander the Great Marathons sein. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Messegelände, wo wir in Halle 7 unsere Startunterlagen in Empfang nehmen konnten. Die Laufmesse war relativ übersichtlich und die Startunterlagen erhielten wir ohne Wartezeit. Geärgert habe ich mich nur, dass ich trotz Vorbestellung das Laufshirt nur in M statt S nehmen musste. Also ein weiteres Shirt nur für den Schrank …

OTE Tower

Direkt neben der Laufmesse befand sich der 76 m hohe OTE-Tower. Mit dem Fahrstuhl fuhren wir nach oben ins Restaurant, welches sich dreht. Bei einer teuren Cola von sechs Euro genossen wir den wunderbaren Blick über Thessaloniki. Definitiv eine Empfehlung!

Thessaloniki

Am Nachmittag sahen wir noch den Läufer, der die Flamme zum Weißen Turm brachte. Diese Flamme wurde in Pella, dem Geburtsort von Alexander dem Großen, entzündet und dann über die gesamte Marathonstrecke bis zum Weißen Turm transportiert.

Thessaloniki

Am Vorabend des Laufes fragten wir noch den netten Mann an unserer Hotelrezeption um Rat. Die Informationen zum Lauf waren auf Englisch nur sehr spärlich und wir waren uns immer noch nicht sicher, wo genau der Start für die 10 km sein sollte. Die Marathonläufer konnten einen Transfer in Anspruch nehmen, aber die 5- und 10-km-Läufer mussten sich selbst um die Anreise zum Start kümmern. Immerhin konnte man mit der Startnummer kostenlos Bus fahren, aber das Ziel (ein Stadion außerhalb vom Stadtzentrum) konnte ich selbst mit Google Maps nicht finden.

Unser Stadtplan erhielt vom netten Griechen an der Rezeption Markierungen für die Bushaltestellen und ansonsten wurde uns versichert, dass ein Taxi auch nicht teuer wäre.

Hotel Bristol Thessaloniki

Ostersonntag klingelte der Wecker bereits halb 7 und glücklicherweise konnten wir schon vor 7 Uhr frühstücken. Danach machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Doch weder bei der ersten noch bei der zweiten Haltestelle waren die Buslinien erwähnt, die wir benötigten. Außerdem waren keine weiteren Läufer zu sehen. Also stiegen wir dann doch in ein Taxi. Glücklicherweise hatte ich die Seite mit der Location für den Start aus dem Programmheft dabei und das war auch gut so. Denn der Taxifahrer sprach kein Wort Englisch und ich hätte den Namen des Stadions auch nicht auswendig gewusst (Lesen konnte ich die griechischen Buchstaben auch nicht hundertprozentig). Nach etwa 15 min Fahrtzeit trafen wir glücklicherweise am Startort ein. Viele Läufer waren zu sehen. Und die Überraschung beim Fahrpreis – gerade einmal vier Euro kostet die Fahrt!

Thessaloniki

Eine Stunde vor dem offiziellen Start waren wir bereits am Stadion von Ampelokipi-Menemeni. Es war recht frisch (um die 9° C) und auch bewölkt.

Thessaloniki

Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Start im Stadion und irgendwann war es dann auch soweit und wir begaben uns in den Startblock. Etwa 3.000 Teilnehmer verzeichnete der 10-km-Lauf und der Männeranteil war sehr groß.

Alexander the Great Marathon

Fliegende bunte Luftballons brachten etwas Farbe in den grauen Himmel von Thessaloniki, als wir 8:45 Uhr losliefen. Auf den ersten Metern war es sehr eng und viele langsame Läufer hatten sich eindeutig zu weit vorn eingeordnet. Da es mittlerweile auch angefangen hatten zu regnen, wurde es auf der Straße nass und es galt umso mehr aufzupassen.

Zunächst liefen wir kreuz und quer und in der näheren Umgebung des Stadions und so waren dann schon zwei Kilometer geschafft, bis wir endlich Richtung Zentrum liefen.

Alexander the Great Marathon

Kilometerschilder waren nur schwer zu entdecken und ebenso Zuschauer ;-) Für mehr Stimmung an der Strecken sorgen fast die bellenden Hunde. Spektakulär kann die Strecke auch nicht wirklich genannt werden – es sei denn man findet etwas heruntergekommene Häuser oder langweilige Straßen mit Müll spannend :-)

Alexander the Great Marathon

Glücklicherweise gab es nach der Hälfte der Strecke, die ich in 27 min erreicht hatte, etwas zu trinken. Obwohl es nass von oben kam, so war mir doch mittlerweile recht warm geworden und ich war dankbar für die Wasserflasche.

Bei etwa Kilometer 8 gab es dann noch einmal Wasserbecher und kurz danach erreichten wir dann auch die Küstenstraße, die wir bereits kannten. Dort ging es nur noch gerade aus und da waren auch Zuschauer und etwas Stimmung zu finden.

Alexander the Great Marathon

Der Weiße Turm war von weitem zu sehen und als das dort befindliche Zieltor in Sicht kam, legte ich noch einmal einen Endspurt ein.

Alexander the Great Marathon

Bei 54:09 h erreichte ich das Ziel und belegte damit Platz 14 (von 114) in meiner Altersklasse und Platz 81 (von 779) bei den Damen. Damit war ich sehr zufrieden!

Alexander the Great Marathon

Im Ziel erhielten wir eine wirklich tolle Medaille und auch noch einmal Wasser. Da es immer noch regnete, liefen wir schnell ins Hotel zurück, wo wir noch einmal frühstückten :-)

Alexander the Great Marathon

Griechenland ist damit Land Nummer 26, in dem ich an einem Lauf teilgenommen habe. Auch wenn der Lauf eher unspektakulär war, so gab es doch eine hübsche Medaille und bei Sonnenschein ist sicherlich der letzte Kilometer am Meer entlang auch schöner.

Auch wenn sich die griechische Sonne beim Lauf nicht blicken ließ, so war es dennoch ein wunderbares Wochenende in Thessaloniki! Αντιο!

Ausstattung: PureGrit von Brooks, TomTom Runner Cardio

 

berlin hm

Gibt es eine Silberhochzeit bei Läufen? Ich wäre wohl von selbst nicht darauf gekommen, wenn mir nicht eine Arbeitskollegin genau diesen Kommentar unter ein Bild von mir auf Instagram geschrieben hätte. Denn der Berliner Halbmarathon sollte mein 25. Halbmarathon ingesamt werden und wenn man 25 Jahre verheiratet ist, dann feiert man eben Silberhochzeit :-) Wie auch immer, mein Jubiläumslauf hatte mit dem Berliner Halbmarathon einen gebührenden Wettkampf gefunden. Denn hier in Berlin war ich 2008 meinen ersten Halbmarathon gelaufen und nun sollte ich das sechste Mal das Berliner Pflaster laufend erobern.

Halbmarathonmesse

Donnerstagnachmittag holte ich mit der lieben Anna, die aufgrund ihrer anstehenden Halbmarathonpremiere schon total aufgeregt war, die Startunterlagen im Flughafen Tempelhof ab. 30 Euro hatte mich die Anmeldung letztes Jahr im Sommer gekostet und der Lauf war schon seit langem ausverkauft.

Auf der Messe war es relativ leer, was auch gut so war.

Am Samstagabend trafen wir uns mit Lauffreunden zum Plaudern und Pastaessen bei unserem Stammitaliener für derartige Ereignisse in Berlin-Mitte. Diese Pastaparty werden wir wohl nie vergessen, denn es gab einen 15-minütigen Stromausfall! War das ein schlechtes Omen für den Lauf am nächsten Tag? Schließlich war ja Vattenfall Hauptsponsor …

Pastaparty

Aber am Sonntagmorgen machten wir uns dann eigentlich mehr Sorgen um das Wetter. Eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent wurde angekündigt und am Morgen hatte es auch bereits geregntet. Aber irgendwie scheint der Wettergott ein Läufer zu sein, denn in der Tat sollte der gesamte Halbmarathon trocken bleiben. Erst am Nachmittag kamen wieder Regentropfen vom Himmel.

Über die Temperaturen von 12° C konnte man sich eigentlich auch nicht beklagen. Ich hatte mir mein langärmliges Shirt von Brooks und die neue Weste sowie halblange Tights für meinen Jubiläumslauf ausgewählt.

Da wir nur fünf Minuten vom Startbereich auf der Karl-Marx-Allee entfernt wohnen, konnten wir trotz Zeitumstellung relativ lange schlafen und sind erst 20 min vor dem offiziellen Start im Startbereich gewesen.

Halbmarathon Berlin

Nur vor den Eingängen der Startblocks gab es ein wenig Gedränge – sonst war aber alles okay. Bevor ich in meinem Startblock verschwand, traf ich noch meinen Bruder, der auch vor seiner Halbmarathonpremiere stand.

Kurz vor 10 Uhr war ich dann schließlich im Startblock, wo ich erfuhr, dass sich der Start verspäten würde. Doch dafür traf ich noch zufällig die liebe Susanne und wir plauderten die letzten Minuten.

Halbmarathon Berlin

Schließlich durften die ganz Schnellen loslaufen und etwa 25 min später passierten auch wir die Startlinie. Im Angesicht des Fernsehturms und an vielen Zuschauern vorbei, gab ich Gas, um schnell etwas Platz zu haben. Besonders auf den ersten Metern ist es beim Halbmarathon in Berlin immer recht voll.

Vorbei am Französischen Dom und der Humboldt-Universität waren wir dann schon am Brandenburger Tor, durch welches wir hindurchlaufen durften. Weiter gerade aus ging es zur Siegessäule, hinter welcher die ersten fünf Kilometer erreicht waren. 28:56 min zeigte die Uhr zu diesem Zeitpunkt – eine super Zeit für mich! Das motivierte und ich versuchte weiter in einem Tempo von unter 6 min/km weiterzulaufen. Aber Zeit für eine kurze Gehpause nahm ich mir dann doch beim Getränkepunkt. Der warme, süße Tee wollte in Ruhe getrunken werden ;-)

Es gelang mir gut das Tempo vom Anfang zu halten und Kilometer 10 erreichte ich dann bei 58:40 min. Mittlerweile waren wir bereits am Schloss Charlottenburg entlang gelaufen und kurz nach Kilometer 11 war der Kurfürstendamm erreicht.

Ich wußte zwar, dass ich auf Bestzeitenkurs war (die alte Bestzeit stammte mit 2:07 h aus 2008), aber bei einem Halbmarathon kann noch soviel passieren. Im Februar in Barcelona hatte ich das leider erfahren müssen, als ich bis Kilometer 15 super in der Zeit lag und dann Probleme mit dem linken Knie bekam.

Die nächsten Kilometer vergingen aufgrund der vielen Zuschauer sehr schnell. An der Urania war der Kilometer 15 erreicht und dort zeigte die Uhr 1:28 h. Bisher sah immer noch alles sehr gut aus.

Aber so langsam wurden dann meine Beine doch müde. Doch dafür hatte ich keinerlei sonstigen Beschwerden und ich begann langsam auszurechnen, welches Tempo ich mir erlauben darf, damit es mit der neuen Bestzeit klappt.

Die Stimmung am Potsdamer Platz und am Checkpoint Charlie half sehr über die letzten Kilometer und schließlich war ich schon auf der Leipziger Straße. Nur noch etwas über zwei Kilometer zum Ziel und die Zeit sah noch super aus!

Der vorletzte Kilometer war wohl der schwerste Abschnitt und dann konnte ich auch erst nicht das Schild für Kilometer 20 entdecken (das war umgefallen). Als ich es schließlich doch noch erspähte, konnte mich nichts mehr bremsen. Ich wußte, dass ich die letzten Meter auf dem Weg zur neuen Bestzeit vor mir hatte und war dann sogar noch in der Lage den zweitschnellsten Kilometer des gesamten Laufes hinzulegen.

Nach rechts in die Karl-Marx-Allee abbiegen und da war das Ziel zu sehen! Und bei 2:04:36 h lief ich überglücklich dort ein. Endlich war die alte Bestzeit aus 2008 gefallen! Noch letztes Jahr hatte ich nicht gedacht, dass ich diese Zeit überhaupt jemals noch verbessern kann. Doch die 2:10 h in Barcelona im Februar hatten schon gezeigt, dass es möglich sein kann, wenn alles stimmt.

Halbmarathon Berlin

Und an dem Tag hatte alles gestimmt – ich war in guter Form, hatte keine körperlichen Beschwerden und es war nicht zu warm. Perfekt wäre noch gewesen, wenn ich nicht zu warm angezogen gewesen wäre – kurzärmlig hätte es auch getan :-)

In meiner Altersklasse belegte ich Platz 474 (von 1.146) und bei den Damen Platz 3.422 (von 8.713).

Halbmarathon Berlin

Und auch Anna, Marcel und die liebe Svea haben ihren ersten Halbmarathon gut geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

Am Nachmittag ließen wir das perfekte Halbmarathonwochenende noch mit Lauffreunden bei (vegetarischem) Burger und Pommes ausklingen. Das hatten wir uns verdient!

Rembrandt Burger Berlin

Halbmarathon 25 in meiner Heimat war also perfekt gelaufen und nächstes Jahr steht sicherlich die siebte Teilnahme in Berlin an. Aber vorher sind noch so einige Halbmarathons an diversen Orten geplant …

Ausstattung: Transcend von Brooks, TomTom Runner Cardio

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