Berliner Citynacht

Die Vattenfall-Citynacht fand in diesem Jahr bereits zum 24. Mal in Berlin statt und für mich war es die sechste Teilnahme. Und so wie jedes Jahr hatte ich mich für die 5 km angemeldet – auch wenn die meisten Teilnehmer die 10 km wählen. Doch meist ist es bei diesem Lauf immer sehr heiß (obwohl er am Abend stattfindet) und da reichen mir 5 km voll und ganz.

Für die Anmeldung hatte ich 15 Euro bezahlt, was für einen 5-km-Lauf schon nicht wenig ist. Zumal es dafür nur die Startnummer und eine Urkunde gibt – noch nicht einmal eine Medaille ist vorgesehen. Doch dafür darf man über den Berliner Kudamm laufen, auf dem tagsüber meist nur die Autos im Stau stehen.

Die Startnummer hatte ich mir bereits am Freitagnachmittag bei Karstadt abgeholt. Das war total fix erledigt – keinerlei Wartezeit!

Kurz vor 18 Uhr trafen wir uns am Samstagabend mit Lauffreunden im Europa Center. Dort konnten wir uns erneut in den Räumlichkeiten von OCM Internet vor dem Lauf entspannen.

Berliner Citynacht

Nur Anna, Britta, André und ich hatten die 5 km geplant – der Rest war für die 10 km angemeldet. Vor lauter Plaudern verpassten wir fast unseren Start. Und obwohl wir nur noch 15 min hatten, musste unbedingt noch ein Gruppenfoto auf dem Breitscheidplatz sein :-)

Berliner Citynacht

Im Laufschritt machten wir vier uns auf den Weg zum Start auf dem Kurfürstendamm. Fast 650 Läufer hatten sich dort eingefunden. Aus den Vorjahren wußte ich, dass es ratsam ist, sich soweit wie möglich vorn einzureihen. Und so kämpften wir uns auch bis wenige Meter vor die Startlinie vor. Wie sich später herausstellen sollte, war das aber immer noch nicht nah genau an der Startlinie.

Berliner Citynacht

Schön war noch kurz vor dem Startschuss Chris zu treffen und dann war es 19:50 Uhr. Startschuss und los ging es! Und wie in den Vorjahren gab es ein gr0ßes Gedrängel und ich ärgerte mich über die vielen langsamen Läufer, die sich leider völlig falsch im Startblock einsortiert hatten. Einige Überholmanöver später, bei denen ich sicherlich einige Sekunden verloren hatte, war endlich etwas Platz.

Berliner Citynacht

André lief an meiner Seite, denn wir hatten einen Plan. Er wollte mir helfen eine neue Bestzeit aufzustellen. 25:16 min waren vom letzten Jahr zu unterbieten und ich wußte, dass ich auf jeden Fall dazu in der Lage bin. Denn ich war bei längeren Läufen schon ein paar Mal darunter geblieben. Allerdings brauche ich für Bestzeiten kühle Temperaturen und eigentlich auch meinen iPod mit Beats für die Motivation zwischendurch. Letzteren hatte ich leider in der Hektik vor dem Start bei den anderen Sachen liegen gelassen und kühl war es an dem Abend auch nicht. Wenigstens schien aber die Sonne nicht mehr und es war ein recht starker Wind aufgekommen. Dieser blies jedoch teilweise auch direkt von vorn.

Es sah also nicht sehr gut aus und ich glaubte auch nicht wirklich an eine neue Bestzeit an dem Abend. Bis auf André hatte ich aus diesem Grund auch niemanden in meinen Plan eingeweiht :-)

Aber André war zuversichtlich und den ersten Kilometer brachten wir in 4:49 min/km hinter uns. Außerdem gab es eine schöne Abkühlung durch eine Wasserdusche. Die hätte ich allerdings auf den letzten Kilometern dringender benötigt.

Kilometer 2 wurde dann mit 4:56 min/km etwa langsamer, aber es sah noch alles gut aus. Bei erstem Getränkepunkt holte mir André einen Wasserbecher, den ich wirklich nötig hatte. Schließlich war bei der Joachim-Friedrich-Straße der Wendepunkt erreicht und es ging auf der anderen Seite des Kudamms zurück.

Die nächsten beiden Kilometer lief ich knapp über 5 min, aber wir hatten ja noch ein wenig Zeitpuffer. Schließlich war endlich der letzte Kilometer erreicht! Glücklicherweise liefen wir noch einmal an einem Getränkepunkt vorbei und auf Anraten von André kippte ich mir kaltes Wasser über den Kopf. War zwar zunächst ein Temperaturschock, aber setzte dann doch noch etwas Energie für den Endspurt frei.

Berliner Citynacht

Als ich die Zeit auf dem LED-Zieltor sah, wußte ich dass die neue Bestzeit zu schaffen war. Und da sogar noch eine Zeit von unter 25 min drin war, gab ich dann doch noch einmal Gas. Und in der Tat – bei 24:40 min erreichte ich das Ziel. Damit hatte ich an dem Abend wirklich nicht gerechnet und es hat ein wenig gedauert, bis ich es begreifen konnte. Vielen Dank an meinen persönlichen Pacer!

Berliner Citynacht

Die Zeit brachte mich bei den Damen auf Platz 25 (von 416) und insgesamt auf Platz 84 (von 614). Eine Altersklassenwertung gibt es bei diesem Lauf leider nicht.

Wir läuteten dann schon einmal mit einem Gläschen Sekt die Afterrace-Party ein, während unsere 10-km-Läufer gerade auf der Strecke schwitzten.

So nach und nach trudelten dann auch unsere restlichen Läufer ein. In gemütlicher Runde tauschten wir uns dann noch bis fast Mitternacht über unsere Lauferlebnisse aus.

Berliner Citynacht

Das war wieder ein toller Abend mit Lauffreunden aus nah und fern gewesen! Die weiteste Anreise hatte übrigens Babeta aus Prag gehabt! Den schnellsten Lauf hat Jochen absolviert und die größte Anstrengung hatte Jens. Er ist beim Inlineskaten und über die 10 km gestartet. Aber Glückwünsche gehen an alle Finisher! Es war ein wunderbarer Abend bei der Vattenfall-Citynacht!

Übrigens war das mein Wettkampf Nummer 180 und mit der Bestzeit bei diesem Lauf habe ich auch mein Soll für 2015 erfüllt. In diesem Jahr habe ich meine Zeiten über die 5 km, 10 km und die Halbmarathondistanz verbessern können. Jetzt kann ich das restliche Jahr entspannt angehen :-)

Ausstattung: PureConnect von Brooks, TomTom Runner Cardio, Fitbit Surge

“Mein Leben hatte etwas Regelmäßiges, fast Gewöhnliches bekommen. Ich musste schnell handeln und etwas finden, das meinen Alltag wieder spannender machte.”

Einfach laufen Stefan Seibold

Stefan Seibold beschließt zu seinem 40. Geburtstag, dass sich in seinem etwas Leben ändern muss. Ab nun wird wieder gelaufen! Doch wie fängt man am besten an? Unter anderem folgende Tipps gibt er den Lesern in seinem Buch “Einfach laufen: Wie ich die Form meines Lebens fand“:

  • Verabredungen zum Laufen helfen.
  • Ziele für das Laufen setzen – zum Beispiel für einen bestimmten Lauf anmelden.
  • Ein unvorteilhaftes Foto von sich selbst an den Kühlschrank kleben.
  • Rituale sind wichtig – zum Beispiel Lauftreff am Dienstagabend.

Der Einstig ins Laufen ist für Seibold sehr erfolgreich und er bleibt dran. Nach und  nach folgen immer mehr Marathonläufe. Doch irgendwann kommt er zu folgendem Punkt: “Ich wollte aufhören, nur ein Stadtmarathon-Wiederholungstäter zu sein, und dafür lieber die Natur laufend entdecken.”

Somit folgen der Rennsteiglauf, der Untertagemarathon in Sondershausen und schließlich sogar ein Halbmarathon am Kilimandscharo. Letzter ist wohl einer der schönsten Wettkämpfe in seinem Läuferleben und auch Grund dafür, dass das Buch entstand.

Stefan Seibold

Im Anschluss an den Halbmarathon am Kilimandscharo wagt sich Seibold an sein bisher größtes Abenteuer, die Besteigung dieses Berges. Die Hälfte aller Besteigungsversuche scheitert übrigens. Hauptgründe sind die Höhenkrankheit oder fehlende Fitness. Aber ihm glückt die Besteigung und eine neue Leidenschaft ist geboren. Das Bergsteigen führt ihn in den folgenden Jahren zum  Ebrus, den Chimborazo und den Pik Lenin. Er meint: “Ich glaube, dass die Berge da sind, damit man sich an ihnen messen kann.

Stefan Seibold

Fazit: Mich hat “Einfach laufen: Wie ich die Form meines Lebens fand” sehr unterhalten. Mit viel Witz erzählt Stefan Seibold zunächst von seinen Lauferlebnissen. Später dürfen wir bei seinem spannenden Bergtouren dabei sein. Ein Bonus sind die Infokästen (mit teilweise amüsantem Inhalt) und auch die beeindruckenden Fotos von seinen Abenteuern. Empfehlenswert!

Anmerkung: Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst. Die oben erwähnten Zitate stammen alle aus dem Buch.

Runandbike

Einen Marathon bin ich noch nie gelaufen und plane ich auch nicht in naher Zukunft. Dennoch habe ich gestern zum dritten Mal die Marathondistanz beim Lausitzer Seenland 100 bewältigt. Allerdings war noch ein Fahrrad und eine zweite Person dabei. Erneut traten André und ich beim Run & Bike über 42 km an.

Wie das funktioniert? Ganz einfach – wir starten zu zweit mit einem Fahrrad und müssen dabei die Marathondistanz bewältigen. Dabei muss immer eine Person laufen und die zweite Person fährt als Begleitung auf dem Rad mit. Gewechselt werden kann so oft wie man möchte.

Am Samstagvormittag reisten wir mit dem Zug und unseren Rädern aus Berlin nach Senftenberg. Nach knapp 80 Minuten erreichten wir die brandenburgische Stadt im Lausitzer Seenland.

Senftenberg

Wir fuhren noch eine kurze Strecke mit dem Rad zu unserem Hotel. Das Strandhotel Senftenberger See befindet sich, wie der Name bereits vermuten lässt, direkt am Ufer des Senftenberger Sees. Er gehört mit seinen 1.300 Hektar zu den größten Seen Brandenburgs.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Stadthafen von Senftenberg. Hier befanden sich Start und Ziel der meisten Disziplinen. Neben Laufen waren auch Radfahren, Walken, Skaten und sogar Schwimmen im Angebot. Wir waren erneut für Run & Bike gemeldet und hatten hierfür 29 Euro pro Person bezahlt.

Stadthafen Senftenberg

Unsere Startunterlagen holten wir im Stadthafen ab. Zwei Startnummern (eine für den Läufer und eine für das Rad) und zwei Baumwollshirts zum 10-jährigen Jubiläum erhielten wir.

Senftenberger See

Den Nachmittag genoßen wir beim Schwimmen und Sonnen am hoteleigenen Strand.

Run & Bike

17 Uhr sollte es schließlich auf die Marathondistanz gehen. Am Stadthafen warteten 59 Teams auf den Startschuss, der von Adi höchtspersönlich gegeben wurde. Wer im Osten Deutschlands aufgewachsen ist, erinnert sich vielleicht noch an ihn.

Runandbike

So wie in den Jahren zuvor startete André auf dem Rad und ich lief los. Und wir übernahmen auch die Wechseltaktik aus dem Vorjahr. Ich laufe 2 Kilometer, dann wird gewechselt, André läuft 4 Kilometer und ich danach wieder 2 Kilometer.

Run & Bike

Kurz nach dem Startschuss kamen die ersten Tropfen. Da es recht warm war, war dies auch recht angenehm und eine tolle Erfrischung. Allerdings wurde es im Anschluss auch sehr schwül.

Doch das war noch gar nichts im Vergleich zu dem, was uns noch erwartete. Denn plötzlich hörten wir Donnergrollen und der Regen stürzte wolkenbruchartig vom Himmel.

In kurzer Zeit waren wir nass bis auf die Haut und meine Laufschuhe waren plötzlich mindestens ein Kilo schwerer. Den Eindruck hatte ich jedenfalls, da Schuhe und Socken sehr viel Wasser aufgenommen hatten.

Wir hatten ja eher mit großer Hitze gerechnet und dieses Mal sogar eine Blumenspritze mitgenommen. Doch diese war wohl eher überflüssig :-)

Die echten Marathonläufer waren fünf Minuten nach uns gestartet und es war so frustrierend von diesen überholt zu werden. Dabei lief ich bei meinen kurzen Einsätzen doch schon einer 5-er Schnitt …

rundandbike

Es schien sich einzuregnen und ich war froh, dass es noch relativ warm war. Ansonsten hätte derjenige auf dem Rad bald jämmerlich gefroren.

Kurz vor der Halbmarathonmarke, die wir bei 1:46 h erreichten, hörte der Regen dann in der Tat auf. Die Strecke war im Gegensatz zum Vorjahr ein wenig verändert worden. Die Wende war jetzt am Ilsekanal bei Großräschen, der erst Ende letzen Jahres fertiggestellt wurde. Ich fand diesen Landschaftspunkt toll und wäre am liebsten länger für Fotos stehengeblieben.

Lausitzer Seenland 100

Apropos Landschaft – die Strecke führt durch die wunderschöne Landschaft des Lausitzer Seenlandes. Diese künstliche Seengebiet, welches durch die Flutung ehemaliger Tagebaue entstand, ist die größte künstliche Wasserlandschaft in Europa.

Lausitzer Seeland 100

Unsere Strecke startete am Senftenberger See und führte dann weiter am Sedlitzer See entlang bis hin zum Ilsekanal. Unterwegs trafen wir auf viele gut bestückte Verpflegungspunkte. Wasser, Cola, Isogetränke und auch Bananen, Salzbrezeln etc. waren im Angebot.

Lausitzer Seenland 100

Nach dem Wendepunkt ging es diesselbe Strecke zurück. So langsam merkten wir dann auch schon die zurückgelegten Kilometer. Aber wir waren auf Bestzeitenkurs und liefen so schnell es ging. Auf der Strecke war es trotz Marathonläufer recht einsam. Doch das störte nicht.

Lausitzer Seenland 100

Und dann kam Kilometer 32 und ich bekam Probleme mit meinem rechten Knie. Hatte ich schon vorher beim Radfahren festgestellt, dass meine Knie etwas beansprucht waren, so hatte ich nun leichte Schmerzen an der Knieaußenseite. Und genau dieses Problem hatte ich bereits im letzten Jahr – auch fast bei diesem Kilometerpunkt.

Ich glaube dass die Beschwerden von einer Überlastung durch das Radfahren kamen. War ich doch an dem Tag das erste Mal überhaupt in diesem Jahr auf dem Fahrrad unterwegs und dann auch noch gleich soviele Kilometer am Stück. Für den nächsten Run & Bike sollte ich wahrscheinlich vorab mehr Kilometer auf dem Rad machen und vielleicht sogar Koppeltraining.

Lausitzer Seenland

Wie auch immer, wir hatten noch zehn Kilometer bis zum Ziel und wir hatten eine Teilnehmerin mit Knieproblemen und einen schon recht erschöpften Läufer … André hatte ja vorab auch keine längeren Distanzen trainiert und somit machten sich die vielen Kilometer bei ihm auch bemerkbar. Und ich konnte nur noch wenige Meter laufen. Also fing ich an zu walken :-) Hauptsache wir kamen voran!

Runandbike

Und irgendwie schafften wir es dann in der Tat bis nach Senftenberg. Und 20 Meter vor dem Ziel biß ich dann auch noch einmal die Zähne zusammen und erreichte die Ziellinie im Laufschritt.

3:55 h hatten wir für die Marathondistanz benötigt und damit waren wir nur wenige Sekunden langsamer als bei unserem ersten Start. Hinter uns kamen immerhin noch sieben Teams ins Ziel – die Letzten waren wir also nicht geworden :-)

Run & Bike

Insgesamt hatte André um die 26 km und ich dementsprechend 16 km zurückgelegt. Gern wäre ich noch mehr gelaufen – die Kondition war da, aber das Knie wollte ja leider nicht.

Im Ziel gab es für jeden eine Medaille und beim Urkundenausdruck noch ein Glas Spreewaldgurken!

Lausitzer Seenland 100

Total geschafft fielen wir wenige Minuten später mit Blick auf den Senftenberger See ins Bett.

Heute morgen hatte ich dann eher weniger Beschwerden vom Laufen als vielmehr vom Radfahren. Mein Po tat mir total weh! Für nächstes Jahr muss ich mir einen bequemeren Sattel besorgen.

Senftenberger See

Es wird definitiv einen weiteren Start beim Run & Bike geben. Und mit entsprechender Vorbereitung per Rad, kann ich dann vielleicht auch endlich einmal mehr Kilometer beitragen.

Fazit: Das Lausitzer Seenland 100  ist ein top organisiertes Sportevent, mit zahlreichen Angeboten! Darüber hinaus bietet die Region beste Voraussetzungen für ein erlebnisreiches, aber auch erholsames Wochenende in einer tollen Wasserlandschaft!

” Oftmals gewinnen nicht die schnellsten Läufer solche Rennen, sondern die, die schnell auf Veränderungen reagieren können und somit die wenigsten Probleme in dieser Woche haben.”

Running wild

Rafael Fuchsgruber führte in der Vergangenheit als DJ und Konzertveranstalter ein extremes Leben. Diese Zeiten sind vorüber, aber extrem lebt er immer noch. Nur führen ihn seine extremen Abenteuer jetzt zu Wüstenläufen und anderen abenteuerlichen Rennen rund um die Welt.

Über seine Abenteuer kann man ab sofort in seiner Biographie “Running wild: Vom Partykönig zum Extremläufer“, bei der er von Ralf Kerkeling unterstützt wurde, lesen.

Wir dürfen bei seinen exotischen Rennen, wie beim Desert Ultra Namibia (ein 250-km-Lauf über 5 Etappen), der Libyan Challenge (200 km nonstop) oder dem Jordan Race (250 Kilometer in sechs Etappen) dabei sein. Fuchsgruber dazu: “Bei Ultraläufen wird gelaufen, gelebt, geliebt und gestorben – von allem nur ein bisschen mehr.”

Rafael Fuchsgruber

Zum Laufen kam Fuchsgruber erst mit 40 Jahren. Zu dem Zeitpunkt ist er mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus. Nur wenige Wochen später läuft er seinen ersten Marathon und finisht diesen in fünf Stunden. Nach und nach werden seine Läufer länger und führen in ihn immer exotischere Regionen.

Geprägt von einer gewalttätigen Kindheit mit einem alkoholabhängigen Vater, hat auch Fuchsgruber mit Alkoholproblemen zu kämpfen. Auch über diese Lebensabschnitte erfahren wir mehr in seinem Buch. Das Laufen hat ihm jedoch geholfen: “Ich habe lange gesucht und musste weit über 40 Jahre alt werden, um den richtigen Weg zu finden.”

Fuchsgruber bezeichnet sich selbst als die “Rosamunde Pilcher des Extremlaufs” und sein Werk als das “bunte Buch des frei umherlaufenden Irren“.

Fazit: “Running wild: Vom Partykönig zum Extremläufer” ist eine spannende Autobiografie eines Mannes, der ein extremes Leben sein Eigen nennt. In seinem Buch sind neben spannenden Laufberichten auch wunderbare Fotos von abenteuerlichen Läufen zu finden. Vor allem (aber nicht nur) für Ultraläufer sehr empfehlenswert!

Anmerkung: Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst. Die oben erwähnten Zitate stammen alle aus dem Buch.

Deutsche Post Ladies Run Dresden

In der sächsischen Landeshauptstadt laufe ich immer wieder gern. Somit passte es perfekt, dass ich zwei Startplätze für den Deutsche Post Ladies Run gewonnen hatte und feststellte, dass Station auch in der sächsischen Landeshauptstadt ist. Somit war klar, dass ich meine Startplätze in Dresden einlösen würde. Darüber hinaus hatte dadurch meine Schwester die Chance ihren ersten Lauf zu bestreiten.

In insgesamt zehn Städten hatten in diesem Jahr Läuferinnen die Möglichkeit am Ladies Run teilzunehmen – Dresden war erstmalig dabei.

An sich bin ich ja nicht so der große Fan von Frauenläufen, aber ich hatte ja kein Geld bezahlt und somit gab ich mal wieder einem Lauf nur für die Damen die Chance.

Samstagmittag traf ich in Dresden ein und bezog wieder das Zimmer in meinem Stammhotel NH auf dem Altmarkt. Die Lage von meinem Hotel war perfekt, denn Start und Ziel befanden sich ebenfalls auf dem Altmarkt.

Deutsche Post Ladies Run

Ich holte mir in der sogenannten Ladies Town gleich meine Startunterlagen ab und erhielt eine gut gefüllte Startertüte mit T-Shirt und allerlei Proben. Darüber hinaus erhielt ich noch ein zweites Laufshirt von Emmi, da ich darüber die Startplätze gewonnen hatte.

Deutsche Post Ladies Run

Der Blick auf die Starterliste zeigte, dass das Teilnehmerfeld sehr klein war – da ist definitiv noch Potential in Dresden.

Zwinger

Am Nachmittag nutze ich das tolle Wetter und spazierte durch die sächsische Landeshauptstadt. Diesmal machte ich auch einen Abstecher zum Goldenen Reiter auf der anderen Elbseite. Natürlich gönnte ich mir auch wieder das obligatorische Stück Eierschecke – einfach lecker!

Am Abend traf ich mich mit der lieben Katharina und wir saßen bis in die späten Abendstunden bei köstlichem Essen auf dem Altmarkt.

Dresden

Am Sonntag konnte ich dann ausschlafen und nach dem Frühstück trafen auch meine Schwester mit Familie und die liebe Anna aus Berlin ein.

Frauenkirche

Es stand noch einmal Sightseeing speziell für Anna, die das erste Mal in Dresden war, an. Im Anschluss wurde es Zeit für das Mittagessen und dafür begaben wir uns auf die Dachterasse der Yenidze. Dieses Bauwerk wurde im Stil einer Moschee errichtet und beherbergte früher eine Zigarettenfabrik. Von der Terasse hatten wir einen tollen Blick über Dresden und genossen unser Mittagessen.

Yenidze

Schließlich schlenderten wir zurück zum Altmarkt, wo sich meine Schwester und Anna noch ihre Startunterlagen abholten. Zufällig hatten wir dann auch noch die Möglichkeit für ein Foto mit Lucy von den No Angels. Sie ist übrigens richtig fix und belegte später Platz 4 über die 5 km.

Deutsche Post Ladies Run

Bei mir auf dem Hotelzimmer zogen wir uns dann alle um und dann war es nicht mehr lange bis zum Start. Ich fand die Startzeit von 16 Uhr ja blöd! Wie kommt man auf die Idee mitten im Hochsommer einen Lauf am Nachmittag zu veranstalten. Außerdem ist es auch für auswärtige Teilnehmerinnen nicht so optimal, denn meist ist das Check-Out aus dem Hotel bereits gegen Mittag. Ich hatte Glück, dass mein Hotel Late-Check-Out bis 17 Uhr anbot und somit hat es perfekt gepasst.

Vor dem Start wurde noch Aufwärmen angeboten, wo ich (wie immer) nur zugeschaut habe. Mir war so schon warm genug, denn das Thermometer zeigte um die 25° C.

Deutsche Post Ladies Run

16 Uhr ging es los auf die Strecke und trotz übersichtlichen Startfeldes war es auf den ersten Metern sehr voll. Zwei Distanzen waren im Angebot – 5 und 10 km.

Wir liefen am Theaterplatz und der Semperoper vorbei und dort hatten wir dann an der Elbe bereits Kilometer 1 erreicht.

Semperoper

Es ging weiter zum Sächsischen Landtag und dort überquerten wir die Marienbrücke. Auf der anderen Elbseite liefen wir zu den Elbwiesen runter und dort war dann die Hälfte der Strecke erreicht und ein Getränkepunkt mit Wasser wartete auf uns. Den hatte ich auch schon ungeduldig erwartet, denn mir war total warm. Die Sonne war zwar mittlerweile verschwunden, aber es war total schwül. Eindeutig nicht mein Laufwetter!

Dresden

Bei Kilometer 4 war ein Anstieg hoch zur Carolabrücke zu bewältigen und dann liefen wir zurück auf die andere Elbseite.

Dresden

Dort machte sich dann leider mein Schnürsenkel mit dem Zeitmesschip selbstständig und ich musste zweimal anhalten, um ihn wieder zu befestigen. Das war nervig!

Deutsche Post Ladies Run

Schließlich nur noch ein letzter Anstieg zum Schloßplatz und dann kam das Ziel in Sicht. Ich war so geschafft, dass ich weder Kraft noch Lust auf einen Endspurt hatte. War nur froh, dass Ziel zu erreichen! Habe auch 30:32 min benötigt, doch die Strecke war auch mindestens 5,3 km. Da ich vergessen hatte meine Fitbit zu laden, hatte ich unterwegs auch keine Info zu meiner Zeit und darüber hinaus gab es keine Kilometerschilder.

Mit der für mich eher langsamen Zeit belegte ich aber immerhin Platz 31 von insgesamt 309 Teilnehmerinnen.

Deutsche Post Ladies Run

Im Ziel musste ich erstmal etwas trinken- auf das gratis Glas Proseco hatte ich jedoch keine Lust. Bin nur schnell ins Hotel und statt in Windeseile auszuchecken, hätte ich mich lieber aufs Bett gelegt :-)

Meine Schwester hat ihren ersten Lauf trotz nicht einfacher Bedingungen auch gut geschafft und plant sogar schon den nächsten Lauf!

Per Bus ging es dann zurück nach Berlin. Der Preis (9 Euro) war unschlagbar und außerdem gab es dafür noch gratis Internet und ich konnte mein Handy laden. Ist in der Tat eine überlegenswerte Alternative zur Bahn.

Fazit: Der Deutsche Post Ladies Run in Dresden war eine nette Veranstaltung – wenn man den reine Frauenläufe mag. Allerdings sollte man die Startzeit überdenken und bedenken, dass es keine Strecke für Bestzeiten ist. Kilometerschilder und eine exakt abgemessene Strecke wären auch gut.

Fitbit Surge

Seit einigen Wochen habe ich meine Armbanduhr in den Schrank verbannt. Dabei war sie doch das Geburtstagsgeschenk meines Freundes! Aber ich habe meine Gründe, denn seit kurzem ziert die Fitbit Surge stattdessen mein Handgelenk. Sie ist viel mehr als eine normale Armbanduhr – der Hersteller bezeichnet sie als Fitness-Superwatch. Sie bietet integriertes GPS, eine kontinuierliche Herzfrequenzmessung und Aktivitätstracking. Nummer 1 und 2 kenne ich nutze ich bereits durch meine altbewährte Runner Cardio von TomTom. Gespannt war ich nun jedoch besonders auf das Aktivitätstracking, da ich bisher noch keine Erfahrungen mit der Aufzeichnungen meiner alltäglichen Aktivitäten hatte.

Vorteile:

  • Ich finde die Uhr schick – vor allem da sie schwarz ist und nicht zu groß. Daher trage ich sie nun statt meiner alten Armbanduhr.
  • Auch für schmale Handgelenke ist die Uhr geeignet – man hat die Wahl zwischen zwei Größen und das ist auch gut so. Mit meinen schmalen Handgelenken hatte ich schon öfter bei Uhren Problemen. Da ich mir hier die Größe vorab aussuchen konnte, hat alles gepasst.

Fitbit Surge

  • Die Uhr ist für mich zu einem tollen Motivator geworden. Oft bin ich nur deshalb noch einen Umweg gelaufen oder eher aus der U-Bahn gestiegen, weil ich unbedingt noch mein Tagessoll von 10.000 Schritten erfüllen wollte :-) Denn die Belohnung ist dann eine vibrierende Uhr und Glückwünsche auf dem Display.

Fitbit Surge

  • Neben den gelaufenen Schritten zeichnet die Uhr auch gelaufene Etagen, verbrannte Kalorien und aktive Minuten auf. Im persönlichen Account hochgeladen, erhält man so nützliche Informationen über das eigene Aktivitätsprofil. Und man kann sich witzige Abzeichen, wie das Bergstiefel-Abzeichen, verdienen :-)
  • Möchte man nicht auf das GPS-Signal warten, so hat man die Möglichkeit sofort loszulaufen. Das GPS-Signal wird dann gesucht, während man bereits läuft. Darunter hat auch nicht die Genauigkeit gelitten – die Länge meiner Trainingsrunde bleibt 5 km.

Fitbit Surge

  • Nun weiß ich endlich wie lange ich denn nun genau geschlafen haben, denn selbst das wird von der Uhr aufgezeichnet. Und sogar die unruhigen Phasen sind im Dashboard zu finden.

Nachteile:

  • Man darf nicht vergessen die Uhr rechtzeitig zu laden bzw. bei Reisen das Ladekabel mitzunehmen. An sich ist die Akkulaufzeit aber in Ordnung. Bis zu sieben Tage beträgt diese laut Hersteller im normalen Betrieb.
  • Ich hatte mehrfach bei der Synchronisation Probleme – der USB-Dongle wurde nicht erkannt. Erst ein Neustart der Uhr löste dann das Problem.
  • Für Leistungssportler ist die Uhr nur bedingt geeignet. Für meine Zwecke im Training reicht sie jedoch aus und ich schätze es, dass ich nun mit meiner normalen Armbanduhr auch laufen gehen kann.

Fitbit TomTom

Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass ich nur einen Teil der Funktionen der Fitbit Surge getestet habe. Zum Beispiel kann man sich auf dem Touchscreen auch Anrufe oder SMS anzeigen lassen. Neben Läufen können auch Cardio-Workouts und Crosstraining aufgezeichnet werden. Weitere technische Informationen sind auf der Website zu finden.

Fazit: Die Fitbit Surge bietet eine ideale Kombination von normaler Armbanduhr, Fitnesstracker und ist auch für Freizeitläufer durchaus geeignet. Für ambitionierte Läufer wurde ich dann jedoch eher eine spezielle Laufuhr empfehlen.

Anmerkung: Die Uhr wurde mir kostenfrei für Testzwecke zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst.

“Laufen ist kein Sport. Laufen ist pure Leidenschaft.”

Lauf oder stirb

Ihr seid Läufer und Trailrunning ist kein Fremdwort für Euch? Gut, dann muss ich Euch Kilian Jornet, den Helden der Trailrunningszene, nicht mehr vorstellen. Falls doch: Jornet ist der beste Trailrunner der Welt. Aufgewachsen in den Pyrenäen, bezwang er bereits mit sechs Jahren (!) den ersten Viertausender, das Zermatter Breithorn. Mittlerweile ist der Katalane mehrfacher Weltmeister im Trailrunning und hält unter anderem den Rekord für die schnellste Begehung des Kilimandscharo und Mont Blanc.

Kilian Jornet

In seinem Buch “Lauf oder stirb: Das Leben eines bedingungslosen Läufers” erzählt der Ausnahmeathlet von seinen größten sportlichen Herausforderungen, wie dem Ultra-Trail du Mont-Blanc, bei dem es 160 Kilometer quer über die Alpen geht. Dazu Jornet: “Ultramarathons werden nicht von den stärksten Läufern gewonnen, sondern von denen, die am wenigsten Probleme haben.”

Gleich bei seiner ersten Teilnahme drohte Jornet die Qualifikation. Zunächst erhielt er in Führung liegend eine Zeitstrafe, da er in Begleitung gelaufen sei. Dabei hatte es sich um einen Zuschauer gehandelt! Trotz Zeitstrafe erreicht Jornet als Erster die Ziellinie und erhält doch erst einen Tag später die offizielle Bestätigung, dass er das Rennen gewonnen hat.

Kilian Jornet

Das Buch nimmt uns mit auf die Reise zu vielen spektakulären Abenteuern rund um die Welt – sei es die Überquerung der Pyrenäen zu Fuß, der Aufstieg auf den Kilimandscharo oder der Ultralauf Western States 100.

Wie jemand zu solchen Extremleistungen in der Lage ist? “Der menschliche Körper ist einfach unglaublich: Er ist fähig, Belastungen schmerzfrei durchzustehen, die wenige Jahre zuvor noch wochenlange Regenerationszeiten erfordert hätten.” – das meint Jornet dazu.

Interessant fand ich auch die Tatsache, dass er bei seinen Läufen meist mit iPod unterwegs ist. Da habe ich wenigstens einen Punkt mit Kilian Jornet gemeinsam ;-)

Fazit: “Lauf oder stirb: Das Leben eines bedingungslosen Läufers” hat mich sehr berührt. Der Ausnahmeathlet Kilian Jornet gibt private Einblicke in sein Leben, sein Denken und seine Träume. Unbedingt lesen!

Anmerkung: Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst. Die oben erwähnten Zitate stammen alle aus dem Buch.

“Motivation lässt dich starten, Gewohnheiten bringen dich ans Ziel”

Abenteuer Motivation

Norman Bücher ist einigen von Euch sicherlich als Extremläufer bekannt. In 15 Tagen durch das australische Outback oder ein 265 Kilometer Nonstoplauf durch das Königreich Bhutan – sind nur einige der Herausforderungen, die der in Karlsruhe geborene Extremsportler gemeistert hat.

Deartige Leistungen sind natürlich nur mit entsprechender Motivation möglich und zu diesem Thema hat Norman Bücher ein Buch verfasst. “Abenteuer Motivation: Impulse eines Extremläufers” beschäftigt sich mit Erfolgsgaranten aus dem Extremsport, die auch für den Alltag nützlich sind. Denn wir erfahren – auch im Sport hängt der Erfolg zu 80 Prozent von den mentalen Fähigkeiten ab.

Bücher warnt jedoch gleich zu Beginn: “Dieses Buch wird dich nicht motivieren. Das kannst du nur selbst schaffen. Was ich dir anbieten kann, sind Impulse, Anregungen und Denkanstöße.

In fünf Kapiteln beschäftigt sich Bücher mit den folgenden Themen:

  • Idee & Vision: Das Abenteuer im Kopf
  • Ziel – Rohstoff für das Abenteuer
  • Vorbereitung und Planung – Die Basis für das Abenteuer
  • Durchführung – Das Abenteuer beginnt
  • Danach – Das Abenteuer in der Nachlese

Motivation ist die Basis für erfolgreiche Projekte. Doch wie entsteht sie?

Norman Bücher Träume

Folgende Impulse gibt Norman Bücher im Kapitel “Idee & Vision“:

  • Nimm’ Dir Zeit zum Träumen und beschäftige Dich mit Deinen Träumen.
  • Verwende und trainiere Deine Vorstellungskraft, zum Beispiel mit Bildern.
  • Lege Deine eigene Definition von Erfolg fest.
  • Hinterfrage Deine Glaubenssätze und überwinde Deine Angst.
  • Höre auf Dein Herz und finde etwas, das Dich begeistert.

Im folgenden Kapitel geht es um das Thema Ziele. Gemäß Bücher sind “Ziele das Bindeglied zwischen der Vision und der Umsetzung. Ziele geben uns Orientierung und zeigen einen kleinen Weg voraus.” Wir erfahren auch, dass nur vier Prozent der Menschen in den westlichen Industrienationen ihre Ziele schriftlich festhalten.

Norman Bücher hält besonders folgende Punkte für wichtig:

  • Werde Dir über Deine Ziele klar!
  • Definiere Dein Ziel und mache es konkret und messbar.
  • Halte Deine Ziele schriftlich fest und schaue sie jeden Tag an.
  • Teile Dein großes Ziel eine viele kleine Teilziele auf.

Im nächsten Abschnitt erfahren wir mehr zur Vorbereitung und Planung. Dabei erläutert Norman Bücher das Prinzip der Minimalkonstanz: Führe eine Aktivität jeden Tag durch. Auf lange Sicht gesehen haben derartige Aktivitäten mit minimalem Zeitaufwand, große Auswirkungen. Jeden Tag zehn Minuten Laufen hat vielleicht nach einer Woche kaum Auswirkungen – doch bereits nach vier Monaten sieht das ganz anders aus.

Außerdem sind folgende Punkte bei der Vorbereitung und Planung wichtig:

  • Selbstdisziplin lässt sich trainieren.
  • Belohne Dich für Erreichtes!
  • Lege ein persönliches Erfolgstagebuch an.
  • Reduziere in Deinem Leben, denn weniger ist oft mehr.
  • Veränderungen sind nur durch verändertes Denken möglich.

Nun kann es losgehen – die Durchführung steht an. Dabei ist der erste Schritt meist der schwierigste.

Norman Bücher

Die folgenden Punkte sind nach Bücher bei der Durchführung eines Projektes die wichtigsten:

  • Nutze den Fünf-Minuten-Deal, wenn Du keine Lust auf eine Aufgabe hast.
  • Sehe Probleme als eine Möglichkeit an ihnen zu wachsen.
  • Nicht die Umstände beeinflussen unseren Zustand, sondern wie wir darüber denken.
  • Nutze die Technik “So tun, als ob” – tue so, als wärst Du schon motiviert.
  • Lebe den Moment und sei dankbar dafür!
  • Unterschätze nie die Bedeutung von Kleinigkeiten.
  • Rückschläge sind normal und es kommt darauf an, wie Du mit ihnen umgehst.
  • Sei bereit für die Extrameile.

Das Ziel wurde erreicht und was passiert nun? Folgende Dinge sind dann angeraten:

  • Feiere Deinen Erfolg und freue Dich darüber!
  • Gönne Dir eine Pause!

NormanBücher

Fazit: Norman Bücher schildert in “Abenteuer Motivation: Impulse eines Extremläufers” gut nachvollziehbar, die Voraussetzungen von Motivation. Dabei bedient er sich zahlreicher Beispiele aus seinem Leben als Extremsportler, die auch im normalen Alltag erfolgsversprechend sein können. Auch wenn es sich nicht um ein Laufbuch im herkömmlichen Sinne handelt, so hat mir die Kombination aus Sportlerbiographie und Motivationsbuch doch sehr gefallen!

Anmerkung: Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst. Die oben erwähnten Zitate stammen alle aus dem Buch.

Midzomernachtrun Gent

Neun Länder grenzen an Deutschland und mir fehlte noch eins davon auf meiner Laufliste: Belgien! In den restlichen acht Ländern hatte ich bereits Wettkämpfe bestritten. Letztes Wochenende sollte schließlich hinter Belgien ein Haken gemacht werden.

Brussels Airlines

Freitagabend brachte uns Brussels Airlines von Berlin in die belgische Hauptstadt Brüssel. Doch hier hatten wir noch nicht unser Ziel erreicht. Mit dem Zug ging es weiter in das eine Stunde entfernte Gent .

Belgien

Kurz vor Mitternacht erreichten wir die Hauptstadt der Provinz Ostflanderns und nach einer kurzen Taxifahrt standen wir vor unserem Hotel. Doch die Tür war verschlossen! Auf unser Klingeln öffnete auch niemand. Glücklicherweise war eine Notiz an der Tür, dass man im Pub um die Ecke nachfragen soll. Und somit mussten wir die Nacht dann doch nicht auf der Straße schlafen :-)

Am Samstagvormittag machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Startnummernausgabe. Die war fast drei Kilometer von unserem Hotel entfernt und befand sich in einer Sporthalle etwas außerhalb.

Gent

Beim Midzomernachtrun standen zwei Strecken zur Auswahl: 10 km und 15 km. Wir hatten uns für die kürzere Distanz entschieden und dafür 18 Euro bezahlt. Hierfür gab es ein weißes Funktionsshirt, welches perfekt passte. Bei der Startnummernausgabe ging es auch total fix.

Gent

Den restlichen Tag erkundeten wir Gent. Im Mittelalter gehörte diese Stadt zu den größten Städten Europas und vom einstigen Reichtum ist noch so einiges zu sehen. Wunderschöne alte Gebäude, viele davon denkmalgeschützt, zieren die Kanäle.

Gent

Beeindruckend war auch die mitten im Stadtzentrum befindliche Burg Gravensteen.

Gent

Nachdem wir uns das alles zu Fuß angeschaut hatten, stand am späten Nachmittag noch eine kleine Bootsfahrt an. Auch vom Wasser aus, machte Gent einen tollen Eindruck!

Gent

Schließlich wurde es Zeit für den Midzomernachtrun! Der Startschuss sollte erst 22 Uhr erfolgen, aber wir hatten ja noch fast drei Kilometer bis zum Start. Diese Strecke legten wir bereits laufend zurück.

Leider fing es eine Stunde vor dem Start an zu regnen. Und somit wurden wir schon auf dem Weg zum Start ziemlich nass.

Midzomernachtrun Gent

Glücklicherweise gab es im Startgebiet ein großes Zelt, in welchem wir uns vor dem Regen schützen und aufwärmen konnten. Erst 10 Minuten vor dem Startschuss begaben wir uns dann nach draußen.

Der Start erfolgte für beide Distanzen gemeinsam – über die 10-km-Distanz waren es über 3.300 Teilnehmer. Zum Start gab es Flammen und Feuerwerk – das war ganz cool gemacht!

Midzomernachtrun Gent

Es dauerte nur wenige Sekunden und wir überquerten die Startlinie. Es wurde auf den ersten Metern recht eng und ich musste schauen, wo es Lücken zum Überholen gab.

Den ersten Kilometer liefen wir auf einer großen Straße – doch dann ging es mit dem Kreuz- und Querlaufen los. Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten, Parkwege – alles war auf den nächsten Kilometern dabei. Und mittlerweile hatten sich schon große Pfützen gebildet und meine Füße waren in kurzer Zeit nass.

Midzomernachtrun Gent

Die Hälfte der Strecke hatte ich in 27 Minuten geschafft und mittlerweile waren wir im Stadtzentrum von Gent angekommen. Dieser Streckenabschnitt war besonders schön – weniger schön war das Kopfsteinpflaster.

Den ersten Verpflegungspunkt mit Wasser und Isogetränken hatten wir mittlerweile auch hinter uns gelassen. Trotz Regen war mir inzwischen sehr warm geworden und ich freute mich über die Erfrischung.

Bei Kilometer 6 liefen wir an der Rückseite unseres Hotel entlang und dann liefen wir ziemlich lange an einem Kanal. Mittlerweile war es dunkel geworden und ich musste beim Laufen doch ziemlich aufpassen.

Gent

Ein zweiter Getränkepunkt erwartete uns dann auch noch und schließlich war es nicht mehr weit zum Ziel. Auf der zweiten Streckenhälfte war ich deutlich schneller unterwegs und habe noch viele Läufer eingesammelt.

Schließlich erreichten wir wieder die große Straße, auf der wir gestartet waren, und ich setzte zum Endspurt an. Bei 52:41 min erreichte ich das Ziel und lief damit meine zweitbeste Zeit über die 10 km überhaupt. Leider gab es nur eine Platzierung ingesamt: Platz 822 von 3.343 Läufern – keine separate Wertung für Frauen oder gar Altersklasen. Das wäre noch verbesserungswürdig!

Im Ziel nahmen wir die Medaille in Empfang sowie Wasser und eine Banane. Und dann ging es im Laufschritt die fast drei Kilometer wieder zum Hotel zurück. Dort genoßen wir noch ein Glas Wein im Pub.

Midzomernachtrun Gent

Am Sonntagmorgen wurde ausgeschlafen – bevor es dann per Zug wieder zurück nach Brüssel und von da per Flieger nach Berlin ging.

Alles in allem, war das Wochenende in Belgien toll! Ich hätte mir nur einen regenfreien Lauf in meinem Laufland Nummer 29 gewünscht.

Ausstattung: PureConnect von Brooks, TomTom Runner Cardio, Fitbit Surge

“Wenn man sich betrinkt, fühlt man sich zuerst großartig, aber später furchtbar. Beim Laufen fühlt man sich zuerst furchtbar, aber wenn man erst einmal das Ziel erreicht hat, fühlt man sich super.”

Im Land des Laufens

Laufen ist meine große Leidenschaft! Wenn ich diese Tätigkeit nicht gerade selbst ausführe, so liebe ich es darüber zu lesen. In den letzten Tagen verbrachte ich jede freie Minute mit dem Buch “Im Land des Laufens: Meine Zeit in Kenia“. Dieses Buch wurde vom Briten Adharanand Finn geschrieben. Er zog mit seiner Familie für mehrere Monate nach Iten, um dort das Geheimnis der besten Läufer zu Welt zu lüften. “Iten ist die Fabrik des kenianischen Laufsports.” – wird Finn gleich bei der Ankunft vom Organisator des kenianischen Sport- und Tourismustages bestätigt.

Adharanand Finn ist selbst Läufer und bereitet sich in Iten mit einer Laufgruppe auf den Lewa-Marathon vor. Bei diesem Lauf müssen kurz vor dem Start die Löwen auf der Strecke mit Hubschraubern vertrieben werden!

Wir dürfen Adharanand Finn bei seinen Erlebnissen in der kenianischen Hochburg des Laufens begleiten. Die Kenianer sind die besten Läufer der Welt und eine der am häufigsten ausgeübten Sportarten, nämlich der Langstreckenlauf, wird durch dieses relativ kleine Volk dominiert.

In Iten, einer Stadt mit 4.000 Einwohnern, leben etwa 1.000 Vollzeitläuferinnen und -läufer. Laufen als Hobby – dieses Konzept existiert in Kenia nicht. Laufen ist eine Profession. Finn fasst es folgendermaßen zusammen: “Die Menschen hier laufen, um ihr Leben zu verändern. Um ihre Familien zu ernähren. Um Weltrekorde zu brechen.”

Wie schnell die Kenianer sind, muss er gleich in den ersten Tagen in Iten feststellen. Auf seine Frage, wie langsam denn der langsamste Läufer über die 10 km wäre, wird ihm geantwortet: Etwa 35 Minuten!

Doch was sind nun die Geheimnisse des kenianischen Laufwunders?

Finn identifiziert folgende Punkte:

  • eine harte und bewegungsintensive Kindheit, in der die Kinder den Weg zur Schule zu Fuß zurücklegen
  • häufiges Barfußlaufen
  • die Höhenlage, in der die Kenianer geboren werden und aufwachsen
  • die Ernährung (u.a. die kenianische Maismehlgericht Ugali)
  • die Vorbilder im eigenen Land
  • die schlichte Vorgehensweise beim Training: “Niemand führt ein Trainingstagebuch oder zählt die wöchentlich gelaufenen Kilometer.
  • die Laufcamps mit ausgiebigen Ruhezeiten und Konzentration auf das Laufen ohne jegliche Ablenkung
  • Hingabe und Erfolgshunger
  • der Mangel an Alternativen

Keine Angst, ich habe Euch noch nicht den gesamten Inhalt des Buches verraten! Ihr müsst schon selbst lesen, wie es hinter den Kulissen der kenianischen Talentschmieden aussieht und ob Finn bei seinem ersten Marathon wirklich Löwen trifft. Außerdem findet Ihr im Buch eine Vielzahl von beeindruckenden Fotos aus Kenia.

Adharanand Finn

Fazit: Unbedingt lesen! Nicht ohne Grund wurde “Im Land des Laufens: Meine Zeit in Kenia” als bestes Sportbuch des Jahres ausgezeichnet. Dieses Buch gehört zur Pflichtlektüre eines jeden Läufers!

Anmerkung: Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch meine Meinung nicht beeinflusst. Die oben erwähnten Zitate stammen alle aus dem Buch.

Older Posts »

Kategorien

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 157 Followern an