Semi de Cannes

Die Côte d’Azur hat es mir wirklich angetan, denn am Samstag begab ich mich erneut an Bord von easyJet um an die französische Mittelmeerküste zu fliegen. Dabei war diesmal Svea, die an diesem Wochenende ihren ersten Lauf im Ausland absolvieren sollte.

Leider empfingen uns auf dem Flughafen in Nizza zunächst Regen und dicke, graue Wolken. Mit dem Regenschirm bewaffnet machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof um dort den Zug nach Cannes zu nehmen.

Der Lauf an diesem Wochenende sollte nämlich in der Stadt der Internationalen Filmfestspiele stattfinden. Nach gerade einmal 30 min Fahrt erreichten wir den Badeort Cannes und trafen zufällig im Zug noch Jochen, der auch für den Lauf angereist war.

Wir begaben uns sofort zum Hafen und dort war ein Zelt aufgebaut, in welchem wir bei Vorlage unseres Attestes vom Arzt die Startnummer für den Semi de Cannes erhielten. Bei Läufen in Frankreich ist ein derartiges Attest vorgeschrieben.

Neben der Startnummer gab es für jeden Teilnehmer noch ein grünes Funktionsshirt und im Umschlag fanden sich noch zwei Kosmetikproben und diverse Laufflyer.

Beim Semi de Cannes standen der Halbmarathon und 10 km zur Auswahl – wir hatten uns für die kürzere Distanz entschieden. Die Startgebühr betrug 14,50 Euro.

Erst im Hotel stellten wir fest, dass im Umschlag keine Sicherheitsnadeln waren. Dies war mir schon beim letzten Lauf in Frankreich passiert und ich hatte seitdem immer ein Set Sicherheitsnadeln in der Handtasche. Svea aber leider nicht – doch wir wollten uns dem Problem erst am nächsten Morgen widmen :-)

Am Abend kehrten wir noch in einem italienischen Restaurant ein, um uns mit Pizza und Pasta für den Lauf am nächsten Morgen zu stärken.

Der Blick aus dem Fenster am Sonntagmorgen zeigte erst einmal, dass der Regen aufgehört hatte. Nach einem kurzen Frühstück im Hotelzimmer liefen wir die wenigen Meter zum Start am Hafen. Dort war schon viel los und die Temperaturen waren angenehm – nicht zu warm und nicht zu kalt.

Semi de Cannes

Svea hatte mittlerweile übrigens auch Sicherheitsnadeln für ihre Startnummer. An der Hotelrezeption hatte sie auf Französisch (épingle de sûreté) danach gefragt und die Hausdame brachte kurze Zeit später eine Handvoll davon. Glück gehabt :-)

Um 9 Uhr ging es für alle 10-km-Läufer auf die Strecke. Knapp über 2.000 Teilnehmer waren es und der Großteil davon wohl aus Frankreich.

Semi de Cannes

Die Strecke lässt sich recht einfach beschreiben – zunächst liefen wir in westlicher Richtung am Mittelmeer entlang, dort drehten wir um und kamen erneut am Start- und Zielbereich vorbei. Schließlich ging es in südlicher Richtung am Mittelmeer entlang, wo wir auch wieder umdrehten und Richtung Ziel zurückliefen.

Semi de Cannes

Bereits nach dem ersten Kilometer ließ sich dann sogar die Sonne blicken und ich bereute schon meine Sonnenbrille im Hotel gelassen zu haben. Aber so schlimm war es auch nicht und ich wollte und konnte an dem Tag sowieso keine Bestzeiten laufen.

Einerseits wußte ich nicht, ob mir mein Knie noch Probleme machen würde und andererseits war ich ziemlich verschnupft. Daher wollte ich den Lauf einfach nur finishen. Schließlich sollte es mein Lauf Nummer 160 werden!

Es war schön am Meer entlang zu laufen und ohne Zeitdruck blieb ich immer einmal wieder für ein Foto stehen.

Semi de Cannes

Noch bevor die Hälfte der Strecke geschafft war, liefen wir am Ziel vorbei und dort kamen doch tatsächlich schon die ersten Läufer an.

Weiter ging es auf der Flaniermeile Boulevard de la Croisette, vorbei am Palais des Festivals et des Congrès, in dem die Filmfestspiele stattfinden.

Semi de Cannes

Weder Schnupfen noch das Knie machten mir Probleme, so dass ich die letzten Kilometer genießen konnte. Zwei Kilometer vor dem Ziel hatte ich dann auch Svea im Getümmel wiedergefunden und gemeinsam liefen wir ins Ziel ein. Bei 1:04 h erreichten wir dieses bei schönstem Sonnenschein.

Semi de Cannes

Im Zielbereich erfrischten wir uns mit Cola und Obst.

Nachdem wir im Hotel geduscht hatten, trafen wir uns mit Jochen wieder und erklommen den Hügel mit den Resten einer alten Burg. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick über Cannes.

Cannes

Danach spazierten wir noch am Hafen und der Croisette entlang und genoßen den Sonnenschein. Schließlich hieß es leider Abschiednehmen – der Flieger zurück nach Berlin wartete!

Auch wenn wir noch nicht einmal 24 Stunden in Cannes hatten, so war die Zeit doch perfekt um einen Lauf zu absolvieren und einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten.

À bientôt, Côte d’Azur!

Frankreich

 

Mitja Marato de Barcelona

So einfach war die Entscheidung nicht – wo sollte ich am Valentinswochenende laufen? Zur Auswahl standen Nizza, Verona und Barcelona. Ausschlaggebend waren im Endeffekt die Flugzeiten und somit machte ich mich am Freitagnachmittag mit easyJet auf den Weg nach Barcelona.

Mein Ziel war der Mitja Marató - also der Halbmarathon – an dem ich bereits zweimal teilgenommen hatte. 2013 und 2012 lief ich schon in Barcelona.

Barcelona

Im Flieger sprach mich mein Sitznachbar mit “¿Eres alemana?” an und so konnte ich bereits auf dem Hinflug an meinem Spanisch arbeiten :-)

Halb 8 landeten wir in Barcelona und mit dem Flughafenbus ging es zur Plaça Catalunya. Eine Stunde später traf ich im Hotel NH Podium ein, welches sich nicht weit vom Start- und Zielbereich des Mitja Marató befindet.

Mitja Marato de Barcelona

Am Samstagvormittag holte ich mir die Startunterlagen in der nahe gelegenen Estacio del Nord ab. Für 24,50 Euro gab es neben einer Startertüte (ohne Inhalt) noch ein blaues Funktionsshirt für die Damen, welches auch perfekt passte. Obwohl über 12.000 Läufer gemeldet waren, ging auf der Laufmesse alles sehr fix.

Barcelona

Den restlichen Tag nutzte ich noch zum Shoppen und Schlendern durch die Stadt. Am Nachmittag genoß ich schließlich noch den wunderschönen Sonnenuntergang am Strand der Barceloneta.

Barcelona

Sonntagmorgen war ich bereits halb 8 wach und nach einem kleinen Frühstück begab ich mich zum Start am Parc de la Ciutadella. Das war nur ein kurzer Fußweg von weniger als 10 min. Das Thermometer zeigte um die 10° C und es war leicht bewölkt. Also ideale Temperaturen für einen Halbmarathon!

Mitja Marato de Barcelona

In meinem Startblock, der der letzte war, war ich schnell drin und die Minuten bis zum Start vergingen auch fix. 8:45 Uhr ertönte der Startschuss und bei Konfettiregen durften die ersten Läufer auf die Strecke. Da in Blöcken gestartet wurde, musste ich noch etwa 15 min warten bis ich loslaufen durfte.

Die Strecke kannte ich ja bereits aus den Vorjahren und daher hatte ich mir dieses Mal auch meinen iPod für die musikalische Unterhaltung unterwegs mitgenommen ;-) Doch auch ohne iPod sollten die Läufer unterwegs viel Musik zu hören bekommen. Wenn ich mich recht erinnere, dann waren es sicherlich mindestens zehn Bands bzw. Trommlergruppen am Straßenrand während des Halbmarathons.

Auch wenn es auf den ersten Metern noch recht eng zuging, so hatten wir doch bald genügend Platz auf den breiten Straßen von Barcelona. Wir liefen Richtung Hafen und vorbei an der Estatu de Colom. Dort bogen wir dann nach rechts in die breite Straße namens Parallel ab und es ging ein wenig bergauf.

Mitja Marato de Barcelona

Schließlich liefen wir nach rechts in die Gran Via les Corts Catalanes und dort waren dann auch die ersten fünf Kilometer geschafft. Dafür hatte ich etwas über 30 min benötigt und lag somit gut in der Zeit. Ich schnappte mir eine Flasche Wasser und trank einen Becher Gatorade.

Kurz nach Kilometer 7 sah ich mein Hotel wieder und ein wenig später waren wir auch in der Nähe vom Startbereich. Dort wurde sicherlich schon der Sieger erwartet. Und wie ich später erfuhr, gab es sogar einen neuen Weltrekord bei den Damen. Die Kenianerin Florence Kiplagat lief mit 1:05:07 h erneut Weltrekord und hat dabei ihre eigene Zeit aus dem Vorjahr noch einmal verbessert. Wahnsinn!

Mitja Marato de Barcelona

Als sie im Ziel war, muss ich gerade kurz vor Kilometer 11 gewesen sein. Kilometer 10 hatte ich in 1:01 h geschafft und mich erneut mit Wasser und Gaterode erfrischt.

Ich fühlte mich gut und meine Zeiten deuteten auch darauf hin.

Erneut liefen wir auf der breiten Gran Via bis wir nach rechts Richtung Mittelmeer abbogen. Vom Strand bekamen wir jedoch erst einmal nichts zu sehen, denn auf der Avenida Diagonal liefen wir zunächst in die eine Richtung und dann wieder zurück. Das war auch die einzige Gelegenheit Läufer, die vor und hinter einem liefen zu sehen.

Mitja Marató de Barcelona

Kilometer 15 war dann erreicht und meine Zeit von 1:31 h war immer noch perfekt. Leider machte sich dann mein rechtes Knie bzw. die Außenseite bemerkbar und ich musste etwas Tempo herausnehmen. Das war ärgerlich, da ich so gut in der Zeit lag. Ansonsten hätte ich versucht meine alte Bestzeit von 2:07 h anzugreifen, die schon fast acht Jahre alt ist!

Mitja Marato de Barcelona

Leider wurden die Beschwerden nicht besser und ich legte immer mal wieder eine kurze Gehpause sein. Aber so nutzte ich die Gelegenheit um noch ein paar Fotos zu schießen und ab und ein einen Blick aufs Mittelmeer zu erhaschen, an welchem wir auf dem letzten Streckenabschnitt entlang liefen.

Was mich noch antrieb, war die Tatsache, dass immer noch meine zweitbeste Zeit bei einem Halbmarathon drin sein sollte. Dafür musste ich nur schneller als 2:13:42 h laufen.

Mitja Marato de Barcelona

Also biss ich die Zähne zusammen und lief weiter. Kilometer 20 passierte ich in knapp unter 2:04 h und somit war es eigentlich klar – ich würde meine zweitbeste Zeit laufen.

Da ich noch Hoffnung hatte in einer Zeit von unter 2:10 h zu finishen, gab ich noch einmal alles, aber trotz Endspurt kam ich “nur” bei 2:10:07 h ins Ziel. Ich war aber trotzdem total happy, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt noch solche Zeiten laufen kann. Zumal ich gar nicht so einen schnellen Lauf geplant hatte :-) Aber die Strecke in Barcelona ist nun einmal schnell – was ja auch der neue Weltrekord gezeigt hat.

Mitja Marato de Barcelona

Im Ziel holte ich mir meine mittlerweile dritte Medaille für den Mitja Marató de Barcelona ab. Außerdem gab es noch einmal Wasser und Gaterode sowie Bananen und Mandarinen. Und gegen die Kälte (mir war aber eigentlich sehr warm) gab es gelbe oder blaue Regenjacken ;-)

Mein 23. Halbmarathon insgesamt wurde also ganz unerwartet zu meinem zweitschnellsten überhaupt. Darüber war ich sehr glücklich!

Mitja Marato de Barcelona

Weniger glücklich war ich jedoch über die Tatsache, dass ich ziemliche Probleme beim Laufen hatte, als ich am Nachmittag zum Flughafenbus lief :-(

Ich hoffe wirklich, dass die Beschwerden bald vergehen!

Empfehlenswert ist der Mitja Marató in Barcelona auf jeden Fall! Denn fast 180 Deutsche, die dort am Start waren, können nicht irren :-)

 

course du soleil

Ich liebe Spanien über alles und Frankreich habe ich bisher eher links liegen lassen. Doch seit zwei schönen Läufen im letzten Jahr an der französischen Mittelmeerküste (Nizza, Monaco) habe ich mich immer mehr in diese Gegend verliebt.

Und obwohl ich erst Mitte Dezember dort gewesen bin, so flog ich am letzten Freitag doch schon wieder Richtung Côte d’Azur. Per easyJet ging es erneut  nach Nizza. Weniger als zwei Stunden dauert der Flug, der diesmal leider etwas turbulent war. Im Landeanflug wurden wir ziemlich durchgeschüttelt und meine panische Sitznachbarin trug auch nicht unbedingt zur Beruhigung bei.

Ich war also froh als ich endlich wieder festen Boden unter den Füße hatte und mich auf sonnige Tage am Mittelmeer freuen konnte.

Nizza

Am Abend traf ich Jochen, der ein noch größerer Nizza-Liebhaber ist als ich, und wir machten uns auf den Weg zu einem Restaurant namens “Chez Pipo”. Dieses hatte mir noch auf dem Flughafen in Berlin ein Franzose empfohlen und sogar genau aufgeschrieben, was wir bestellen sollten. Also gab es Socca, Pissaladiere und als Nachtisch Tourte de Blettes. Alles sehr lecker und darüber hinaus noch preiswert!

Nizza

Am Samstag stand ein kurzes Läufchen mit diversen Fotopausen am Strand an und im Anschluss holten wir die Startunterlagen für den Course du Soleil in einem Laufladen im Zentrum ab. Zunächst suchte man sich in einer Liste am Schaufenster seine Startnummer heraus, um sie dann am Tisch zu sagen. Es gab nur ein kleines Problem: Meine Französischkenntnisse sind nur sehr rudimentär. Umso glücklicher war ich, dass ich verstanden wurde und die richtige Nummer (die übrigens dreistellig war) erhielt :-) Ein bisschen beunruhigte mich bei der Startnummernausgabe ja, dass ich nur Männer sah. Würde ich am Sonntag als einzige Frau ganz allein am Ende des Feldes laufen?

Nizza

Der Course du Soleil wurde bereits zum 18. Mal angeboten und ist ein Halbmarathon mit Start in Nizza und Ziel in Monaco. So war es jedenfalls geplant. Aufgrund eines Fußballspiels in Monaco wurde jedoch der Zieleinlauf verlegt und wir sollten aus Monaco wieder herauslaufen und am Strand in Fontvielle (also wieder auf französischen Boden) finishen. Damit verlängerte sich die Strecke auch auf 21,4 km.

Die Startgebühr war mit 20 Euro sehr günstig und darin enthalten war sogar ein Funktionsshirt, welches aber erst im Ziel ausgehändigt wurde. Der Lauf war übrigens mit knapp unter 1.400 Teilnehmern ausverkauft.

Bei der Startnummerausgabe musste ich, wie in Frankreich üblich, auch wieder ein medizinisches Attest abgeben. Leider gab es noch nicht einmal Sicherheitsnadeln, aber dieses Problem konnte auch noch gelöst werden.

Course du Soleil

Am Sonntagmorgen schien wie auch bereits die letzten Tage die Sonne. Doch mit 6° C war es sehr frisch. Wir liefen zu Fuß zum Start im Hafen von Nizza. Zum Glück konnte man sich dort im Terminal aufwärmen und es gab sogar heißen Tee.

Um 9 Uhr war Start und die Sonne begann schon die große Läuferschar zu wärmen.

Ich hatte ja ein wenig Bedenken, wie ich die über 21 km überstehen würde. Bisher war ich nie an zwei Wochenenden hintereinander einen Halbmarathon gelaufen. Vor einigen Jahren hatte ich es nur innerhalb von zwei Wochen versucht, aber das klappte damals nicht so optimal.

Es wäre auch schwierig geworden mitten im Lauf auszusteigen, da wir ja von Nizza nach Monaco laufen würden.

Der erste Kilometer war dann schon einmal den Hammer. Es ging gleich ziemlich steil nach oben und nach jeder Kurve tat sich ein neuer Hügel auf. Doch irgendwann schienen wir oben angekommen zu sein und ich konnte einen ersten Blick auf Villefranche-sur-Mer erhaschen. Wir liefen wieder bergab und erreichten den wunderhübschen Hafen der Stadt mit 5.000 Einwohnern. Dort wartete auch der erste Getränkepunkt auf uns, an dem Wasser und Orangen gereicht wurden.

Course du Soleil

Dann tat sich ein Stau vor mir auf und zwar an einer Treppe. Aber ich sah diesen Stau als willkommene Pause und auch die anderen Läufer nahmen dieses Hindernis locker.

Und weiter ging es am Meer entlang. Wunderbare Ausblicke auf das Meer und die Berge boten sich uns und somit soviele tolle Gelegenheiten für Fotos! Ich glaube ich habe noch nie soviele Fotopausen eingelegt wie bei diesem Lauf :-)

Course du Soleil

Durch die Ablenkung mit wunderbaren Landschaften verflogen die Kilometer nur so. Mittlerweile war es recht warm geworden – aber nicht unangenehm. Auch sonst fühlte ich mich noch gut. Ich versuchte nur nicht zu langsam zu werden, da in der Ausschreibung etwas von einer Cut-off-Time von 1:15 h beim Casino in Beaulieu-sur-Mer stand. Und solange ich dieses Gebäude nicht erreicht hatte, wollte ich nichts riskieren. Aber ich wußte auch, dass noch so einige Läufer hinter mir waren, so dass ich mir eigentlich keine Sorgen machen musste. Endlich kam das Casino in Sicht und in der Tat zeigte die Uhr schon 1:08 h. Aber ich sah weit und breit nichts was daraufhin deutete, dass die Läufer nach mir aus dem Rennen genommen werden würden. Zumal wir mittlerweile auch nicht mehr auf einer abgesperrten Straße liefen, sondern auf dem Fußweg oder schmalen Wegen.

Course du Soleil

Und immer wieder mussten neue Anstiege bewältigt werden – auch der Getränkepunkt bei Kilometer 12 war auf einem Berg. Aber irgendwie war ich wirklich durch die tollen Ausblicke abgelenkt und hin und weg von jedem Anblick, der sich mir bei der nächsten Weggabelung bot. Der Course du Soleil ist wirklich einer der schönsten Läufe, an dem ich bisher teilgenommen habe. Und der Lauf machte seinem Namen alle Ehre – denn Soleil heißt Sonne.

Wir liefen durch Eze und Cap-d’Ail und ich erfrischte mich am dritten und damit letzten Getränkepunkt des Laufes. Wie lecker waren die Orangen!

Course du Soleil

Schließlich deuteten die Schilder darauf hin, dass wir das Fürstentum Monaco bald erreichen würden. Meine TomTom zeigte mir, dass ich eigentlich gut in der Zeit lag und nahm noch einmal Tempo auf. Auf den letzten Kilometern habe ich nur überholt.

Wir liefen also eine kleine Runde durch Monaco am Stadion entlang und dann wieder auf das französische Gebiet, wo wir am Strand von Fontvielle das Ziel erreichten. Unterwegs hatte es ja nur sehr wenige Zuschauer gegeben, aber auf den letzten Metern feuerten die Läufer, die bereits da waren, noch einmal richtig an. Das war toll und hatte ich in der Form auch noch nicht erlebt.

Course du Soleil

Da die Zeit bei diesem Lauf nur brutto gemessen wurde, hatte ich eine glatte 2:23:00 auf der Uhr stehen. Eigentlich waren es noch ein paar Sekunden weniger gewesen, aber das war nicht so schlimm. Ich war ohne Probleme über die Distanz gekommen und hatte meine Zeit im Gegensatz zu Marrakesch vor einer Woche noch einmal um 5,5  min verbessert.

Course du Soleil

Im Ziel gab es dann auch das Finisher-Shirt und natürlich gab es die nur noch in Größe L aufwärts :-(

Ich war total hungrig und stärkte mich erst einmal bei Cola und Kuchen.

Nach Nizza ging es dann mit dem Zug zurück, wobei auch eine kostenfreie Busfahrt in der Startgebühr enthalten war. Aber diese hätte zu lange gedauert.

Nizza

Den Nachmittag verbrachte ich noch entspannt in der Sonne am Strand und am Montag hieß es dann leider schon wieder Abschiednehmen. Aber ich komme wieder: In drei Wochen werde ich in Cannes an einem 10-km-Lauf teilnehmen.

Course du Soleil

Der Rückflug verlief glücklicherweise sehr ruhig und ich hatte das Glück noch einmal die gesamte Strecke von oben zu sehen. Von fast ganz links bis nach rechts und weiter bin ich beim Course du Soleil  gelaufen. Den Lauf empfehle ich uneingeschränkt – einer der schönsten Läufe in meinem Läuferleben. Und das für gerade einmal 20 Euro! Je reviendrai bientôt (Ich komme bald wieder)!

Marrakesch

Eselskarren, Palmen und verschleierte Frauen – das und noch viel mehr sah ich beim meinem ersten Lauf in Afrika. Der Halbmarathon in Marrakesch sollte nicht nur ein Lauf auf einem für mich bis dato unbekannten Kontinent, sondern auch der Lauf in Land Nummer 23 werden. Und um noch eine Zahl zu nennen – es sollte mein 21. Halbmarathon insgesamt werden.

Die Vorbereitung war zwar fast nicht existent, denn ich bin nur einmal etwas über neun Kilometer gelaufen, aber das musste reichen. Und wie eigentlich immer bei meinen Halbmarathons wollte ich den Lauf genießen und unterwegs Fotos machen. Die Zeit war wirklich Nebensache.

Marrakesch

Mit Air Berlin flogen wir am Freitagmorgen über Düsseldorf in die Hauptstadt von Marokko. In weniger als vier Stunden hatten wir die Stadt am Fuße des Atlasgebirges erreicht. Wunderschön war der Blick auf die bis zu 4.000 Meter hohen schneebedeckten Gipfel beim Landeanflug.

Marrakesch

Uns empfingen Sonnenschein, blauer Himmel und Temperaturen von fast 20° C. Unser Fahrer brachte uns zum Riad D’ari in der Altstadt von Marrakesch, der Medina. Unsere Unterkunft befand sich in einem typischen Stadtpalast und beherbergte gerade einmal vier Zimmer, die um einen großen Innenhof gruppiert waren. Ich war begeistert!

Riad Dari

Der Marathon in Marrakesch fand übrigens bereits zum 26. Mal statt und zwei Distanzen werden angeboten. Wir hatten uns wie erwähnt für den Halbmarathon entschieden und dafür waren stolze 53 Euro zu zahlen. Da soll sich noch einmal jemand über hohe Startgebühren in Berlin beschweren, denn dort hatte ich 30 Euro gezahlt! In der Startgebühr inklusive war übrigens ein Funktionsshirt und eine Medaille. Eine Kleiderabgabe durfte man aber nicht erwarten. Und auch die Infos auf der Website waren eher spärlich.

Marrakesch Halbmarathon

Daher war ich froh, dass wir am Freitagnachmittag auch den Weg zur Startnummernausgabe fanden. Nach etwa 15 min Fußweg von der Altstadt aus hatten wir die weißen Zelte erreicht, in denen wir unsere Startunterlagen erhielten. Diese bestanden aus der Startnummer inklusive Zeitmesschip und dem Funktionsshirt. Wir stellten auch fest, dass Einheimische für den Marathon nur etwa 10 Euro zahlten.

Am Samstag fand übrigens noch ein Welcome Race und ein Kinderlauf statt. Dort war die Teilnahme kostenlos.

Marrakesch Marathon

Am Sonntag wurden dann die Marathonis um 8 Uhr auf die Strecke geschickt. Mit etwa 6° C war es zwar sehr kühl, aber in der Sonne wurde es sehr schnell warm und später zeigte das Thermometer sicherlich um die 20° C. Unser Start war für 9:15 Uhr geplant und wir hatten nur einen kurzen Fußweg von ca. 15 min von unserem Riad.

Als wir vor Ort eintrafen, waren wir doch über die große Anzahl von Läufern erstaunt. Sehr viele internationale Teilnehmer waren auszumachen, aber auch viele Teilnehmer aus Marokko. Und sogar marokkanische Frauen waren am Start – viele von ihnen mit Kopfbedeckung (Kopftuch und meist zusätzlich noch ein Basecap).

Marrakesch Marathon

Der Zugang zum Startbereich wurde nicht kontrolliert und es gab auch keine Einteilung nach Zeiten.

Der Startschuss erfolgte pünklich um 9:15 Uhr auf einer großen Straße in der Nähe der Menara-Gärten. Den Kurs kann man am besten als eine große Runde um die Altstadt von Marrakesch beschreiben. Wir waren zu einem Großteil auf breiten Straßen unterwegs und kamen zu Beginn am Bahnhof entlang. Kurze Zeit später passierten wir ein Stadion. Bis Kilometer 5 war jeder einzelne Kilometer ausgezeichnet, wenn ich das richtig gesehen habe. Danach gab es nur noch aller fünf Kilometer ein Schild.

Marrakesch Marathon

Erstaunt war ich, dass wir sogar Zuschauer hatten. Einerseits waren das die Begleiter der internationalen Teilnehmer, aber andererseits auch Einheimische. Besonders viele Gruppen von Kindern standen am Rand und jubelten wie verrückt. Ihr Ziel war es soviele Läufer wie möglich abzuklatschen. Das habe ich noch nie irgendwo in diesem Ausmaß erlebt.

Marrakesch Halbmarathon

Aller fünf Kilometer konnten wir uns an einer Verpflegungsstation mit Wasser, welches in Flaschen gereicht wurde, und Mandarinen erfrischen. Aber die letzte Station hatten wir bereits bei Kilometer 15 erreicht – danach gab es erst im Ziel wieder etwas.

Marrakesch Halbmarathon

Aufgrund meines geringen Trainings vorab war mein Ziel an dem Tag einfach nur das Ankommen. Bis Kilometer 10 konnte ich auch gut durchlaufen. Doch dann machte sich leider mein linkes Bein etwas bemerkbar und ich begann ab da zwischen Gehen und Laufen abzuwechseln. So konnte ich auch fotografieren und die Eindrücke an der Strecke besser erfassen :-)

Marrakesch Marathon

Ich hatte den Eindruck, dass der Lauf ein wenig zu einem Verkehrschaos beitrug, denn an den Kreuzungen standen immer Hunderte von Moped- und Mofafahrern und warten darauf, dass die Straße wieder freigegeben wurde. Der Verkehr ist in Marrakesch auch ohne Lauf sehr chaotisch und Verkehrsregeln gibt es nur auf dem Papier. Aber auch Eselskarren standen am Straßenrand, die vor allem in der Altstadt ein beliebtes Transportmittel darstellen. Sehr interessant war auch, dass viele Marokkaner mit ihrem Handy die Läufer fotografierten und filmten. Gar zu gern hätte ich auch gewußt, was sich die Einheimischen bei unserem Anblick so dachten … Mich sprach dann auch ein Marokkaner, der auf dem Rad nebenher fuhr, an. Aber leider (oder vielleicht auch ganz gut so) verstand ich nicht, was er wollte.

Marrakesch

Wir liefen gegen Ende auch ein Stück an der Stadtmauer entlang und konnten einen Blick in die Souks – das sind Märkte, auf denen alles Mögliche gehandelt wird – erhaschen. Am Vortag hatten wir uns noch in den engen und verwinkelten Gassen der Souks verlaufen.

Gegen Ende hatte ich dann doch ein wenig Angst, dass ich beim Lauf angefahren werde und ich passte genau auf. Teilweise wurden nämlich Straßenabschnitte und Kreuzungen wieder für den Verkehr freigegeben.

Marrakesch Marathon

Aber das Ziel war dann bald erreicht und es befand sich genau dort, wo wir auch gestartet waren. Für mich war der Halbmarathon nach 2:28:27 h beendet und mit dieser Zeit war ich zufrieden. Bei den Damen erreichte ich mit dieser Zeit Platz 548 von 758. Insgesamt gab es übrigens fast 4.500 Teilnehmer beim Halbmarathon.

Marrakesch Halbmarathon

Im Ziel gab es erneut Wasserflaschen, Mandarinen und eine winzige Tüte mit Rosinen und Datteln.

Halbmarathon Marrakesch

Wir entspannten uns am Nachmittag bei einer Tasse Minztee und marokkanischem Gebäck auf dem Platz der Gehenkten. Keine Angst – heute wird dort niemand mehr gehenkt!

Marrakesch Halbmarathon

Marrakesch ist schon eine sehr interessante Stadt – ein Ort voller Gegensätze!

Ich bin froh, dass ich dort gewesen bin und nun auch endlich einmal auf afrikanischem Boden gelaufen bin! Und ich bin mir sicher, dass ich nicht das letzte Mal in Afrika gelaufen bin.

Verfasst von: Manu | Januar 7, 2015

Läufe, die ich 2015 nicht verpassen werde …

laufplanung

Auch 2015 soll wieder ein erlebnisreiches Laufjahr werden. Und aus diesem Grund sind natürlich auch schon einige Läufe fest geplant:

Ich bin mir sicher, dass die Liste noch nicht vollständig ist und noch einige Läufe hinzukommen. Wie sehen Eure Laufpläne aus? Sieht man sich bei einem der Läufe?

Verfasst von: Manu | Januar 3, 2015

Das Laufjahr 2014 – ein Rückblick …

2014

Ja, ich weiß – mittlerweile haben wir schon 2015 :-) Nichtsdestotrotz soll noch eine kurze Zusammenfassung des Jahres 2014 aus sportlicher Sicht folgen.

  • Jahreskilometer Laufen: 743 km (fast 200 km mehr als im Vorjahr und soviel wie noch nie zuvor)
  • Jahreskilometer Rad (In- & Outdoor): 321 km (fast nur die Hälfte vom Vorjahr)

Tierparklauf

Tallinn Marathon

Running Miami Beach

PureGrit

  • Lieblingsgadget: Runner Cardio von TomTom
  • Lieblingszubehör: Blackroll
  • Lieblingskleidungsstück: Brooks Running Jacket Shelter Technology, Run-Happy-Shirt von Brooks
  • Bestes Laufbuch: “Ultramarathon Man: Confessions of an all-night runner” von Dean Karnazes, “Eat & Run” von Scott Jurek
  • Bester Lauffilm: “Wechselzeiten” (ist eigentlich mehr ein Triathlonfilm)

Sachsenhausen-Gedenklauf

  • Schönstes Erlebnis: das gemeinsame Training mit Viktor Röthlin und das erste Mal auf dem Siegerpodest
  • Überraschendstes Erlebnis: wieder auf dem Flyer vom Hallenmarathon (zum dritten Mal!) gelandet zu sein
  • Beste Entscheidung: soviel gereist zu sein und endlich einen Instagram-Account zu haben
  • Erkenntnis des Jahres: mein Körper verkraftet auch durchaus sieben Halbmarathons in einem Jahr

Und wie war 2014 so bei Euch? Ich bin auf Eure Antworten gespannt! Und ich wünsche Euch alles Gute für 2015!

never stop running

silvesterlauf

Als Läufer hat man keine andere Alternative – am letzten Tag des alten Jahres und am ersten Tag des neuen Jahr werden die Laufschuhe angezogen! Wie passend, dass man dies nicht alleine tun muss sondern in Gesellschaft von vielen weiteren Laufverrückten.

Der Kalender für den letzten Tag in 2014 hatte schon seit langem den Eintrag Silvesterlauf aufzuweisen. Wie die vier Jahre zuvor, so wollte ich auch diesmal wieder am 31. Dezember am Berliner Pfannkuchenlauf im Berliner Grunewald teilnehmen.

Leider war das Wetter mit Nieselregen und Schneematsch alles andere als optimal, aber das macht einem echten Läufer doch nix aus :-)

Berliner Silvesterlauf

Halb 1 startete ich also mit Svea und André vor dem Mommsenstation – der letzte Lauf in 2014! Prämiert werden sollte übrigens nicht nur der schnellste Läufer, sondern auch derjenige, mit dem tollsten Kostüm. Mein Kostüm bestand nur aus einer Weihnachtsmannmütze, aber besser als nichts!

6,3 km hatten wir mit etwa 350 Läuferinnen und Läufern vor uns. Nach dem Start liefen wir nach nur wenigen Metern bereits im Wald, in dem dann doch noch Schnee zu finden war. Teilweise war es jedoch schon sehr matschig und nass. Nur gut, dass ich ältere Schuhe angezogen hatte :-)

So durch den winterlichen Grunewald zu laufen war schon wunderschön! Ich wäre ja am liebsten gleich wieder für ein Foto stehen geblieben …

Nach etwa der Hälfte der Strecke wartete dann der gefürchtete Hügel auf uns. Ich nutzte diese Gelegenheit für eine kurze Fotopause und dann konnte es munter weitergehen mit dem Erklimmen des Gipfels. Man vergisst wirklich immer wie anstrengend soetwas sein kann. Doch erneut hat mich getröstet, dass ich im Oktober im Salzburg noch viel mehr Höhenmeter bewältigt hatte. Und außerdem hatte ich mich ja freiwillig für diese Qual entschieden!

Silvesterlauf

Wo es bergan geht, da geht es irgendwann auch wieder bergab und somit war die zweite Hälfte der Strecke viel einfacher zu laufen. Auch für einen Zielspurt war noch genügend Energie vorhanden und somit traf ich bei 37:30 min (brutto) im Ziel ein. Das bedeutete in meiner Altersklasse Platz 5 von 27 und bei den Damen Platz 33 von 203. Das war ein perfekter Jahresabschluss!

Silvesterlauf Berlin

Mit Genuss verspeiste ich den Pfannkuchen im Ziel und die Reste davon konnte man sich mit einem heißen Tee hinunterspülen.

Die Startgebühr betrug übrigens 10 Euro und enthalten war auch eine Urkunde. Wem die 6,3 km noch nicht reichten, der konnte auch 9,9 km laufen. Dort waren dann noch ein paar Höhenmeter mehr zu bewältigen.

Der Silvesterlauf war dann also der letzte Lauf im alten Jahr und der erste Lauf im neuen Jahr folgte knapp 24 Stunden später.

Neujahrslauf Berlin

Bei schönstem Sonnenschein versammelten sich über 4.000 Laufbegeisterte gegen Mittag vor dem Brandenburger Tor. Die Teilnahme am Neujahrslauf war kostenlos und dennoch erhielt jeder Teilnehmer eine Startnummer. Und diese trug die Zahl 2015 :-)

Um 12 Uhr war es soweit – die Laufverrückten wurden losgelassen und eroberten den Berliner Prachtboulevard Unter den Linden. Einige, so wie ich, waren sogar im Kostüm erschienen um das neue Jahr zu begrüßen.

Neujahrslauf Berlin

Das Tempo war sehr langsam, aber es ging ja nicht um neue Bestzeiten oder Sieger, sondern einfach nur darum im Kreis der großen Lauffamilie das neue Jahr zu begrüßen.

Neujahrslauf Berlin

Als wir fast den Fernsehturm erreicht hatten, bogen wir nach links ab und von da aus ging es zurück zum Brandenburger Tor. Dort angekommen zeigte meine Laufuhr knapp vier Kilometer an. Und dafür erhielten wir sogar alle eine Urkunde! Und selbst warmer Tee wurde ausgeschenkt.

Alles in allem, war sowohl der Jahresabschluss als auch der –beginn aus läuferischer Sicht ein großer Erfolg! Möge 2015 in diesem Sinne ein erfolgreiches Laufjahr werden!

mallorca

So wie jedes Jahr verbrachten wir die Weihnachtsfeiertage wieder auf der Lieblingsinsel der Deutschen an der Playa de Palma. Erneut war unsere Unterkunft das Hotel Playa de Palma Suites & Spa, welches uns jedes Jahr ein perfektes Zuhause für die Feiertage bietet. Selbst wenn einmal nicht die Sonne scheint, so kann man sich im Innenpool, den Whirlpools, den Saunen oder dem Fitneßstudio gut die Zeit vertreiben.

Playa de Palma

Vor allem aber wollten wir wieder viele Läufe im Sonnenschein erleben und der Wettergott war uns glücklicherweise gut gesonnen. Gleich am Heiligabend lief ich bei Sonnenuntergang am Strand und am nächsten Vormittag stand erneut ein Lauf am Meer an. Das ist einfach immer so wunderschön! Vor allem wenn man dabei an die Kälte in Deutschland denkt …

Playa de Palma

Auch wenn wir sonst fast immer in unserem Urlaub an einem Lauf teilnehmen, so war das doch bisher noch nie für die Weihnachtstage auf Mallorca der Fall gewesen. Aber dieses Jahr sollte das anders ein! Noch wenige Tage vor unserer Abreise aus Deutschland hatte ich den Cursa de S’E im Internet entdeckt. Dieser Lauf findet bereits seit vielen Jahren im kleinen Städtchen Binissalem statt. Dieser Ort befindet sich 22 km von Palma de Mallorca entfernt und wird auch als die mallorquinische Hauptstadt des Weins bezeichnet.

So begaben wir uns am zweiten Weihnachtsfeiertag mit unserem Mietwagen nach Binissalem. Zur Auswahl standen 7,5 und 15 km – wir hatten uns für die kürzere Distanz entschieden. Die Startgebühr betrug 11 Euro und darin enthalten war sogar ein Funktionsshirt – dieses war mir jedoch leider viel zu groß.

Binissalem

Etwa 45 min vor dem Start trafen wir in dem kleinen Ort ein und dort war schon mächtig viel los. Glücklicherweise fanden wir noch einen Parkplatz. Die Startnummernausgabe hatten wir auch schnell gefunden und meine Nummer lautete 22 :-)

Binissalem

Obwohl die Sonne schien, war es recht frisch und ich entschied mich dann doch für mein langärmliges Laufshirt. Halb 10 ertönte für uns sehr plötzlich der Startschuss. Aber wir hatten wohl einfach die Ankündigungen, die alle nur auf Mallorquin erfolgten, nicht verstanden.

Mitten im Stadtzentrum flitzten die meist Einheimischen (wir waren wohl die einzigen Ausländer) los und es ging zunächst durch die engen Gassen von Binissalem. Das war ein toller Anblick und ich wäre am liebsten gleich wieder stehen geblieben um ein Foto zu machen … Aber nichts da, erstmal weiterlaufen!

Binissalem

Nach kurzer Zeit hatten wir bereits die Stadt verlassen und der erste Anstieg wartete auf uns. Es galt eine Brücke zu überqueren und danach liefen wir ins Grüne. Es ging vorbei an Weinreben und im Hintergrund waren die Gipfel des Tramuntana-Gebirges im Sonnenschein zu sehen. So toll!

Der Blick auf die TomTom zeigte mir, dass ich recht fix unterwegs war. Lag wohl an diesem stark männerbesetzten Feld, in dem ich befürchtete ganz am Ende zu laufen.

Binissalem

Kilometerschilder waren unterwegs nicht zu sehen, aber dabei half mir ja meine Uhr. Eine zweite Brücke galt es dann nach etwa drei Kilometern noch einmal zu überqueren. Nach der Hälfte der Strecke, kehrten wir um und liefen genau dieselbe Strecke wieder zurück. Die fünf Kilometer hatte ich in für mich guten 27:15 min geschafft. Leider traten dann plötzlich Beschwerden an meiner linken Knieaußenseite auf und ich musste etwas Tempo rausnehmen. Später ging ich dann sogar ein paar Schritte. War zwar ärgerlich, aber die Gesundheit geht vor!

Als wir wieder die Altstadt erreicht hatten, konnte ich aber noch einmal einen Endspurt hinlegen und erreichte schließlich bei 42:14 min das Ziel. In einem Feld von 235 Startern bedeutete das Platz 184.

Binissalem

Die Zielverpflegung war gut: Wasser, Isogetränke, Obst und Kekse. Mittlerweile war es auch recht warm geworden und somit konnte ich mich später im Bikini an unserem Hotelpool vom Lauf erholen :-)

Am folgenden Tag erkundeten wir noch ein wenig die Laufstrecken auf der Halbinsel Victoria. Jeder Trailrunner wäre dort begeistert! Leider konnte ich aufgrund meines Muskelkaters in den Waden nicht wirklich weit laufen, aber ich merke mir die Strecke auf jeden Fall für das nächste Mal vor!

Mallorca

Das nächste Mal Mallorca steht glücklicherweise schon Anfang März an. Dann werde ich über die 10 km beim 261 Women’s Marathon in Palma an den Start gehen. Wer ist noch dabei?

Giru de Natale

Als ich im Februar bereits in Nizza am Rock’n’Roll teilgenommen hatte, war nicht daran zu denken, dass ich in diesem Jahr erneut in diese Stadt an der Côte d’Azur fliegen würde.

Doch dann hörte ich von unserem Lauffreund Jochen vom Giru de Natale in Monaco. Und da ich noch nie im zweitkleinsten Staat der Erde gelaufen war, stand schnell fest, dass ich im Dezember erneut nach Nizza fliegen würde. Denn nur wenige Kilometer entfernt ist das Fürstentum Monaco zu finden.

Easyjet Nizza

So machte ich mich also am letzten Freitag erneut auf den Weg nach Nizza. Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir dort ein und ich musste sofort ans Meer. Hach, war das schön so mitten im Dezember am Meer sitzen zu können!

Nizza

Am Abend trafen wir uns mit Jochen in einer Pizzeria und danach genehmigten wir uns Glühwein auf dem kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt im Zentrum von Nizza auf dem Place Massena. War angenehm sich auf einem Weihnachtsmarkt mal keine Gedanken um kalte Hände oder Füße machen zu müssen :-)

Nizza

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Lokalzug ins etwa 20 km entfernte Fürstentum Monaco. Bei der Ankunft war ich total erstaunt wie bergig dieses winzige Land ist und wir hatten erst einmal Probleme den Weg in den Hafen zu finden. Im Nachhinein erfuhren wir, dass es eine Rolltreppe direkt dorthin gab. Aber wir nahmen irgendwelche kurvigen Straßen …

Unser Hotel war direkt am Hafen und an der Rennstrecke der Formel 1 gelegen. Wir erfuhren dann, dass während der Rennen unser Hotelzimmer 2.000 Euro kostet und das pro Tag!

Monaco

Am Nachmittag holten wir uns die Startunterlagen für den Giru de Natale im Hafen ab. Für den 10-km-Lauf hatten wir weniger als 17 Euro bezahlt und in der Startgebühr war ein Funktionsshirt enthalten. Leider war dieses zu groß :-(

Ein medizinisches Attest musste man bei diesem Lauf übrigens auch einreichen – zum Glück konnte ich noch das vom Lauf in Nizza hierfür nutzen.

Wir schlenderten über den Weihnachtsmarkt und dann zeigte uns Jochen das berühmte Casino von Monte-Carlo. Da standen schon ein paar hochwertige Fahrzeuge vor der Tür … Aber mir hatte es eher die spektakuläre Weihnachtsdekoration vor dem Casino angetan.

Monaco

Am Sonntagmorgen starteten dann zunächst die Kleinen über zwei kürzere Läufe bis es für uns um halb 11 auf die 10-km-Strecke ging. Hatten wir die zwei Tage vorher noch den Sonnenschein genoßen, so zogen zum Lauf dicke Regenwolken auf. Wenigstens war es recht mild.

Der Start für die etwa 1.600 Teilnehmer fand direkt am Hafen statt und besonders viele Italiener befanden sich unter der Startern. Die italienische Grenze ist ja auch nur wenige Kilometer vom Fürstentum Monaco entfernt.

Giru de Natale

Wir liefen zunächst am Hafen entlang – doch dann ging es nach zwei Kilometern steil nach oben. Über teilweise Stufen galt es den Berg, auf dem sich der Fürstenpalast befindet, zu erklimmen. Ich ging da, denn an Laufen war nicht zu denken. Oben angekommen war leider nichts vom Fürsten oder seiner Familie zu sehen, aber dafür war alles mit Flaggen geschmückt.

Giru de Natale

Wunderschön war dann die Passage abwärts zum Hafen zurück mit einem tollen Blick über die Bucht.

Monaco

Als wir erneut am Start- und Zielbereich entlang liefen, sah ich schon die ersten Läufer im Ziel einlaufen. Ich hatte hingegen gerade einmal die Hälfte der Strecke geschafft.

Giru de Natale

Auf der anderen Seite des Hafens war der nächste Anstieg zu bewältigen – diesmal war das Casino auf dem Berg in Monte-Carlo das Ziel. Immerhin lief ich hier durchgängig und konnte dabei so einige Läufer einsammeln.

Am Besten war dann die Passage bergab – da konnte ich wieder einiges an Zeit gutmachen. Und die letzten Kilometer liefen wir dann am Meer entlang zurück. Das war echt – trotz Regen – wunderschön!

Giru de Natale

Ich hatte auch noch viele Reserven und überholte nur noch. Vielleicht machte mich auch der Gedanke daran, dass ich auf der Strecke der Formel 1 lief, so schnell :-)

Bei 1:00:19 h lief ich schließlich im Ziel ein. Damit war ich doch besser wie erwartet. Aufgrund der vielen Höhenmeter und der Fotostopps hatte ich eigentlich mit einer langsameren Zeit gerechnet.

Giru de Natale

Im Ziel gab es Wasser und Obst, welches ich leider nicht ausgiebig genießen konnte. Denn ich musste die wenigen Minuten, die bis zum Auschecken aus dem Hotel blieben, noch nutzen.

Am Nachmittag brachte uns dann der Regionalzug von Monaco aus zurück zum Flughafen nach Nizza und am Abend landeten wir wieder sicher in Berlin.

Das verlängerte Wochenende an der Côte d’Azur war auf jeden Fall perfekt und der Giru de Natale ein großartiges Erlebnis! Und so ganz nebenbei war Monaco das Land Nummer 22 in dem ich an einem Lauf teilgenommen habe.

Verfasst von: Manu | Dezember 10, 2014

Mühseliges Rundendrehen oder der Paarlauf in Berlin …

paarlauf

Anfang Dezember versammelten sich wieder Laufbegeisterte auf dem Sportplatz Holzmarktstraße in Berlin-Friedrichshain. Der Paarlauf, organisiert vom ABC Zentrum Berlin e.V. stand wieder an. Wir nahmen bereits zum zweiten Mal an dieser Veranstaltung teil.

Was man sich unter einem Paarlauf vorzustellen hat? Im Team – zwei Männer, zwei Frauen oder auch gemischt – läuft man entweder 30 oder 60 min auf einer 250-m-Runde auf dem Sportplatz bei Flutlicht. Jedes Teammitglied muss dabei mindestens eine Runde laufen und dann kann gewechselt werden.

17:45 Uhr ging es für uns auf die Strecke und die nächsten 30 Minuten hieß es dann Rundendrehen. Glücklicherweise war die Bahn in diesem Jahr trocken – die Glätte hatte mir letztes Jahr doch ziemliche Probleme bereitet. Dafür war es aber in diesem Jahr sehr kalt und ich hatte die gute Idee eine dicke Jacke für denjenigen, der pausierte, mitzunehmen. Das sollte sich in der Tat als perfekt herauszustellen.

Paarlauf

André lief zuerst los und wir wechselten immer aller zwei Runden. Nach dem ersten Wechsel lief ich zunächst sehr vorsichtig, denn so ganz traute ich der Bahn noch nicht. Aber es schien in der Tat nicht glatt zu sein. Dennoch musste man bei Laufen sehr gut aufpassen. Zunächst bestand Gefahr beim Überholen (wobei ich eher diejenige war, die überholt wurde) und schließlich auch beim Wechsel. Im Wechselbereich war es echt gefährlich, weil einerseits Läufer abrupt abbremsten und andererseits plötzlich lossprinteten. Mindestens einen Sturz hatte ich auch gesehen. Vielleicht waren es doch ein wenig zu viele Teilnehmer für diese enge Bahn … Die Teilnehmerzahl war ja schon begrenzt gewesen und aus diesem Grund waren beide Läufe auch vorab ausgebucht.

Für mich war der Paarlauf ein richtiges Tempotraining, denn wann laufe ich schon einmal in Höchstgeschwindigkeit so kurze Strecken und das mehrfach? Dennoch war es frustrierend wie schnell die Anderen so waren. Ich wurde so oft überholt – selbst von kleinen Kindern :-(

Und auch wenn wir gemeinsam nur 30 min zu laufen hatten, so war ich doch echt froh, als die Zeit vorüber war. Ich war beim Schlusssignal gerade auf der Strecke und musste stehenbleiben, damit die letzten Meter noch zu unserem Ergebnis hinzu addiert werden konnten. Das Team, welches in den 30 min die längste Strecke zurückgelegt hatte, sollte ja gewinnen. Dazu trugen beide Läufer einen Chip, womit die Runden gezählt wurden. Die Mehrzahl der Teams hat übrigens jeweils nach einer Runde gewechselt, aber ich fand zwei Runden für uns schon ideal. Im letzten Jahr hatten wir sogar noch seltener gewechselt.

Paarlauf

Durch die neue Wechselstrategie konnten wir auch unsere Distanz verbessern und liefen 6.636 Meter als Team. Davon war André 3.888 m und ich 2.748 m gelaufen. Wir belegten Platz 19 von 27 in der Mixed-Wertung.

Die Startgebühr hatte übrigens 6,50 Euro pro Person betragen und dafür gab es sogar eine kleine Startertüte mit Snacks.

Wie wir im Nachhinein erfahren haben, sollen wir wohl sogar etwas gewonnen haben. Aber was das war und wofür werden wir wohl leider nie erfahren :-(

Ich trug übrigens meine PureGrit von Brooks und diese stellten sich als gute Wahl für die Bahn heraus.

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