Ueckermünder Abendlauf

Kürzlich verspürte ich den Drang ein Wochenende an einem Strand in Mecklenburg-Vorpommern zu verbringen. Daher recherchierte ich welche Läufe im Juli im Norden angeboten werden. Schließlich entdeckte ich den Ueckermünder Abendlauf. Nicht nur das Datum passte, auch die Anbindung mit der Bahn von Berlin aus war gegeben. Glücklicherweise fand ich auch noch ein freies Hotelzimmer.

Ueckermünde ist das jüngste Seebad Deutschlands ganz im Osten von Mecklenburg-Vorpommern. Vom Strand aus blickt man direkt auf die Insel Usedom.

Ueckermünde

Freitagnachmittag fuhr ich direkt nach Feierabend mit dem Zug in die Kleinstadt Ueckermünde. Nach 2,5 Stunden Fahrt (und einmal Umsteigen) erreichte ich das Seebad und stieg direkt am Stadthafen aus. Große und kleine Boote, Segelyachten und eine liebevoll restaurierte Altstadt erblickte ich.

Ueckermünde

Das Hotel Am Markt war das Zuhause für das Wochenende und befand sich direkt auf dem Marktplatz. Ueckermünde ist eine Stadt der kurzen Wege und vom Bahnhof aus waren es weniger als 10 Minuten bis zum Hotel.

Hotel am Markt Ueckermünde

Ich bummelte durch die wunderhübsche Altstadt und freute mich auf das anstehende Wochenende!

Als es sich etwas abgekühlt hatte, zog ich meine Laufschuhe an und lief Richtung Strand. Vorbei am Stadthafen musste ich nur auf dem Weg mit dem Namen „Zum Strand“ laufen. Dort waren auf den ersten Metern in alte Bäume geschnitzte Märchenfiguren am Wegesrand zu finden. Eine schöne Idee!

Ueckermünde

Am Strand angekommen genoß ich die letzten Sonnenstrahlen und den Blick auf die Wellen des Stettiner Haffs. Es war einfach wunderschön!

Ueckermünde

In Ueckermünde fanden an dem Wochenende auch die Haff-Tage, ein großes Volksfest, statt. Und zufälligerweise spielte am Freitagabend die legendäre Ostband City. War großartig diese Band nun endlich einmal live zu erleben!

Ueckermünde Hafftage

Den Samstagvormittag entspannte ich am Strand mit Blick auf die Insel Usedom. Zum Schwimmen ist mir das Stettiner Haff zwar etwas zu flach, aber dennoch genoß ich das Plantschen im Wasser.

Ueckermünde

Etwa 25 min Fußweg benötigt man übrigens vom Ueckermünder Zentrum aus bis zum Strand.

Kurz nach Mittag holte ich André vom Bahnhof ab und wir genoßen ein leckeres Mittagessen auf dem Marktplatz.

Ueckermünde

Am Nachmittag holten wir unsere Startnummern für den Ueckermünder Abendlauf ab. Angeboten wurden vier Strecken: Haffmeile, 5,4 km, 10,2 km und 15 km. Ursprünglich hatte ich uns für die 10,2 km angemeldet. Als ich dann jedoch die Wettervorhersage sah, meldete ich uns auf die kürzere Strecke um.

Ueckermünder Abendlauf

Die Startgebühr für die 5,4 km betrug gerade einmal 2,50 Euro! Wann habe ich das letzte Mal so wenig für einen Lauf bezahlt …

Laut Ausschreibung war der Start für 18:15 Uhr angesetzt. Doch als wir kurz nach 18 Uhr auf der Goethestraße eintrafen, sahen wir schon das Teilnehmerfeld startbereit und ein Helfer fragte uns, ob wir nicht mitlaufen wollen. Ich weiß auch nicht warum der Start vorverlegt wurde. Wir legten noch einen Sprint hin um ins sehr übersichtliche Teilnehmerfeld zu gelangen und dann ging es los. Erst beim Laufen konnte ich mir einen Zopf binden und das Handy verstauen.

Ueckermünder Abendlauf

Wir liefen zunächst eine Runde in der Stadt und dann raus Richtung Stettiner Haff. Es war sehr warm und ich war froh, dass wir nur eine Runde laufen mussten. Glücklicherweise wartete auf uns bei der Hälfte der Strecke ein Getränkepunkt.

Die Zeit war mir völlig egal und die auf meiner Uhr stimmte ja sowieso nicht, da ich gar nicht rechtzeitig die Zeitmessung starten konnte.

Als wir wieder in der Innenstadt waren, hatte ich ein wenig Angst, dass ich einen falschen Weg einschlagen würde. Vor mir war niemand zu sehen und die Laufstrecke war auch nicht abgesperrt. Ich bin dann einfach wieder Richtung Goethestraße gelaufen und dort auf den Sportplatz eingebogen. Und das war richtig – dort war das Ziel. Nach 31:16 min hatte ich es geschafft.

Ueckermünder Abendlauf

Im Anschluss gab es sogar eine Siegerehrung für alle Altersklassen. Da das Feld so übersichtlich gewesen war, durften sich sowohl André als auch ich über Platz 1 freuen. Wenigstens gab es in meiner Altersklasse noch eine zweite Teilnehmerin, so dass ich den 1. Platz nicht geschenkt bekam:-)

Ueckermünder Abendlauf

Da bisher noch keine Ergebnislisten veröffentlicht wurden, weiß ich leider nicht welchen Platz ich bei den Frauen insgesamt belegt habe.

Am Abend waren wir wieder bei den Haff-Tagen mit dem toll leuchtenden Riesenrad.

Ueckermünde Hafftage

Wir lauschten den Hits der 80er und 90er, die von der Berliner Showband Right Now gespielt wurden.

Sonntagvormittag entspannten wir noch bei einem kleinen Läufchen am Stadthafen. Ich liebe es einfach am Wasser zu laufen!

Ueckermünde

Dort bestiegen wir dann auch später ein kleines gelbes Motorboot, mit welchem wir die Uecker erkundeten. Außer anderen Booten sahen wir in den zwei Stunden auf dem Fluß niemanden – nur Natur pur!

Ueckermünde

Am Abend sang schließlich noch der frühere DDR-Star Frank Schöbel bei den Haff-Tagen. Erinnerungen an alte Kindertage …

Montagfrüh nahm ich dann den ersten Zug und fuhr direkt nach Berlin zum Büro. Mit dabei unzählige Erinnerungen an ein wunderbares Sommerwochenende im Seebad Ueckermünde!

Ueckermünde

Fazit: Wer die ideale Kombination von Laufen und Entspannen sucht, dem empfehle ich den Ueckermünder Abendlauf! Laufen für kleines Geld und darüber hinaus eine wunderbare Auszeit am Stettiner Haff – das alles findet man im hübschen Ueckermünde. Ich war sicherlich nicht das letzte Mal in der östlichsten Hafenstadt Deutschlands!

Ausstattung: Launch von Brooks, Shirt und Shorts von Brooks, Fitbit Surge

Amsterdam

Wow, war das ein Wochenende! Am Montag landete ich mit vielen Erlebnissen und Eindrücken im Kopf wieder zuhause in Berlin. Zurückblicken konnte ich auf zwei wunderbare Tage in Amsterdam.

Die Anreise

Samstagmittag brachte mich KLM in einer Stunde in die größte Stadt der Niederlande. Ich war sehr gespannt, denn Amsterdam hatte ich bisher nur einmal besucht. Das war Mitte der 90er Jahre im Rahmen einer Busreise.

KLM

Eingeladen hatte mich, gemeinsam mit weiteren Bloggern und Run-Happy-Ambassadors, meine Lieblingsmarke Brooks, deren europäische Zentrale in Amsterdam sitzt.

 

Westcord Fashion Hotel

Schon auf dem Flughafen traf ich die liebe Caro und mit einem Shuttle-Service wurden wir in unser Zuhause für das Wochenende gebracht. Im Westcord Fashion Hotel war alles auf Brooks und Läufer eingestellt – Schuhe, Klamotten und überall sportliche Menschen in Brooks gekleidet. Außerdem durften wir die Special Edition für die Leichtathletik-EM bewundern. In meiner Größe waren die Schuhe leider nicht mehr verfügbar😦

Brooks

Grachtenfahrt und Abendessen

Am späten Nachmittag trafen wir die anderen Blogger und Ambassadors und wir machten uns auf den Weg zu einer Bootsanlegestelle an der Westlandsgracht. Als Ehrengast hatte sich Florian Neuschwander (Flo) zu uns gesellt.

Amsterdam

Bei interessanten Gesprächen und tollen Eindrücken schipperten wir durch die Grachten von Amsterdam. Vorbei an süßen Grachtenhäusern und ab und an den Duft von Gras (nicht das auf der Wiese!) in der Nase, genoß ich die Zeit auf dem Wasser. Viel zu schnell war die Fahrt vorüber. Aber mittlerweile hatte ich auch schon großen Hunger.

Bo Cinq

Dieser wurde dann sehr stilvoll im Restaurant Bo Cinq an der Prinsengracht gestillt. Auch für die Vegetarier wurde gesorgt und ich verputzte die drei Gänge in Windeseile. Perfekt war auch, dass ich als Tischnachbar Flo neben mir sitzen hatte. Ich nutzte natürlich die Gelegenheit und löchterte ihn mit Fragen. Sehr sympathisch ist er mir ja schon allein dadurch, dass er keinen Trainingsplan hat und nach Lust und Laune trainiert. Auf die Ernährung achtet er nicht wirklich und auch Alkohol vor einem Lauf ist nicht tabu. Das perfekte Frühstück vor einem Wettkampf ist bei ihm übrigens Toast mit Nutella.

Der Sonntag war dann unser Sporttag. Zunächst durften wir selbst ran beim Brooks Champions Run und später sollten wir den Profis im Stadion bei der Leichtathletik-EM zuschauen.

Brooks 10k Champions Run

Am Morgen brachte uns ein Bus zum Museumplein. Dort starteten auch die Halbmarathonläufer (Frauen und Männer) im Rahmen der Leichtathletik-Europameisterschaften. Wir schauten beim Start zu und machten uns dann auf zum Stand von Brooks. Dort war viel los und wir hatten jede Menge Spaß. Und sogar Lauffreunde aus Berlin traf ich dort!

Brooks Champions Run

Auch Flo war mit dabei und im Gegensatz zu uns, trug er noch Freizeitlook. Dabei hatte er große Ziel für den Lauf: Er wollte ihn gewinnen!

Florian Neuschwander

Der Brooks-Champions-Run sollte 10 km durch die Innenstadt von Amsterdam führen. Da die Strecke relativ eng war, wurde in mehreren Wellen gestartet. Wir durften halb 12 in der ersten Welle auf die Strecke.

Brooks 10k Champions Run

Der Wettergott meinte es gut mit uns – wobei der Sonnenschein und die hohen Temperaturen wohl optimaler für die Zuschauer als die Läufer waren.

Brooks 10k Champions Run Amsterdam

Auf den ersten drei Kilometern war ich noch recht fix unterwegs, aber bald machten sich sowohl die Brückenüberquerungen über die unzähligen Grachten als auch die hohen Temperaturen bemerkbar. Ich wartete die ganze Zeit auf den Vondelpark, weil ich dort Schatten vermutete.

Brooks Champions Run

Kurz nach Kilometer 6 erreichten wir den Park auch endlich. Dort erwarte uns eine coole Cheering-Zone mit großartiger Stimmung.

Die Hälfte der Strecke hatte ich übrigens noch in 28:45 min bewältigt, aber dann ging es eindeutig abwärts. Mein Körper spielte etwas verrückt und ich hatte Gänsehaut, obwohl es total heiß war. Ich war echt froh, dass aller 2,5 km eine Wasserstelle auf mich wartete und die nutzte ich auch alle ausgiebig. Außerdem musste ich dann sehr viele Gehpausen einlegen. Ich wollte nicht wie so einige Läufer am Straßenrand landen. Durch das Gehen hatte ich dann auch viel mehr Zeit die Strecke und die Stimmung zu genießen. War echt eine coole Strecke!

Brooks Champions Run

Bei 1:04 h erreichte ich dann endlich das Ziel. Mir war so warm und ich wollte nur noch etwas trinken. Die kleine Flasche Isodrink, die wir erhielten war dann schnell leer. Traurig war ich, das ich keine Medaille erhielt. Hätte ich es vorab gewußt, dann hätte ich sie dazugebucht. Wobei es schon eine interessante Situation ist, dass das Teilnehmershirt gratis ist und die Medaille bezahlt werden muss:-)

Zum Glück bekamen wir alle am Brooks-Stand eine Lunchtüte und diese hatte ich auch nötig.

Per Fuß liefen wir dann die etwa drei Kilometer zurück zu unserem Hotel. Zu dem Zeitpunkt waren einige Teilnehmer immer noch nicht gestartet. Die taten mir echt leid, da es mittlerweile noch wärmer geworden war.

Leichtathletik-Europameisterschaften

Die Dusche im Hotel habe ich genoßen, aber mit Ausruhen war danach nicht viel. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum Olympiastadion.

Brooks Amsterdam

Zunächst war ich total gespannt auf das Headquarter von Brooks, welches in der Tat im Stadiongebäude ist. Vom Büro aus hat man einen tollen Blick auf den Innenraum des Stadions.

Brooks Amsterdam

Nachdem ich ausgiebig die Büroräume von Brooks bewundert hatte, war es Zeit für das Stadion. Von Block O verfolgten wir diverse Disziplinen, die sich teilweise gleichzeitig abspielten. Nicht ganz einfach, da immer den Überblick zu behalten. Mich hat das sehr an die Leichtathletik-Weltmeisterschaften erinnert, die ich 2009 als Twitter-Reporter in Berlin erlebt hatte.

Leichtathletik EM Amsterdam

Die Stimmung war super und die Athleten gaben ihr Bestes! Wir haben mitgefiebert, viel geklatscht und uns besonders über die Erfolge der deutschen Athleten gefreut. David Storl wurde Europameister im Kugelstoßen, Gesa-Felicitas Kraus gewann die 3.000 Meter Hindernis – wir waren live dabei.

Leichtathletik-EM Amsterdam

19 Uhr war dann leider auch der letzte Wettbewerb beendet und das war auch das Ende der Leichtathletik-EM 2016.

Den Abend ließ ich schließlich mit dem lieben Jochen, der an dem Tag auch in Amsterdam war, in der Skybar vom Hotel ausklingen. Ich war ziemlich geschafft, aber ich wußte auch warum:-) Übrigens, wer mehr zum Thema Laufen in Holland wissen möchte, der sollte die Website von Jochen besuchen.

Montagmittag brachte mich dann KLM wieder nach Berlin zurück. Und an Bord war übrigens ein Europameister. David Storl, der bereits zum dritten Mal den Europameistertitel im Kugelstoßen gewonnen hatte, flog mit nach Berlin.

Fazit: Amsterdam ist immer eine Reise wert – und vor allem dann, wenn ein Lauf und eine Leichtathletik-EM gleichzeitig anstehen! Vielen Dank an Brooks für die Einladung!

Hinweis: Ich wurde von Brooks eingeladen. Dennoch stellt dieser Artikel meine eigene Meinung dar und wurde auf keinerlei Art und Weise beeinflusst.

Piotr i Pawel Bieg

Gerade einmal 2,5 Stunden mit dem Zug entfernt befindet sich eine der größten Städte Polens. An der Warta liegt die Stadt Poznan, die mehr als einer halben Million Menschen Heimat bietet. Poznan hat für Polen eine große Bedeutung, denn hier wurde im Jahr 966 der polnische Staat gegründet.

Ich kenne Poznan erst seit dem letzten Jahr – eine Dienstreise hatte mich in diese Stadt geführt. Seitdem bin ich von dieser Stadt sehr angetan und somit machte ich mich am letzten Wochenende bereits das vierte Mal in diesem Jahr auf den Weg nach Poznan. Natürlich stand erneut ein Lauf an – diesmal war es der Piotr i Paweł Bieg. Diese Laufserie findet in zwei polnischen Städten statt und wird von der gleichnamigen Supermarktkette Piotr i Paweł veranstaltet. Wir hatten in diesem Supermarkt bereits einige Male eingekauft.

Erneut gab es vorab Schwierigkeiten bei der Anmeldung. Eine englische Website hatte ich ja gar nicht erwartet, aber die Bezahlmöglichkeiten waren leider wieder nur auf Teilnehmer mit polnischem Bankkonto ausgelegt. Ich schrieb dem Laufveranstalter und erhielt erst einmal lange Zeit keine Antwort. Als ich es schon fast aufgegeben hatte, flatterte doch noch eine Mail in meine Postfach. Mir wurde mitgeteilt, dass wir das Online-Formular ausfüllen und dann vor Ort bezahlen sollen. Kurze Zeit später erreichte uns dann auch die Anmeldebestätigung.

Poznan

Samstagmorgen fuhren wir mit dem Berlin-Warschau-Express nach Poznan. Dort angekommen, erwarteten uns Temperaturen von über 30° C. Somit freute ich mich erst einmal riesig auf das klimatisierte Hotelzimmer im NH Poznan. Dieses Hotel liegt 15 min vom Bahnhof entfernt.

NH Poznan

Nach dem Einchecken machten wir uns auf den Weg in das Einkaufszentrum Stary Browar, eine alte Brauerei, die jetzt ein Einkaufszentrum ist. Dort genoßen wir unser Mittagessen in einem unserer Lieblingsrestaurants Weranda.

Weranda Poznan

Am Nachmittag brachte uns die Straßenbahn Nummer 8 an die Malta-See. Auf diesem künstlich angelegten See mit Kanu- und Ruderstrecke finden Europa- und Weltmeisterschaften statt. Rund um den See befindet sich eine Rad- und Laufstrecke. Wir waren hier bereits im Mai beim Wings for Life World Run gestartet. Den Namen erhielt dieser See übrigens durch die Malteserritter, die im Mittelalter dort in der Nähe zuhause waren.

Piotr i Pawel Bieg Poznan

Die Ausgabe der Startunterlagen fand erneut im Medienzentrum statt – so wie im Mai. Für jeden Teilnehmer gab es eine Startertüte mit Basecap, Apfelsaft, Müsli-Riegeln und Früchtepüree. Schon allein dafür hatte sich die Startgebühr von umgerechnet 8 Euro gelohnt. Aber das sollte noch nicht alles sein …

Beim Piotr i Paweł Bieg wird übrigens nur eine Distanz angeboten: 10 km. Darüber hinaus finden jedoch auch noch Kinderläufe statt.

Maltasee Poznan

Den Weg zurück in die Stadt legten wir zu Fuß zurück. Zunächst spazierten wir am See entlang – dort sollten wir am nächsten Tag dann auch laufen – und dann genehmigten wir uns ein Glas Wein in einer Strandbar.

Ein aufziehendes Gewitter bereitete dem schönen Abend jedoch ein jähes Ende und wir mussten zusehen schnell wieder in die Stadt zu kommen. Ein wenig nass sind wir noch geworden, doch dann konnten wir im Trockenen leckere Piroggen in einem weiteren Lieblingsrestaurant Pyszna Kuchnia genießen. Ich hatte diesmal die Piroggen mit Hüttenkäse und Blaubeeren gewählt. Köstlich!

Pirrogen

Sonntagmorgen mussten wir halb 8 aus dem Bett. Zum Frühstück gab es Kaffee (dank Kaffeemaschine im Hotelzimmer) und Brötchen. Mit der Straßenbahn fuhren wir zum Malta-See und dort mussten wir noch fast zwei Kilometer zum Start laufen. Der Start befand sich an einer Skipiste – eine künstliche übrigens.

Piotr i Pawel Bieg Poznan

Halb 9 wurden wir auf die Strecke geschickt – um die 800 Teilnehmer waren es. Ein Blick in den Himmel ließ mich Böses ahnen und es war auch ein Gewitter angekündigt. Und nach etwa drei Kilometern erwarteten uns auch die ersten Regentropfen. Aber die boten eine ganz gute Abkühlung, denn es war doch recht schwül. Nur gut, dass die Sonne nicht schien, denn die Strecke um den See bot keinerlei Schatten.

Maltasee Poznan

Etwa bei Kilometer 4,5 liefen wir das erste Mal am Ziel vorbei – wie gern wäre ich da durch gelaufen! Aber wir mussten noch eine weitere Runde um den Malta-See bewältigen.

Maltasee Poznan

Ich wollte einfach die 10 km hinter mich bringen und hatte keinerlei Zeit geplant. Als ich die Hälfte geschafft hatte, zeigte meine Uhr eine Zeit von knapp unter 30 Minuten. Mein Endziel lief dann also darauf hinaus, unter einer Stunde zu bleiben.

Auf die zweite Runde um den See hatte ich nicht wirklich mehr Lust, aber da musste ich wohl durch. Glücklicherweise gab es insgesamt drei Getränkestationen mit Wasser, so dass ich auf keinen Fall verdursten musste. Es regnete immer wieder ein wenig, aber solange das Gewitter ausblieb, war das in Ordnung.

Piotr i Pawel Bieg Poznan

Und dann das Schild – Kilometer 9! Ich zog das Tempo noch ein wenig an und somit wurde der letzte Kilometer auch der schnellste Kilometer. Bei 59:20 min lief ich über die Ziellinie.

Piotr i Pawel Bieg Poznan

Im Ziel erhielten wir eine Medaille und eine wirklich prall gefüllte Finisher-Tüte. Unter anderem waren darin eine Wasserfilterflasche, ein Leuchtarmband, Obst, Riegel, Wasser, Chia-Saft, Brot und noch viel mehr enthalten. Das war ja mal eine tolle Überraschung!

Piotr i Pawel Bieg

Belegt habe ich übrigens Platz 19 (von 42) in meiner Altersklasse und Platz 136 (von 263) bei den Damen.

Mit der Straßenbahn fuhren wir dann wieder ins Hotel zurück. Nach einem kurzen Mittagsschlaf stärkten wir uns dann noch im Restaurant Sphinx mit vegetarischer Mezze.

Meze

Am Nachmittag hieß es dann leider wieder: Do widzenia, Poznan! Das Wochenende in Poznan war zwar kurz, aber hat sich auf jeden Fall gelohnt! Und ich bin mir sicher, dass ich bald wieder in der Stadt an der Warta laufen werde.

Fazit: Der Piotr i Paweł Bieg bietet nicht nur eine wunderbare Strecke entlang des Malta-Sees, sondern auch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!

Ausstattung: Transcend von Brooks, Tights und Shirt von Brooks, Fitbit Surge, Formbelt

Tollenseseelauf 2016

Etwa 130 Kilometer von Berlin entfernt liegt am Rande der Mecklenburgischen Seenplatte, die Stadt Neubrandenburg am Tollensesee. Dieses Wochenende zog es mich erneut in die drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Bereits zum sechsten Mal wollte ich am Tollenseseelauf teilnehmen. 2009 war ich in Neubrandenburg das erste Mal gestartet und seitdem gehört dieser Lauf zu denjenigen, die zum alljährlichen Laufprogramm zählen.

Neubrandenburg

Donnerstagabend traf ich nach weniger als zwei Stunden Zugfahrt im beschaulichen Neubrandenburg ein. Erneut hatte ich  das Parkhotel als mein Domizil für das Wochenende gewählt. Diesmal befand sich das Ziel sogar direkt vor dem Hotel – einfach perfekt!

Parkhotel Neubrandenburg

Gleich nach dem Einchecken im Hotel schnürte ich meine Laufschuhe und lief ganz entspannt ein paar Kilometer am Tollensesee. Dieser 10 km lange und bis zu 2,5 km breite See ist einfach wunderschön! Soviel Ruhe und Natur – die ich als Gr0ßstädter besonders zu schätzen weiß!

Tollensesee

Den kompletten Freitag regnete es dann leider und somit war nicht viel Gelegenheit für Outdoor-Aktivitäten. Aber ich bummelte ein wenig durch die nette Kleinstadt und holte dann auch die Startunterlagen ab. Die Ausgabe erfolgte im nur wenige Meter entfernten Sportgymnasium.

Angeboten werden beim Tollenseseelauf die folgenden Distanzen: Marathon (auch als Staffel), Halbmarathon, 10 km sowie Walking und Kinderläufe. Ich hatte mich wieder für die 10 km angemeldet. Dafür waren 12 Euro zu zahlen.

Am Samstagmorgen weckte mich dann die Sonne und einem schönen Lauf schien nichts mehr im Wege zu stehen. Ich traf dann noch René, der den Marathon laufen wollte, und schließlich trafen auch Mandy und Andreas aus Berlin ein.

Tollenseseelauf

Wir schauten den Marathonläufern beim Start zu und 10:15 Uhr mussten wir dann an der Stadthalle sein. Denn wir wurden mit einem Bus zum Start gebracht. Mehrere Busse brachten die Läufer nach Klein Nemerow. Dort hatten wir dann noch einen kleinen Fußmarsch durch den Wald zurückzulegen.

Tollenseseelauf

Im Startbereich eingetroffen, hatten wir noch über eine halbe Stunde Zeit. Wir schauten den Staffelläufern bei der Übergabe zu und feuerten die Marathonläufer an. René konnten wir auch im Feld entdecken. Außerdem trafen wir Kai, der den ersten Teil der Staffel gelaufen war.

Tollenseseelauf

11:15 Uhr sollte es dann für uns auf die Strecke gehen. Aus den Vorjahren wußte ich, dass es zu Beginn immer sehr voll auf der Strecke ist. Daher reihte ich mich relativ weit vorn ein, was sich auch als gut herausstellen sollte. Insgesamt wollten über 540 Teilnehmer die 10 km bewältigen.

Im Vergleich zum letzten Jahr waren die Temperaturen angenehm und ein Großteil der Strecke verläuft ja glücklicherweise auch durch den Wald.

Zu Beginn läuft man ein ganzes Stück abwärts und daher konnte ich erstmal gut Tempo machen. Ein wirkliches Zeitziel hatte ich nicht – schließlich war ich seit Ende April keine 10 km mehr am Stück gelaufen. Aber ich wollte wenigstens schneller als im letzten Jahr bei der Hitze sein. Da hatte ich genau 58 min benötigt.

Die Strecke am Tollensesee entlang ist wirklich wunderschön! Wäre der Lauf nicht gewesen, dann wäre ich sicherlich unzählige Male stehen geblieben für Fotos. Immer wieder war das Blau des Sees durch den Wald zu sehen. Und es lief sich einfach wunderbar auf den Waldwegen – trotz einiger Anstiege.

Tollensesee

Kurz nach Kilometer 2,5 überholten mich dann Mandy und Andreas. Ein Kilometer später tauchte die erste Wasserstelle auf und diese nahm ich auch in Anspruch.

Die Hälfte der Strecke hatte ich dann in knapp 27 min geschafft und danach wurde es immer schwerer. Und als dann auch noch eine längere Schleife in der prallen Sonne zu laufen war, hatte ich kaum noch Lust. Glücklicherweise gab es kurz danach die zweite Wasserstation.

Tollensesee

 

Schließlich erreichten wir den Kulturpark und dann waren es nicht einmal mehr zwei Kilometer zum Ziel. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass ich auf jeden Fall unter 58 min laufen würde. Dennoch versuchte ich auf den letzten Metern noch ein wenig Gas zu geben.

Tollenseseelauf

Bei 56:23 min überquerte ich die Ziellinie und ließ mir meine Medaille umhängen. Schnell noch Wasser und ein frischer Apfel und schon waren fast alle Strapazen wieder vergessen.

In der Altersklasse belegte ich Platz 15 (von 41) und bei den Damen Platz 53 (von 244).

Tollenseseelauf

Der Ausdruck der Urkunde ging auch ganz fix und dann traf ich auch Mandy und Andreas wieder. Mandy hatte sich selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht und war neue Bestzeit gelaufen. Herzlichen Glückwunsch!

Tollenseseelauf

Wir genoßen dann noch ein leckeres Mittagessen auf der Terasse von La Paz. Da sich dieses Restaurant direkt am Ziel befindet, konnten wir noch ganz entspannt den anderen Läufern zuschauen.

Am Nachmittag bummelte ich noch entlang der fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Wehranlage mit den vier Toren. Wunderschöne Backsteingotik!

Neubrandenburg

Den Abend ließ ich ganz entspannt mit einem Gläschen Wein auf dem Balkon meines Hotelzimmers ausklingen.

Und am Sonntagmorgen konnte ich es mir dann nicht nehmen lassen – ich musste unbedingt noch einmal am Tollensesee laufen! So ein Laufrevier würde ich mir für zuhause wünschen!

Tollensesee

Und 2017 komme ich auf jeden Fall wieder nach Neubrandenburg!

Übrigens war der Tollenseseelauf mein 200. Laufwettkampf! 2007 war ich im Juni Nummer 1 gelaufen.

Fazit: Den Tollenseseelauf kann ich jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem Lauf in der Natur ist. Die Organisation ist perfekt und der Lauf bietet Distanzen für jeden Geschmack. Außerdem ist es am Tollensesee einfach nur wunderschön – zum Laufen und auch Relaxen!

Ausstattung: PureFlow von Brooks, Tights und Shirt von Brooks, Formbelt, Fitbit Surge

stadtlauf dresden

„Wenn es zutreffen sollte, dass ich nicht nur weiß, was schlimm und hässlich, sondern auch was schön ist, so verdanke ich diese Gabe dem Glück, in Dresden aufgewachsen zu sein. „ – diese Worte stammen vom deutschen Schriftsteller Erich Kästner. Er verbrachte seine Kindheit in der Stadt an der Elbe. Ich bin etwa 100 Kilometer von Dresden entfernt aufgewachsen und somit ist diese Stadt fast Heimat für mich.

Aus diesem Grund bin ich sehr oft in Dresden und zwar immer dann, wenn ein Lauf ansteht. Ein Lauf, an dem ich bisher noch nie in Dresden teilgenommen hatte, ist der Stadtlauf. Dieser wird im Rahmen der SportScheck-Laufserie angeboten. An den SportScheck-Läufen hatte ich bisher nur in Berlin und Magdeburg teilgenommen. Da ich über BMW-Impulse einen kostenfreien Startplatz in einer Stadt meiner Wahl erhielt, plante ich spontan die Teilnahme in Dresden.

Freitagmorgen machte ich mich mit dem Flixbus auf den Weg nach Dresden. Seit einer Weile bevorzuge ich diesen Bus, wenn es um Reisen von und nach Dresden geht. Gerade einmal neun Euro kostete die Fahrt und dafür kann ich sogar am Alexanderplatz einsteigen.

Gegen Mittag erreichte ich die sächsische Landeshauptstadt und checkte erst einmal in meinem Lieblingshotel, dem NH Collection Dresden Altmarkt, ein. Dieses Wochenende bot dieses Hotel wieder die perfekte Lage, denn Start und Ziel beim StadtLauf befinden sich direkt auf dem Altmarkt.

Den restlichen Samstag bummelte ich durch Dresden und genoß natürlich auch wieder das obligatorische Stück Eierschecke.

Eierschecke

Außerdem holte ich die Startunterlagen bei SportScheck in der Altmarktgalerie ab. Es gab einen gut gefüllten Starterbeutel sowie ein Funktionsshirt. Dieses Shirt gilt es Startberechtigung und ersetzt die Startnummer. Ich war richtig froh, dass es für mich noch ein Singlet gab. Bei den zu erwartenden Temperaturen hätte ich nur mit Unwillen ein Shirt mit Ärmeln tragen wollen.

Stadtlauf Dresden

Am Sonntagmorgen starteten zunächst die Kleinen um halb 9 und absolvierten 400 Meter. Danach waren die etwas Größeren dran und sie durften 1,8 km laufen.

Stadtlauf Dresden

Für halb 10 war dann der Start über die 5 km angesetzt. Für dieses Distanz hatte ich mich angemeldet. Der Start erfolgte pünktlich auf dem Altmarkt und obwohl ich relativ weit vorn stand, wurde es auf den ersten Metern sehr voll. Ich verschwendete viel Zeit und Energie für Überholmanöver und ärgerte mich, dass ich mich im Startblock nicht weiter vorn eingereiht hatte.

Stadtlauf Dresden

Wir bogen gleich nach dem Start nach links ab und liefen Richtung Zwinger. Über den Theaterplatz ging es dann über die Augustusbrücke. Auf der anderen Seite liefen wir dann kreuz und quer unter anderem am Palaisplatz und dem Goldenen Reiter vorbei. Am schönsten waren die Passagen, die uns direkt an der Elbe entlang führten. Dort wartete dann auch bei etwa der Hälfte der Strecke ein Getränkepunkt auf uns. Das Wasser hatte ich wirklich richtig nötig! Es war warm und die Sonne prasselte auf den schattenfreien Streckenabschnitten so richtig auf die Läufer runter.

Stadtlauf Dresden

Schließlich überquerten wir erneut die Augustusbrücke und dann hieß es nur noch geradeaus laufen.

Stadtlauf Dresden

Auf der  Schloßstraße dann noch ein letzter Sprint auf dem Weg ins Ziel auf dem Altmarkt. Bei 26:36 min erreichte ich das Ziel. Über die Zeit war ich sehr froh. Sie brachte mir Platz 9 (von 57) in der Altersklasse und Platz 66 (von 453) bei den Frauen. Eine Medaille gab es übrigens auch noch.

Stadtlauf Dresden

Im Ziel traf ich Jens und seinen Freund, die auf ihren Start zum Halbmarathon warteten. Die Verpflegung im Ziel war wirklich perfekt: verschiedene Getränkesorten, Obst, Brezeln, alkoholfreies Bier, Riegel und Früchtepüree in Quetschbeuteln.

Ich schaute dann noch den Läufern über die 10 km und den Halbmarathon zu. Ich hätte nicht mit ihnen tauschen wollen und war froh, dass ich meinen Lauf schon hinter mir hatte. Nachdem ich mich umgezogen und geduscht hatte, bummelte ich noch ein wenig durch die Altstadt und an der Elbe entlang. Dabei bedauerte ich die Läufer, die noch unterwegs waren.

Stadtlauf Dresden

Gegen Mittag begrüßte ich dann Jens und seinen Freund im Ziel und wir plauderten noch ein wenig.

Schließlich wurde es dann am Nachmittag wieder Zeit die sächsische Landeshauptstadt zu verlassen. Aber es bestand kein Grund zur Traurigkeit, denn im August bin ich bereits wieder in Dresden. Am 19. August findet der Dresdner Nachtlauf statt, bei dem ich zum 7. Mal (!) an den Start gehen werde. Diesen Lauf kann ich uneingeschränkt empfehlen!

Apropos Laufen in Dresden – in einem Buchladen entdeckte ich das Buch „Dresden läuft“ von Tino Meyer. Darin werden nicht nur Laufstrecken empfohlen, sondern auch diverse Läufe vorgestellt.

Dresden läuft

Fazit: Auch wenn die Läufe im Rahmen der SportScheck-Laufserie nicht ganz günstig sind, so bieten sie doch viel Leistung. Ein hochwertiges Funktionsshirt, eine gut gefüllte Startertüte und perfekte Zielverpflegung erwarten die Teilnehmer. Außerdem ist die Strecke beim Stadtlauf in Dresden einfach wunderschön!

Ausstattung: PureFlow von Brooks, Formbelt, Fitbit Surge

europamarathon

Die östlichste Stadt Deutschlands, das größte Flächendenkmal in Deutschland – das ist Görlitz an der Neiße. Nur etwa 35 km von dieser Stadt entfernt habe ich meine Kindheit verbracht. Damals kam ich nach Görlitz zum Shoppen oder für Parties.

Seit einigen Jahren zieht mich jedoch immer der Europamarathon in die Stadt an der Neiße. Bereits zum 13. Mal fand in diesem Jahr diese Laufveranstaltung statt. Die Besonderheit an diesem Lauf ist, dass er durch zwei Länder – Deutschland und Polen – führt.

Freitagabend erreicht ich nach etwa 2,5 Stunden Zugfahrt die Stadt Görlitz an der polnischen Grenze. Mein Hotel war diesmal das Hotel Bon Apart auf der Elisabethstraße – direkt am Start und Ziel des Europa-Marathons.

Görlitz

Das Wetter war an dem Abend noch so wunderbar, dass ich einen Spaziergang durch die prunkvolle Altstadt machte. Immer wieder bin ich begeistert von den hübschen Gebäuden aus verschiedenen Epochen. Etwa 4.000 Einzeldenkmale – unter anderem aus der Gotik, Renaissance und der Gründerzeit – erwarten die Besucher von Görlitz.

Vierradenmühle

Den Abend ließ ich dann bei einem leckeren Spargelgericht in der Vierradenmühle direkt an der Neiße mit Blick auf das polnische Zgorzelec ausklingen. 1945 wurde die Stadt übrigens geteilt – Görlitz auf der deutschen und Zgorzelec auf der polnischen Seite. Dabei diente die Neiße als Grenzmarkierung.

Am Samstagmorgen ließ ich es mir nicht nehmen meinen ersten Trainungslauf durch zwei Länder zu absolvieren. Durch die Teilnahme am Europamarathon war ich ja bereits viermal im Rahmen eines Wettkampfes durch zwei Länder gelaufen. Aber ein Trainingslauf fehlte noch. Ich startete an meinem Hotel und lief zum Ufer der Neiße.

Görlitz

Entlang des Flußes lief ich bis zur Stadthalle von Görlitz und überquerte dort die Johannes-Paul-II.-Brücke nach Polen. Auf der anderen Seite lief ich vorbei am Dom Kultury, der Oberlausitzer Gedenkhalle, durch den kleinen Wald wieder zum Ufer der Neiße und von dort zurück bis zur Altstadt-Brücke.

Altstadtbrücke Görlitz

Diese überquerte ich und war damit zurück in Deutschland. Noch wenige Meter durch die Altstadt von Görlitz und ich hatte nach 4,5 km meinen Ausgangspunkt wieder erreicht.

Im Anschluss bummelte ich durch Görlitz und bewunderte die seit kurzem ausgestellten Kunstobjekte im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum: Görlitzer ART. Dieses Projekt wird in Kooperation mit der polnischen Stadt Wrocław durchgeführt.

Görlitz

Außerdem warf ich einen Blick auf Görlitz von oben. Trotz Höhenangst meisterte ich die schmalen Treppen im Reichenberger Turm mit Bravour. Der Blick von oben entschädigte schließlich für alles.

Reichenberger Turm Görlitz

Am Nachmittag genoß ich mit meiner Schwester und ihrer Familie im Café Lucullus eine schlesische Spezialität: Mohnpiele. Diese Mohnklöße werden mit Eierlikör und Schlagsahne serviert und waren oberlecker!

Mohnpiele

Die Kalorien bummelten wir dann bei einem Spaziergang an der Neiße – sowohl auf der deutschen als auch auf der polnischen Seite – wieder ab.

Zgorzelec

Mit einer alten Freundin ließ ich dann den milden Abend im Piwnica Staromiejska, einem Restaurant, auf der polnischen Seite mit Blick auf die Neiße ausklingen.

Sonntag war es dann soweit: Europamarathon! Bevor die Läufer auf diverse Distanzen (Marathon, Halbmarathon, 10 km und 5 km) geschickt wurden, waren zunächst die Skater, Handbiker und Tretroller (!) dran.

Europamarathon

Es war sehr warm und das Thermometer zeigte 24° C im Schatten!

Ich war für die 5 km gemeldet und darüber war ich in Anbetracht der Wärme auch froh. Bei den vorherigen Teilnahmen war ich einmal den Halbmarathon, zweimal die 10 km und einmal die 5 km gelaufen.

Die Startgebühr hatte übrigens 8 Euro betragen. Enthalten war eine Portion Pasta sowie Medaille und Urkunde im Ziel.

10:50 Uhr erklang der Startschuss für fast 500 Läufer über die 5 km. Es war auf den ersten Metern etwas eng und gab sogar einen Sturz. Vorbei am Reichenberger Turm und dem Kaisertrutz liefen wir Richtung Altstadtbrücke.

Kaisertrutz

Dort empfing uns auf der polnischen Seite eine Blaskapelle. Diese hatte ich aus den Vorjahren noch in guter Erinnerung.

Leider hatte ich nicht richtig aufgepasst und zu spät auf die Starttaste bei meiner Uhr gedrückt. Somit hatte ich nicht wirklich einen Überblick, wie ich in der Zeit lag.

Europamarathon

Auf der polnischen Seite liefen wir an der Neiße entlang und dort konnte ich kaum die Wasserstation erwarten. Mir war sehr warm. Glücklicherweise gab es immer wieder schattige Passagen und die nächste kam schon bald im kleinen Wäldchen. Doch leider erwarteten uns dort auch steile Anstiege. Ich wollte mir jedoch nicht die Blöße geben und verfiel nicht ins Gehen:-)

Dom Kultury Zgorzelec

Vorbei am Dom Kultury liefen wir dann wieder Richtung Johannes-Paul-II.-Brücke und verließen Polen.

Zgorzelec

Wieder in Deutschland war dann Kilometer 4 erreicht und dort ging es dann leider wieder nach oben. Der Anstieg am Stadtpark hatte es noch einmal richtig in sich! Ich war froh, dass es nur noch wenige Meter waren.

Nach links auf den Elisabethplatz abbiegen und da war dann auch schon das Ziel zu sehen. Soweit es ging, versuchte ich noch einmal Gas zu geben und bei genau 27:00 min erreichte ich das Ziel. Die Zeit hatte ich erst danach erfahren – hätte ich gewußt dass ich noch unter 27 Minuten finishen kann, wäre ich noch ein wenig schneller geflitzt:-)

Im Ziel gab es die Medaille – leider gibt es nicht mehr die Glasmedaillen, die es vor einigen Jahren immer gab.

Europamarathon

Diverse Getränke und Obst warteten auf die verschwitzten Läufer. Ich genoß eine Apfelsaftschorle und begab mich zum Augustum-Annen-Gymnasium. Dort gab es am Vortag die Startunterlagen und ich holte mir hier meine Urkunde ab. Platz 3 (von 24) in der Altersklasse und Platz 30 (von 228 ) bei den Damen war es geworden.

Europamarathon

Danach nur noch schnell im Hotel duschen und schon war es wieder Zeit mich auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Kurz vor 13 Uhr fuhr der Zug ab. Bis zum nächsten Jahr, Görlitz!

Fazit: Der Europamarathon ist eine wunderbar organisierte Laufveranstaltung und bietet die einmalige Chance durch zwei Länder zu laufen. Außerdem ist Görlitz auch ohne Lauf immer eine Reise wert – eine gut erhaltene Altstadt mit prächtigen Häusern und Fassaden. Nicht ohne Grund wurden hier bereits einige Filme gedreht, so dass Görlitz auch mittlerweile als Görliwood bekannt ist.

Ausstattung: PureFlow von Brooks, Shorts und Shirt von Brooks, Fitbit Surge, Formbelt

Elsterlauf

Dieses Wochenende verschlug es uns wieder einmal in die Kurstadt Bad Liebenwerda. Diese kleine Städtchen ist im Süden Brandenburgs im Elbe-Elster-Land zu finden.

Grund für unseren Aufenthalt dort war natürlich wieder ein Lauf. Die 38. Auflage des Elsterlaufs lockte uns wie soviele andere Laufbegeisterte an.

Samstagmittag erreichten wir nach drei Stunden Zugfahrt – mit einmal Umsteigen in Cottbus – das reizende Städtchen an der Elster. Der Weg vom Bahnhof ins Stadtzentrum führte uns durch den grünen Kurpark von Bad Liebenwerda.

Bad Liebenwerda

Vorbei am Lubwartturm, dem Wahrzeichen der Stadt, liefen wir zu unserer Unterkunft, der Marktpension. Gerade einmal 15 min und wir hatten unsere Herberge für das Wochenende direkt auf dem historischen Marktplatz von Bad Liebenwerda erreicht.

Am Nachmittag holte ich zunächst die Startunterlagen im nur drei Minuten entfernten Grundschulzentrum ab. Ja, in Bad Liebenwerda sind die Wege kurz!

Beim Elsterlauf werden neben diversen Laufdistanzen – angefangen von Bambiniläufen bis hin zu Halbmarathon – auch Wandern und Familienradeln angeboten. Wir hatten uns für den AOK-Lauf über 5,6 km entschieden. Dies sollte übrigens unsere dritte Teilnahme beim Elsterlauf sein. Bereits 2011 und vor zwei Jahren hatten wir an dieser Laufveranstaltung teilgenommen.

Die Startgebühr betrug gerade einmal 5 Euro und hierfür sollte es im Ziel auch ein Medaille und Urkunde geben.

Am Nachmittag bummelten wir durch die hübsche Altstadt von Bad Liebenwerda und ich war besonders vom Fachwerkhaus auf der Rosmaringasse 4 begeistert. Dieses Haus wurde um 1800 erbaut.

Bad Liebenwerda

Am Abend trafen wir uns mit unseren lieben (Lauf)Freunden beim Pizzaessen im Restaurant Villa Nuova im Kurpark. Im Anschluss schlenderten wir noch über das Brunnenfest, das Stadtfest, in dessen Rahmen der Elsterlauf stattfindet.

Villa Nuova

Bekannt ist Bad Liebenwerda sicherlich einigen durch das gleichnamige Mineralwasser. Die Bad Liebenwerda Mineralquellen GmbH ist auch Sponsor des Laufes. Verdursten während und im Anschluss des Laufes hatte also niemand zu befürchten.

Bad Liebenwerda

Sonntagmorgen konnten wir ausschlafen und wir frühstückten bei einem Bäcker um die Ecke. Dabei sahen wir dem Start der Wanderer um 9 Uhr zu. Im Anschluss ging es für die Radfahrer auf die Strecke. Um 10 Uhr folgten die Halbmarathonläufer, danach die Läufer über die 11 km und 10:10 Uhr erfolgte für uns der Startschuss für die 5,6 km.

Elsterlauf

Start und Ziel fanden auf dem Roßmarkt direkt im Herzen von Bad Liebenwerda statt. Etwa 250 Teilnehmer liefen mit uns die 5,6 km. Insgesamt waren es beim Elsterlauf mehr als 1.000 Teilnehmer.

Es war schon um diese Zeit sehr warm und ich wollte es langsam angehen lassen. Auf den ersten Metern war es recht eng und wir bogen auch gleich nach dem Start scharf rechts ab.

Bad Liebenwerda

Nach wenigen Metern überquerten wir die Elster und liefen erst einmal ein Stückchen am Ufer dieses Flusses entlang. Das war der schönste Teil der Strecke. Der Weg bot zwar nicht viel Platz zum Überholen, aber dafür Schatten.

Dann verließen wir leider das Ufer der Elster und es ging über Feldwege unter einer Brücke hindurch. Dort war vorher noch zur Warnung „Bitte Kopf einziehen“ zu lesen und man mußte in der Tat etwas aufpassen.

Weiter durch irgendwelche Straßen, die ich nicht kannte … Zur Orientierung dienten aber Kilometerschilder und auch die Strecke selbst war gut markiert..

Schließlich ging es wieder zurück Richtung Zentrum und wir durften somit auch erneut an der Elster entlang laufen. Dort erwartete uns ein Getränkestützpunkt und ich war glücklich über das kühle Nass.

Elsterlauf

Noch ein Stückchen durch den Kurpark und dann wieder Richtung Roßmarkt. Hinter dem Lubwartturm konnte ich dann auch das Zieltor erspähen und versuchte auf den letzten Metern noch ein wenig Gas zu geben.

Bei 31:19 min überquerte ich mit hochrotem Kopf die Ziellinie und ließ mir die Medaille umhängen.

Elsterlauf

Im Ziel gab es neben diversen Getränken auch Obst und ich genoß eine leckere Apfelschorle. Im Grundschulzentrum holten wir uns die Urkunden ab und da war ich sehr erfreut auf meiner zu lesen, dass ich Platz 2 (von 8) in der Altersklasse und Platz 21 (von 105) bei den Frauen belegt hatte. Da habe ich mal so einen guten Platz in der Altersklassenwertung belegt und dann gibt es hiefür keine Siegerehrung:-)

Elsterlauf

Dann noch schnell duschen und umziehen und kurz nach 12 hieß es dann wieder Abschied nehmen von der Kurstadt an der Elster. Aber wir waren sicherlich nicht das letzte Mal in Bad Liebenwerda!

Fazit: Den Elsterlauf in Bad Liebenwerda kann ich jedem ans Herz legen, der einen Lauf in der Natur mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis sucht. Außerdem erhält jeder Teilnehmer einen Gutschein mit 25% Rabatt für die Lausitztherme Wonnemar, die man nach dem Lauf besuchen kann.

Ausstattung: PureFlow von Brooks, Tights und Shirt von Brooks, Formbelt, Fitbit Surge

Race for the kids London

Things are always happening to me. I’m that sort of bear.“ Diese Worte stammen von London’s berühmtesten Bären, Paddington Bär. Die bekannte Kinderbuchfigur von Michael Bond wurde nach dem Londoner Bahnhof Paddington benannt. Als großer Fan von Paddington wollte ich diesen wunderbaren Gesellen zu Pfingsten erneut besuchen. Doch nicht nur Paddington Bär war mein Ziel in London, sondern natürlich auch wieder ein Lauf. Am Charity-Lauf Race for the Kids wollte ich teilnehmen.

Freitagabend erreichten wir nach einem kurzen Flug mit British Airways den Flughafen London Heathrow. Dann noch eine Stunde mit der U-Bahn bis zum London Tower und schließlich erreichten wir unser Hotel, das Motel One Tower Hill.

Motel One London Tower Hill

In den Samstagmorgen starteten wir mit lecker Chia-Porridge bei Eat, einer Kette die wir bisher in London noch nicht wahrgenommen hatten. Auf jeden Fall empfehlenswert!

Mit der Tube fuhren wir dann zur Paddington Station. Dort konnte ich es kaum erwarten den süßen Paddington wiederzusehen! Vor einem Jahr hatten wir diesen einmaligen Bären dort das erste Mal besucht. Natürlich musste ein weiteres Foto mit Paddington sein. Enttäuscht war ich, dass der Paddington Shop wegen Umbauarbeiten geschlossen hatte. Aber es gab einen kleinen Stand, an dem ich ein neues Buch erstehen konnte.

Paddington Bear

Zu Fuß liefen wir dann durch den Hyde-Park zum Picadally Circus, wo wir wieder einen Abstecher bei Whole Foods machten. So einige Sachen wanderten dort in die Einkaufstüte und das Mittagessen nahmen wir dort ebenfalls zu uns. Sehr empfehlenswert!

St Pauls Cathedral

Schließlich ging es weiter vorbei an der St. Paul’s Cathedral Richtung Tower zu unserem Hotel.

Am späten Nachmittag spazierten wir schließlich noch an der Themse und der Tower Bridge entlang.

Tower Bridge

Sonntag war dann Lauftag. Wir hatten uns für den Charity-Lauf Race for the Kids angemeldet. Dieser Lauf wird vom Great Ormond Street Hospital veranstaltet, um Mittel für den Aus- und Umbau dieses Krankenhauses zu sammeln.

Wir fuhren mit der U-Bahn bis Stratford und liefen dann zum Queen Elizabeth Olympic Park. Von der Haltestelle war alles perfekt ausgeschildert und Helfer wiesen uns den Weg. 5 Kilometer wurden bei diesem Lauf angeboten und wir hatten umgerechnet 23 Euro dafür bezahlt. Als ausländische Läufer wurde uns das Starterpaket nicht vorab zugeschickt und somit mussten wir uns an die recht lange Schlange anstellen. Nach etwa 20 min Wartezeit hatten wir den Tisch erreicht und dann wurden wir doch tatsächlich Beide nicht in der Starterliste gefunden. Glücklicherweise hatte ich die Anmeldebestätigung dabei und somit erhielten wir doch recht schnell eine Startnummer sowie ein blaues Shirt. Eine Zeitmessung gab es bei diesem Lauf übrigens nicht.

Race for the Kids London

Bei der Anmeldung musste man angeben, ob man die 5 Kilometer laufen, joggen oder walken möchte. Wir wollten die Distanz natürlich laufen und durften somit in den ersten Startblock. Insgesamt gab es mehr als 7.500 Teilnehmer und somit war die Veranstaltung viel größer, wie wir vorher vermutet hatten.

Es ging pünktlich los und wir liefen ganz entspannt los. Wir mussten besonders zu Beginn ziemlich aufpassen, denn es waren viele Kinder dabei, die kreuz und quer liefen. Die Strecke führte durch den Olympischen Park vorbei am Olympiastadion. Hier war 2012 der Hauptveranstaltungsort der Olympischen Spiele in London. War schon toll dort laufen zu dürfen!

Race for the Kids

Neben dem Olympiastadion ist besonders der 115 Meter hohe Aussichtsturm ArcelorMittal Orbit das Highlight im Park.

Unterwegs waren ziemlich viele Schilder zu sehen. Diese wiesen einerseits den Weg, andererseits gab es witzige Motivationssprüche, wie „Touch here for more power.“ zu sehen.

Race for the Kids London

Zweimal konnte man sich unterwegs auch Wasserflaschen holen. Die Strecke war recht abwechslungsreich und die Zeit verging wie im Flug.

Race for the Kids

Ehe wir uns versahen waren die 5 Kilometer vorüber und bei knapp unter 26 Minuten erreichten wir das Ziel. Eine offizielle Zeitmessung gab es, wie bereits erwähnt, nicht.

Race for the Kids

Im Ziel erhielten wir ein Medaille und eine Finishertüte mit einem Getränk, einem Riegel sowie einem süßen Löwen.

Race for the Kids

Bis auf unsere fehlenden Namen in der Starterliste war das ein perfekt organisierter Lauf! Die Helfer waren super drauf und bedankten sich sogar noch beim Gehen für unsere Teilnahme. Wir haben gern dieses Charity Event unterstützt!

Den Nachmittag entspannten wir auf einem Schiff auf der Themse bei Afternoon Tea. 90 Minuten auf der Themse schippern und dabei lecker Sandwiches, Scones und Pimm’s genießen. Yummy!

Afternoon Tea

Am Montagvormittag war Premiere für den ersten Trainingslauf in London. Bisher hatten wir London nur laufend bei Wettkämpfen erkundet. War schon cool das erste Mal über die Tower Bridge zu laufen!

Tower Bridge

Leider hieß es dann noch am selben Tag: Goodbye London! British Airways brachte uns sicher nach Berlin zurück. Die Tage waren wieder viel zu schnell vorbei gewesen. Wie sagt Paddington auch so schön: „Time passes very quickly when you are having fun.

London

Fazit: London ist immer eine Reise wert! Und wann man dort dann auch noch laufend Gutes tun kann, wie beim super organisierten Race for the Kids, dann perfekt!

Ausstattung: PureFlow von Brooks, Tights von Brooks, Formbelt, Fitbit Surge

Wings for Life World Riun

Laufen für die, die es nicht können! Das ist ein schönes Motto und daher war ich auch gleich begeistert, als ich hörte, dass man beim Wings for Life World Run unter diesem Motto laufen würde.

Im Januar hatte ich in München eine Infoverstanstaltung zum Wings for Life World Run besucht. Dieses Event hat mich überzeugt und auch berührt. Daher meldete ich mich kurz danach für den Wings for Life World Run in Poznan an. Ich hatte dann auch schnell weitere Lauffreunde überzeugt und somit war ein Team von fünf Leuten beisammen.

In Deutschland findet der Wings for Life World Run in München statt. Wir hatten uns für Poznan entschieden, da diese polnische Stadt von Berlin aus näher als München ist und auch die Kosten für Übernachtung etc. dort um einiges niedriger sind.

Ich hatte für die Startgebühr 31 Euro inklusive einer kleinen Spende bezahlt. 100 Prozent der Startgelder fliessen in die Rückenmarksforschung.

Freitag nahm ich den Zug von Berlin in die fünftgrößte Stadt Polens. In weniger als drei Stunden erreichte ich Poznan und bezog das sehr preiswerte Zimmer im Traffic-Hotel. Pro Nacht bezahlten wir für das Doppelzimmer gerade einmal 36 Euro. Und im Preis enthalten waren nicht nur Internet, sondern auch gratis Getränke in der Küche.

Hotel Traffic Poznan

Am Abend bummelte ich noch durch das nebenan gelegene Einkaufszentrum Stary Browar (eine ehemalige Brauerei).

Samstagmorgen schnürte ich meine Laufschuhe und lief Richtung Warta. Am Ufer des Flusses entlang genoß ich den Sonnenschein und so wurden daraus sechs Kilometer.

Poznan

Im Anschluss schlenderte ich noch durch die Stadt und über den hübschen Marktplatz. Ein beliebtes Fotomotiv ist das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Täglich um 12 Uhr kann man dort zwei Ziegenböcke bestaunen, die 12 Mal gegeneinander anstoßen.

Poznan

Danach bummelte ich zum Park Zitadelle und genoß dort die Ruhe. Ein total schöner Park, den ich demnächst auch einmal laufend erkunden möchte. Mit etwa 100 Hektar ist dieser Park der größte der Stadt und dort soll es wohl auch Laufveranstaltungen geben.

Brooks

Dann wurde es Zeit das restliche Team vom Bahnhof abzuholen. Wir genoßen ein leckeres Mittagessen und danach machten wir uns mit der Straßenbahn auf den Weg zum Malta-See. Dort befand sich die Startnummernausgabe für den Wings for Life World Run. Wir schienen an dem Nachmittag die Einzigen zu sein, die ihre Startnummern abholen wollten – es waren kaum andere Läufer zu sehen.

Wings for Life World Run

Zum Glück entdeckten wir ein Schild welches uns zum Gebäude wies, in dem es die Startnummern gab. Die Startnummern hielten wir schnell in den Händen und in der Startertüte waren ein weißes Funktionsshirt, eine Dose Redbull, ein Anstecker, Haferbrei, eine Zeitschrift und diverse Flyer zu finden.

Wings for Life World Run

Den Weg zurück zum Hotel spazierten wir bei wunderschönem sommerlichen Wetter am Maltasee zurück.

Wings for Life World Run

Am Abend genoßen wir dann auf dem Marktplatz eine polnische Spezialität: Piroggen mit Sauerkraut und Pilzen. Lecker!

Da der Lauf am Sonntag erst um 13 Uhr starten soll, konnten wir ausschlafen. Wir hatten genügend Zeit für unser Frühstück. Mandy und Andreas machten sich schon etwas früher auf den Weg, da sie ambitionierte Pläne hatten.

Wings for Life World Run Poznan

Svea, André und ich machten uns halb 12 auf den Weg zum Start am Maltasee. Die Straßenbahn war voll mit Läufern. Am See angekommen waren Tausende von Läufern zu sehen und die Sonne brannte schon wie verrückt vom blauen Himmel.

Wings for Life World Run Poznan

Wir stellten uns dann irgendwann in unseren Startblock und zahlreiche La-Ola-Wellen liefen durch das Starterfeld bevor es losgehen sollte. Von den zahlreichen polnischen Ansagen verstanden wir zwar nix, aber wir hofften, dass nichts Wichtiges verkündet wurde.

Wings for Life World Run

13 Uhr ging es dann endlich los und es war erst einmal sehr voll. Wir liefen am Ufer des Maltasees entlang Richtung Innenstadt. Die Stimmung war super! Wenn es nur nicht so warm gewesen wäre … Ich fühlte mich wie im Sommer und schon im Startblock war mir total warm gewesen.

Wings for Life World Run

Da es so heiß war, hatte ich beschlossen mit Svea gemeinsam zu laufen. Außerdem zählte beim Wings for Life World Run für mich nur die Teilnahme. Somit liefen wir also ganz gemütlich Richtung Zentrum. Der ursprüngliche Plan war eigentlich gewesen beim Hotel (etwa Kilometer 5,5) auszusteigen. Aber dann erfuhren wir, dass es  Medaillen geben sollte und zwar nur im Startbereich. Somit mussten wir also auf jeden Fall noch einmal an den Maltasee zurück.

Wings for Life World Run

Kurz vor dem Hotel gab es endlich die erste Getränkestation und das Wasser, Redbull und die Bananen hatten wir auch wirklich nötig. Danach ging es gleich viel einfacher und wir liefen erst einmal weiter.

Wings for Life World Run

Der nächstbeste Punkt zum Aussteigen wäre etwa bei Kilometer 10, da wir dort wieder in der Nähe vom Maltasee wären. Also liefen wir weiter und hielten Ausschau nach dem Catcher Car, welches von hinten kommen sollte. Beim Wings for Life World Run gibt es ja keine Ziellinie, sondern das Catcher Car bestimmt, wenn Dein Lauf zu Ende ist. Sobald Du vom Auto überholt wirst, ist der Lauf für Dich beendet. Derjenige, der am längsten dem Catcher Car davonlaufen kann, hat gewonnen.

Wings for Life World Run

Wir hatten dann den achten Kilometer geschafft und plötzlich wurde es laut hinter uns. Das erste Auto war aber nur eins, welches die zwei Catcher Cars knapp dahinter ankündigte. Und dann war es soweit – wir wurden vom Catcher Car überholt. Damit war für uns bei Kilometer 8,3 das Rennen zu Ende. Das passte aber ganz gut. Wir gingen dann gemeinsam mit vielen anderen Läufern weiter auf der Laufstrecke, denn in dieser Richtung war der Maltasee. Es waren sicherlich noch fast vier Kilometer, die wir bis zum Race Village am Maltasee zu Fuß zurücklegen mussten. Unsere Lauffreunde hatten da mehr Glück. Sie wurden erst nach Kilometer 10 vom Catcher Car erwischt und dort gab es dann auch Busse, die die Läufer regelmäßig zum Race Village brachten.

Wings for Life World Run

Im Race Village gab es dann sogar noch eine Art Zieleinlauf und dort erhielten wir unsere Medaillen. Im Ziel gab es auch noch Getränke und dort trafen wir sogar zufällig Mandy und André wieder.

Unser Team hat ingesamt 65 Kilometer geschafft – vielen Dank an das gesamte Team für die Unterstützung!

Wings for Life World Run Poznan

Wir liefen dann zur Straßenbahnhaltestelle und fuhren zurück zum Hotel. Die Zeit reichte gerade für eine schnelle Dusche und dann wurde es auch schon Zeit für unseren Zug.

Kurz nach 19 Uhr trafen wir am Sonntagabend wieder in Berlin ein. Das war wieder ein wunderbares Wochenende in meiner polnischen Lieblingsstadt! Ich bin froh, dass wir in Poznan beim Wings for Life World Run teilgenommen haben. Biegniemy dla tych, którzy nie mogą. – Laufen für die, die es nicht können!

Fazit: Wer etwas für eine gute Sache tun möchte, sollte definitiv den Wings for Life World Run in Betracht ziehen. Die Auflage in Poznan war super organisiert! Wer nicht unbedingt in Poznan laufen möchte, der hat die Auswahl unter 34 Städten weltweit. Nächstes Jahr sind wir sicherlich wieder bei einem der Wings for Life World Runs irgendwo auf der Welt dabei. Sehen wir uns am 7. Mai 2017?

Ausstattung: Launch von Brooks, Shorts und Shirt von Brooks, Fitbit Surge, Formbelt

Vaduzer Staedtlelauf

Wie einige vielleicht wissen, bin ich ein Länderläufer. Ihr könnt mit diesem Begriff nichts anfangen? Länderläufer haben das Ziel in sovielen Ländern der Welt wie möglich an einem Laufwettkampf teilzunehmen. Ich belege bisher mit 32 Ländern Platz 14 in der Länderläufer-Bestenliste. Doch an diesem Wochenende sollte ein weiteres Land hinzukommen: Liechtenstein! Im sechstkleinsten Staat der Welt wollte ich am Vaduzer Städtlelauf teilnehmen. Liechtenstein ist gerade einmal 160 Quadratkilometer groß und die Hälfte davon ist von Gebirge bedeckt. Das Fürstentum ist Wohnsitz für 38.000 Menschen. Eine weitere Besonderheit – weltweit gibt es nur zwei Länder, die so heißen wie ihr Staatsoberhaupt. Liechtenstein ist eins davon.

Schweiz

Mit Air Berlin ging es am Samstagmorgen in etwas über einer Stunde nach Zürich. Von dort aus nahmen wir den Zug und fuhren über Zürich Hauptbahnhof nach Sargans. Dort stiegen wir in den Liechtenstein-Bus, welcher uns in 30 min in die Hauptstadt Vaduz brachte.

Liechtenstein Bus

Dort angekommen herrschte fast sommerliches Wetter und wir genoßen unsere Pizza draußen im Sonnenstein im Städtle, dem Zentrum von Vaduz.

Am Rathaus holten wir dann unsere Startunterlagen für die 10 km ab. Dies sollte der Hauptlauf des Vaduzer Städtlelaufs sein. Außerdem waren noch diverse Läufer für die Kinder und Teenager im Angebot. Diese Läufe waren übrigens gratis. Wir hatten für unsere Teilnahme knapp 24 Euro bezahlt. Außer einer Startnummer gab es für diesen Preis leider erst einmal nichts. Aber ein Finisher-Preis war angekündigt.

Vaduz

Nachdem wir die Startunterlagen abgeholt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel Mühle. Etwa 2 km vom Stadtzentrum entfernt, kostete dieses etwas altmodische Hotel immer noch staatliche 150 Euro pro Nacht!

Hotel Mühle

Am späten Nachmittag machten wir uns dann wieder auf den Weg ins Städtle. 16:45 Uhr sollte unser Lauf starten und ich war über das sehr kleine Starterfeld erstaunt. Nach Angaben des Moderators waren es gerade einmal 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das machte mir ein wenig Sorgen, denn ich wußte, dass die Strecke sehr viele Höhenmeter bereithielt. Frauen waren auch nicht sehr viele am Start zu sehen.

Vaduzer Städtlelauf

Zunächst einmal liefen wir zwei Runden – eine war knapp über ein Kilometer – durch das Städtle. Da war noch alles flach und es gab sogar auf jeder Runde etwas zu trinken. Es war noch recht warm, aber ich war auch ganz froh darüber. Eigentlich waren niedrige Temperaturen und Regen angesagt und daher wollte ich mich nicht über die Wärme beklagen.

Vaduzer Städtlelauf

Nachdem die zwei Städtle-Runden geschafft waren, begann der Horror … Ein steiler Anstieg wartete auf uns und ich versuchte erst gar nicht diesen laufend zu bewältigen. Ich ging hoch und selbst die Anfeuerungsrufe der Zuschauer konnten mich davon nicht abhalten:-)

Vaduzer Städtlelauf

Wir liefen dann in die Weinberge der Fürstlichen Hofkellerei und das war der schönste Teil der Strecke. Entlang der Weinreben und im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Alpen – da musste ich einfach eine Fotopausen einlegen!

Vaduzer Städtlelauf

Es ging dann wieder bergab und zurück ins Städle. Bereits bei Kilometer 4 überholten mich die führende Gruppe. Das war etwas demotivierend. Aber was mich noch mehr frustrierte, war der Gedanke, dass ich noch zweimal diesen steilen Anstieg bewältigen musste. Trotz jubelnder Zuschauer ging ich auch beim zweiten Mal langsam hoch. Der Abschnitt über die Weinberge war wieder schön und besonders toll fand ich die Kinder dort, die einen super anfeuerten. Dann die vorletzte Runde im Städtle und schließlich durfte ich das letzte Mal den Anstieg „genießen“. Ein Großteil der Läufer war zu diesem Zeitpunkt schon im oder kurz vor dem Ziel.

Vaduzer Städtlelauf

Ein letztes Mal über die Weinberge und dann stand nur noch die kleine Runde im Städtle an. Der Blick auf die Uhr zeigte, dass ich sogar noch in unter eine Stunde finishen könnte. Und dank Zielspurt schaffte ich den Lauf in 57:24 min und erzielte damit Platz 13 (von 17) in der Alterklasse und Platz 44 (von 63) bei den Frauen. Ich war froh diese anstrengende Strecke bewältigt zu haben und damit in Land 33 gelaufen zu sein.

Vaduzer Städtlelauf

Auch wenn es ein kleiner Lauf war, so waren doch die Zuschauer in Vaduz besonders toll. So viel wurde ich noch nie mit „Hopp, hopp, hopp!„angefeuert! Und viele feuerten einen sogar mit Namen an. Selbst beim Zieleinlauf erwähnte der Moderator jeden Finisher mit Namen.

Vaduzer Städtlelauf

Wir holten uns dann noch den Finisherpreis ab, der aus einem Holzbrett, einer Trinkflasche und einer Packung Würste bestand. Die Würste haben wir dann als Vegetarier dort gelassen.

Vaduzer Städtlelauf

Den Abend beendeten wir dann noch ganz entspannt in unserem Hotel.

Am nächsten Vormittag brachten uns dann wieder Bus und Bahn über Sargans zurück zum Züricher Flughafen. Und nun regnete es auch – wie gut, dass der Regen noch bis Sonntag gewartet hatte!

Fazit: Der Vaduzer Städtlelauf ist ein kleiner, aber feiner Volkslauf in Liechtenstein! Wem ein paar Höhenmeter nichts ausmachen, der darf durch schöne Weinberge laufen, einen wunderbaren Blick auf schneebedeckte Gipfel werfen und sich von tollen Zuschauern anfeuern lassen!

Ausstattung: Transcend von Brooks, Tights und Shirt von Brooks, Formbelt, Fitbit Surge

 

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