Bonn Marathon

Ich gestehe es – ich habe bisher noch nie die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn mit eigenen Augen gesehen! Was lag da näher als den Bonn-Marathon als Grund für eine Reise an den Rhein zu wählen. Gut, dass dort neben der vollen Distanz auch ein Halbmarathon und Staffeln angeboten werden.

Ich meldete mich für 50 Euro für den Halbmarathon an. Hätte ich mich früher für diesen Lauf entschieden, dann hätte ich auch nur 34 Euro zahlen müssen.

Samstagvormittag machte ich mich für gerade einmal neun Euro (hatte mir eine Freifahrt mit meinen Bahnbonus-Punkten zusammengespart) mit dem ICE auf den Weg nach Bonn.

Dort angekommen, waren es nur noch 10 min zu Fuß in mein Hotel. Ich hatte das Sternhotel gewählt, denn dieses lag strategisch günstig direkt auf dem Markt und damit am Ziel.

Bonn

Am Nachmittag holte ich mir zunächst die Startunterlagen in einem großen Zelt auf dem Münsterplatz ab. Außer einem knallgelben T-Shirt (die Deutsche Post ist Sponsor dieses Laufevents) und einer gelben Plastiktüte, gab es leider keine weiteren Goodies.

Den restlichen Nachmittag genoß ich den Sonnenschein am Rhein, bewunderte die Kirschblüten in der Altstadt und erkundete die Innenstadt. Ist schon ein nettes kleines Städtchen, unsere ehemalige Bundeshauptstadt!

Bonn

Am Sonntagmorgen weckte mich das Handy schon kurz vor 7 Uhr. So wirklich Lust zum Aufstehen hatte ich ja nicht …

Glücklicherweise konnte ich im Hotel schon ab 7 Uhr frühstücken und ich war nicht die einzige Läuferin, die zu so früher Stunde schon am Kaffeetrinken war.

Der Start war quasi hinter dem Hotel und ich war überpünktlich etwa 20 min vor dem Startschuss vor Ort. Es war mit etwa 6° C recht kühl, doch dafür schien schon die Sonne.

Bonn Marathon

Leider überblickte ich nicht so wirklich die Situation mit den Startblöcken und ich stellte mich einfach irgendwo rein. Nachdem die Skater zuerst auf die Strecke geschickt wurden, durften auch die ersten Halbmarathonläufer los. Aber ich hatte mich wohl in einen Startblock zu weit hinten eingeordnet. Ich wartete und wartete und nix passierte. Etwa 20 Minuten nach dem offiziellen Startschuss klettere ich über ein Gitter, um nicht noch länger warten zu müssen. Und in der Tat, kurze Zeit später, durfte ich dann auch endlich die Startlinie überqueren.

Zu Beginn war es wirklich sehr voll, aber die Straße war auch recht eng. Wir bogen ziemlich schnell nach rechts ab und dann liefen wir schon über die Kennedybrücke über den Rhein nach Beuel. Und diesen Stadtteil von Bonn sollten wir dann auch erst nach dem siebten Kilometer wieder verlassen. Doch zunächst einmal galt es das erste Drittel der Strecke überhaupt zu bewältigen. In Beuel wurde es ein wenig ruhiger, doch Zuschauer standen doch ab und an am Straßenrand. Und auch der erste Getränkepunkt mit Wasser, Tee, Isogetränk, Cola und Bananen war schnell erreicht. Ich sollte bei diesem Halbmarathon bei Tee bleiben.

Bonn Marathon

Kilometer 5 hatte ich in 30 min erreicht und drei Kilometer später lief ich wieder über die Kennedybrücke zurück nach Bonn. Dort liefen wir dann bis fast Kilometer 13 am Rhein entlang, was ich besonders toll fand. Kilometer 10 hatte ich übrigens in 1:01 h geschafft.

Für musikalische Unterhaltung sorgten diverse Bands an der Strecke, aber auch so einige Zuschauer feuerten uns am Rhein an.

Bonn Marathon

Ab Kilometer 10 meldete sich dann meine linke Knieaußenseite ein wenig und kurze Zeit später noch mein rechter Knöchel. Doch glücklicherweise war davon ab Kilometer 15 nichts mehr zu spüren und ich konnte dort wieder ein wenig an Tempo zulegen.

Bei Kilometer 17, am Post-Tower, lag eine Spendenmatte aus. Mit dem Überlaufen dieser Matte habe ich automatisch zwei Euro für das Projekt „Deutscher Post-Marathon für den Bonner Sport“ gespendet. 2014 sind dabei über 60.000 Euro zusammengekommen. Definitiv eine gute Sache!

Bonn Marathon

Immer gerade aus – zunächst auf der Friedrich-Ebert-, dann auf der Willy-Brandt- und schließlich auf der Adenauer-Allee – liefen wir wieder Richtung Ausgangspunkt. Ich überschlug meine mögliche Endzeit im Kopf und war mir sicher, dass ich auf jeden Fall eine 2:15 h schaffen würde – bei etwas mehr Tempo sogar eine 2:14 h.

Schließlich hatten wir wieder die Bonner Innenstadt erreicht und dort begann am Hofgarten dann der schönste Abschnitt des gesamten Laufes. Viele jubelnde Zuschauer und Musik begleiteten mich auf dem letzten Kilometer ins Ziel. Da störte ich auch nicht, dass ich teilweise über Kopfsteinpflaster laufen musste.

Bonn Marathon

Spätestens als ich das Zieltor auf dem Marktplatz erblickte und die letzten Meter über den postgelben Teppich lief, wußte ich wieder, warum ich an diesem Sonntagmorgen so früh aufgestanden war. Schade, dass so ein Finish immer so schnell vorbei ist!

Bonn Marathon

Bei 2:13:37 h überquerte ich die Ziellinie. Damit war ich sehr zufrieden, denn ich hatte unterwegs einige Pausen an den Getränkestationen eingelegt und für Fotos hatte ich mir auch mal wieder Zeit genommen :-) In meiner Alterklasse belegte ich Platz 154 (von 208) und bei den Damen Platz 1.292 (von 1.843). Mein ingesamt 26. Halbmarathon war also erfolgreich. Von den bisher sechs Halbmarathons in diesem Jahr, war es nach Berlin und Barcelona, die drittschnellste Zeit.

Bonn Marathon

Eine schicke Medaille ließ ich mir um den Hals hängen und einen Becher Wasser holte ich mir noch ab. Eigentlich hatte ich auch noch einen Gutschein für Getränke und Essen an der Startnummer, aber ich hatte keine Lust hierfür extra noch ins sog. Verpflegungsdorf zu laufen. Die Dusche, nur wenige Meter entfernt in meinem Hotelzimmer, lockte doch zu sehr.

Bonn Marathon

Und so entspannte ich dann lieber im Bett und verbrachte so die zwei Stunden vor der Rückfahrt nach Berlin ganz gemütlich.

Alles in allem, hat mir der Halbmarathon in Bonn ganz gut gefallen, auch wenn ich das Laufshirt weniger hübsch fand und lieber weniger bezahlt hätte. Der Lauf hat mich ein wenig an den Halbmarathon in Köln erinnert. Aber für Bestzeiten besser geeignet, ist auf jeden Fall der Berliner Halbmarathon!

Ausstattung: Transcend von Brooks, TomTom Runner Cardio

 

Elbdeichmarathon Tangermünde

Kennt Ihr die zweitbeliebteste Klein- und Mittelstadt Deutschlands? Eine Hotelbuchungswebsite hat diese vor kurzem wählen lassen und zufälligerweise wurde es die Stadt, in der wir dieses Wochenende laufen wollten. Die Hansestadt Tangermünde im nördlichen Sachsen-Anhalt war das Ziel unserer Reise und hatte den zweiten Platz belegt.

Tangermünde

Nachdem wir dort bereits 2013 über die 10 km beim Elbdeichmarathon teilgenommen hatten, bestiegen wir am Samstagvormittag erneut den Zug um nach Tangermünde zu fahren. Die reine Fahrtzeit beträgt gerade einmal 1:15 h von Berlin (zuzüglich 45 min zum Umsteigen in Stendal).

Tangermünde

Gegen Mittag trafen wir in der Stadt mit knapp über 10.000 Einwohnern ein. Der Name Tangermünde kommt übrigens dadurch zustande, da sich die Stadt an der Mündung des Tangers an der Elbe befindet.

Tangermünde

Schnell hatten wir uns Zimmer namens Hansekontor im Themenhotel Exempel Schlafstuben bezogen. In diesem Hotel ist jedes Zimmer individuell eingerichtet – passend zur Geschichte der Stadt.

Tangermünde

Bei schönstem Sonnenschein schlenderten wir durch die süße Altstadt mit Fachwerkhäusern, dem historischen Rathaus und liefen schließlich am Hafen entlang zur Burganlage. Auf der Terasse des Schlosshotels genossen wir bei einem wunderbaren Blick über die Elbe eine Tasse Kaffee.

Elbdeichmarathon

Um 15 Uhr öffnete die Startnummernausgabe direkt am Hafen. Für die Startgebühr hatten wir 13 Euro bezahlt und dafür gab es eine gut gefüllte Startertüte. Inklusive war außerdem eine Portion Pasta und am Renntag selbst noch ein weiterer Snack. Schade war nur, dass die vegetarische Soße nicht mehr vorrätig war und wir unsere Pasta dadurch nur mit Ketchup essen konnten.

Elbdeichmarathon Tangermünde

 

Am Abend nahmen wir unser Essen im Beichtstuhl (wir saßen beim Essen wirklich in einem!) in der Zecherei ein – ein empfehlenswertes mittelalterliches Restaurant!

Da unser Lauf am Sonntag erst nach 10 Uhr starten sollte, konnten wir ausschlafen und ganz in Ruhe frühstücken.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Kurz nach 10 liefen wir die wenigen Meter zum Start am Hafen. Dort wurden gerade die Marathonläufer und kurz danach die Halbmarathonläufer auf die Strecke geschickt. Für uns war es 10:20 Uhr soweit. Über 700 Teilnehmer wollten an diesem sonnigen, aber sehr windigen, Morgen die 10 km laufen.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Wir hatten uns recht weit vorn ins Starterfeld gestellt, um dem Gedränge zu Beginn etwas zu entgehen.

Nach wenigen Metern galt es einen kleinen Anstieg zu bewältigen und eine Brücke und dann waren wir schon auf dem Elbdeich. Und dort liefen wir dann die ganze Zeit auf dem Elberadweg entlang. Der war zwar recht schmal, aber das Feld hatte sich mittlerweile bereits auseinander gezogen und es gab kaum noch Platzprobleme.

War ich den ersten Kilometer noch in knapp über 5 min/km gelaufen, so wurden die nächsten Kilometer doch deutlich langsamer. Das lag aber am fiesen Gegenwind, den ich auch noch von vor zwei Jahren in unangenehmer Erinnerung hatte.

Gar zu gern wäre ich ja mal für ein Foto stehen geblieben, um die Läufer, wie auf einer Perlenkette aufgereiht am Elbufer entlang, zu fotografieren. Das wäre sicherlich ein toller Schnappschuss geworden! Aber ich lag recht gut in der Zeit und wollte sehen was geht.

Bei etwa Kilometer 3,7 kam mir der führende (und spätere Sieger) Frank Schauer entgegen. Dies war möglich, da wir auf einer Wendestrecke liefen. Kurz bevor ich die Hälfte der Strecke erreicht hatte, kam ein Getränkepunkt in Sicht und das Wasser hatte ich auch dringend nötig.

Kilometer 5 hatte ich in einer Zeit von 26:45 min erreicht und ich rechnete mit einer Endzeit von mindestens 54 min. Außerdem spekulierte ich auf der zweiten Streckenhälfte mit Rückenwind. Aber irgendwie hatte der Wind wohl gedreht, denn er kam teilweise immer noch von vorn.

Glücklicherweise konnte man beim Getränkepunkt zum zweiten Mal zulangen und dann ging es weiter zurück Richtung Hafen von Tangermünde.

Die nächsten Kilometer lief ich dann alle im ungefähren 5:20er Schnitt. Doch als ich das Schild für Kilometer 9 erspähte, hielt mich nichts mehr auf. Tatsächlich bin ich den letzten Kilometer in 4:31 min/km gelaufen. Das war glaube ich mein bisher schnellster Kilometer jemals bei einem 10-km-Lauf.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Somit schaffte ich sogar noch eine Zeit von 52:58 min, welche mir Platz 9 (von 55) in meiner Altersklasse und Platz 38 (von 345) bei den Damen bescherte. Und außerdem wurde es meine bisher drittschnellste 10-km-Zeit überhaupt. Damit war ich sehr zufrieden!

Elbdeichmarathon Tangermünde

Wer schnell läuft, muss auch etwas essen und somit wurde in den Exempel Gaststuben lecker gespeist. Dieses Restaurant ist eindeutig eine Empfehlung!

Exempel Gaststuben Tangermünde

Alles in allem, war das Wochenende, inklusive Lauf beim Elbdeichmarathon, in Tangermünde wieder perfekt! Nicht nur die Altstadt ist einen Besuch wert, sondern auch der Lauf ist sehr empfehlenswert! Außerdem bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine schöne, naturbelassene Strecke an der Elbe entlang.

Elbdeichmarathon Tangermünde

Ausstattung: PureFlow von Brooks, TomTom Runner Cardio

thessaloniki

Ostern bei Sonnenschein an der Küste Griechenlands – das hörte sich nach einem perfekten Plan an! Und so buchten wir bereits vor vielen Monaten unsere Flüge in die zweitgrößte Stadt Griechenlands – nach Thessaloniki.

Passenderweise sollte zu Ostern die zehnte Auflage des Alexander the Great Marathons in Thessaloniki stattfinden. Neben der Königsdistanz standen auch 5 und 10 km zur Auswahl. Unsere Entscheidung fiel auf die 10 km und die Startgebühr betrug hierfür 25 Euro. Im Preis enthalten war ein Funktionsshirt und eine Medaille.

Thessaloniki

Karfreitag landeten wir nach einem zweistündigen Flug in der Küstenmetropole am Thermaischen Golf. Kalimera! Der total überfüllte Flughafenbus brachte uns schließlich in einer Stunde in das Zentrum von Thessaloniki, wo wir ein Zimmer im Hotel Bristol gebucht hatten.

Thessaloniki

Am Samstagvormittag begaben wir uns zu Fuß an der Uferpromenade zum Wahrzeichen von Thessaloniki, dem Weißen Turm. Dort sollte am Sonntag das Ziel für alle Läufe im Rahmen des Alexander the Great Marathons sein. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Messegelände, wo wir in Halle 7 unsere Startunterlagen in Empfang nehmen konnten. Die Laufmesse war relativ übersichtlich und die Startunterlagen erhielten wir ohne Wartezeit. Geärgert habe ich mich nur, dass ich trotz Vorbestellung das Laufshirt nur in M statt S nehmen musste. Also ein weiteres Shirt nur für den Schrank …

OTE Tower

Direkt neben der Laufmesse befand sich der 76 m hohe OTE-Tower. Mit dem Fahrstuhl fuhren wir nach oben ins Restaurant, welches sich dreht. Bei einer teuren Cola von sechs Euro genossen wir den wunderbaren Blick über Thessaloniki. Definitiv eine Empfehlung!

Thessaloniki

Am Nachmittag sahen wir noch den Läufer, der die Flamme zum Weißen Turm brachte. Diese Flamme wurde in Pella, dem Geburtsort von Alexander dem Großen, entzündet und dann über die gesamte Marathonstrecke bis zum Weißen Turm transportiert.

Thessaloniki

Am Vorabend des Laufes fragten wir noch den netten Mann an unserer Hotelrezeption um Rat. Die Informationen zum Lauf waren auf Englisch nur sehr spärlich und wir waren uns immer noch nicht sicher, wo genau der Start für die 10 km sein sollte. Die Marathonläufer konnten einen Transfer in Anspruch nehmen, aber die 5- und 10-km-Läufer mussten sich selbst um die Anreise zum Start kümmern. Immerhin konnte man mit der Startnummer kostenlos Bus fahren, aber das Ziel (ein Stadion außerhalb vom Stadtzentrum) konnte ich selbst mit Google Maps nicht finden.

Unser Stadtplan erhielt vom netten Griechen an der Rezeption Markierungen für die Bushaltestellen und ansonsten wurde uns versichert, dass ein Taxi auch nicht teuer wäre.

Hotel Bristol Thessaloniki

Ostersonntag klingelte der Wecker bereits halb 7 und glücklicherweise konnten wir schon vor 7 Uhr frühstücken. Danach machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Doch weder bei der ersten noch bei der zweiten Haltestelle waren die Buslinien erwähnt, die wir benötigten. Außerdem waren keine weiteren Läufer zu sehen. Also stiegen wir dann doch in ein Taxi. Glücklicherweise hatte ich die Seite mit der Location für den Start aus dem Programmheft dabei und das war auch gut so. Denn der Taxifahrer sprach kein Wort Englisch und ich hätte den Namen des Stadions auch nicht auswendig gewusst (Lesen konnte ich die griechischen Buchstaben auch nicht hundertprozentig). Nach etwa 15 min Fahrtzeit trafen wir glücklicherweise am Startort ein. Viele Läufer waren zu sehen. Und die Überraschung beim Fahrpreis – gerade einmal vier Euro kostet die Fahrt!

Thessaloniki

Eine Stunde vor dem offiziellen Start waren wir bereits am Stadion von Ampelokipi-Menemeni. Es war recht frisch (um die 9° C) und auch bewölkt.

Thessaloniki

Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Start im Stadion und irgendwann war es dann auch soweit und wir begaben uns in den Startblock. Etwa 3.000 Teilnehmer verzeichnete der 10-km-Lauf und der Männeranteil war sehr groß.

Alexander the Great Marathon

Fliegende bunte Luftballons brachten etwas Farbe in den grauen Himmel von Thessaloniki, als wir 8:45 Uhr losliefen. Auf den ersten Metern war es sehr eng und viele langsame Läufer hatten sich eindeutig zu weit vorn eingeordnet. Da es mittlerweile auch angefangen hatten zu regnen, wurde es auf der Straße nass und es galt umso mehr aufzupassen.

Zunächst liefen wir kreuz und quer und in der näheren Umgebung des Stadions und so waren dann schon zwei Kilometer geschafft, bis wir endlich Richtung Zentrum liefen.

Alexander the Great Marathon

Kilometerschilder waren nur schwer zu entdecken und ebenso Zuschauer ;-) Für mehr Stimmung an der Strecken sorgen fast die bellenden Hunde. Spektakulär kann die Strecke auch nicht wirklich genannt werden – es sei denn man findet etwas heruntergekommene Häuser oder langweilige Straßen mit Müll spannend :-)

Alexander the Great Marathon

Glücklicherweise gab es nach der Hälfte der Strecke, die ich in 27 min erreicht hatte, etwas zu trinken. Obwohl es nass von oben kam, so war mir doch mittlerweile recht warm geworden und ich war dankbar für die Wasserflasche.

Bei etwa Kilometer 8 gab es dann noch einmal Wasserbecher und kurz danach erreichten wir dann auch die Küstenstraße, die wir bereits kannten. Dort ging es nur noch gerade aus und da waren auch Zuschauer und etwas Stimmung zu finden.

Alexander the Great Marathon

Der Weiße Turm war von weitem zu sehen und als das dort befindliche Zieltor in Sicht kam, legte ich noch einmal einen Endspurt ein.

Alexander the Great Marathon

Bei 54:09 h erreichte ich das Ziel und belegte damit Platz 14 (von 114) in meiner Altersklasse und Platz 81 (von 779) bei den Damen. Damit war ich sehr zufrieden!

Alexander the Great Marathon

Im Ziel erhielten wir eine wirklich tolle Medaille und auch noch einmal Wasser. Da es immer noch regnete, liefen wir schnell ins Hotel zurück, wo wir noch einmal frühstückten :-)

Alexander the Great Marathon

Griechenland ist damit Land Nummer 26, in dem ich an einem Lauf teilgenommen habe. Auch wenn der Lauf eher unspektakulär war, so gab es doch eine hübsche Medaille und bei Sonnenschein ist sicherlich der letzte Kilometer am Meer entlang auch schöner.

Auch wenn sich die griechische Sonne beim Lauf nicht blicken ließ, so war es dennoch ein wunderbares Wochenende in Thessaloniki! Αντιο!

Ausstattung: PureGrit von Brooks, TomTom Runner Cardio

 

berlin hm

Gibt es eine Silberhochzeit bei Läufen? Ich wäre wohl von selbst nicht darauf gekommen, wenn mir nicht eine Arbeitskollegin genau diesen Kommentar unter ein Bild von mir auf Instagram geschrieben hätte. Denn der Berliner Halbmarathon sollte mein 25. Halbmarathon ingesamt werden und wenn man 25 Jahre verheiratet ist, dann feiert man eben Silberhochzeit :-) Wie auch immer, mein Jubiläumslauf hatte mit dem Berliner Halbmarathon einen gebührenden Wettkampf gefunden. Denn hier in Berlin war ich 2008 meinen ersten Halbmarathon gelaufen und nun sollte ich das sechste Mal das Berliner Pflaster laufend erobern.

Halbmarathonmesse

Donnerstagnachmittag holte ich mit der lieben Anna, die aufgrund ihrer anstehenden Halbmarathonpremiere schon total aufgeregt war, die Startunterlagen im Flughafen Tempelhof ab. 30 Euro hatte mich die Anmeldung letztes Jahr im Sommer gekostet und der Lauf war schon seit langem ausverkauft.

Auf der Messe war es relativ leer, was auch gut so war.

Am Samstagabend trafen wir uns mit Lauffreunden zum Plaudern und Pastaessen bei unserem Stammitaliener für derartige Ereignisse in Berlin-Mitte. Diese Pastaparty werden wir wohl nie vergessen, denn es gab einen 15-minütigen Stromausfall! War das ein schlechtes Omen für den Lauf am nächsten Tag? Schließlich war ja Vattenfall Hauptsponsor …

Pastaparty

Aber am Sonntagmorgen machten wir uns dann eigentlich mehr Sorgen um das Wetter. Eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent wurde angekündigt und am Morgen hatte es auch bereits geregntet. Aber irgendwie scheint der Wettergott ein Läufer zu sein, denn in der Tat sollte der gesamte Halbmarathon trocken bleiben. Erst am Nachmittag kamen wieder Regentropfen vom Himmel.

Über die Temperaturen von 12° C konnte man sich eigentlich auch nicht beklagen. Ich hatte mir mein langärmliges Shirt von Brooks und die neue Weste sowie halblange Tights für meinen Jubiläumslauf ausgewählt.

Da wir nur fünf Minuten vom Startbereich auf der Karl-Marx-Allee entfernt wohnen, konnten wir trotz Zeitumstellung relativ lange schlafen und sind erst 20 min vor dem offiziellen Start im Startbereich gewesen.

Halbmarathon Berlin

Nur vor den Eingängen der Startblocks gab es ein wenig Gedränge – sonst war aber alles okay. Bevor ich in meinem Startblock verschwand, traf ich noch meinen Bruder, der auch vor seiner Halbmarathonpremiere stand.

Kurz vor 10 Uhr war ich dann schließlich im Startblock, wo ich erfuhr, dass sich der Start verspäten würde. Doch dafür traf ich noch zufällig die liebe Susanne und wir plauderten die letzten Minuten.

Halbmarathon Berlin

Schließlich durften die ganz Schnellen loslaufen und etwa 25 min später passierten auch wir die Startlinie. Im Angesicht des Fernsehturms und an vielen Zuschauern vorbei, gab ich Gas, um schnell etwas Platz zu haben. Besonders auf den ersten Metern ist es beim Halbmarathon in Berlin immer recht voll.

Vorbei am Französischen Dom und der Humboldt-Universität waren wir dann schon am Brandenburger Tor, durch welches wir hindurchlaufen durften. Weiter gerade aus ging es zur Siegessäule, hinter welcher die ersten fünf Kilometer erreicht waren. 28:56 min zeigte die Uhr zu diesem Zeitpunkt – eine super Zeit für mich! Das motivierte und ich versuchte weiter in einem Tempo von unter 6 min/km weiterzulaufen. Aber Zeit für eine kurze Gehpause nahm ich mir dann doch beim Getränkepunkt. Der warme, süße Tee wollte in Ruhe getrunken werden ;-)

Es gelang mir gut das Tempo vom Anfang zu halten und Kilometer 10 erreichte ich dann bei 58:40 min. Mittlerweile waren wir bereits am Schloss Charlottenburg entlang gelaufen und kurz nach Kilometer 11 war der Kurfürstendamm erreicht.

Ich wußte zwar, dass ich auf Bestzeitenkurs war (die alte Bestzeit stammte mit 2:07 h aus 2008), aber bei einem Halbmarathon kann noch soviel passieren. Im Februar in Barcelona hatte ich das leider erfahren müssen, als ich bis Kilometer 15 super in der Zeit lag und dann Probleme mit dem linken Knie bekam.

Die nächsten Kilometer vergingen aufgrund der vielen Zuschauer sehr schnell. An der Urania war der Kilometer 15 erreicht und dort zeigte die Uhr 1:28 h. Bisher sah immer noch alles sehr gut aus.

Aber so langsam wurden dann meine Beine doch müde. Doch dafür hatte ich keinerlei sonstigen Beschwerden und ich begann langsam auszurechnen, welches Tempo ich mir erlauben darf, damit es mit der neuen Bestzeit klappt.

Die Stimmung am Potsdamer Platz und am Checkpoint Charlie half sehr über die letzten Kilometer und schließlich war ich schon auf der Leipziger Straße. Nur noch etwas über zwei Kilometer zum Ziel und die Zeit sah noch super aus!

Der vorletzte Kilometer war wohl der schwerste Abschnitt und dann konnte ich auch erst nicht das Schild für Kilometer 20 entdecken (das war umgefallen). Als ich es schließlich doch noch erspähte, konnte mich nichts mehr bremsen. Ich wußte, dass ich die letzten Meter auf dem Weg zur neuen Bestzeit vor mir hatte und war dann sogar noch in der Lage den zweitschnellsten Kilometer des gesamten Laufes hinzulegen.

Nach rechts in die Karl-Marx-Allee abbiegen und da war das Ziel zu sehen! Und bei 2:04:36 h lief ich überglücklich dort ein. Endlich war die alte Bestzeit aus 2008 gefallen! Noch letztes Jahr hatte ich nicht gedacht, dass ich diese Zeit überhaupt jemals noch verbessern kann. Doch die 2:10 h in Barcelona im Februar hatten schon gezeigt, dass es möglich sein kann, wenn alles stimmt.

Halbmarathon Berlin

Und an dem Tag hatte alles gestimmt – ich war in guter Form, hatte keine körperlichen Beschwerden und es war nicht zu warm. Perfekt wäre noch gewesen, wenn ich nicht zu warm angezogen gewesen wäre – kurzärmlig hätte es auch getan :-)

In meiner Altersklasse belegte ich Platz 474 (von 1.146) und bei den Damen Platz 3.422 (von 8.713).

Halbmarathon Berlin

Und auch Anna, Marcel und die liebe Svea haben ihren ersten Halbmarathon gut geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

Am Nachmittag ließen wir das perfekte Halbmarathonwochenende noch mit Lauffreunden bei (vegetarischem) Burger und Pommes ausklingen. Das hatten wir uns verdient!

Rembrandt Burger Berlin

Halbmarathon 25 in meiner Heimat war also perfekt gelaufen und nächstes Jahr steht sicherlich die siebte Teilnahme in Berlin an. Aber vorher sind noch so einige Halbmarathons an diversen Orten geplant …

Ausstattung: Transcend von Brooks, TomTom Runner Cardio

venloop

Ich rieche eine neue Bestzeit in Venlo!” – diese Nachricht blinkte am Sonntagmittag auf meinem Handy auf, als ich gerade gemütlich in einem niederländischen Café saß. Ich schmunzelte nur, denn eine neue Bestzeit hatte ich überhaupt nicht im Kopf als ich Samstagmorgen nach Düsseldorf flog.

Von Düsseldorf aus ging es per Zug ins niederländische Venlo, eine Stadt mit knapp  über 100.000 Einwohnern kurz hinter der deutschen Grenze. Venlo ist in Läuferkreisen sehr bekannt und ohne das Laufen hätte ich wohl auch noch nie von dieser Stadt gehört. Seit zehn Jahren findet hier jährlich der Venloop statt – ein Lauf, von dem alle aufgrund der tollen Stimmung schwärmen. Und das musste ich mir doch einmal selbst anschauen.

Venloop

Samstagmittag traf ich mit Ulrike und André in dem niederländischen Städtchen an der Maas ein und direkt am Bahnhof erblickten wir auch schon das Zieltor. Außerdem fielen uns sofort die geschmückten Straßen auf. Man hätte meinen können, dass ein Volksfest ansteht, aber die Stadt hatte sich extra für den Venloop so herausgeputzt!

Wir machten uns gleich auf den Weg zur Laufexpo im Julianapark. Die Messe hatten wir in Kürze erreicht, denn im Zentrum von Venlo liegt alles sehr nahe beieinander. Auf dem Weg zur Messe hatten wir gleich noch Beate und Klaus getroffen.

Venloop

Die Messe war größer als gedacht und wir haben dort sogar Geld gelassen. An einem Stand fand ich eine preisreduzierte Weste von Brooks und eine neue blaue Laufjacke. Die Startnummer wurde uns in einem Umschlag ausgehändigt und diesen hätte man sich übrigens auch per Post zuschicken lassen können. Wir hatten uns für 15 Euro für die 10 km angemeldet. Darüber hinaus wurden 5 km und Halbmarathon angeboten. Insgesamt sollten es wohl über 25.000 Teilnehmer sein! Kein Wunder dass die Startplätze auch schon lange ausverkauft waren. Wir hatten uns bereits im August letzten Jahres für den Lauf angemeldet!

Venlo

Den Abend verbrachten wir in geselliger Runde mit unserem Lauffreunden in einem netten Restaurant am Marktplatz.

Ganz untypisch für einen Lauftag, konnten wir am Sonntag ausschlafen. Der Start über die 10 km sollte erst um 12:15 Uhr erfolgen. Also in aller Ruhe frühstücken und dabei das Wetter beobachten. Hatte es am Vortag noch geregnet, so war es nun immerhin trocken – dafür aber recht frisch.

Vor dem Lauf genoß ich besagtem Café vom Anfang mit André und Jochen noch einen leckeren Smoothie und schmunzelte wie erwähnt über die Nachricht von meinem Lauffreund aus Berlin.

Venloop

Dann wurde es jedoch langsam Zeit – ich entschied mich aufgrund der niedrigen Temperaturen für mein langärmliges Brooks-Shirt und darüber trug ich die neue Weste.

Der Start befand sich nur 5 min von unserem Hotel entfernt am Julianapark und somit war der Weg kurz. Diesmal durfte ich sogar in den zweiten (von vier) Startblöcken und das war mit einer Zeit von unter 55 min auch korrekt so. Allerdings waren kaum Frauen in meinem Startblock und die Jungs um mich herum sahen doch alle recht schnell aus.

Venloop

Pünktlich wurde gestartet und ich war sehr schnell über der Startlinie. Die ersten Meter wurde es etwas eng und daher versuchte ich schnell zu laufen um etwas aus dem Gedränge zu kommen. Ein erster Blick auf die Uhr zeigte mir dann eine Zeit von unter 5 min/km an, was für mich wirklich schnell ist. Die Stimmung war schon gigantisch als wir durch das Zentrum von Venlo liefen und da musste ich einfach schnell laufen.

Den ersten Kilometer lief ich sogar in der Tat noch in einem Tempo von unter 5 min/km. Und auch bei Kilometer 2 und 3 ging es in einem ähnlichen Tempo weiter, so dass ich nach 15 min das dritte Kilometerschild erreichte. Mittlerweile waren wir – wie es mir schien kreuz und quer durch Venlo gelaufen. Und selbst in Wohngebieten war die Stimmung einfach genial. Überall standen Zuschauer auf der Straße und machten Krach – entweder wurde Musik gemacht oder wir wurden einfach nur angefeuert. Das war schon genial!

Den vierten Kilometer wurde ich ein wenig langsamer, aber dennoch schaffte ich es dann die Hälfte der Strecke in einer Zeit von 25:22 min zu laufen. Damit war ich nur sechs Sekunden langsamer als bei meiner Bestzeit über die 5 km. Und das bei einem 10-km-Lauf!

Es sah sehr gut aus, aber die Hälfte der Strecke lag auch noch vor mir und ich befürchtete bei dem hohen Anfangstempo einen Einbruch. Doch es lief weiterhin gut. Ein Becher kaltes Wasser hatte ein wenig geholfen und die niedrigen Temperaturen sowie die begeisteren Zuschauer trugen das Übrige bei. Ich konnte konstant mein Tempo halten und eine neue Bestzeit schien in der Tat machbar.

Bei jedem Kilometer rechnete ich im Kopf meine mögliche Endzeit aus. Und so richtig sicher war ich mir dann erst als ich das Kilometerschild 9 erreicht hatte. Ich wußte, dass ich eigentlich nur noch 6 min/km laufen muss und es dennoch eine neue Bestzeit werden würde.

Venloop

Die letzten Meter durch die Innenstadt von Venlo waren dann einfach nur noch großartig! Die Menschen standen in mehreren Reihen am Straßenrand und feuerten uns Läufer wie verrückt an.

Ich gab noch einmal alles und dadurch wurde der letzte Kilometer mit 4:53 min/km sogar der schnellste Kilometer des gesamten Laufes. Und somit erreichte ich das Ziel mit einer neuen Bestzeit von 50:42 min. Damit hatte ich meine alte Bestzeit aus dem letzten Jahr sogar um 2:10 min verbessert! Ich hätte nie gedacht, dass ich dazu in der Lage bin und war wirklich richtig glücklich darüber. Zumal ich die neue Bestzeit auch nicht geplant hatte und dafür nicht trainiert habe. Aber der Lauf auf Mallorca vor zwei Wochen hatte ja auch schon gezeigt, dass ich dieses Jahr Hoffnungen auf schnelle Läufe haben darf.

Venloop

Im Ziel angekommen nahm ich freudestrahlend meine Medaille in Empfang und begab ich in den Nachziel-Bereich. Dort gab es Wasser, Isogetränke und Bananen. Alles war perfekt organisiert!

Meine neue Bestzeit hat mir übrigens in meiner Altersklasse Platz 11 von 356 und ingesamt Platz 754 von 5.205 Läufern eingebracht. Und die Niederlande war das Land Nummer 25 in dem ich einen Wettkampf gelaufen bin.

Venloop

Der Venloop hat mich auf jeden Fall geflasht – ein absolut empfehlenswertes Laufevent mit grandioser Stimmung!

Und ich frage mich übrigens immer noch, wie mein Lauffreund aus Berlin die neue Bestzeit riechen konnte ;-)

Ausstattung: Ghost von Brooks, TomTom Runner Cardio

261 Women's Marathon

Das Leben ist zum Mitmachen da, nicht zum Zuschauen.” – Diesen Spruch von Kathrine Switzer entdeckte ich in ihrem Buch “Marathon Women” kurz vor dem Abflug von Berlin nach Palma de Mallorca.

Für diejenigen, denen die Geschichte nicht bekannt ist: Kathrine Switzer war die Läuferin, die 1967 als erste Frau mit einer offiziellen Startnummer den Boston-Marathon finishte und damit Geschichte schrieb. Damals trug sie die Startnummer 261 und diese Nummer wurde zum Namensgeber für den bisher einzigen reinen Frauen-Marathon: 261 Women’s Marathon. Dieser fand im letzten Jahr (gemeinsam mit einem 10-km-Lauf) erstmalig in Palma de Mallorca statt.

In diesem Jahr fand der 261 Women’s Marathon passenderweise am Internationalen Frauentag statt und daher begab ich mich auf meine Lieblingsinsel. Wie der Großteil der Läuferinnen aus mehr als 20 Ländern hatte ich mich auch für 10 km angemeldet.

Bei schönstem Sonnenschein trafen wir Samstagmittag in Mallorca ein und machten uns zugleich auf den Weg zur Startnummernausgabe im Hotel Meliá Palas Atenea am Hafen.

261 Womens Marathon

Ohne Wartezeit erhielt ich meinen Starterbeutel mit diversen Flyern und Proben sowie ein langärmliges neongelbes Funktionsshirt. Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir dann auch noch zufällig Kathrine Switzer bei einem Fototermin.

Kathrine Switzer

Für den späten Nachmittag waren die “We know about Challenge”-Talks geplant, die im Hotel Tryp Bellver stattfanden und kostenlos waren. Neben Kathrine Switzer waren vier weitere Damen anwesend – u.a. eine Schauspielerin und eine ehemalige Läuferin aus China – die inspirierende Geschichten aus ihrem Leben mit uns teilten. Die Veranstaltung fand übrigens auf Spanisch statt, womit ich zum Glück kein Problem habe, aber womit man die internationalen Teilnehmerinnen leider ausschloss. Immer im Gedächtnis bleiben wird mir wohl von diesem Talk die Aussage von Kathrine Switzer: “Never feel sorry for yourself – feel delighted.” An diesen Satz sollte man sich bei schweren Momenten in einem Lauf erinnern.

Im Anschluss trafen wir uns mit neuen und alten Bekannten aus der Laufszene zu einem privaten Pastaessen. Diesmal waren wir sogar eine richtig internationale Runde – Türkei, Italien, Österreich, Deutschland …

Pastaparty

Am Sonntagmorgen war leider kein Ausschlafen möglich, denn der Lauf sollte bereits um 9 Uhr starten. Glücklicherweise war unser Hotel nur ca. 8 min vom Start in der Nähe der imposanten Kathedrale von Palma de Mallorca entfernt.

Insgesamt drei Startbereiche gab es und dort war glücklicherweise alles sehr übersichtlich und ruhig. Ich war froh dass hier nicht die übliche Hektik bei den bisherigen Frauenläufen herrschte.

261 Womens Marathon

Aufgrund des übersichtlichen Teilnehmerfeldes von unter 1.000 Starterinnen, trafen wir fast alle Lauffreunde zufällig. Und sogar ein Bär war anzutreffen! Übrigens waren auch einige Männer im Feld vertreten – diese konnten sich offiziell anmelden und für ihre Frauen als Pacer agieren. Eine extra Wertung gab es für sie jedoch nicht.

Ich hatte natürlich auch meinen persönlichen Pacer dabei :-)

261 Womens Marathon

Punkt 9 Uhr ertönte der Startschuss und wir waren relativ schnell über der Startlinie. Ich hatte mir keine spezielle Zeit vorgenommen (außer unter einer Stunde zu laufen), aber lief dennoch recht schnell los um etwas mehr Platz zu haben.

Die Strecke führte an der Kathedrale vorbei Richtung Playa de Palma immer gerade aus. Der erste Kilometer war mit dem blauen Mittelmeer auf der rechten Seite noch schön gewesen, doch dann folgte ein eher langweiliger Teil der Strecke. Aber dafür waren die einzelnen Kilometer gut gekennzeichnet und ich lief spulte sehr gleichmäßig die Kilometer in 5:30 min/km ab.

261 Womens Marathon

Die Hälfte der Strecke hatte ich in ca. 27:30 min geschafft und dann ging es – zum Glück an Meer entlang – wieder zurück Richtung Ausgangspunkt.

Glücklicherweise waren unterwegs zwei Getränkepunkte aufgebaut, denn in der Sonne wurde mir dann doch sehr schnell warm. Mein Pacer kümmerte sich auch super um meine Wasserversorgung und ich konnte mich auf mein Tempo konzentrieren.

261 Womens Marathon

Beim vorletzten Kilometer wußte ich dann dass ich eine 55er Zeit laufen würde. Als wir dann kurz vor dem Ziel waren und zum Parc de la Mar abbogen, gab ich noch einmal Gas. Der pinkfarbene Zielbogen war in unmittelbarer Nähe und ich hatte noch die Möglichkeit mit unter 55 min zu finishen. Und so war es dann auch. Bei 54:57 min kam ich ins Ziel – diese Zeit erfuhr ich jedoch erst einige Stunden später. Denn sowohl mein Pacer als auch ich wurden nach dem Finish erst einmal abgelenkt und vergaßen die Stopptaste zu betätigen. Kathrine Switzer umarmte uns im Ziel! Dadurch kann man doch schon einmal vergessen seine Uhr zu stoppen, oder? :-)

Kathrine Switzer

Die Grand Dame des Marathon hat übrigens nicht nur uns, sondern jede einzelne Läuferin (und auch die Läufer) im Ziel umarmt – von Anfang bis Ende! Wo darf man soetwas schon erleben!

Nach der Umarmung erhielt darüber hinaus jede Läuferin eine Blume und statt einer Medaille eine hübsche Perlenkette.

Im Zielbereich wurden Wasser, Obst und Müsliriegel gereicht und alles ging sehr entspannt zu.

261 Womens Marathon

Gemeinsam mit den anderen schauten wir dann noch beim Zieleinlauf zu und entspannten uns bei einem Café con leche.

Am Sonntagabend stand dann noch die After-Race-Party in einem kleinen Pub am Hafen an. Und selbst dort war Kathrine Switzer noch voller Energie am Plaudern. Ich hatte dann auch noch Gelegenheit ihr persönlich zu sagen, wie beeindruckt ich von ihrer Energie bin.

Einen witzigen Zufall gab es bei dieser Party noch – an der Bar sprach mich eine Frau aus Tel Aviv an, die mich von Instagram kannte und genauso wie ich kürzlich in Tel Aviv und auch hier auf Mallorca gelaufen war. Die (Lauf)Welt ist wirklich ein Dorf!

261 Womens Marathon

Am Montag musste ich dann unbedingt noch einmal das schöne Wetter für einen Lauf am blauen Meer nutzen bevor es dann wieder zurück nach Berlin ging. Aber spätestens im Oktober werde ich wieder auf Mallorca laufen! Hasta pronto!

Last but least: Der 261 Women’s Marathon war der erste Frauenlauf, der mich überzeugt hat! Die Organisation war super und die Atmosphäre voll entspannt! Der Lauf hat eindeutig noch mehr Teilnehmerinnen verdient. Vielen Dank an die liebe Edith für den Startplatz!

Kathrine Switzer

Ausstattung: PureGrit von Brooks, TomTom Runner Cardio

Tel Aviv Marathon 2015

Kennt Ihr den Alptraum eines jeden Läufers? Schon oft habe ich mich nachts unruhig im Bett gewälzt, da ich von einem verpassten Start bei einem Lauf geträumt habe. Meist hatte im Traum verschlafen oder habe irgendwie den Weg zum Start unterschätzt. Im realen Leben ist mir dies jedoch noch nie passiert und auch sonst bin ich eher nicht der Typ fürs Verschlafen.

Doch in Tel Aviv sollte dieser Alptraum wahr werden …

Mittwochnacht flog ich mit Air Berlin nach Tel Aviv, in die zweitgrößte Stadt Israels. Nach weniger als vier Stunden flog traf ich am sehr frühen Morgen auf dem Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv ein.

Die Einreise klappte auch unproblematisch und ich erzählte dem Grenzbeamten, dass ich wegen dem Halbmarathon gekommen war. Das bestellte Taxi war glücklicherweise auch da und kurz vor 5 war ich schließlich in meinem Apartment im Zentrum von Tel Aviv. Erstmal schlafen!

Tel Aviv Marathon

Gegen Mittag hatte ich ausgeschlafen und traf mich mit meinem Berliner Lauffreund aka Laufgazelle. Zunächst besuchten wir die Marathonmesse des Tel-Aviv-Marathon auf dem Rabin-Platz. Neben dem Marathon und Halbmarathon standen noch 10 und 5 km zur Auswahl. Ich wollte eigentlich zunächst die 10 km laufen, aber hatte mich aufgrund der Streckenführung dann doch für die zweitlängste Distanz entschieden. Die Startgebühr betrug 46 Euro und enthalten war ein schickes Funktionsshirt in lila. Ein ärztliches Attest musste man übrigens auch einreichen – zur Not hätte man jedoch auch einen Arzt vor Ort dafür gefunden.

Auf der Messe war es relativ leer und somit hatte ich schnell meine Startunterlagen. Neben diversen Flyern waren in der Startertüte noch einige Proben enthalten.

Danach zeigte mir Laufgazelle die Stadt. Zunächst waren wir am Strand und später besuchten wir den Carmel-Markt, welcher mich sehr an Marrakesch erinnerte. Und schließlich aßen wir lecker  Falafel.

Carmel Markt Tel Aviv

Ich war übrigens bereits am Mittwoch nach Tel Aviv angereist, dass es nur bis zu diesem Tag die Startunterlagen gab. Der Grund hierfür erschließt sich mir zwar nicht, aber na ja. Immerhin hatte ich so einen zusätzlichen Tag für den Strand, denn an diesen begab ich mich am Donnerstag. Es war bereits sehr warm und der Strand war relativ leer. Womit ich nicht gerechnet hatte, war jedoch, dass man sofort angesprochen wird und das nicht nur einmal :-)

Tel Aviv

Am Abend ging ich zeitig ins Bett und kontrollierte zweimal den Alarm auf meinem Handy.

Und dann nahm das Unglück seinen Lauf … Ich wunderte mich am Freitagmorgen beim Aufwachen warum es schon so hell war, obwohl ich doch um 5 Uhr aufstehen wollte. Der Blick auf das Handy zeigte mir dann, dass es bereits nach halb 7 war. Der Start sollte um 7:30 Uhr sein und das große Problem bestand darin, dass sich der Start etwa 5 km von meinem Apartment entfernt befand. Es gab auch keine öffentlichen Verkehrsmittel dahin, sondern ich hatte geplant den Weg zu Fuß zurückzulegen.

Mein erster Gedanke war, dass ich mich wieder hinlege und ich dann wohl nächstes Jahr noch einmal nach Tel Aviv kommen muss. Aber dann sagte ich mir, dass ich es wenigstens versuchen muss. Vielleicht hatte ich ja Glück und fand ein Taxi …

Ohne Zähneputzen und Frühstück stürzte ich mich Stadtplan bewaffnet aus dem Haus und hatte wenigens noch zwei Bananen für unterwegs dabei.

Die Straßen waren bereits für den Marathon gesperrt und ich sah auch bald die ersten Läufer. Sie hatten bereits 5:45 Uhr an der Startlinie gestanden Die Starts für alle Läufe wurden ja nur wenige Tage vorab noch einmal vorverlegt, dass es beim Lauf so warm werden sollte.

Ich bin dann gerannt und hoffte, dass ich es irgendwie bis zum Start schaffen würde. Als ich mich so langsam dem Startbereich näherte, stellte ich fest, dass ich nicht die Einzige war, die noch auf dem Weg dorthin war.

Etwa einen Kilometer vor dem Start sah ich dann auch die Läufer der 10 km und schließlich die erste Startgruppe vom Halbmarathon.

Tel Aviv Marathon

Ärgerlich war dass ich noch einen Umweg laufen musste um überhaupt in den Startbereich zu kommen. Aber dann war es geschafft. Kurz vor halb 7 stand ich an der Startlinie und ich war so happy! Aber ich war auch sehr skeptisch, wie ich mit der Vorbelastung noch einen Halbmarathon laufen sollte. Was, wenn sich das fehlende Frühstück bemerkbar machen würde oder aber wieder mein Knie?

Ich beschloss alles ganz langsam angehen zu lassen und es war ja auch sowieso sehr warm. Die Sonne schien und wir hatten da sicherlich schon fast 20° C.

Wir liefen zunächst Richtung Strand und bereits auf dem Weg dahin gab es die erste Wasserstation, an der kleine Flaschen ausgehändigt wurden. Am Strand kannte ich mich dann schon gut aus und dort war dann auch die nächste Verpflegungsstation.

Tel Aviv Marathon

Ich ging immer wieder und war glücklich, dass ich dabei war. Unterwegs knipste ich viele Bilder und genoß einfach die Stimmung. Zuschauer gab es nicht so wirklich viele, aber dafür hatten wir wunderbares Wetter!

Am schönsten war der Streckenabschnitt am Meer entlang – danach ging es mehr in die Stadt und dort gab es dann sogar kostenfrei Internet und ich twitterte erstmalig bei einem Lauf. Aber ich wollte doch unbedingt kundtun, dass ich es doch zum Lauf geschafft hatte :-)

Tel Aviv Marathon

Nachdem die Hälfte der Strecke geschafft war, wußte ich, dass jetzt eigentlich nichts mehr passieren kann. Zur Not hätte ich den Rest der Strecke auch nur gehen können. Aber ich hatte noch nicht einmal irgendwelche Probleme. Und auch etwas Energie bekam ich noch, denn es gab an zwei Verpflegungsstationen unterwegs noch Isogetränke.

Tel Aviv Marathon

Unterwegs standen am Streckenrand übrigens ab und an Uniformierte mit Maschinengewehr. Aber dafür waren die Kontrollen im Start- und Zielbereich eher etwas lasch.

Schließlich hatten wir wieder die breite Straße namens Rokach Avenue erreicht, auf der wir gestartet waren und auch wieder finishen sollten. Noch einmal über die große Brücke und dann war das Ziel nicht mehr weit.

Tel Aviv Marathon

Mit meiner langsamsten Zeit in diesem Jahr (2:33 h) lief ich über die Ziellinie und war happy – und hungrig! Daher freute ich mich sehr, dass es nach der Ausgabe der Medaille auch gleich ein Eis gab und später noch Wasser und Joghurt.

Tel Aviv Marathon

Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich mich erstmal ausruhe, wenn ich das Ziel erreicht habe, aber ich machte mich dann doch gleich wieder auf den Weg zurück. Diesmal legte ich jedoch die 5 km ganz normal im Gehen zurück. Alles in allem hatte ich also an diesem Tag mehr als 30 km zu Fuß zurückgelegt.

Beinahe hätte ich übrigens ein zweites Mal an diesem Tag noch Pech gehabt. Wie ich erst im Apartment erfuhr, wurde der Marathon aufgrund der Temperaturen abgebrochen. Wenn das auch beim Halbmarathon passiert wäre, dann wäre das Drama perfekt gewesen!

Tel Aviv Marathon

Das schöne Wetter an dem Tag musste ich natürlich nutzen und so war ich am Nachmittag noch einmal am Strand. Diesmal suchte ich mir extra einen ruhigen Platz auf den Felsen, aber es hat nicht geholfen. Erneut sprachen mich zwei Männer an …

Am Samstag stand dann ein Ausflug ins historische Jaffa, südlich vom Tel Aviver Zentrum, an Natürlich wurden die fünf Kilometer dorthin auch zu Fuß zurückgelegt :-) Aber meinen Beinen ging es ganz gut und in Jaffa selbst wurde dann entspannt im Hafen die Shakshouka probiert.

Jaffa

Sonntag war dann leider der Tag der Abreise und ich konnte mir es nicht nehmen lassen noch einmal am Strand zu laufen – so schön!

Tel Aviv

Ich bin mir sicher, dass ich nicht das letzte Mal in Tel Aviv war. Der Tel-Aviv-Marathon ist ein gut organisiertes Laufevent und auf jeden Fall eine Reise wert! Und so ganz nebenbei bin ich meinen Halbmarathon Nummer 24 in Land Nummer 24 gelaufen :-)

Schalom!

Semi de Cannes

Die Côte d’Azur hat es mir wirklich angetan, denn am Samstag begab ich mich erneut an Bord von easyJet um an die französische Mittelmeerküste zu fliegen. Dabei war diesmal Svea, die an diesem Wochenende ihren ersten Lauf im Ausland absolvieren sollte.

Leider empfingen uns auf dem Flughafen in Nizza zunächst Regen und dicke, graue Wolken. Mit dem Regenschirm bewaffnet machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof um dort den Zug nach Cannes zu nehmen.

Der Lauf an diesem Wochenende sollte nämlich in der Stadt der Internationalen Filmfestspiele stattfinden. Nach gerade einmal 30 min Fahrt erreichten wir den Badeort Cannes und trafen zufällig im Zug noch Jochen, der auch für den Lauf angereist war.

Wir begaben uns sofort zum Hafen und dort war ein Zelt aufgebaut, in welchem wir bei Vorlage unseres Attestes vom Arzt die Startnummer für den Semi de Cannes erhielten. Bei Läufen in Frankreich ist ein derartiges Attest vorgeschrieben.

Neben der Startnummer gab es für jeden Teilnehmer noch ein grünes Funktionsshirt und im Umschlag fanden sich noch zwei Kosmetikproben und diverse Laufflyer.

Beim Semi de Cannes standen der Halbmarathon und 10 km zur Auswahl – wir hatten uns für die kürzere Distanz entschieden. Die Startgebühr betrug 14,50 Euro.

Erst im Hotel stellten wir fest, dass im Umschlag keine Sicherheitsnadeln waren. Dies war mir schon beim letzten Lauf in Frankreich passiert und ich hatte seitdem immer ein Set Sicherheitsnadeln in der Handtasche. Svea aber leider nicht – doch wir wollten uns dem Problem erst am nächsten Morgen widmen :-)

Am Abend kehrten wir noch in einem italienischen Restaurant ein, um uns mit Pizza und Pasta für den Lauf am nächsten Morgen zu stärken.

Der Blick aus dem Fenster am Sonntagmorgen zeigte erst einmal, dass der Regen aufgehört hatte. Nach einem kurzen Frühstück im Hotelzimmer liefen wir die wenigen Meter zum Start am Hafen. Dort war schon viel los und die Temperaturen waren angenehm – nicht zu warm und nicht zu kalt.

Semi de Cannes

Svea hatte mittlerweile übrigens auch Sicherheitsnadeln für ihre Startnummer. An der Hotelrezeption hatte sie auf Französisch (épingle de sûreté) danach gefragt und die Hausdame brachte kurze Zeit später eine Handvoll davon. Glück gehabt :-)

Um 9 Uhr ging es für alle 10-km-Läufer auf die Strecke. Knapp über 2.000 Teilnehmer waren es und der Großteil davon wohl aus Frankreich.

Semi de Cannes

Die Strecke lässt sich recht einfach beschreiben – zunächst liefen wir in westlicher Richtung am Mittelmeer entlang, dort drehten wir um und kamen erneut am Start- und Zielbereich vorbei. Schließlich ging es in südlicher Richtung am Mittelmeer entlang, wo wir auch wieder umdrehten und Richtung Ziel zurückliefen.

Semi de Cannes

Bereits nach dem ersten Kilometer ließ sich dann sogar die Sonne blicken und ich bereute schon meine Sonnenbrille im Hotel gelassen zu haben. Aber so schlimm war es auch nicht und ich wollte und konnte an dem Tag sowieso keine Bestzeiten laufen.

Einerseits wußte ich nicht, ob mir mein Knie noch Probleme machen würde und andererseits war ich ziemlich verschnupft. Daher wollte ich den Lauf einfach nur finishen. Schließlich sollte es mein Lauf Nummer 160 werden!

Es war schön am Meer entlang zu laufen und ohne Zeitdruck blieb ich immer einmal wieder für ein Foto stehen.

Semi de Cannes

Noch bevor die Hälfte der Strecke geschafft war, liefen wir am Ziel vorbei und dort kamen doch tatsächlich schon die ersten Läufer an.

Weiter ging es auf der Flaniermeile Boulevard de la Croisette, vorbei am Palais des Festivals et des Congrès, in dem die Filmfestspiele stattfinden.

Semi de Cannes

Weder Schnupfen noch das Knie machten mir Probleme, so dass ich die letzten Kilometer genießen konnte. Zwei Kilometer vor dem Ziel hatte ich dann auch Svea im Getümmel wiedergefunden und gemeinsam liefen wir ins Ziel ein. Bei 1:04 h erreichten wir dieses bei schönstem Sonnenschein.

Semi de Cannes

Im Zielbereich erfrischten wir uns mit Cola und Obst.

Nachdem wir im Hotel geduscht hatten, trafen wir uns mit Jochen wieder und erklommen den Hügel mit den Resten einer alten Burg. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick über Cannes.

Cannes

Danach spazierten wir noch am Hafen und der Croisette entlang und genoßen den Sonnenschein. Schließlich hieß es leider Abschiednehmen – der Flieger zurück nach Berlin wartete!

Auch wenn wir noch nicht einmal 24 Stunden in Cannes hatten, so war die Zeit doch perfekt um einen Lauf zu absolvieren und einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten.

À bientôt, Côte d’Azur!

Frankreich

 

Mitja Marato de Barcelona

So einfach war die Entscheidung nicht – wo sollte ich am Valentinswochenende laufen? Zur Auswahl standen Nizza, Verona und Barcelona. Ausschlaggebend waren im Endeffekt die Flugzeiten und somit machte ich mich am Freitagnachmittag mit easyJet auf den Weg nach Barcelona.

Mein Ziel war der Mitja Marató – also der Halbmarathon – an dem ich bereits zweimal teilgenommen hatte. 2013 und 2012 lief ich schon in Barcelona.

Barcelona

Im Flieger sprach mich mein Sitznachbar mit “¿Eres alemana?” an und so konnte ich bereits auf dem Hinflug an meinem Spanisch arbeiten :-)

Halb 8 landeten wir in Barcelona und mit dem Flughafenbus ging es zur Plaça Catalunya. Eine Stunde später traf ich im Hotel NH Podium ein, welches sich nicht weit vom Start- und Zielbereich des Mitja Marató befindet.

Mitja Marato de Barcelona

Am Samstagvormittag holte ich mir die Startunterlagen in der nahe gelegenen Estacio del Nord ab. Für 24,50 Euro gab es neben einer Startertüte (ohne Inhalt) noch ein blaues Funktionsshirt für die Damen, welches auch perfekt passte. Obwohl über 12.000 Läufer gemeldet waren, ging auf der Laufmesse alles sehr fix.

Barcelona

Den restlichen Tag nutzte ich noch zum Shoppen und Schlendern durch die Stadt. Am Nachmittag genoß ich schließlich noch den wunderschönen Sonnenuntergang am Strand der Barceloneta.

Barcelona

Sonntagmorgen war ich bereits halb 8 wach und nach einem kleinen Frühstück begab ich mich zum Start am Parc de la Ciutadella. Das war nur ein kurzer Fußweg von weniger als 10 min. Das Thermometer zeigte um die 10° C und es war leicht bewölkt. Also ideale Temperaturen für einen Halbmarathon!

Mitja Marato de Barcelona

In meinem Startblock, der der letzte war, war ich schnell drin und die Minuten bis zum Start vergingen auch fix. 8:45 Uhr ertönte der Startschuss und bei Konfettiregen durften die ersten Läufer auf die Strecke. Da in Blöcken gestartet wurde, musste ich noch etwa 15 min warten bis ich loslaufen durfte.

Die Strecke kannte ich ja bereits aus den Vorjahren und daher hatte ich mir dieses Mal auch meinen iPod für die musikalische Unterhaltung unterwegs mitgenommen ;-) Doch auch ohne iPod sollten die Läufer unterwegs viel Musik zu hören bekommen. Wenn ich mich recht erinnere, dann waren es sicherlich mindestens zehn Bands bzw. Trommlergruppen am Straßenrand während des Halbmarathons.

Auch wenn es auf den ersten Metern noch recht eng zuging, so hatten wir doch bald genügend Platz auf den breiten Straßen von Barcelona. Wir liefen Richtung Hafen und vorbei an der Estatu de Colom. Dort bogen wir dann nach rechts in die breite Straße namens Parallel ab und es ging ein wenig bergauf.

Mitja Marato de Barcelona

Schließlich liefen wir nach rechts in die Gran Via les Corts Catalanes und dort waren dann auch die ersten fünf Kilometer geschafft. Dafür hatte ich etwas über 30 min benötigt und lag somit gut in der Zeit. Ich schnappte mir eine Flasche Wasser und trank einen Becher Gatorade.

Kurz nach Kilometer 7 sah ich mein Hotel wieder und ein wenig später waren wir auch in der Nähe vom Startbereich. Dort wurde sicherlich schon der Sieger erwartet. Und wie ich später erfuhr, gab es sogar einen neuen Weltrekord bei den Damen. Die Kenianerin Florence Kiplagat lief mit 1:05:07 h erneut Weltrekord und hat dabei ihre eigene Zeit aus dem Vorjahr noch einmal verbessert. Wahnsinn!

Mitja Marato de Barcelona

Als sie im Ziel war, muss ich gerade kurz vor Kilometer 11 gewesen sein. Kilometer 10 hatte ich in 1:01 h geschafft und mich erneut mit Wasser und Gaterode erfrischt.

Ich fühlte mich gut und meine Zeiten deuteten auch darauf hin.

Erneut liefen wir auf der breiten Gran Via bis wir nach rechts Richtung Mittelmeer abbogen. Vom Strand bekamen wir jedoch erst einmal nichts zu sehen, denn auf der Avenida Diagonal liefen wir zunächst in die eine Richtung und dann wieder zurück. Das war auch die einzige Gelegenheit Läufer, die vor und hinter einem liefen zu sehen.

Mitja Marató de Barcelona

Kilometer 15 war dann erreicht und meine Zeit von 1:31 h war immer noch perfekt. Leider machte sich dann mein rechtes Knie bzw. die Außenseite bemerkbar und ich musste etwas Tempo herausnehmen. Das war ärgerlich, da ich so gut in der Zeit lag. Ansonsten hätte ich versucht meine alte Bestzeit von 2:07 h anzugreifen, die schon fast acht Jahre alt ist!

Mitja Marato de Barcelona

Leider wurden die Beschwerden nicht besser und ich legte immer mal wieder eine kurze Gehpause sein. Aber so nutzte ich die Gelegenheit um noch ein paar Fotos zu schießen und ab und ein einen Blick aufs Mittelmeer zu erhaschen, an welchem wir auf dem letzten Streckenabschnitt entlang liefen.

Was mich noch antrieb, war die Tatsache, dass immer noch meine zweitbeste Zeit bei einem Halbmarathon drin sein sollte. Dafür musste ich nur schneller als 2:13:42 h laufen.

Mitja Marato de Barcelona

Also biss ich die Zähne zusammen und lief weiter. Kilometer 20 passierte ich in knapp unter 2:04 h und somit war es eigentlich klar – ich würde meine zweitbeste Zeit laufen.

Da ich noch Hoffnung hatte in einer Zeit von unter 2:10 h zu finishen, gab ich noch einmal alles, aber trotz Endspurt kam ich “nur” bei 2:10:07 h ins Ziel. Ich war aber trotzdem total happy, denn ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt noch solche Zeiten laufen kann. Zumal ich gar nicht so einen schnellen Lauf geplant hatte :-) Aber die Strecke in Barcelona ist nun einmal schnell – was ja auch der neue Weltrekord gezeigt hat.

Mitja Marato de Barcelona

Im Ziel holte ich mir meine mittlerweile dritte Medaille für den Mitja Marató de Barcelona ab. Außerdem gab es noch einmal Wasser und Gaterode sowie Bananen und Mandarinen. Und gegen die Kälte (mir war aber eigentlich sehr warm) gab es gelbe oder blaue Regenjacken ;-)

Mein 23. Halbmarathon insgesamt wurde also ganz unerwartet zu meinem zweitschnellsten überhaupt. Darüber war ich sehr glücklich!

Mitja Marato de Barcelona

Weniger glücklich war ich jedoch über die Tatsache, dass ich ziemliche Probleme beim Laufen hatte, als ich am Nachmittag zum Flughafenbus lief :-(

Ich hoffe wirklich, dass die Beschwerden bald vergehen!

Empfehlenswert ist der Mitja Marató in Barcelona auf jeden Fall! Denn fast 180 Deutsche, die dort am Start waren, können nicht irren :-)

 

course du soleil

Ich liebe Spanien über alles und Frankreich habe ich bisher eher links liegen lassen. Doch seit zwei schönen Läufen im letzten Jahr an der französischen Mittelmeerküste (Nizza, Monaco) habe ich mich immer mehr in diese Gegend verliebt.

Und obwohl ich erst Mitte Dezember dort gewesen bin, so flog ich am letzten Freitag doch schon wieder Richtung Côte d’Azur. Per easyJet ging es erneut  nach Nizza. Weniger als zwei Stunden dauert der Flug, der diesmal leider etwas turbulent war. Im Landeanflug wurden wir ziemlich durchgeschüttelt und meine panische Sitznachbarin trug auch nicht unbedingt zur Beruhigung bei.

Ich war also froh als ich endlich wieder festen Boden unter den Füße hatte und mich auf sonnige Tage am Mittelmeer freuen konnte.

Nizza

Am Abend traf ich Jochen, der ein noch größerer Nizza-Liebhaber ist als ich, und wir machten uns auf den Weg zu einem Restaurant namens “Chez Pipo”. Dieses hatte mir noch auf dem Flughafen in Berlin ein Franzose empfohlen und sogar genau aufgeschrieben, was wir bestellen sollten. Also gab es Socca, Pissaladiere und als Nachtisch Tourte de Blettes. Alles sehr lecker und darüber hinaus noch preiswert!

Nizza

Am Samstag stand ein kurzes Läufchen mit diversen Fotopausen am Strand an und im Anschluss holten wir die Startunterlagen für den Course du Soleil in einem Laufladen im Zentrum ab. Zunächst suchte man sich in einer Liste am Schaufenster seine Startnummer heraus, um sie dann am Tisch zu sagen. Es gab nur ein kleines Problem: Meine Französischkenntnisse sind nur sehr rudimentär. Umso glücklicher war ich, dass ich verstanden wurde und die richtige Nummer (die übrigens dreistellig war) erhielt :-) Ein bisschen beunruhigte mich bei der Startnummernausgabe ja, dass ich nur Männer sah. Würde ich am Sonntag als einzige Frau ganz allein am Ende des Feldes laufen?

Nizza

Der Course du Soleil wurde bereits zum 18. Mal angeboten und ist ein Halbmarathon mit Start in Nizza und Ziel in Monaco. So war es jedenfalls geplant. Aufgrund eines Fußballspiels in Monaco wurde jedoch der Zieleinlauf verlegt und wir sollten aus Monaco wieder herauslaufen und am Strand in Fontvielle (also wieder auf französischen Boden) finishen. Damit verlängerte sich die Strecke auch auf 21,4 km.

Die Startgebühr war mit 20 Euro sehr günstig und darin enthalten war sogar ein Funktionsshirt, welches aber erst im Ziel ausgehändigt wurde. Der Lauf war übrigens mit knapp unter 1.400 Teilnehmern ausverkauft.

Bei der Startnummerausgabe musste ich, wie in Frankreich üblich, auch wieder ein medizinisches Attest abgeben. Leider gab es noch nicht einmal Sicherheitsnadeln, aber dieses Problem konnte auch noch gelöst werden.

Course du Soleil

Am Sonntagmorgen schien wie auch bereits die letzten Tage die Sonne. Doch mit 6° C war es sehr frisch. Wir liefen zu Fuß zum Start im Hafen von Nizza. Zum Glück konnte man sich dort im Terminal aufwärmen und es gab sogar heißen Tee.

Um 9 Uhr war Start und die Sonne begann schon die große Läuferschar zu wärmen.

Ich hatte ja ein wenig Bedenken, wie ich die über 21 km überstehen würde. Bisher war ich nie an zwei Wochenenden hintereinander einen Halbmarathon gelaufen. Vor einigen Jahren hatte ich es nur innerhalb von zwei Wochen versucht, aber das klappte damals nicht so optimal.

Es wäre auch schwierig geworden mitten im Lauf auszusteigen, da wir ja von Nizza nach Monaco laufen würden.

Der erste Kilometer war dann schon einmal den Hammer. Es ging gleich ziemlich steil nach oben und nach jeder Kurve tat sich ein neuer Hügel auf. Doch irgendwann schienen wir oben angekommen zu sein und ich konnte einen ersten Blick auf Villefranche-sur-Mer erhaschen. Wir liefen wieder bergab und erreichten den wunderhübschen Hafen der Stadt mit 5.000 Einwohnern. Dort wartete auch der erste Getränkepunkt auf uns, an dem Wasser und Orangen gereicht wurden.

Course du Soleil

Dann tat sich ein Stau vor mir auf und zwar an einer Treppe. Aber ich sah diesen Stau als willkommene Pause und auch die anderen Läufer nahmen dieses Hindernis locker.

Und weiter ging es am Meer entlang. Wunderbare Ausblicke auf das Meer und die Berge boten sich uns und somit soviele tolle Gelegenheiten für Fotos! Ich glaube ich habe noch nie soviele Fotopausen eingelegt wie bei diesem Lauf :-)

Course du Soleil

Durch die Ablenkung mit wunderbaren Landschaften verflogen die Kilometer nur so. Mittlerweile war es recht warm geworden – aber nicht unangenehm. Auch sonst fühlte ich mich noch gut. Ich versuchte nur nicht zu langsam zu werden, da in der Ausschreibung etwas von einer Cut-off-Time von 1:15 h beim Casino in Beaulieu-sur-Mer stand. Und solange ich dieses Gebäude nicht erreicht hatte, wollte ich nichts riskieren. Aber ich wußte auch, dass noch so einige Läufer hinter mir waren, so dass ich mir eigentlich keine Sorgen machen musste. Endlich kam das Casino in Sicht und in der Tat zeigte die Uhr schon 1:08 h. Aber ich sah weit und breit nichts was daraufhin deutete, dass die Läufer nach mir aus dem Rennen genommen werden würden. Zumal wir mittlerweile auch nicht mehr auf einer abgesperrten Straße liefen, sondern auf dem Fußweg oder schmalen Wegen.

Course du Soleil

Und immer wieder mussten neue Anstiege bewältigt werden – auch der Getränkepunkt bei Kilometer 12 war auf einem Berg. Aber irgendwie war ich wirklich durch die tollen Ausblicke abgelenkt und hin und weg von jedem Anblick, der sich mir bei der nächsten Weggabelung bot. Der Course du Soleil ist wirklich einer der schönsten Läufe, an dem ich bisher teilgenommen habe. Und der Lauf machte seinem Namen alle Ehre – denn Soleil heißt Sonne.

Wir liefen durch Eze und Cap-d’Ail und ich erfrischte mich am dritten und damit letzten Getränkepunkt des Laufes. Wie lecker waren die Orangen!

Course du Soleil

Schließlich deuteten die Schilder darauf hin, dass wir das Fürstentum Monaco bald erreichen würden. Meine TomTom zeigte mir, dass ich eigentlich gut in der Zeit lag und nahm noch einmal Tempo auf. Auf den letzten Kilometern habe ich nur überholt.

Wir liefen also eine kleine Runde durch Monaco am Stadion entlang und dann wieder auf das französische Gebiet, wo wir am Strand von Fontvielle das Ziel erreichten. Unterwegs hatte es ja nur sehr wenige Zuschauer gegeben, aber auf den letzten Metern feuerten die Läufer, die bereits da waren, noch einmal richtig an. Das war toll und hatte ich in der Form auch noch nicht erlebt.

Course du Soleil

Da die Zeit bei diesem Lauf nur brutto gemessen wurde, hatte ich eine glatte 2:23:00 auf der Uhr stehen. Eigentlich waren es noch ein paar Sekunden weniger gewesen, aber das war nicht so schlimm. Ich war ohne Probleme über die Distanz gekommen und hatte meine Zeit im Gegensatz zu Marrakesch vor einer Woche noch einmal um 5,5  min verbessert.

Course du Soleil

Im Ziel gab es dann auch das Finisher-Shirt und natürlich gab es die nur noch in Größe L aufwärts :-(

Ich war total hungrig und stärkte mich erst einmal bei Cola und Kuchen.

Nach Nizza ging es dann mit dem Zug zurück, wobei auch eine kostenfreie Busfahrt in der Startgebühr enthalten war. Aber diese hätte zu lange gedauert.

Nizza

Den Nachmittag verbrachte ich noch entspannt in der Sonne am Strand und am Montag hieß es dann leider schon wieder Abschiednehmen. Aber ich komme wieder: In drei Wochen werde ich in Cannes an einem 10-km-Lauf teilnehmen.

Course du Soleil

Der Rückflug verlief glücklicherweise sehr ruhig und ich hatte das Glück noch einmal die gesamte Strecke von oben zu sehen. Von fast ganz links bis nach rechts und weiter bin ich beim Course du Soleil  gelaufen. Den Lauf empfehle ich uneingeschränkt – einer der schönsten Läufe in meinem Läuferleben. Und das für gerade einmal 20 Euro! Je reviendrai bientôt (Ich komme bald wieder)!

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