Verfasst von: Manu | Februar 24, 2017

Schlammschlacht in Poznan oder der Bieg Walentynkowy …

Bieg Walentynkowy

Letztes Wochenende stand der erste Lauf im Nachbarland Polen in diesem Jahr an. Bereits im letzten Jahr hatte ich Poznan sowohl als Reise- als auch als Laufziel lieben gelernt.

Somit wollte ich auch endlich einmal am Valentinslauf (auf Polnisch: Bieg Walentynkowy) teilnehmen. Dieser sollte in diesem Jahr zum dritten Mal stattfinden.

Probleme mit der Laufanmeldung

Wer mitlaufen möchte, der muss sich anmelden und das war nicht so einfach. Die Website gibt es nur auf Polnisch, aber das Anmeldeformular war mit meinen rudimentären Polnischkenntnissen kein Problem. Doch dann wurde ich auf eine Bezahlseite weitergeleitet, wo nur eine Vielzahl polnischer Banken zu sehen waren. Ich brach die ganze Sache somit erst einmal ab und schrieb (auf Englisch) an den Veranstalter. Eine Antwort erhielt ich bis zum heutigen Tag nicht.

Ich zog eine polnische Kollegin zu Rat, aber auch sie konnte mir nicht weiterhelfen. Zum Glück entdeckte dann Jochen noch die Möglichkeit einer Vorauszahlung. Also noch einmal das Anmeldeformular ausfüllen und dann auf der Bezahlseite die Vorauszahlung anklicken. Dort erhielt man einen Code und die Infos wohin man die Startgebühr überweisen sollte. Ich nutzte den allgemeinen Wechselkurs, rundete noch etwas auf und überwies das Geld. Am nächsten Tag erhielt ich auch eine Bestätigung und musste feststellen, dass ein paar Cent fehlten. Ich weiß nicht was für ein Wechselkurs da angewendet wurde … Also habe ich noch einmal ein paar Cent überwiesen und für Svea gleich noch mehr überwiesen.

Am nächsten Tag dann erneut die Bestätigung. Nun durfte erneut das Anmeldeformular ausgefüllt werden, um auf die Bezahlseite zu kommen. Dort gab ich dann den Code ein und erhielt eine Fehlermeldung. Die Summe der Vorauszahlung entsprach nicht genau 45 Zloty (es war mehr). Es war zum Verzweifeln! Glücklicherweise hatte man die Möglichkeit seinen Code auf zwei neue aufzuteilen und dabei die Summen festzulegen. Kurze Zeit später hatte ich also einen Code für genau 45 Zloty und den konnte ich dann endlich einsetzen. Endlich stand ich auf der Starterliste! Insgesamt hatte ich übrigens 11,10 Euro überwiesen.

Freitagabend trafen wir (Svea, Mandy und Jochen) dann in Poznan ein und checkten erstmal in unseren Unterkünften ein. Svea und ich waren im Hotel Rzymski abgestiegen.

Kurz danach machten wir uns auf den Weg zu einer Schule in der Nähe. Dort sollte es die Startnummern geben. Diese waren dann auch total süß – passend zum Valentinstag mit Herz!

Den Abend ließen wir dann bei leckerem Essen in Restaurant Brovaria auf dem Marktplatz ausklingen.

Stary Rynek Poznan

Am nächsten Vormittag trafen wir uns kurz vor 11 Uhr mit Mandy und Jochen am Hotel. Dort war auch die Haltestelle für die Tram 2, die uns zum Lauf fahren sollte. Acht Stationen bis zur Endhaltestelle Ogrody fuhren wir und dort waren wir erst einmal ein wenig ratlos. Glücklicherweise sprach uns ein polnisches Mädchen an, die auch zum Lauf wollte. Erst wurden wir von einem Paar in die falsche Richtung geschickt, aber ein junger Mann zeigte uns dann die korrekte Richtung. Und im Endeffekt waren es weniger als 15 min von der Haltestelle aus.

Das Wetter war alles andere als optimal zum Laufen. Etwa 4° C und es nieselte ein wenig. Als wir im Start- und Zielbereich am Rusalka-See angekommen war, sahen wir das ganze Ausmaß. Die Wege waren total matschig und an einigen Stellen auch noch vereist.Bieg Walentynkowy

Um 12 Uhr wurden wir gemeinsam mit den 10-km-Läufern auf die Strecke geschickt. Wir hatten uns alle nur für die 5 km angemeldet. Das bedeutet eine Runde um den Rusalka-See. Etwa 200 Läuferinnen und Läufern hatte sich auch für eine Runde entschieden.

Auf den ersten Metern versuchte ich noch den Schlammpfützen auszuweichen, aber irgendwann war mir das auch egal. Die Schuhe waren eh schon total dreckig 🙂 Bei schönem Wetter und trockenen Wegen ist die Strecke um den Rusalka-See sicherlich richtig toll! Aber diesmal war es einfach nur eine Schlammschlacht. Man musste wirklich genau aufpassen – vor allem als dann der Abschnitt mit den vereisten Wegen kam. Da waren mir die Schlammpfützen dann doch lieber gewesen …

Bieg Walentynkowy

Es gab sogar für jeden Kilometer ein Schild, aber laut meiner Uhr stimmten die Angaben nicht so ganz.

Zum Glück hatten wir uns nur für die 5 km entschieden – für eine weitere Runde hätte ich wirklich keine Lust gehabt!

Bei 29:27 min erreichte ich das Ziel. Laut meiner Uhr war ich da aber schon fast 300 Meter mehr gelaufen. Die Zeit reichte zu Platz  7 in der Altersklasse (von 37) und Platz 33 bei den Frauen (von 142). Jochen hatte es sogar unter die Top 15 geschafft. Wir waren jedenfalls alle zufrieden!

Bieg Walentynkowy

Als Lohn gab es eine total süße Herzmedaille! Diese Medaille wird einen besonderen Platz in meiner Sammlung erhalten.

Im Ziel erwarteten uns süßer Tee und Gebäck. Wir hielten uns jedoch nicht lange auf und machten uns wieder auf den Rückweg.

Den Nachmittag entspannte ich im Hotel und am Abend gönnten wir uns noch leckeres mexikanisches Essen im Czerwone Sombrero auf dem Marktplatz. Dort konnte man als Füllung sogar Tofu wählen – ein sehr fortschrittliches mexikanisches Restaurant!

Czerwone Sombrero Poznan

Sonntagmittag brachte uns dann der Zug wieder zurück nach Berlin. Ich freue mich aber jetzt schon auf meinen nächsten Lauf in der fünftgrößten polnischen Stadt! Zu Ostern wartet dort der Bieg Zajączka Wielkanocnego auf mich. Do zobaczenia!

Fazit: Auch wenn die Bedingungen beim Valentinslauf  nicht ideal waren und der Anmeldeprozess für Ausländer auch nicht so einfach, so bietet der Bieg Walentynkowy doch einen Lauf mit toller Medaille und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis! Außerdem ist Poznan immer ein lohnenswertes Reiseziel!


Responses

  1. Interessant Manu 🙂 Wäre sicher auch als Crosslauf durchgegangen, oder? Ist doch schön sich beim Laufen mal so richtig dreckig zu machen 😉

    • Also ich habe meine Schuhe und Laufsachen lieber sauber 😉

  2. Das war ja dann mehr ein Hindernislauf – sowohl bei der Anmeldung als auch auf der Strecke selbst. Und bei den Temperaturen / dem Wetter hätte ich größte Schwierigkeiten gehabt, Frauchen zum Rennen raus zu zerren 😉 Anerkennung!

    • Ja, ich glaube für Dein Frauchen wäre das in der Tat nix gewesen 🙂


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