Verfasst von: Manu | August 27, 2014

Laufen in der nördlichsten Hauptstadt der Welt oder Halbmarathon in Reykjavik …

island

Vulkane, Geysire, Lavafelder und noch viel mehr findet man auf Island. Und darüber hinaus kann man auf der größten Vulkaninsel der Welt sogar laufen und zwar seit 1984 in Reykjavik, der nördlichsten Hauptstadt der Welt.

Da schon viele Freunde von Island geschwärmt hatten und ich auch schon oft vom Reykjavik-Marathon gehört hatte, wurde es Zeit mir alles selbst einmal live anzuschauen.

Air Berlin

Und so saßen wir am Donnerstagabend im Flugzeug auf dem Weg nach Reykjavik – ein wenig mit mulmigem Gefühl da kurz vorher der Vulkan Bardarbunga erste Aktivitäten gezeigt hatte. Fast jeder kann sich wohl noch an die Auswirkungen der Aschewolke, die der Eyjafafjallajökull vor vier Jahren produzierte, erinnern.

Aber auf dem Hinflug gab es keinerlei Probleme und nach etwas über drei Stunden landeten wir kurz vor Mitternacht auf dem Flughafen von Keflavik. Per Flughafenbus ging es dann in die 50 km entfernte Hauptstadt von Island. Nach 45 min Fahrt hatten wir den Busbahnhof von Reykjavik erreicht und liefen noch 15 min zu Fuß zu unserer Unterkunft „Room with a view“, die sich direkt auf der Haupteinkaufsstraße von Reykjavik befindet. Halb 3 (nach deutscher Zeit halb 5!) lagen wir endlich im Bett.

Am Freitagvormittag erkundeten wir die Innenstadt und waren besonders von der Skulptur Solfar, die ein Wikingerschiff darstellt, beeindruckt.

Solfar

Schließlich war es Zeit die Startunterlagen für unseren sportlichen Höhepunkt auf Island abzuholen. Im Rahmen des Reykjavik-Marathon werden neben der vollen und der halben Distanz auch 10 und 3 km sowie der Lazy Town Run angeboten. Wir hatten uns für den Halbmarathon entschieden und dafür 40 Euro bezahlt.

Reykjavik

Die Laufmesse fand in der Laugardalshöll-Sporthalle statt, die fast 3 km von unserer Unterkunft entfernt war. Daher entschieden wir uns dafür dorthin zu laufen, um ein wenig Zeit zu sparen. Die Startunterlagen hatten wir schnell in den Händen und jeder Teilnehmer erhielt ein rotes Shirt. Außerdem gab es in der Startertüte Pasta und Knäckebrot. Da wir in unserer Unterkunft eine Küchenzeile hatten, konnten wir den Inhalt der Startertüte gut gebrauchen 🙂

Reykjavik Marathon

Am Abend trafen noch unsere Lauffreunde Ilse und Christine aus Finnland bzw. den USA ein. Ich schaute mir noch die beeindruckende Kirche Hallgrimskirkja an und bewunderte von oben die tolle Sicht auf Reykjavik.

Reykjavik

Am Samstagmorgen begaben wir uns alle kurz  nach 8 zum Start, der nur etwa 5 min von unserem Hotel entfernt war. Es war bewölkt und das Thermometer zeigte 11° C. Um 8:40 Uhr durften wir gemeinsam mit den Marathonläufern auf die Strecke.

Reykjavik Marathon

Die ersten Kilometer liefen wir durch ein Wohngebiet und ich stellte mich auf viel Ruhe und wenige Zuschauer ein. Aber das Gegenteil war der Fall! Viele Bewohner standen auf der Straße oder auf ihren Balkonen und machten Stimmung. Ein Saxophon, gegeneinander geschlagene Topfdeckel und Kreischen begleiteten uns somit auf den ersten Kilometern. Und bald erreichten wir das Meer. Und bis etwa Kilometer 14 sollten wir auch fast die ganze Zeit weiter am Wasser laufen. Das war wunderschön! Noch schöner wäre zwar Sonnenschein und blauer Himmel gewesen, aber dann wäre es wahrscheinlich auch gleich wieder zu warm zum Laufen geworden.

Anfangs war ich aufgrund der niedrigen Temperaturen sogar mit Jacke gelaufen, aber nach einigen Kilometern wurde mir dann doch zu warm damit und ich lief kurzärmlig.

Reykjavik Marathon

Etwa aller 4-5 km erwartete uns eine Getränkestation an der es Wasser und Gaterode gab. Ich erfrischte mich mit letzerem.

Als wir den Hafen erreichten und an der Harpa-Musikhalle entlangliefen, hatten wir Kilometer 10 erreicht. 1:04 h zeigte die Uhr zu diesem Zeitpunkt.

Harpa Reykjavik

Danach wurde ich jedoch deutlich langsamer, denn meine Beine wurden schwer und ich legte auch immer mehr Gehpausen ein. Ein Training hatte es für diesen Halbmarathon ja nicht wirklich gegeben. Ich war nur vor einer Woche knapp 14 km gelaufen.

Auch am Wikingerschiff kamen wir wieder vorbei und dann ging es Richtung Sporthalle, wo wir am Vortag die Startunterlagen abgeholt hatten. Dort galt es dann einen Anstieg zu bewältigen, aber kurz davor teilte ein Autohaus noch Schokolade aus, die beim Laufen bergauf half 🙂

Reykjavik Marathon

Bei Kilometer 16 ging es wieder zurück Richtung Stadtzentrum und wir liefen wieder entlang des Ufers.

Etwa ein Kilometer vor dem Ziel sah ich leider einen Läufer am Rand liegen, der bereits von Sanitätern versorgt wurde. Bereits einige Kilometer vorher hatte ich schon zwei weitere Läufer am Rand gesehen. Soetwas rückt dann doch noch einmal alles in die richtige Perspektive – Bestzeiten sind nicht das Wichtigste, denn unsere Gesundheit zählt viel mehr!

Bei 2:25:11 h erreichte ich das Ziel, welches sich dort befand, wo wir auch am Morgen gestartet waren. Ich holte mir meine Medaille und machte mich dann schnell auf den Weg ins Hotel, da es doch recht frisch war. Meinen Halbmarathon Nummer 17 hatte ich damit gut geschafft.

Reykjavik Marathon

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zur Blauen Lagune, ein Thermalfreibad, welches sich in Flughafennähe befindet. Im etwa 40° C warmen Wasser entspannten wir uns von den Strapazen des Laufes. Das war wirklich das Beste, was wir nach dem Halbmarathon machen konnten.

Blaue Lagune Island

Denn am nächsten Tag hatte ich dann tatsächlich keinen Muskelkater, wie sonst nach einem Halbmarathon. Und selbst für Getränke musste man das blaue Wasser nicht verlassen – mitten im Bad gab es eine Bar!

Am Sonntag schließlich stand die Golden Circle Tour an. Drei Stationen wurden bei diesem Ausflug angefahren: das Geothermalgebiet Haukadular, der Wasserfall Gullfoss und der Nationalpark Pingvellir.

Geysir Island

Zunächst schauten wir dem Geysir Strokkur zu, wie er mindestens aller 10 min heißes Wasser spukte. In der Umgebung stieg auch überall Rauch aus dem Boden auf.

Gullfoss

Weiter ging es dann zum Wasserfall Gullfoss. Auch wenn es dort sehr nass zuging, so fanden wir dieses Naturschauspiel am beeindruckendsten. Wahnsinn, wie die Wassermassen da in die tiefe Schlucht stürzen!

Nationalpark Island

Letzte Station war dann der Nationalpark Pingvellir. Dort hielten wir an einem Aussichtspunkt, von dem sich uns ein toller Blick über den See Pingvallavatn bot. Ein wenig Zeit hatte ich auch um eine kurze Wanderung zu unternehmen. Dort hätte ich gern noch etwas mehr Zeit verbracht!

Die Golden Circle Tour ist auf jeden Fall empfehlenswert!

Am Sonntagabend hieß es dann leider für uns Abschiednehmen von Island. Ich kann nicht nur Land jedem empfehlen, sondern auch den Reykjavik-Marathon! Und vielleicht habe ich ja einmal Gelegenheit noch mehr von diesem beeindruckenden Land zu erkunden.


Responses

  1. Erst einmal natürlich herzlichen Glückwunsch zu deinem HM Finish! Ich habe ja bereits einiges auf Instagram von deiner Reise mitbekommen. Es waren fantastische Eindrücke, die du bereits dort geteilt hast und dein Beitrag hier zeigt so viel Schönes mehr. Diese Stadt muss ganz sicher auf meine Reiseliste.

    • Vielen lieben Dank Nadin! Island muss auf jeden Fall auf Deine Reiseliste! Aber nicht vergessen warme Sachen einzupacken 🙂 War doch ziemlich frisch dort.

  2. Sehr beeindruckende Bilder.

    • Vielen Dank!

  3. Ach, schön! Und so toll, dass ihr Ilse und Christine getroffen habt. Liebe Grüße, Jutta

    • Ja, nur Du hast gefehlt!

  4. Ui das sieht echt toll aus, aber sag mal was ist denn der Lazy Town Run?

  5. Herzlichen Glückwunsch zum Finnish. 🙂 Ein sehr schöner Bericht. Und deine Bilder finde ich einfach nur WOW – eine sehr schöne Gegend.

    • Vielen lieben Dank Dany!

  6. Ich werd ganz grün :mrgreen: vor Neid. Fantastisch! Wie war das Streckenprofil? Sieht recht flach aus.

    • Die Strecke war größtenteils flach – nur einen Berg gab es so bei Kilometer 15.

  7. Island, ein Traum von mir da mal hinzureisen. Danke für die tollen Eindrücke!

    • Gern!

  8. Schöne Eindrücke! Und die Medaille sieht auch toll aus … nur wäre es mir zu kalt dazu zum Laufen … Glückwunsch zum 17. HM-Finish.

    • Vielen lieben Dank! Die Temperaturen waren zum Laufen gerade richtig 🙂

  9. Schöner Bericht eines scheinbar schönen laufes!

    • Vielen Dank!


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