Verfasst von: Manu | Mai 31, 2017

Laufen über Grenzen hinweg oder die 5 km beim Europamarathon in Görlitz …

Einer meiner Stammläufe ist der Europamarathon in Görlitz, der zweigeteilten Stadt im Südostens Deutschland.

Und so meldete ich mich in diesem Jahr wieder für diesen Lauf an – bereits das sechste Mal. Ich hatte mich wie in den letzten Jahren für die 5 km entschieden. Angeboten werden auch längere Distanzen – bis hin zum Marathon. In den Vorjahren hatte ich schon den Halbmarathon und 10 km getestet.

Aufgrund des Feiertages am Donnerstag in der Woche des Laufes, entschied ich mich bereits am Mittwoch in meine alte Heimat Sachsen zu reisen. Zunächst einmal war mein Ziel Sachsens südöstlichste Stadt. Zittau ist meine Geburtstadt und liegt im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien.

Wie immer hatte ich mir ein Zimmer im Hotel am Olbersdorfer See, einem ehemaligen Tagebau, gebucht. Ich freute mich sehr auf die zwei Tage in der Natur! Doch dann tauchten direkt nach der Ankunft Rückenschmerzen  auf und den Mittwochabend verbrachte ich im Bett statt auf dem geplanten Mittelalterfest in Zittau.

Ich war schon sehr niedergeschlagen, denn ich hatte mich so sehr auf das Laufen gefreut! Die geplante Wanderung am Himmelfahrtstag mit meiner Schwester sagte ich auch ab. Doch dann stellte ich am nächsten Tag nach einem kurzen Spaziergang nach dem Frühstück fest, dass wenigstens eine Runde um den Olbersdorfer See drin sein sollte. Und somit spazierte ich dann gemütlich mit meiner Schwester knapp über 7 km um den See. Das war so erholsam und meinem Rücken tat es auch gut!

Am Freitag sollte es dann mit dem Zug nach Görlitz gehen. Ich hatte sogar kurz darüber nach gedacht, gleich nach Berlin zurück zu fahren aufgrund meines Rückens. Doch die Beschwerden hatten sich sehr gebessert und ich war so unvernünftig und unternahm einen kurzen Laufversuch. Ich wollte nicht am Olbersdorfer See gewesen sein ohne dort wenigstens kurz gelaufen zu sein 🙂 Das Wetter war perfekt und erstaunlicherweise schaffte ich mit vielen Gehpausen sogar die ganze Runde (ca. 4,5 km) um den See. Darüber war ich sehr glücklich!

Gegen Mittag brachte mich der Zug in 40 min in die zweigeteilte Stadt an der Neiße. Görlitz empfing mich mit Sonnenschein und dieser sollte die nächsten Tage die Stadt auch nicht mehr verlassen.

Mein Quartier war diesmal das Hotel am Goldenen Strauss – direkt im Zentrum. Neben meinem Hotel befand sich das alte Karstadt-Kaufhaus, welches aus dem Film „Grand Budapest Hotel“ bekannt ist. Und auch sonst fanden in Görlitz bereits eine Vielzahl von Dreharbeiten statt. Nicht umsonst wird Görlitz auch als Görliwood bezeichnet.

Am Freitagabend genoss ich wieder ein leckeres Spargelgericht in der Vierradenmühle mit Blick auf die Neiße und die deutsch-polnische Grenze.

Samstagfrüh wagte ich noch einmal ein ganz kurzes Läufchen und lief dabei bis nach Polen und teilweise auch auf der Laufstrecke für Sonntag. Schön war es!

Mittlerweile hatte ich mich entschieden am Lauf am Sonntag teilzunehmen. Noch am Mittwoch sah es überhaupt nicht danach aus als ob ich überhaupt einen Meter in Sachsen laufen kann und nun war ich bereits zwei Mal gelaufen! Am Samstagnachmittag holte ich die Startunterlagen im Annengymnasium ab. 9 Euro hatte ich für die Startgebühr bezahlt – dafür gab es außer der Startnummer noch einen Gutschein für die Pastaparty am Abend.

Am Nachmittag stand dann wieder die schlesische Spezialität Mohnpiele im Café Lucculus auf dem Programm. Unbedingt mit Eierlikör genießen!

Die Pastaparty fand dann am Abend auf dem Elisabethplatz statt. Glücklicherweise war auch eine vegetarische Variante im Angebot!

Am Sonntag sollte es sehr warm werden und mir taten die Marathon- und Halbmarathonläufer leid, die kurz nach 9 Uhr auf die Strecke gingen. Vorab waren schon die Skater, Einradfahrer und Trettrollerfahrer los.

Mein Start war für 10:50 Uhr geplant und da sich mein Hotel quasi um die Ecke vom Start befand, bin ich erst kurz vorher los. Mein Ziel war einfach nur gesundes Ankommen und meinen Rücken nicht zu sehr belasten.

Etwa 500 Teilnehmer begaben sich dann mit mir auf die 5 km. Vom Elisabethplatz liefen wir vorbei am Dicken Turm und dann am Kaisertrutz. Danach ging es bergab Richtung Neiße und bei Kilometer 1,5 überquerten wir die Altstadtbrücke und erreichten Polen.

Dort liefen wir entlang der Neiße und bei der Hälfte der Strecke erwartete uns glücklicherweise ein Wasserpunkt. In der Sonne waren es mindestens 25° C – wenn nicht noch mehr.

Schließlich ging es in den Wald, wo es zwar kühler war, aber dafür ein Anstieg auf uns wartete. Den bin ich dann hochgegangen.

Vorbei am Dom Kultury liefen wir dann wieder Richtung Neiße und überquerten die Brücke Johannes-Paul-II. Kurz vor Kilometer 4 hatten wir wieder Deutschland erreicht. Dort wartete dann noch der fiese Anstieg am Stadtpark auf uns. Der war zwar nicht so einfach, aber ich wusste dass es bald vorüber war. Außerdem war ich glücklich, dass mit meinem Rücken alles super war.

Als wir die Elisabethstraße erreichten und ich in der Ferne das Ziel sah, gab ich noch einmal Gas. Unter einer halben Stunde sollte es schon noch werden. Und so erreichte ich dann auch bei 29:45 min das Ziel. Mit dieser Zeit belegte ich Platz 5 (von 17) in der Altersklasse und Platz 66 (von 235) bei den Damen.

Ich ließ mir die Medaille umhängen und holte mir dann meine Urkunde ab. Kurz danach liefen dann auch die 10-km-Läufer los und ich erblickte noch Carsten im Startfeld.

Dann war es leider schon wieder Zeit die Stadt zu verlassen und kurz vor 13 Uhr fuhr ich mit dem Zug (mit einmal Umsteigen in Cottbus) zurück nach Berlin.

Das waren wieder wunderbare Tage in meiner sächsischen Heimat! 2018 bin ich auf jeden Fall wieder in Görlitz am Start!

Fazit: Eine tolle Stadt erkunden und bei einem Lauf gleich zwei Länder durchlaufen? Das könnt Ihr in Görlitz beim Europamarathon. Empfehlenswert!


Responses

  1. Hallo Manu,

    nach der ganzen langen Einleitung mit Rücken usw. dachte ich, es läuft auf eine Zeit über 40 min. hinaus 😉 Nein, im Ernst, ist doch bei den Umständen eine tolle Zeit und eine sehr gute Platzierung! Wenn Du nur nicht immer schöne Fotos von interessanten Läufen posten würdest, die jww (janz weit weg) von uns sind …. mit schwerem Hinkommen … Alles Gute für Deinen Rücken. Gruß aus Nürnberg Iwan und Frauchen

    • Vielen lieben Dank! Derzeit ist der Rücken auch wieder super 🙂


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