Verfasst von: Manu | Mai 15, 2017

Höhenmeter an der Ostsee oder der Bäderlauf in Binz …

Ich bin furchtbar traurig … Der Grund: Ich musste das größte Seebad der Insel Rügen schon wieder verlassen. Binz hat in Windeseile mein Herz erobert und dabei war ich gerade einmal zwei Tage in diesem wunderbaren Urlaubsort an der Ostsee.

Freitagnachmittag brachte mich der ICE in vier Stunden von Berlin auf die Insel Rügen. Aufgrund des Ostseetickets konnte ich mir sogar die Fahrt in der 1. Klasse leisten (69 Euro hin und zurück). Somit war die Anreise sehr entspannt.

Noch einige Tage vorher war viel Regen für das Wochenende angekündigt. Ich hatte auch schon fast überlegt nicht zu fahren, da ich auch nicht sicher war, ob mein Rücken schon wieder okay ist. Doch als ich Freitag am späten Nachmittag in Binz eintraf, erwartete mich Sonnenschein!

Mein Quartier für das Wochenende sollte das Hotel Garni Getreuer Eckart werden. Ein schönes Zimmer mit großem Balkon in einem Gebäude im klassischen Bäderstil. Einfach toll!

Natürlich musste ich dann ganz schnell an den Strand – gerade einmal fünf Minuten brauchte ich hierfür von meiner Unterkunft aus. Und spätenstens als ich auf der Seebrücke stand, hatte ich mich in Binz verliebt.

Nach einem langen Strandspaziergang, fiel ich am späten Abend glücklich ins Bett.

Am Samstag stand dann Laufen auf dem Plan. Ich hatte mich für den Bäderlauf angemeldet. Bei mir sollten es die 10 km werden – darüber hinaus war ein Halbmarathon im Angebot.

Nach dem Frühstück holte ich mir auf dem Kurvorplatz an der Seebrücke die Startunterlagen ab. 15 Euro hatte ich bezahlt und hierfür gab es einen Rucksack mit Startnummer und einem Schwamm.

Mein Start sollte um 12 Uhr erfolgen – allerdings nicht in Binz sondern im Ostseebad Sellin. Hierfür gab es einen Bus, der 10:45 Uhr abfahren sollte.

Den Abfahrtsort für den Bus fand ich zum Glück ohne Probleme und im zweiten Bus war auch noch genügend Platz. Nach etwa 15 min Fahrt erreichten wir dann auch Sellin. Dort wurden wir oberhalb der Seebrücke abgesetzt. Die Seebrücke erreicht man nur über ziemlich steile Stufen nach unten – über die sog. Himmelsleiter. Ich konnte den Anblick, der sich mir bot, erst gar nicht glauben. Was für ein gigantischer Ausblick!

Bis zum Start war noch fast eine Stunde und wir fragten uns wo genau sich denn der Start befinden würde. Denn weit und breit war kein Starttor zu sehen. Doch kurze Zeit später wurde dann einfach ein Strich für den Start auf den Boden gemalt 🙂 Zeitmessmatte war auch nicht notwendig, denn wir waren nur 120 Läufer.

Übrigens wurde auch die Strecke noch einmal kurzfristig geändert – die neue Karte hatten wir im Bus erhalten.

Punkt 12 Uhr schickte uns der Kurdirektor von Sellin mit einem Schuss aus der Startpistole los.

Es ging gleich bergauf und dann auch schon wieder bergab. Aber so konnte ich mich gleich auf die kommenden Streckenverhältnisse einstellen, denn bis Binz sollten so einige Höhenmeter zu bewältigen sein.

Schnell waren wir auch im Wald und ich war froh über den weichen Boden. Ich war ja fast zwei Wochen nicht mehr gelaufen und wusste nicht, wie mein Rücken reagieren würde. Daher war mein Ziel nur beschwerdefrei ins Ziel zu kommen.

Es war wunderbar durch den Wald zu laufen! Der Name dieses Waldgebietes lautet Granitz und das ist ein Naturschutzgebiet. So schön es auch war durch die Granitz zu laufen, so anstrengend war es auch! Immer wieder hoch und dann wieder runter. Bergauf war zwar für meinen Rücken besser, aber meine Lunge beschwerte sich – runter mochte mein Rücken nicht so, aber es war weniger anstrengend 🙂

Mir wurde auch schnell warm beim Laufen. Leider hatte ich vorher nicht gewusst, dass es einen Gepäcktransport von Sellin nach Binz geben würden. Sonst hätte ich meine Jacke dort abgegeben.

Kurz nach Kilometer 4 tauchte dann mitten im Wald ein Getränkepunkt auf. Das Wasser hatte ich nötig! Wenig später sahen wir dann auch die ersten Halbmarathonläufer, die uns entgegenkamen. Sie waren in Binz gestartet und liefen zwei Runden.

Irgendwann wurden mir diese ganzen Berge zu anstrengend und ich ging sie hoch. Da immer noch Läufer hinter mir waren, war das okay 🙂

Schließlich verließen wir den Wald und wir hatten Binz erreicht. Da liefen wir noch durch den Ort und da hatte ich dann fast Angst mich zu verlaufen. Die Läufer vor mir waren nur teilweise zu sehen und daher keine gute Orientierung. Glücklicherweise gab es jedoch Markierungen und auch genügend Helfer, die mir den Weg wiesen.

Und plötzlich war ich auf der Hauptstraße, die direkt zum Ziel an der Seebrücke führte. Aber es fehlten doch noch fast 1,5 km! Ich fragte mich ob wir noch einen Schlenker laufen würden, aber sah dann schließlich das Ziel vor mir auftauchen. Ich habe schon einige Male erlebt, dass 10-km-Läufe zu kurz oder lang sind, aber gleich 1,5 km?! Mir war es aber auch ganz recht, denn es ging nur um den Spaß und für meinen Rücken war es auch besser.

Auch wenn die Streckenlänge nicht gestimmt hat, so war die Medaille doch super! Außerdem konnte man sich ohne Wartezeit eine Urkunde ausdrucken lassen. 54:06 min hatte ich benötigt und damit Platz 3 (von 5) in meiner Altersklasse und Platz 21 (von 45) bei den Frauen belegt.

Im Ziel bedankte sich dann übrigens noch ein junger Mann bei mir, weil ich ihn gezogen hatte. Hatte ich ja gar nicht mitbekommen – umso schöner, dass er sich extra bedankt hat!

Auf dem Kurvorplatz konnten wir uns uns noch Getränke abholen. War nur nicht so optimal gelöst, dass es die Getränke an einem normalen Verkaufsstand gab und wir Läufer recht lange warten mussten. Aber dafür konnte ich mir auch noch leckere Pasta holen.

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf unternahm ich am Nachmittag noch einmal eine kleine Strandwanderung. Ich war so glücklich an der Ostsee zu sein, den Wellen zuzusehen und die Sonne zu genießen!

Sonntagvormittag strahlte immer noch die Sonne vom blauen Himmel und da war noch einmal ein Strandspaziergang drin. Es ist so schön in Binz!

Gegen Mittag musste ich dann leider wieder in den ICE steigen, der mich zurück nach Berlin brachte. Aber ich bin mir sicher: Ich komme wieder! In love with Binz 

Fazit: Der Bäderlauf bietet eine perfekte Gelegenheit das wunderschöne Ostseebad Binz kennenzulernen! Und aufgrund des Startes im benachbarten Sellin, lernt man gleich die überwältigende Seebrücke in diesem Ort kennen. Ich komme 2018 wieder!


Responses

  1. Siehst Du, Manu, hatte ich doch recht, Dir den Lauf und auch Sellin ans Herz zu legen 🙂 Schön, dass alles gut gegangen ist. Herrliche Laufgegend dort …und das Wetter hat ja auch gehalten.

    • Ja, war echt alles super! Und mit so einem tollen Wetter hatte ich auch gar nicht gerechnet 🙂

  2. Hallo,
    sehr gut und ausführlich beschrieben. Die Insel ist einfach schön. Ich bin auch die 10km (ca. 8,5) gelaufen und hatte einen sonnigen Tag in Binz. Wenn es die Zeit nächstes Jahr zulässt, dann bin ich sicher Wiederholungstäter 😉

    • Oh, ja, die Insel Rügen ist echt wunderschön!


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