Verfasst von: Manu | Oktober 11, 2016

Im zweiten Anlauf oder die 10,5 km beim Sofia-Marathon …

sofiamarathon

Als Länderläuferin wurde es einmal wieder Zeit ein neues Land zu erlaufen. Diesmal war Bulgarien dran! Eigentlich wäre ich schon letztes Jahr in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gelaufen, aber der Bandscheibenvorfall machte mir damals leider einen Strich durch die Rechnung.

Somit buchte ich für dieses Jahr erneut einen Flug mit Air Berlin nach Sofia und meldete uns für die 10,5 km beim Sofia-Marathon an. Es sollte der Lauf in Land Nummer 34 werden!

Als so langsam der Tag des Abfluges näher rückte, kamen erneut Zweifel, ob wir es dieses Jahr nach Sofia schaffen würden. Air Berlin hatte aufgrund der Probleme bei TUIfly ebenfalls mit verspäteten und ausgefallenen Flügen zu kämpfen. Und in der Tat – als ich am Samstagmorgen auf der Website nachschaute, musste ich zwei Stunden Verspätung erblicken.

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Wir verbrachten dann gefühlt den halben Tag in der Lounge auf dem Flughafen von Berlin-Tegel. Die Verspätung hatte sich dann mittlerweile auf 2,5 Stunden ausgedehnt. Aber kurz vor 18 Uhr war es dann endlich soweit und wir hoben Richtung Sofia ab. Das Flugzeug war sehr leer und wir hatten die ersten drei Reihen ganz für uns alleine 🙂

Nach weniger als zwei Stunden landeten wir in der bulgarischen Hauptstadt. In Sofia leben fast 1,3 Millionen Einwohner und die Stadt liegt mit 550 Meter relativ hoch umgeben von Bergen, die wiederum über 2.000 Meter hoch sind.

Sofia

Mit dem Taxi kamen wir schnell und sehr günstig (5 Euro!) in unser Hotel Sense mitten im Zentrum von Sofia. Das 5-Sterne-Hotel ist übrigens sehr empfehlenswert – tolle Einrichtung, Spa-Bereich und zentral gelegen.

Am nächsten Morgen war zeitiges Aufstehen angesagt. Aufgrund der Zeitverschiebung mussten wir bereits um 6 Uhr deutscher Zeit (7 Uhr bulgarischer Zeit) aufstehen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Startnummernausgabe am Nationalstadium Vasil Levski. Zum Glück waren das nur ca. zehn Minuten zu Fuß. Es waren gerade einmal 3° C und ohne die Sonne wären wir wohl fast erfroren 🙂

Sofia

An der Startnummernausgabe gab es glücklicherweise keine Schlangen. In Bulgarien muss man bei einem Lauf übrigens (so wie auch in Italien und Frankreich) ein Attest von einem Arzt vorzeigen. Wir wurden zwar zunächst danach gefragt, aber im Endeffekt wollte es dann doch keiner. Ohne Attest hätte man vor Ort übrigens noch eine medizinische Untersuchung vornehmen lassen können. Leider weiß ich nicht, wie diese Untersuchung aussah und ob sie kostenfrei war.

Sofia Marathon

Nachdem wir die umgerechnet fünf Euro Startgebühr bezahlt hatten, erhielten wir unsere Startnummer sowie ein Funktionsshirt und eine Getränkedose. Ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis!

Beim Sofia-Marathon sind neben dem Marathon und den 10,5 km auch noch ein Halbmarathon und ein Fun-Run über 3 km in Angebot. Beim Marathon müssen die Läufer übrigens vier Runden laufen!

Sofia Marathon

Nachdem wir unsere Startnummern hatten, sind wir noch einmal kurz ins Hotel und kurz vor 10 Uhr ging es dann wieder zurück zum Nationalstadium. Dort waren mittlerweile schon die Teilnehmer am Fun-Run gestartet. Inzwischen waren es 6° C und somit immer noch recht frisch. Aber die Sonne schien!

Um 10 Uhr durften zunächst die Marathonläufer und danach die Halbmarathonläufer auf die Strecke. Insgesamt war alles sehr übersichtlich und überhaupt kein Vergleich zu anderen europäischen Marathonveranstaltungen. Aber das fand ich gar nicht schlimm – somit hatte man alles gut im Blick und es gab kein Gedränge.

Sofia Marathon

10:20 Uhr ging es dann für uns auf die 10,5-Kilometer-Runde. Da ich von Sofia nicht wirklich einen Plan habe, schaut Ihr Euch am besten selbst den Streckenplan auf der Website vom Veranstalter an. Wir liefen auf vielen großen Alleen und an Parks entlang. Platz war viel auf der Strecke – aber dafür waren so gut wie keine Zuschauer zu sehen.

Die ersten Kilometer lief ich noch in einem 5:30er Schnitt, aber dann fing ich an Fotos zu machen und die Atmosphäre der Stadt aufzusaugen. Die 5 Kilometer schaffte ich noch in etwas über 29 Minuten, doch dann wurde ich immer langsamer. Nach der Hälfte der Strecke überholten mich nicht nur die schnellsten Läufer, sondern es gab auch einen Verpflegungspunkt mit eiskaltem Wasser.

Sofia-Marathon

Teilweise war es auch ein wenig hügelig und bei einigen Streckenpunkten hatte man die Gelegenheit die vor einem liegenden Läufer zu sehen. Der Großteil der Teilnehmer war wohl aus Bulgarien. Ansonsten habe ich nur einige wenige Engländer entdecken können.

Irgendwann kurz vor Kilometer 8 fiel meine Fitbit aus und danach lief ich völlig ohne Plan. Schließlich näherten wir uns dem Nationalstadium und ich sah schon einmal das Ziel auf der gegenüberliegenden Straße.

Sofia Marathon

Auf einen Zielspurt hatte ich diesmal keine Lust, denn ich hatte auch keinen Plan wie ich so in der Zeit lag. Im Endeffekt erreichte ich bei 1:02:44 h das Ziel – somit hätte ich also die 10 km noch in unter einer Stunde gefinisht. Platz 79 von 272 bei den Damen und Platz 323 von 648 Teilnehmern insgesamt belegte ich. Im Ziel erhielten wir noch eine Medaille.

Sofia Marathon

Das war dann also mein Lauf in Land Nummer 34 gewesen – zwar ein Jahr später wie geplant, aber immerhin!

Die Zielverpflegung konnte sich übrigens auch sehen lassen: Wasser, Tee, Obst, Schokolade, Kekse etc.

Sofia Marathon

Wir hielten uns jedoch nicht mehr lange im Zielbereich auf, sondern liefen schnell zum Hotel zurück. Wollten lieber noch in Ruhe duschen und ein wenig ausruhen.

Zum Mittagessen gönnten wir uns einen leckeren vegetarischen Quinoa-Burger im Restaurant des Hotels.

Danach spazierten wir noch ein wenig durch die Innenstadt von Sofia. Ich war besonders vom Parlamentsgebäude und der Alexander-Nevski-Kathedrale angetan.

Sofia

 

Als wir zurück ins Hotel kamen, erlebten wir eine lustige Überraschung. Da stieg doch tatsächlich gerade eine ehemalige Arbeitskollegin aus Warschau aus dem Taxi und wollte in unserem Hotel einchecken. Was für ein Zufall! Glücklicherweise hatten wir noch ein wenig Zeit um mit ihr zu plaudern.

Hotel Sense

Schließlich wurde es Zeit zum Flughafen zu fahren. Mit der Metro M2 fuhren wir für gerade einmal 80 Cent pro Person in einer halben Stunde dorthin. Die Metro-Stationen machten übrigens einen moderneren Eindruck als so manche U-Bahnstation in Berlin.

Air Berlin brachte uns diesmal überpünktlich zurück nach Berlin. Und an Bord war übrigens ein Teil der finnischen Boxmannschaft 🙂

Fazit: Neugierig auf nicht ganz so bekannte europäische Hauptstädte? Dann empfehle ich Sofia definitiv. Nicht nur der Aufenthalt in dieser Stadt ist preiswert, auch der Sofia-Marathon bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis!

Ausstattung: Transcend von Brooks, Tights und Shirt von Brooks, Formbelt, Fitbit Surge

 


Responses

  1. Von Sofia schwärmt meine Omi immer mal wieder. Sie war bereits mehrmals da und mag die Stadt sehr.

    Schön, dass du nun auch dort laufen konntest. Wie immer ein sehr schöner Bericht mit vielen tollen Eindrücken.

    Das mit den Flügen war ja doch eine sehr angespannte Situation. Da hattest du ja fast Glück, dass es überhaupt losging.

    • Ja, da haben wir wirklich Glück gehabt, dass wir in Sofia gelandet sind 🙂

  2. Gratulation zu Laufland Nr. 34! Ich bin ja immer wieder fasziniert, wo du überall an der Startlinie stehst. Der Sofia-Marathon hört sich für mich als Veranstaltung sehr gut an (obwohl ich beim Marathon wohl keine Lust auf 4 Runden hätte).

    • Vielen lieben Dank, Andreas!

  3. Dein Blog ist total inspirierend für mich😊 Danke dir! Und Gratulation! Ich bin nun seid einer Woche Nichtraucher und das Laufen hilft mir sehr dabei. Obwohl ich noch Laufanfänger bin, hoffe ich, mein Ziel innerhalb eines Jahres einen Halbmarathon zu laufen zu erreichen….

    • Vielen lieben Dank! Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg zum Nichtraucher und natürlich auch für den ersten Halbmarathon! Weißt Du schon wo Du diesen laufen möchtest?

      • Vielen lieben Dank! Ich möchte hier in der Schweiz starten. Aber es wird noch ein langer Weg…


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