Verfasst von: Manu | August 22, 2016

Ein sächsisches Laufwochenende: Dresdner Nachtlauf und Deutsche Post Ladies Run in Leipzig …

Laufen in Sachsen

Es gibt einen Lauf, bei dem ich seit dem ersten Mal jedes Jahr gestartet bin. Dieser Lauf ist der Dresdner Nachtlauf, der seit 2010 stattfindet. In diesem Jahr würde ich bereits zum 7. Mal bei diesem Lauf an den Start gehen.

Donnerstagabend reiste ich mit der Bahn aus Berlin an. Die Fahrt war ein wenig abenteuerlich, denn zunächst wurde per Durchsage ein Polizist gesucht, dann jemand der Kurdisch spricht und schließlich ertönte für mehrere Minuten lang eine Art Alarm. Kurz vor der Ankunft in Dresden sagte mir dann der Schaffner, dass ein Fahrgast sich wohl daneben benommen hatte und der Alarm nicht wirklich einer war, sondern eine Art Fehlschaltung im Kommunikationssystem. Glücklicherweise …

Die erste Nacht verbrachte ich im Ibis Budget im Altmarktzentrum. Mit 42 Euro sehr günstig, aber auch sehr einfach. Doch über die zentrale Lage konnte man sich nicht beschweren.

Zwinger Dresden

Am Freitagvormittag bummelte ich durch Dresden und genehmigte mir auch wieder die obligatorische Eierschecke, eine köstliche Kuchenspezialität aus Sachsen.

Der Dresdner Nachtlauf

Die Startunterlagen für den Dresdner Nachtlauf holte ich am Nachmittag bei Karstadt ab. Dieses Jahr waren erstmalig zwei Strecken im Angebot – neben 13,8 km wurde auch ein 5-km-Lauf angeboten.

Ich hatte mich natürlich für die längere Distanz angemeldet und hierfür 15 Euro bezahlt. Die 13,8 km sollten mein längster Lauf seit dem Bandscheibenvorfall im September letzten Jahres werden. Bisher war ich maximal 10 km gelaufen.

Dresdner Nachtlauf

Am Abend reiste dann auch André noch an und wir trafen Dirk und Karin – unsere Brandenburger Lauffreunde. Kurz vor dem Start trafen wir auch noch Hannah und Carsten aus Berlin.

Dresdner Nachtlauf

Ich reihte mich weit hinten im Startblock C ein. Das Wetter war eigentlich ideal zum Laufen. Es waren zwar fast noch 25° C, aber dafür schien ja keine Sonne mehr. Im Gegensatz zu der Hitze im letzten Jahr, war es angenehm.

Der erste Startblock durfte um 20 Uhr los – ich musste fast noch neun Minuten auf meinen Start warten.

Dresdner Nachtlauf

Start und Ziel waren wie immer auf der Wilsdruffer Straße direkt am Altmarkt. Dort hatten wir auch unser Hotel – das NH Collection Altmarkt. Das ist unser Stamm- und Lieblingshotel in Dresden.

Nach wenigen Minuten waren wir an der Elbe auf dem Radweg und liefen von da an immer am Ufer entlang Richtung Blaues Wunder. Ich lief ganz entspannt und freute mich über die wunderbare Laufstrecke. Vorbei an der Waldschlösschenbrücke und bald sahen wir in der Ferne bereits die imposante Brücke namens Blaues Wunder. Kurz davor gab es den ersten Getränkepunkt, wo ich mir einen Becher Wasser geben ließ.

Am Blauen Wunder wartete ein kleiner Anstieg auf uns und dann durften wir die Brücke überqueren. Da hatten wir schon um die 6 km geschafft.

Dresdner Nachtlauf

Auf der anderen Seite wartete wieder dieser schreckliche Abschnitt mit Kopfsteinpflaster auf uns. Da musste ich wirklich richtig konzentriert laufen. Glücklicherweise war alles gut ausgeleuchtet, denn mittlerweile war es schon richtig dunkel geworden. Da half auch mein Leuchtarmband, welches wir bei unserem letzten Lauf in Poznan erhalten hatten, nicht wirklich viel 🙂 Aber es blinkte so schön.

Am Wegesrand sorgten Knicklichter und Flammentöpfe für etwas Helligkeit und auch romantische Stimmung.

Kurz nach dem zweiten Getränkepunkt, durchliefen wir die spätere Startzone für den 5-km-Lauf. Da war gute Stimmung!

Dresdner Nachtlauf

Kurze Zeit später kam mein Lieblingslaufabschnitt – wir liefen bei cooler Musik durch einen beleuchteten Wald. Ich fühlte mich ein wenig wie in einer Mischung aus Märchen- und Science-Fiction-Film.

An der Albertbrücke verließen wir den Elberadweg und liefen schließlich über die Carolabrücke wieder auf die andere Elbseite. Imposant war erneut der Anblick auf die wunderbare beleuchtete Silhouette von Dresden! Immer wieder schön!

Mir ging es immer noch richtig gut und ich wußte, dass ich in unter 90 min finishen sollte. Somit würde dieser Lauf also nicht mein langsamster Nachtlauf werden. Diesen war ich vor einem Jahr bei der großen Hitze gelaufen.

Von der Elbe hoch Richtung Ziel wartete noch ein kleiner Anstieg auf uns. Wieder auf der Wildsdruffer Straße angelangt und das Zieltor im Blick gab ich noch einmal ein wenig Gas. Bei 1:27:54 h erreichte ich schließlich das Ziel und war sehr glücklich darüber. Platz 73 (von 128) in meiner Altersklasse belegte ich damit. Insgesamt finishten fast 1.800 Läufer die längere Distanz.

Schnell im wenige Meter entfernten Hotelzimmer geduscht und umgezogen und schon konnten wir bei Vapiano unsere Erfolge bei einer Flasche Wein feiern.

Königstein

Am Samstag fuhren wir mit der S-Bahn in die Sächsische Schweiz. Nach etwa 40 min hatten wir Königsstein erreicht. Dort erklommen wir zu Fuß die Festung Königstein, eine der größten Bergfestungen Europas. 247 Meter hatten wir zu bewältigen und ich war klamottentechnisch mit meinen Sandalen und Kleidchen nicht wirklich darauf eingestellt. Da wir ganz spontan beschlossen hatten nach Königstein zu fahren, kam dieses Outfit zustande. Aber ich habe den Aufstieg gut geschafft. Oben angekommen, genoßen wir bei tollem Sonnenschein einen wunderbaren Ausblick auf das Elbtal und den Nationalpark Sächsische Schweiz. Wirklich wunderschön!

Festung Königstein

Auch der Abstieg gelang in den Sandalen und dabei überholten wir noch so einige Wanderer im passenderen Outfit 🙂

Am Abend trafen wir uns schließlich noch mit Freunden aus Dresden zum Abendessen.

Deutsche Post Ladies Run Leipzig

Sonntag wäre ich eigentlich wieder nach Berlin zurückgefahren, aber dann kam ein Gewinn dazwischen. Für den Deutsche Post Ladies Run hatte ich einen Freistart gewonnen und den Ort durfte ich mir aussuchen. Passenderweise sollte am Sonntag dieser Lauf in Leipzig stattfinden. Somit fuhr ich also gegen Mittag eine knappe Stunde nach Leipzig.

Beim Deutsche Post Ladies Run stehen 5 und 10 km zur Auswahl. Aufgrund der Vorbelastung am Freitag hatte ich mich für die kürzere Distanz entschieden. Außerdem merkte ich auch noch den Ausflug in die Sächsische Schweiz in meinen Beinen 🙂

Deutsche Post Ladies Run Leipzig

Glücklicherweise konnte ich im Intercity-Hotel direkt am Leipziger Hauptbahnhof schon früher einchecken. Ich machte mich gleich auf den Weg zum Markt, den ich innerhalb von 10 Minuten bereits erreichte. Dort befand sich die sog. Ladies Town mit der Startnummernausgabe und diversen Ständen. Die Startertüte erhielt ich sehr schnell ohne jegliches Schlangestehen. Jede Teilnehmerin erhielt ein postgelbes Funktionsshirt und eine Startertüte. Darin befinden sich u.a. Brausetabletten, Tee, eine Trinkflasche sowie diverse Flyer und Gutscheine.

Deutsche Post Ladies Run Leipzig

Ich traf Anna mit ihrem Freund und danach bin ich schnell wieder in mein Hotel, um mich dort umzuziehen. Die Wettervorhersage hatte sich eigentlich gar nicht gut angehört. Von Regen und Gewitter war die Rede, doch im Endeffekt schien die Sonne und es war sehr warm.

Halb 3 erfolgte der Start direkt auf dem Leipziger Marktplatz. Bei der Erwärmung mit Lucy Diakovska, die ehemalige Sängerin von No Angels, standen Anna und ich jedoch nur unbeteiligt daneben. Dieses Gehüpfe ist nicht wirklich so unser Ding 🙂

Deutsche Post Ladies Run Leipzig

Wir hatten uns relativ weit vorn im Starterfeld eingereiht und das war auch gut so. Auf den ersten Metern wurde es sehr eng, aber das Feld zog sich dann glücklicherweise schnell auseinander. Ich hatte keinerlei Zeitziele für diesen Lauf – wollte ihn nur einfach zu Ende bringen. Die Strecke führte uns kreuz und quer durch die Innenstadt von Leipzig. War ein toller Sightseeing-Lauf! Leipzig ist wirklich eine wunderschöne Stadt und definitiv einen Besuch wert!

Besonders schön fand ich die Passage, die uns durch den kleinen Park an der Moritzbastei führte. Da war wenigstens Schatten. Es war wirklich sehr warm und ich war froh, dass noch vor Kilometer 2,5 ein Wasserstand auf uns wartete.

Bei 27:37 min lief ich ins Ziel ein und belegte damit Platz 60 von 430 Frauen. Eine Altersklassenwertung gab es nicht.

Deutsche Post Ladies Run Leipzig

Anna und ich genossen im Ziel einen Becher Prosecco und auch sonst war die Zielverpflegung mit diversen Getränken und Obst gut.

Eine Stunde später gingen die 10-km-Läuferinnen auf die Strecke – sie mussten zweimal unsere Runde laufen. Wir schauten ihnen von einem netten Café aus zu.

Deutsche Post Ladies Run Leipzig

Den Abend ließ ich dann noch mit meinem ehemaligen Brieffreund aus Leipzig in einer Cocktail-Bar ausklingen.

Am Montagmorgen fuhr ich dann direkt mit dem Zug zurück nach Berlin ins Büro. Die Fahrt dauerte auch nur etwas über eine Stunde und somit war die Fahrtzeit nur unwesentlich länger wie sonst.

Fazit: Dresden und Leipzig sind immer eine Reise wert – umso mehr, wenn dort Läufe anstehen! Für die Laufeinsteigerinnen empfehle ich den Deutsche Post Ladies Run  und für fortgeschrittene Läufer den Dresdner Nachtlauf. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder in Dresden am Start!

Ausstattung: Launch 3 von Brooks, Shirt von Brooks, Fitbit Surge, Formbelt


Responses

  1. Na da hast Du ja sehr viel erlebt und Sportliches reingepackt in dieses Wochenende 😉 Das Rumgehopse (aka „Aufwärmen“) vor dem Start machen sie ja auch immer beim Womens Run, das schenkt sich Frauchen auch … Glückwunsch zum ersten richtig längeren Lauf nach dem Bandscheibenvorfall!

    • Vielen Dank! Ja, das Aufwärmen braucht unsereins nicht wirklich 🙂

  2. Da kann ich dir wirklich nur zustimmen. Beide Städte sind echt eine Reise wert. Es ist schon wieder so lang her, dass wir uns in Dresden persönlich kennengelernt haben. Seither war ich zwar noch ein paar Mal dort, aber leider nicht so wirklich zum Laufen. Nur außerhalb rund um Königsstein und das war jedes Mal großartig.

    • Dann wird es 2017 einmal wieder Zeit für Sachsen! 🙂


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