Verfasst von: Manu | Oktober 12, 2015

Das Leben nach dem Bandscheibenvorfall …

Bandscheibenvorfall

Mittlerweile ist mein Bandscheibenvorfall schon fünf Wochen her und ich möchte Euch ein kleines Update geben. Es geht mir schon viel besser als zu dem Zeitpunkt des ersten Blogposts zu diesem Thema. Aber mal der Reihe nach …

Gesundheitszustand

Permanente Rückenschmerzen habe ich glücklicherweise nicht – nur ab und an zwickt es etwas im Rücken und es zieht auch manchmal noch ins Bein. Mittlerweile bin ich viel beweglicher geworden und traue mir auch wieder so einige (für andere) normale Bewegungen zu. Ich achte jedoch sehr auf rückenfreundliche Bewegungen und versuche zuviel Beugen der Wirbelsäule noch zu vermeiden.

Das Anziehen von Schuhen oder Strümpfen ist mittlerweile auch einfacher geworden 🙂

Dietrich Grönemeyer

Aber leider haben sich die Sensibilitätsstörungen im linken Fuß noch nicht gegeben. Ich habe zwar den Eindruck, dass ich in den Zehen wieder mehr Kraft habe, aber besonders die Fußoberfläche ist noch taub. Aber diese Beeinträchtigung stört mich zum Glück nicht beim normalen Gehen. Mittlerweile lege ich wieder diesselben Distanzen und auch im selben Tempo wie vor dem Bandscheibenvorfall zurück.

Arbeitsplatz

Seit zwei Wochen gehe ich wieder arbeiten. Aufgrund der Termine für Physiotherapie und Arztterminen, arbeite ich jedoch teilweise von zuhause aus. Das ist insofern gut, da ich mich zuhause zwischendurch auch immer mal kurz hinlegen, anders hinsitzen oder im Stehen arbeiten kann.

Die Tage im Büro selbst, versuche ich jetzt auch so oft wie möglich vom Schreibtisch aufzustehen. Telefonate führe ich teilweise im Stehen, Dokumente werden am Drucker im weit entferntesten Büro ausgedruckt oder ich versuche Dinge mit Kollegen im Stehen zu klären. Darüber hinaus gehe ich in den Mittagspausen raus und versuche soviel wie möglich zu gehen.

Außerdem durfte ich den Bistrotisch aus der Betriebsküche entwenden, der eine Zwischenlösung ist, bis ein Stehschreibtisch eintrifft.

Therapie

Mittlerweile habe ich sechs Sitzungen bei der Physiotherapie hinter mir. Diese bestanden bisher aus manueller Therapie und es wurden so einige verspannte Stellen am Rücken entdeckt. Es folgen weitere Therapiesitzungen und bei diesen habe ich dann sogar den Genuss von einer Fangomassage vorab. Wenn ich mit diesen Sitzungen durch bin, kann ich mir ein Rezept für Krankengymnastik holen.

Josef Schadhauser

Der Orthopäde wollte mir eine Rückenbandage verschrieben, doch das hielt ich nach sovielen Wochen ohne für überflüssig. Meine Physiotherapeutin stimmte da mit mir überein.

Diese Woche habe ich dann endlich einen Termin bei einer Neurochirugin und sie kann mir hoffentlich mehr zu der Problematik mit meinem Fuß sagen.

Ernährung

Bereits vor dem Bandscheibenvorfall habe ich auf gesunde Ernährung geachtet – dies hat sich seitdem noch intensiviert. Ich versuche Weizen und Zucker zu vermeiden – Fleisch esse ich als Vegetarierin ja sowieso nicht. Die Mengen an Obst und Gemüse sind ziemlich gestiegen und ich könnte momentan jeden Tag Guacamole mit Falafel und/oder Kürbis essen 🙂

Kürbis

Jeden Morgen gibt es nach wie vor ein Glas Ackerschachtelhalm und ansonsten viel grünen Tee, Wasser und sehr wenig Alkohol.

Sport

Laufen kann ich leider immer noch nicht bzw. ich habe es auch noch nicht probiert. Ich bin mir aber sicher, dass ich noch in diesem Monat die ersten Schritte wagen werde. Zum Thema Laufen bei Bandscheibenvorfall gibt es ja auch sehr verschiedene Meinungen. Der Orthopäde meinte, dass Laufen nie mehr meine Hauptsportart werden wird. Ein angehender Sportmediziner sagte, dass ich auf  meinen Körper hören soll und es durchaus auch schon jetzt probieren soll. Dieser Meinung schloss sich auch eine Physiotherapeutin an. Eine andere Physiotherapeutin sagte, dass ich noch abwarten soll, bis der ausstrahlende Schmerz im Bein verschwunden ist und es dann langsam versuchen soll. Vorher soll ich lieber auf den Crosstrainer gehen. Die ersten 10 Minuten auf dem Crosstrainer habe ich übrigens letzte Woche zurückgelegt. Und alles war super!

Ansonsten habe ich zuhause mit ganz kleinen Übungen begonnen – einerseits für die Rückenmuskulatur und andererseits für den Fuß. Für den Fuß laufe ich abwechselnd auf den Fersen und auf den Zehenspitzen. Außerdem mache ich Balanceübungen auf einem Bein.

Müggelsee

Und wie bereits erwähnt, bin ich viel zu Fuß unterwegs und notiere mir jeden Tag wieviele Schritte ich zurückgelegt habe. Vorletztes Wochenende haben wir auch einen wunderschönen Herbstspaziergang am Müggelsee gemacht.

Seele

Ein altes Sprichwort sagt, dass der Rücken der Spiegel der Seele ist. Darüber habe ich viel nachgedacht und versuche nun mein Leben etwas zu entschleunigen. Ich versuche nicht mehr soviel zu hetzen und Dinge langsamer anzugehen. Wenn die U-Bahn mir vor der Nase wegfährt – egal! Ich sehe es positiv und nutze die Wartezeit zum Lesen. Wenn es im Büro stressig wird, versuche ich diesen Stress dort zu lassen und nicht mit nach Hause zu nehmen.

Vorher hatte mir das Laufen super beim aktiven Entspannen geholfen. Diese Möglichkeit fällt ja leider derzeit aus. Spaziergänge sind aber auch gut und ich denke dabei noch oft an die Tage im Krankenhaus, wo ich soviele Stunden nicht raus konnte. Ich versuche die kleinen Dinge wieder mehr zu schätzen – Sonnenstrahlen, buntes Herbstlaub, Ruhe …

Sand

Passives Entspannen fällt mir nach wie vor schwer und daher besuche ich seit dieser Woche einen Kurs Autogenes Training. Anfang 20 hatte ich schon einmal diese Entspannungstechnik getestet und es hatte damals gut funktioniert.

Ansonsten schlafe ich viel und lese Unmengen an Büchern. Besonders interessiert bin ich gerade an Literatur zum Thema Rücken, aber auch an Themen wie Gesundheit und Wohlbefinden. Folgende Bücher fand ich besonders gut:

Rückenbücher

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den unzähligen Büchern waren für mich:

  • Die Bandscheibe lebt von Bewegung, denn dadurch wird sie mit Nährstoffen versorgt. Eine Kombination von Be- und Entlastung ist für die Wirbelsäule notwendig.
  • Der Großteil der Rücken-OPs ist überflüssig. Ein Jahr später gibt es bei Patienten mit und ohne OP meist keinen Unterschied im Befinden.
  • Es gibt nicht die ideale Sitzposition. Wichtig ist, die Haltung beim Sitzen immer wieder zu verändern – dynamisches Sitzen ist wichtig.
  • Viele Menschen haben einen Bandscheibenvorfall und keinerlei Beschwerden. In vielen Fällen wissen sie noch nicht einmal davon.
  • Bewegungsmangel ist das größte Gift für die Bandscheibe.
  • Es gibt nicht die eine richtige Behandlung bei Rückenschmerzen – jeder Mensch ist individuell und dies trifft auch auch für Therapie zu.

Alles in allem, bin ich recht zuversichtlich und freue mich darauf in hoffentlich naher Zukunft auch wieder die Laufschuhe schnüren zu dürfen! Run happy!

Chinesische Weisheit

 


Responses

  1. Das klingt schon viel besser als noch vor ein paar Wochen. Toll, dass dein Arbeitsgeber so entgegen kommend ist und dir da auch unter die Beine greift. Ich drück dir die Daumen, dass sich das mit der Fusssensibilität auch wieder regeneriert, aber Nervenschaeden brauchen leider einfach ne Weile
    Liebe Grüße

    • Vielen lieben Dank!

  2. Das wird schon wieder!
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen Manu.

    Viele Grüße aus den Bergen

    Steve

    • Vielen Dank, Steve! Sehen wir uns nächste Woche in Salzburg? Ich kann zwar nicht mitlaufen, aber ein Wochenende in Salzburg lasse ich mir nicht entgehen 🙂

      • Ja, ich bin da…wir sehen uns garantiert!

      • Super! An welchem Lauf nimmst Du teil?

  3. Das wird wieder!! Trotzdem gute Besserung 👍

    • Lieben Dank, Dirk!

  4. Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung und das es Schritt für Schritt weiter geht!

    • Vielen herzlichen Dank!

  5. Reich mir die Flosse: auch bei mir liegt der „Vorfall“ ziemlich genau 5 Wochen zurück. Auch mir haben Mediziner geraten, ich solle das Laufen evtl. abschreiben. Auch ich habe den Plan, noch in diesem Monat wieder die ersten Laufschritte zu probieren. Und dabei werde ich es machen, wie Du: ich höre auf meinen Körper. Der wird schon sagen, was gut für uns ist. – Und was nicht…

    Ein Tipp für das Thema Arbeitsplatz:
    Ich habe meinen Stuhl verbannt und einen Pezziball gekauft. Das tut mir so gut (für Rücken, Bauch und Bein!), dass ich inzwischen einen zweiten angeschafft habe, den ich unter den Schreibtisch zu Hause platziert habe. Sprich mal mit Deinem Physio darüber!

    • Zum Thema Pezziball habe ich gelesen, dass man ihn schon ab und zu nutzen kann, aber nicht als alleinige Sitzmöglichkeit. Wäre mir auch zu anstrengend – ich brauche eine Rückenlehne 🙂

      Ansonsten drücke ich uns die Daumen, dass wir diesen Monat in der Tat die ersten Laufschritte wagen dürfen! Alles Gute weiterhin für Dich!

  6. Manu, das hört sich – den Umständen entsprechend – doch wieder ganz gut an! Meine Erfahrung ist: abwarten, bewegen und sich so Stück für Stück die alte Beweglichkeit wieder holen. Denn es ist wahr, der Rücken – überhaupt der ganze Körper – lebt von der Bewegung. Ob, wann und wie weit (sportliches) Laufen dann wieder möglich ist, wird sich zeigen, aber ich bin sicher, das wird schon wieder! Gute Besserung weiterhin!

    • Vielen Dank Andreas! Die ersten sportlichen Aktivitäten habe ich letztes Wochenende auf Mallorca schon machen können: Radfahren, Schwimmen und die ersten Laufschritte am Strand 🙂

  7. Hey,

    wie lief es weiterhin? Irgendwelche Beschwerden gehabt? Wie lebst du jetzt? Wie hast du zu der Zeit noch gelebt? Das würde mich mal interessieren. Auch, was du so in der Freizeit gemacht hast und z.B. was du abends so gemacht hast. Bekommst du Schmerzen, wenn du z.B. auf der Couch sitzt liegst und fernsiehst?

    Grüße

    • Mittlerweile ist der Bandscheibenvorfall fast zwei Jahre her. Wie vorher ist es leider nicht mehr, aber ich bin froh, dass ich wieder so fit bin. Ich gehe wieder laufen und bin auch schon wieder Halbmarathon gelaufen. Ab und an hatte ich auch noch einmal Probleme mit dem Rücken, aber zum Glück dauerten die Schmerzen dann immer nur ein paar Tage und ich habe keine ständigen Schmerzen.

      Mein linker Fuss ist auch immer noch ein wenig taub und ich habe dort weniger Kraft, aber ich habe mich daran gewöhnt. Ansonsten versuche ich mehrmals pro Woche Übungen für den Rücken zu machen und achte auch bei alltäglichen Bewegungen darauf den Rücken nicht falsch zu belasten (z.B. beim Tragen von schweren Sachen).

      Als ich damals den Bandscheibenvorfall hatte, habe ich viel gelegen, aber bin auch viel gegangen. Nur das Sitzen habe ich vermieden.

      Lass‘ mich wissen, wenn Du weitere Fragen hast.


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