Verfasst von: Manu | Oktober 28, 2014

Österreichische Spezialitäten oder der Panoramatrail in Salzburg …

Trailrunning Festival Salzburg

Zu den österreichischen Spezialitäten gehören nicht nur die leckeren Naschereien, wie Sachertorte und Mozartkugeln, sondern auch hohe Berge. Und die Kombination aus diesen beiden Merkmalen fasst mein Wochenende in Österreich eigentlich perfekt zusammen.

Freitagabend brachte uns einmal wieder Air Berlin an den Ort des Geschehens – diesmal wollten wir das Wochenende in der Mozartstadt Salzburg verbringen. Nachdem wir bereits 2013 ein wunderbares Wochenende dort erlebten und uns tapfer beim Festungslauf geschlagen hatten, mussten wir unbedingt erneut dorthin.

Die Flüge waren schon längst gebucht als ich plötzlich in der Ausschreibung für den Lauf entdeckte, dass beim Trailrunningfestival dieses Jahr die Distanzen geändert wurden und ein Lauf mehr im Angebot ist. Somit fiel die Wahl auf den Panoramlauf, der 7,2 km betragen sollte. Im Gegensatz zu dem Festungslauf im letzten Jahr war somit nur eine Runde zu bewältigen und der Zieleinlauf war nicht oben auf der Festung, sondern auf dem Kapitelplatz, wo sich auch der Start befand.

Aber mal der Reihe nach … Kurz vor 23 Uhr landeten wir sicher auf dem Flughafen in Salzburg und per Taxi erreichten wir in wenigen Minuten das Hotel Wolf in der Altstadt von Salzburg. Über 500 Jahre alt ist das Bürgerhaus, in welchem sich das Hotel befindet, und urgemütlich. Ein großer Vorteil ist die Lage direkt in der Altstadt und somit die Nähe zum Start und Ziel des Laufes.

Hotel Wolf Salzburg

Samstagmittag trafen wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel mit unserer Lauffreundin Anette & Co. bei der Startnummernausgabe im Stiegl-Keller. Für 20 Euro Startgebühr gab es eine prall gefüllte Startertüte. Da können sich andere Laufveranstalter noch eine Scheibe abschneiden.

Salzburg Trailrunning Festival

Mit der Festungsbahn fuhren wir in wenigen Sekunden nach oben auf die Festung Hohensalzburg, um die Aussicht von dort zu bestaunen. Immer wieder schön dieser Blick über Salzburg und die Salzach mit den teilweise schneebedeckten Bergen im Hintergrund!

Salzburg

Freundlicherweise hatte uns Salzburg-Tourismus erneut die Salzburg-Card zur Verfügung gestellt. Damit konnten wir nicht nur bei der Festungsbahn die Fast-Lane nutzen, sondern oben angekommen unter anderem noch das Festungs- und Marionettenmuseum besuchen.

Salzburg

Zu Mittag stärkten wir uns in dem vegetarischen/veganen Restaurant The Green Garden, welches definitiv empfehlenswert ist.

Und dann wurde es auch schon Zeit für unseren sportlichen Einsatz. Die Jüngsten waren bereits beim Kindertrail gestartet und danach hieß es für die echten Trailrunner 570 Höhenmeter und 15 km beim Festungstrail zu überwinden. Wir schauten beim Start zu und 10 min später ging es dann für uns auf die Strecke. Laut Ausschreibung sollten es beim Panoramatrail 7,2 km und 205 Höhenmeter werden. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten wir diesmal nur eine Runde vor uns.

Salzburg Trailrunning Festival

Das Starterfeld war mit 109 Teilnehmern sehr übersichtlich – mehr Läufer waren beim Festungslauf dabei.

Salzburg Trailrunning Festival

Der erste Kilometer war für mich der zweitschnellste des gesamten Laufes. Es ging zunächst flach los und wir liefen eine Runde um den Dom. Doch noch bevor wir den ersten Kilometer geschafft hatten, wartete bereits das Grauen am Mönchsberg auf uns. Ganz, ganz viele Treppenstufen! Ich unternahm gar nicht erst den Versuch diese Stufen laufend zu bewältigen, sondern tat es den Läufern vor mir gleich und nahm enorm Tempo heraus. Die Treppen schienen auch gar kein Ende zu nehmen und ich war schnell am Keuchen. Aber immerhin konnte ich die langsame Geschwindigkeit zum Fotografieren nutzen 🙂

Salzburg Trailrunning Festival

Es ging dann zwar immer mal wieder bergan, aber es gab keine schrecklichen Treppenstufen mehr. Außerdem wurde ich von dem wunderschönen Blick auf die schneebedeckten Gipfel in der Ferne abgelenkt. War das toll! Am liebsten wäre ich immer wieder stehen geblieben um diesen Anblick mit der Kamera festzuhalten. Es war einfach schön auf dem Mönchsberg zu laufen und die Bezeichnung Panoramatrail war auf jeden Fall passend gewählt.

Salzburg Trailrunning Festival

Obwohl, bis auf die Treppenstufen zu Beginn, war es zunächst noch nicht so trailig – aber das sollte sich schnell ändern. Plötzlich wies ein Pfeil mitten in den Wald und dort wartete ein bereits matschiger Anstieg, der es in sich hatte. Da war ich so richtig froh, dass ich erstmalig Trailrunningschuhe trug. Die PureGrit von Brooks erwiesen sich auf jeden Fall als sehr hilfreich und ich musste noch nicht einmal das Seil in die Hand nehmen, um nach oben zu kommen. Mit meinen normalen Laufschuhen hätte ich da wohl mehr Probleme gehabt.

Salzburg Trailrunning Festival

Mittlerweile war auch mehr als die Hälfte der Strecke geschafft. Den höchsten Punkt der Strecke auf 504 Metern Höhe erreichten wir dann kurz vor Kilometer 5. Und dann ging es so langsam aber sicher wieder bergab. Und das sogar richtig steil! Da war höchste Konzentration gefordert und selbst mit meinen Trailrunningschuhen wollte ich nichts riskieren, denn die Helfer wiesen sogar extra noch auf die Glätte hin.

Doch ich kam glücklicherweise heil unten an und freute mich schon auf den Zieleinlauf, als es plötzlich doch noch einmal nach oben ging. Ich hatte zwar zu kämpfen, aber die anderen genauso oder noch mehr. Ab etwa Kilometer 5 habe ich nämlich nur noch überholt und wurde selbst nicht mehr überholt.

Beim Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass die Strecke doch länger sein musste. Bei Kilometer 7,2 war noch kein Ziel in Sicht. Aber ich befand mich immerhin schon wieder in der Altstadt. Dort ging es kreuz und quer durch enge Gassen mit Kopfsteinpflaster. Da die Strecke ein wenig abschüssig war, lief ich auf den letzten 900 Metern mit 5:12 km/h meine schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit des Laufes.

Salzburg Trailrunning Festival

Noch einmal am Dom entlang und dann sah ich das Ziel. Leider verpasste ich knapp eine Zeit von unter 51 min – eine Sekunde darüber war ich. Mit dieser Zeit belegte ich Platz 85 von 109 Teilnehmern, Platz 25 von 41 Damen und Platz 6 (von 15) in meiner Altersklasse. Das war vor allem im Vergleich mit letztem Jahr (dort waren nach mir nur noch drei Läufer ins Ziel gekommen!) eine enorme Verbesserung.

Und ich war mir kurz nach dem Zieleinlauf schon sicher, dass ich nächstes Jahr unbedingt wieder dabei sein möchte! Der Lauf hat mich zwar wieder an meine Grenzen gebracht, aber er war auch so wunderschön gewesen. Als Großstädter hat man viel zu selten Gelegenheit beim Anblick von Bergen zu laufen. Die neue Streckenführung fand ich auch viel besser, denn beim Laufen hat man viel mehr von der tollen Umgebung gesehen als im Jahr zuvor. Ich bin auch der Meinung, dass der Lauf noch eindeutig mehr Potential hat. Für die tolle Organisation waren es noch viel zu wenig Teilnehmer. Aber vielleicht muss sich erst noch in den (Trail)Läuferkreisen herumsprechen, dass da im Oktober seit drei Jahren immer ein Highlight in Salzburg stattfindet. Und auch „normale“ Läufer dürfen sich ruhig an diese Laufveranstaltung heranwagen. Selbst ich habe ohne spezielles Training das Ziel erreicht 🙂

Salzburg Trailrunning Festival

Den Abend ließen wir dann noch mit unseren Lauffreunden bei Pizza und Wein ausklingen.

Sonntagmorgen besuchten wir das Spielzeugmuseum – auch ohne Kind macht das Spaß! Uns hatten es besonders die Bären dort angetan. Danach machten wir einen Abstecher zum Kapitelplatz um die Läufer des Gaisbergtrails auf den letzten Metern anzufeuern. Und dort traf ich dann auch noch Steve von Uptothetop. Im Anschluss schlenderten wir noch durch den Mirabellgarten.

Salzburg

Am frühen Nachmittag ging es dann mit dem Schiff namens Amadeus auf die Salzach. Vom Makartsteg fuhren wir etwa eine Dreiviertelstunde auf der Salzach entlang. Auch vom Wasser aus macht Salzburg einen imposanten Eindruck!

Salzburg

Am Nachmittag stand der obligatorische Besuch im Café Sacher an. Es geht eben nichts über ein leckeres Stück Sachertorte mit Schlag!

Sachertorte

Und dann war es leider schon wieder Zeit Abschied zu nehmen von dieser wunderbaren Stadt … Aber ich bin mir sicher – Salzburg sieht mich bald wieder! Und für die Zeit bis dahin habe ich mir einen kleinen Vorrat Mozartkugeln im Koffer mit nach Hause genommen.

Salzburg

Last but not least: Vielen Dank an Salzburg Tourismus, die unsere Reise durch zwei Salzburg-Cards und die Übernahme meiner Hotelübernachtung unterstützt haben!

Hinweis: Die Meinung in diesem Artikel stellt meine eigene dar und wurde auf keinerlei Art beeinflusst.

 


Responses

  1. Hallo Manu,
    schön, dass Du während des Laufs Fotos gemacht hast – ich habe ja nur geguckt 😉 War ein Supertipp von Dir, wir sind ja erst durch Deinen Bericht 2013 auf diesen Lauf aufmerksam geworden!
    Bis zum nächsten Mal, LG

    • Ich hätte ja gern noch mehr Fotos gemacht, aber ich wollte nicht, dass mich wieder alle überholen 🙂 Schön, dass Euch der Lauf auch gefallen hat. Wobei Iwan wahrscheinlich am besten der Kaiserschmarrn gefallen hat 🙂 Bis hoffentlich bald wieder!

  2. Hey Manu danke für den Link, Glückwunsch zum Finish und es freut mich, dass wir uns auch mal getroffen haben, nachdem ich deinen Blog nun schon sehr lange verfolge.

    Du hast Recht, das Salzburg Trailrunning Festival ist echt ein gelungenes Event und ich hoffe, dass der Veranstalter an dem Konzept festhält und nix mehr groß ändert.
    Es ist echt sehr abwechslungsreich und bietet eigentlich einen optimalen Saisonausklang für alle Trailrunner und ist zugleich ein toller Einstieg für alle die, die mal etwas anderes als den „klassischen“ Stadtmarathon laufen wollen.

    Dann sehen wir uns also 2015 wieder! 😉

    Liebe Grüße aus dem Süden

    Steve

    • Aber gerne doch! Und bis zum nächsten Jahr in Salzburg! 🙂

  3. […] Schönstes Erlebnis: Panoramatrail […]


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