Verfasst von: Manu | September 16, 2014

Per Schiff zu einer Laufveranstaltung oder der Halbmarathon in Tallinn …

Halbmarathon Tallinn

Neue Länder habe ich bisher immer nur auf dem Land- oder Luftweg betreten. Estland sollte jedoch das erste Land sein, welches ich auf dem Schiffsweg erreichte. Und natürlich nahm ich diese Reise nur auf mich, um erneut an einem Lauf teilzunehmen 🙂

Der Tallinn-Marathon sollte das Ziel sein und ich hatte mich für den Halbmarathon entschieden. Ursprünglich war nur der 10-km-Lauf angedacht, doch dann stellte sich heraus, dass es bei dieser Distanz keine Medaillen geben sollte. Außerdem hatte ich kurzfristig entschieden im November in Las Vegas meinen 20. Halbmarathon zu laufen und somit fehlten noch zwei Halbmarathons auf dem Weg dahin. Somit wurde es dann also in Tallinn der Halbmarathon! Die Startgebühr betrug 30 Euro.

Finnland

Bevor es aber überhaupt an den Start ging, mussten wir erst einmal zum Ort des Geschehens anreisen. Am Freitagnachmittag brachte uns Air Berlin nach Helsinki. Per Flughafenbus fuhren wir ins Zentrum, wo wir noch ein wenig Zeit hatten und etwas herumschlenderten. Schließlich war es Zeit zum Hafen zu laufen, wo die Fähre von Viking auf uns wartete. Die liebe Ilse hatte uns hier sogar kostenfreie Tickets besorgt – herzlichen Dank!

Helsinki

Halb 10 legte das riesige Schiff ab und wir machten es uns im Restaurant bequem. Nur schade, dass es draußen schon dunkel war und wir nichts mehr sehen konnten!

Kurz vor Mitternacht legten wir am Terminal in Tallinn an und machten uns zu Fuß auf den Weg zu unserem Hotel. Dort fielen wir dann gegen 1 Uhr in der Nacht todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne und wir liefen zum Freiheitsplatz, auf dem sich die Startnummernausgabe befand. Ohne Wartezeit erhielten wir diese dann auch – im Starterbeutel gab es jedoch bis auf eine Packung Eisgel sonst nur Werbeflyer.

Tallinn

Den restlichen Tag nutzten wir die Stadt zu erkunden. Begeistert war ich besonders vom Blick vom Domberg auf die Stadt und der wunderschönen Alexander-Nevski-Kathedrale.

Tallinn

Die Pastaparty fand übrigens bei Vapiano statt – dort gab es für alle Läufer zwei Pastagerichte für je 4 Euro.

Am Sonntagmorgen starteten zunächst die Marathonläufer um 10 Uhr und bei Kilometer 20 kamen sie an unserem Hotel vorbei. Unser Start war für halb 12 geplant und da unser Hotel nur 10 min vom Startbereich entfernt war, brachen wir erst kurz vorher auf. Das Wetter war perfekt – Sonnenschein und blauer Himmel, aber nicht zu heiss!

Tallinn Marathon

Auch wenn ich in der letzten Startgruppe stand, so dauerte es nur wenige Minuten bis ich auch über die Startlinie durfte. Zu Beginn war es noch recht voll und ich kam nur langsam voran. Aber ich wollte sowieso langsam laufen, da ich die Woche ein wenig angeschlagen war.

Wir liefen zunächst auf einer mehrspurigen Straße und somit war bald auch genügend Platz für alle Läufer. Und bald erblickten wir das Wasser und direkt am Wasser kamen uns die ersten Marathonläufer entgegen. Diese hatten zwei Runden zu bewältigen. Die Armen!

Tallinn Marathon

Die erste Verpflegungsstation passierten wir auch bald und dort gab es Wasser sowie Isogetränke, wobei ich meist zu Letzterem griff.

Wir liefen dann mehr oder weniger nur geradeaus und kurz nach Kilometer 9 sollte es dann auf dem Weg daneben wieder zurück gehen. Somit sah ich auch den späteren Sieger vom Halbmarathon.

Die ersten Kilometer bei einem Halbmarathon vergehen immer gar nicht, aber sobald man bei Kilometer 10 ist, geht es dann ganz schnell. Und hier in Tallinn liefen wir ja schon nach Kilometer 9 wieder Richtung Stadt zurück. Die Strecke zurück war besonders schön, da wir ziemlich lange direkt am Wasser entlang liefen. Da musste ich einfach mehrere Male für ein Foto anhalten 🙂

Tallinn

So bei Kilometer 15 stellte ich fest, dass ich ganz gut in der Zeit lag und sogar meine beste Halbmarathonzeit in diesem Jahr laufen könnte. Also machte ich dann weniger Fotos und legte nicht mehr so viele Gehpausen bei den Getränken ein. Und auch die Möglichkeit meine Beine mit Eiswasser einsprühen zu lassen, ließ ich aus. Das sah übrigens witzig aus, wie da die Helfer so um die Läufer mit Sprühdosen herumsprangen 🙂

Tallinn

Schließlich waren wir am Hafen und somit das Ziel nicht mehr weit. Doch plötzlich bogen wir in eine Gasse mit Kopfsteinpflaster ab und es ging auch noch bergauf. So kurz vor dem Ziel war das eine ziemliche Schikane – vor allem für die Marathonläufer. Aber wir sollten halt auch etwas von der wunderschönen Altstadt sehen 🙂

Danach ging es noch durch einen Park, wo an mehreren Stellen Cheerleader die müden Läufer anfeuerten.

Tallinn Marathon

Bei Kilometer 20 wartete André, der bereits seinen Lauf geschafft hatte, und ich gab noch einmal Gas. Und bei 2:20:24 überquerte ich die Ziellinie – mit dieser Zeit war ich super zufrieden!

Im Ziel gab es neben der ziemlich schweren Medaille, noch Wasser und eine Tüte Studentenfutter. Ich setzte mich dann noch eine Weile auf den Domberg, um bei schönstem Sonnenschein das bunte Treiben von oben zu beobachten.

Tallinn Marathon

Das war in der Tat ein sehr empfehlenswerter Lauf mit einer wunderschönen Strecke! Und Estland war übrigens das Land Nummer 19, in dem ich an einem Lauf teilgenommen hatte.

Helsinki

Am Montagmorgen hieß es dann Abschiednehmen von Tallinn – per Fähre ging es wieder nach Helsinki zurück und diesmal konnten wir bei tollem Meerblick unser Frühstück an Bord genießen. Nach ein paar Stunden Helsinki brachte uns dann am Abend der Flieger wieder nach Berlin.

Helsinki

Ich werde dieses erlebnisreiche Wochenende mit den tollen Eindrücken beim Halbmarathon in Tallinn noch lange in Erinnerung behalten! Und was ich in Tallin ganz besonders cool finde – überall findet man einen kostenlosen Internetzugang. Das wird sogar per Gesetz garantiert!


Responses

  1. War ja fast eine kleine Weltreise 🙂 Aber richtig tolle Bilder und Eindrücke hast du (mal wieder) mitgebracht!

    • Ja, es fühlte sich fast wie eine Weltreise an: Deutschland Finnland und Estland an einem Tag 🙂

  2. Danke für die schönen Impressionen! Das mit dem Eiswasser an die Beine stellen wir uns in der Tat lustig vor 🙂

    • Ja, ich hätte mal Fotos davon machen sollen 🙂

  3. Die Bilder sind ja der Wahnsinn. Kostenloser Internetzugang klingt auch gut. Glaube da waer ich immer draussen lol

    • Danke! Den kostenlosen Internetzugang hat man aber auch in vielen Gebäuden drin – also kein Grund draußen zu bleiben 🙂

  4. Glückwunsch! Am Ende des Jahres würde ich gerne mal eine Statistik deiner Anreise-Kilometer sehen, so viel wie du derzeit wieder unterwegs bist 😉 Hört sich gut an, was du so von der Veranstaltung schreibst und zeigst, aber Tallinn wäre mir definitiv zu weit weg…

    • Danke! Eine Statistik über die Anreisekilometer führe ich gar nicht, aber ich fliege ja nicht nur wegen der Läufe irgendwo hin sondern auch um neue Orte kennenzulernen 🙂


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