Verfasst von: Manu | Juni 22, 2014

Der Goitzsche-Seenlauf oder erneut Bestzeit am Bitterfelder Meer …

Goitzsche-Seenlauf

Das Wochenende verbrachten wir in der einstmals dreckigsten Stadt Europas und zwar in Bitterfeld. Etwa 25 km von Halle und 35 km von Leipzig entfernt findet man die Stadt am Großen Goitzschesee. Dieses Gewässer ist der größte See in Sachsen-Anhalt und entstand aus einem früheren Braunkohletagebau.

Bitterfeld

Samstagmittag trafen wir nach gerade einmal 50 min im ICE in Bitterfeld ein und auf den ersten Blick empfing uns eine ehemalige ostdeutsche Stadt mit teilweise heruntergekommenen und verlassenen Häusern.

Doch der Anblick besserte sich zusehends als wir unser Hotel, das Central, und den Marktplatz mit Rathaus und Kirche erreicht hatten.

Bitterfeld

Und ein noch schönerer Anblick erwartete uns am Goitzschesee. Um diesen Anblick richtig zu genießen, hatten wir uns Fahrräder ausgeliehen und wollten den See umrunden.

Goitzsche

Auf einem gut ausgebauten Radweg, der größtenteils flach war, fuhren wir teilweise direkt am See, aber auch mitten durch den Wald ganz einsam am sog. Bitterfelder Meer entlang. Aus der Großstadt kommend weiß man solch‘ ruhigen Momente draußen in der Natur umso mehr zu schätzen.

Goitzsche

Bei unserer Radtour kamen wir vorbei an den Orten Pouch und Mühlbeck und sahen unter anderem den Pegelturm und die Villa am Bernsteinsee. Auf dem Rückweg hatten wir ziemlichen Gegenwind und somit hatten wir uns dann Kaffee und Kuchen im Stadthafen von Bitterfeld mehr als verdient.

Pegelturm Bitterfeld

Doch viel Zeit blieb nicht, denn wir mussten unsere Startunterlagen im Fritz-Heinrich-Stadion abholen. Dort erwartete uns eine Überraschung, denn wir erfuhren, dass sich für den 10-km-Lauf weniger als 20 Teilnehmer gemeldet hatten. Und auch für den zweiten Wettbewerb beim Goitzsche-Seenlauf, den Halbmarathon, waren es nicht viel mehr Teilnehmer. An einem Lauf mit einem deratig überschaubaren Teilnehmerfeld hatten wir auch noch nie teilgenommen 🙂 Die Startgebühr betrug übrigens 7 Euro.

Per Rad ging es schnell zurück ins Hotel zum Umziehen und kurze Zeit später standen wir wieder in unseren Laufsachen an der Startlinie im Stadion. 18 Uhr wurden gemeinsam mit den Halbmarathonis auf die Strecke geschickt. Die weniger als 50 Teilnehmer rasten in einem Wahnsinnstempo los und ich ließ mich erst einmal davon anstecken und lief den ersten Kilometer in 4:53 min/km. Leider hatte meine Garmin das GPS-Signal nicht schnell genug gefunden, so dass die Aufzeichnung erst ein paar Meter später begann.

Nachdem wir das Stadion verlassen hatten, passierten wir die Blaue Bank und liefen  zunächst entlang des Goitzsche-Sees.

Goitzschesee

Bei Kilometer 3 ging es in den Wald und da war ich immer noch in einem guten Tempo unterwegs. Im Wald war ich dann schon fast alleine beim Laufen. Doch ich war froh, dass ich noch Läufer vor mir sah. Ansonsten hätte ich Angst gehabt, dass ich mich im Wald verlaufe. Es gab zwar Markierungen, aber wie genau passt man denn beim Laufen auf … Über den Verpflegungspunkt bei Kilometer 5 freute ich mich sehr, denn mir war mittlerweile schon sehr warm geworden. Für die Hälfte der Strecke hatte ich etwa 26:15 min benötigt, was auf eine gute Endzeit hindeutete. Allerdings war ich mir nicht wirklich sicher wie ich in der Zeit lag, denn ich wußte nicht genau wieviel später ich meine Uhr in Gang gesetzt hatte.

Goitzsche

Aber erstmal nur Weiterlaufen … Nachdem wir im Wald zunächst einen Dinosaurier am Wegesrand entdeckt hatten, stand da plötzlich ein Bär. Zum Glück waren Beide nicht echt gewesen 🙂 Aber eine nette Abwechslung, über die ich sehr schmunzeln musste.

Die Strecke an sich war schön zum Laufen – wenn auch recht einsam. Ein wenig erinnerte mich die Umgebung an den Halbmarathon in Helsinki. Schilder und Markierungen auf dem Weg wiesen mir den Weg zurück zum Stadion.

Als ich aus dem Wald kam und den Gegenwind spürte, musste ich ziemlich fluchen. Der vorletzte Kilometer war dann mit 5:40 min/km auch der langsamste dieses Laufes. Als ich jedoch sah, dass das Stadion nicht mehr weit entfernt ist, konnte ich noch einmal etwas beschleunigen und die halbe Runde im Stadion etwas aufdrehen. Und als ich dann noch hörte, dass eine 52er-Zeit drin ist, musste ich einfach noch einmal alle Kräfte mobilisieren.

Goitzsche-Seenlauf

Und in der Tat – mit 52:52 min erreichte ich das Ziel und schaffte eine Verbesserung der erst letzte Woche aufgestellten Bestzeit über die 10 km. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet! Zumal ich erst wenige Stunden vorher über 30 km Rad gefahren war (meine längste Radtour in diesem Jahr).

Goitzsche-Seenlauf

Aber irgendwie hat die Radtour mir wohl nicht geschadet – eher im Gegenteil – und ich konnte eine neue Bestzeit aufstellen 🙂 Bei den Damen hatte ich Platz 6 (von 9) belegt. Insgesamt waren in der Tat nur 22 Läufer ins Ziel gekommen, wobei sich wohl einer noch im Wald verlaufen hatte … Von den 22 Läufern kamen übrigens 21 in einer Zeit von unter 59 min ins Ziel! Ach so, und erneut hat mich das Schuhwerk von Brooks mit einer Bestzeit ins Ziel getragen – diesmal trug ich meine geliebten Transcend.

Wir schauten uns am Abend dann noch das Fußballspiel Deutschland gegen Ghana an und heute Vormittag stand noch eine kleine Radtour zum Bitterfelder Bogen auf dem Programm. Von dieser begehbaren Großskulptur hat man einen tollen Blick über Bitterfeld und Umgebung.

Bitterfelder Bogen

Im Anschluss ging es noch einmal an den Goitzsche-See um den wunderschönen Blick aufs Wasser zu genießen.

Goitzschesee

Und zur Mittagszeit brachte uns der Intercity dann wieder zurück nach Berlin – und im Gepäck viele schöne Erinnerungen an ein wunderbares Wochenende am Bitterfelder Meer.

Fazit: Die Stadt Bitterfeld ist ein lohnenswertes Reiseziel für eine Wochenendreise – Laufen und Radfahren in wunderschöner Natur! Und dem Goitzsche-Seenlauf wünsche ich im nächsten Jahr mehr Zuschauer – verdient hat es sich der Lauf allemal! Vielleicht bin ich ja auch wieder dabei …

Goitzsche


Responses

  1. Der Bär war jetzt aber nicht Pauline, oder 😉
    Glückwunsch zur PB! LG

    • Ne, Pauline hat im Hotel gewartet 🙂 Hätte sie aber gewußt, dass ein Artgenosse im Wald ist, hätte sie sicherlich mitlaufen wollen 🙂

  2. Eieiei da waer ich ja letzter geworden. Glueckwunsch zur neuen PB

  3. Ne, Du wärst nicht Letzte geworden 🙂 Den Platz 22 hat länger benötigt wie Du benötigt hättest 🙂


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