Verfasst von: Manu | Juni 2, 2014

Die 10 km beim Europamarathon in Görlitz oder der Kampf mit den Höhenmetern in der deutsch-polnischen Grenzstadt …

Görlitz

Aller guten Dinge sind drei – jedenfalls, wenn es um den Europamarathon in Görlitz geht! Nachdem ich 2008 bereits den Halbmarathon und im letzten Jahr bei Dauerregen die 5 km beim Europamarathon gelaufen war, sollten es diesmal die 10 km werden.

Glücklicherweise meinte es der Wettergott in diesem Jahr gut mit den Läufern. Nachdem es 2013 das gesamte Wochenende geregnet hatte, empfingen mich dieses Jahr blauer Himmel und Sonnenschein in der zweigeteilten Stadt im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien.

Hotel Schwibbogen

Samstagmittag traf ich nach einer Zugfahrt von 2,5 Stunden in der wunderschönen Stadt an der Neiße ein und begab mich erst einmal zu meinem Hotel. Diesmal hatte ich das Hotel Schwibbogen in der Altstadt gewählt. Dies stellte sich als gute Wahl heraus. Ich hatte aus meinem Zimmer nicht nur einen tollen Blick auf den Obermarkt, sondern auch der Start- und Zielbereich waren nur ca. 4 min entfernt.

Görlitz

Das perfekte Wetter nutzte ich für einen Bummel durch die Altstadt, die ich das erste Mal so wirklich in ihrer Pracht erfasste. Auch wenn ich Görlitz fast als meine Heimat bezeichnen könnte (ich wuchs etwa 35 km entfernt von dieser Stadt auf), so hatten mich doch damals die kulturellen Highlights noch nicht wirklich interessiert. Bei meinem Spaziergang war ich begeistert vom Rathaus, der Peterskirche, dem Schönhof und weiteren wunderschönen alten Bauten. Ich überquerte die Neiße über die Altstadtbrücke und schon war ich im polnischen Zgorzelec. Dort spazierte ich am Fluss entlang und genoss den Sonnenschein.

Görlitz

Die Stadt Görlitz ist übrigens auch sehr begehrt als Filmkulisse. Erst in diesem Jahr konnte man die Stadt im Film „The Grand Budapest Hotel“ bewundern.

Den Aufenthalt in der Heimat nutzte ich auch, um mich am Nachmittag mit zwei meiner ehemaligen Mitschülerinnen und meinen Geschwistern zum Essen und Plaudern zu treffen. Bis in die späten Abendstunden genossen wir draußen sitzend das tolle Wetter auf dem Obermarkt.

Görlitz

Sonntagmorgen konnte ich glücklicherweise ausschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel machte ich mich auf den Weg zum Start. Ich verfolgte noch den Zieleinlauf der Skater und 10:50 Uhr ging es für uns auf die Strecke.

Europamarathon Görlitz

Es ging erst einmal bergab (daher hatte ich einen 5er Schnitt beim ersten Kilometer) und bald waren wir an der Altstadtbrücke, die uns nach Polen führte. Auf der polnischen Seite empfing uns eine Blaskapelle und danach liefen wir an der Neiße entlang, was wunderschön war! Gern wäre ich für ein Foto stehen geblieben. Aber ich wollte nicht ganz so bummeln und hatte mir vorgenommen unter eine Stunde zu laufen. Also war keine Zeit für Zwischenstopps.

Görlitz

Mir war wieder schnell warm geworden und ich war froh dass der erste Getränkepunkt schon sehr bald kam. Insgesamt konnten wir sogar viermal Wasser trinken! Im Grünen ging es dann einen fiesen Berg hoch, den ich bereits vom letzten Jahr kannte.

Glücklicherweise liefen wir dann erstmal ziemlich lange unter Bäumen und kamen auch am Dom Kultury vorüber. Was hätte ich bei diesem tollen Gebäude für ein Foto gegeben … Aber ich wollte nicht stehen bleiben!

Europamarathon Görlitz

Der Lauf ging kreuz und quer durch Zgorzelec und ich hatte bald die Orientierung verloren. Und immer wieder gab es Anstiege! Zum Glück durften wir jedoch auch immer wieder mal abwärts laufen.

Sehr interessant fand ich auch, dass wir eine Runde um ein Stadion liefen – noch besser wäre es auf der Bahn gewesen.

Bald waren es nur noch zwei Kilometer bis zum Ziel und wir überquerten erneut die Neiße – über die Stadtbrücke liefen wir zurück auf die deutsche Seite nach Görlitz. Und auch auf dem letzen Meter wartete noch ein gemeiner Anstieg auf uns. Ich kämpfte mich nach oben und die letzten Meter für den Zielspurt waren glücklicherweise flach. Mit 0:58:56 min hatte ich mein Ziel erreicht und war auch sehr geschafft. Das Witzige war, dass ich wie bei meinem ersten Start in Görlitz vor sechs Jahren in diesem Jahr erneut den 8. Platz in der Altersklasse (von 23) erreicht hatte.

Europamarathon Görlitz

Im Ziel erhielt jeder Läufer eine Medaille und leider waren es diesmal nicht diese schicken Glasmedaillen wie in der Vergangenheit. Nach einer kurzen Stärkung mit Apfelsaft begab ich mich in das Gymnasium, wo ich am Vortag die Startunterlagen abgeholte hatte. Dort ließ ich mir meine Urkunde ausdrucken.

Europamarathon Görlitz

Nach einer schnellen Dusche war es dann leider auch schon wieder Zeit Görlitz zu verlassen und zum Bahnhof zu gehen.

Fazit: Nicht nur die Stadt Görlitz ist empfehlenswert für einen Kurzurlaub, auch der Europamarathon bietet eine wunderschöne Strecke! Und wo hat man schon die Gelegenheit bei einem Lauf durch zwei Länder zu laufen. Aber Achtung vor den Anstiegen!


Responses

  1. Glückwunsch zur Zeit! Görlitz sieht ja sehr interessant aus 🙂

    • Vielen lieben Dank! Görlitz ist definitiv eine tolle Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert!

  2. Ich find das ja super dass du schonmal alle Orte fuer mich abklapperst. Da kann ich dann gleich entscheiden ob es sich lohnt dort zu laufen. Goerlitz scheint lohnenswert zu sein. Danke fuer den Bericht.

    • Das mache ich doch gern für Dich 🙂 Und nächstes Jahr begleitest Du mich dann einfach nach Görlitz. Ich fahre da sicherlich wieder hin!

  3. […] Schönstes Erlebnis: Europamarathon […]

  4. Ein schöner Reise-und-Lauf-Bericht! Ja, und Anstiege können einen schon ziemlich fordern 😉

    • Vielen Dank, Andreas! Irgendwann gewöhne ich mich sicherlich auch an Anstiege 🙂 Übung macht den Meister!

  5. Ein schöner Lauf und eine schöne Gegend. Das klingt nach einem sehr interessantem Lauf, den ich mir merken sollte für später. 🙂

    • Ja, unbedingt diesen Lauf auf die To-Run-Liste setzen! 🙂

  6. Ganz schön schön da! Und Glückwunsch zu der tollen Zeit!

    • Vielen herzlichen Dank!

  7. Dafür dass es doch recht warm war und immer wieder Anstiege zu überbrücken waren, bist du doch ziemlich gut durchgekommen. Finde es immer sehr schön, wenn man eine Stadt schon ein wenig kennt. Bringt Abwechslung und irgendwie weiß man auch einigermaßen, was einen erwartet. Aber bei dem Hin und Her kann man in der Tat die Orientierung verlieren.

    • Vielen Dank! 🙂


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