Verfasst von: Manu | Mai 2, 2014

Der Sachsenhausen-Gedenklauf in Oranienburg oder ein unerwarteter Platz auf dem Treppchen …

Oranienburg

Gestern sollte für mich eine Premiere geben (wobei es dann sogar zwei davon gab) – mein erster Laufwettkampf am Tag der Arbeit. Vor einigen Wochen hatte ich bereits recherchiert, wo es denn in und um Berlin einen Lauf am 1. Mai geben würde. Die Entscheidung war dann schließlich auf den Sachsenhausen-Gedenklauf in Oranienburg gefallen. Denn dort sollten alle Finisher auch eine Medaille erhalten. Dabei kostete mich die Anmeldung gerade einmal vier Euro! Das nenne ich mal ein super Preis-Leistungs-Verhältnis!

Ein wenig machte ich jedoch meine Teilnahme noch vom Wetter abhängig – bei Regen hätte ich mich wohl eher nicht auf den Weg nach Oranienburg gemacht. Zumal ich mir nicht sicher war, wie genau die Verhältnisse vor Ort sind.

Oranienburg

Als ich am Morgen noch einmal die Wetteraussichten für den Tag überprüfte, war die Entscheidung gefallen: Ich fahre nach Oranienburg! Kurz nach halb 9 bestieg ich die Regionalbahn und nur 30 min später erreichte ich den Bahnhof in Oranienburg. Dort empfingen mich Wolken , aber es war trocken. Zu Fuß machte ich mich auf den Weg zur TURM-Erlebniscity. Etwa 15 min benötigte ich dafür. Vor dem Gebäude waren auf dem Platz bereits Start und Ziel aufgebaut und auch die Startunterlagen konnte ich bereits abholen.

TURM Oranienburg

Ich hatte mich für die 7,5 km entschieden. Außerdem waren 15 km, ein Staffellauf über 5 x 1 km und ein Bambinilauf im Angebot. Die Veranstaltung sollte 10:15 Uhr mit den Staffelläufen beginnen – die Hauptläufe über 7,5 und 15 km waren für 11 Uhr geplant. Ich hatte also noch viel Zeit bis zum Start.

Die Bedingungen vor Ort waren übrigens super. Es gab Umkleiderräumen, Toiletten und sogar Duschen. Außerdem hatte man die Möglichkeit seine Tasche abzugeben. Und man konnte in bequemen Sesseln und Sofas bis zum Start warten – Luxus pur für einen Volkslauf!

Die Zeit bis zum Start verging im Endeffekt doch sehr schnell, denn ich lernte ein paar Läufer kennen, mit denen es interessante Gespräche gab.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Ich schaute dann noch bei den Zieleinläufen der Staffeln sowie beim Bambinilauf zu und dann war es Zeit für meinen Start. Diesmal hatte ich mich für die PureFlow von Brooks entschieden.

Sachsenhausen-Gedenklauf

11 Uhr ging es für die Läufer auf die Strecke – eine Runde (7,5 km) oder zwei Runden (15 km) galt es zu bewältigen. Über die André-Pican-Straße liefen wir Richtung Sachsenhausen. Das Konzentrationslager Sachsenhausen spielte in der deutschen Geschichte leider eine schreckliche Rolle. Etwa 200.000 Häftlinge wurden dorthin deportiert und mehrere Zehntausende starben in diesem KZ. Der Sachsenhausen-Gedenklauf möchte daran erinnern und fand bereits zum 47. Mal statt.

Als wir am Konzentrationslager Sachsenhausen entlangliefen beschlich mich schon ein sehr komisches Gefühl – dort laufen, wo viele ums Leben gekommen waren … Aber wir liefen hier in Gedenken an die Opfer und um zu zeigen, dass wir diese schrecklichen Ereignisse deutscher Geschichte nie vergessen werden.

Wir liefen um die Gedenkstätte Sachsenhausen herum, wobei es mittlerweile sehr warm geworden war. Die Wolken waren verschwunden und die Strecke bot zunächst wenig Schatten. Aber dafür war das Streckenprofil sehr flach und schnelles Laufen war möglich. Fast 300 Teilnehmer waren über die kürzere Distanz und fast 90 über die 15 km an den Start gegangen. Der erste Kilometer war mit einem 5er-Schnitt mein schnellster.

Lehnitzsee

Auf der Carl-Gustav-Hempel-Straße liefen wir dann Richtung Lehnitzsee. Dort erwartete uns dann auch der schönste Streckenabschnitt. Wir liefen auf dem Radfernweg direkt am Ufer des Lehnitzsees entlang. Das war wunderschön! Glücklicherweise liefen wir hier auch im Schatten der Bäume. Die Strecke hat mich sehr an den Tollenseseelauf in Neubrandenburg erinnert. Übrigens war auch jeder Kilometer mit einem Schild gekennzeichnet und bis Kilometer 6 stimmte da auch alles. Aber das Schild für den sechsten Kilometer tauchte viel zu spät auf und ich war etwas verwirrt. Und glücklicherweise gab es unterwegs einen Getränkepunkt mit Wasser.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Als wir den Lehnitzsee wieder verließen, wurde es Zeit für den Endspurt. Bei 42:45 min überquerte ich die Ziellinie und meine Uhr zeigte mir fast 7,7 km statt 7,5 km an. Eine schicke Medaille gab es für alle Teilnehmer und Wasser sowie Obst im Zielbereich.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Ich holte mir dann auch gleich meine Urkunde ab und war sehr erstaunt darauf zu entdecken, dass ich den 3. Platz in der Altersklasse geschafft hatte. Und somit musste ich noch vor Ort bleiben, denn bei diesem Lauf sollte es sogar Siegerehrungen für die Altersklassen geben.

Sachsenhausen-Gedenklauf

Das war dann also die zweite Premiere an diesem sonnigen Tag in Oranienburg – ich durfte erstmalig aufs Podest bei einem Lauf! Das war für mich ein einmaliges Erlebnis und ich habe mich sehr über die zweite Medaille, die ich auf dem Podest erhielt, gefreut 🙂

Pizza

Im Anschluss genoss ich eine leckere vegetarische Pizza und mit neuen Kräften machte ich mich dann auf Sightseeing-Tour durch die fünfgrößte Stadt im Land Brandenburg. Zunächst bewunderte ich das tolle Oranienburger Schloss, um dann im Anschluss an der Havel entlang zu spazieren und den Sonnenschein zu genießen.

Oranienburg

Über die Schwindsuchtbrücke (der Name kommt durch den Anstieg) ging es dann wieder Richtung Bahnhof und von da aus lief ich erneut Richtung TURM-Erlebniscity. Ich wollte doch noch einmal kurz den Lehnitzsee sehen, an dem ich einige Stunden vorher nur vorbeigesprintet war. Am liebsten hätte ich mich am Ufer für die nächsten Stunden niedergelassen, aber der Zug zurück nach Berlin würde leider nicht auf mich warten.

Lehnitzsee

Zufrieden, glücklich, aber auch recht müde fuhr ich dann in die Hauptstadt zurück und war froh, den Tag der Arbeit in Oranienburg verbracht zu haben.

Last but not least: Den Sachsenhausen-Gedenklauf kann ich jedem nur empfehlen – tolles Preis-Leistungsverhältnis, gute Organisation und eine wunderschöne Laufstrecke!

Sachsenhausen-Gedenklauf

 

 

 


Responses

  1. Nochmal Glückwunsch zum Stockerl! Wo ist denn die Zweitplatzierte?

    • Vielen Dank! Ihr sagt Stockerl? Das Wort kannte ich noch gar nicht 😉 Die Zweitplatzierte wußte wohl nicht, dass es eine Siegerehrung gab und war schon weg. Bei einigen Siegerehrungen fehlten leider Läufer 😦

      • Ja, hier im bayerischen / österreichischen Raum wird „Stockerl“ gesagt – klingt so nett, finde ich 🙂

      • Wieder was dazu gelernt 🙂

  2. Siegerschuhe eben 😉

    • Gut erkannt 🙂

  3. Glückwunsch nochmal zum 3. Platz und den beiden Medaillen. Werde mir den Lauf mal mit merken, denn soweit weg ist Oranienburg ja nicht.

    • Vielen lieben Dank! Ja, vielleicht sehen wir uns dann nächstes Jahr in Oranienburg 🙂

  4. Schöner Bericht! Und Glückwunsch zum Treppchen!

    • Vielen lieben Dank!

  5. Glückwunsch zum ersten Podest!
    Ich finde es auch immer wieder schön da rauf zu dürfen, auch wenn es leider viel zu selten passiert…

    • Merci! Ja, ich werde das wohl nie wieder erleben 🙂

  6. Herzlichen Glückwunsch und die Gegend um den Lehnitzsee mag ich auch, ab und zu sind wir dort mit den Rädern unterwegs. Viele Grüße

    • Vielen Dank! Ja, ist eine tolle Gegend dort!


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