Verfasst von: Manu | April 14, 2014

Die 10 km beim Orlen-Marathon in Warschau oder Sightseeing an der Weichsel …

Orlen Marathon

Witamy w Polsce! Willkommen in Polen! Schon am Flughafen wird man mit diesem Spruch empfangen. Nach nur einer Stunde Flug mit unserer Lieblingsairline Air Berlin trafen wir Samstagvormittag kurz nach 10 Uhr auf dem Chopin-Flughafen in Warschau ein. Im Gegensatz zu Berlin ist dieser Flughafen sehr modern und gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Wir entschieden uns für den Zug, der uns für sehr wenig Geld in nur 20 ins Zentrum von Warschau brachte. Der Zug endete am Hauptbahnhof Warszawa Centralna und als wir diesen verließen, sahen wir sofort unser Hotel Novotel. Dieses moderne und hohe Gebäude war nicht zu übersehen und nach einem kurzen Fußweg betraten wir auch die Lobby. Die Hotelpreise sind in Warschau verdammt günstig. Wir bezahlten für unser Doppelzimmer in diesem modernen 4-Sterne-Hotel gerade mal 38 Euro für die Nacht. Unser Zimmer war sauber und bot aus dem 20. Stock einen tollen Blick auf die Stadt.

Warschau

Ich mache mich erst einmal daran die Stadt zu erkunden und lief zum Kulturpalast, der sich in unmittelbarer Nähe zum Hotel befand. Der Kulturpalast wurde in den 50er Jahren erbaut und war ein Geschenk von Stalin. Mit 234 Metern Höhe ist dieses Gebäude das Höchste in Polen und von jedem Punkt der Stadt aus zu sehen.

Warschau
Ich holte mir nach kurzer Wartezeit ein Ticket für die Aussichtsplattform (ca. 4,50 Euro) und in nur 20 Sekunden fuhr ich in den 30. Stock. Da wir den Nebel glücklicherweise in Berlin gelassen hatten und in Warschau die Sonne schien, bot sich mir ein phänomenaler Blick über die Stadt. Aufgrund der Wolkenkratzer kam sogar ein wenig New-York-Feeling auf 🙂

Warschau

Auf dem folgenden Bild sieht man rechts unser Hotel, daneben das übergroße Plakat für den Orlen-Marathon und im Hintergrund links das Nationalstadion, wo der Lauf starten sollte.

Warschau

Im Anschluss schaute ich mir noch die jüdische Nozyk Synagoge an. Sie ist die einzige Synagoge aus der Zeit vor dem Krieg, die heute noch geöffnet ist.

Warschau
Am Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Weg zum Nationalstadion. Etwa 2,5 km Fußmarsch standen an und es ging auch über eine lange Brücke über die Weichsel.

Warschau

Das Stadion wurde für die Fußball-EM im Jahre 2012 erbaut und genau dort waren Start und Ziel für den Orlen-Marathon zu finden. Wer sich übrigens fragt, wofür Orlen steht – diesen Namen findet man überall an Tankstellen.

Wir hatten uns für die 10 km bei diesem Marathon entschieden. Für die Startnummer hatten wir ca. 20 Euro bezahlt und im Preis enthalten waren eine Startertüte aus Stoff, ein weißes Funktionsshirt und eine Flasche Gaterode. Im Ziel wartete darüber hinaus noch eine Medaille auf uns.

Orlen Marathon
Die Ausgabe der Startunterlagen war in einem riesigen Zelt direkt vor dem Stadion und es ging total schnell. Ausweis vorzeigen und ein Formular unterschreiben und schon hatte man alles in der Hand.

Den Startbereich konnten wir auch schon einmal sehen – der Start für die 10 km und den Marathon war zur selben Zeit vorgesehen – nur sollte jede Gruppe in eine andere Richtung laufen.

Orlen Marathon

Sonntagmorgen standen wir kurz nach 7 Uhr auf und nach einem kurzen Frühstück liefen wir zur Straßenbahnhaltestelle vor dem Hotel. Dort warteten schon unzählige Läufer und wir hatten Glück, dass wir noch in die erste Straßenbahn reinpassten. Und dort kamen wir doch tatsächlich mit einem weiteren Läufer aus Berlin ins Gespräch. Die Läuferwelt ist ein Dorf!

Das Wetter war viel besser als gedacht. Hatte ich noch vor wenigen Tagen im Internet von Regen und niedrigen Temperaturen gelesen, so schien nun die Sonne und das Thermometer zeigte 10° C. Ich hatte leider nur meine langen Laufsachen dabei und wusste dass ich schwitzen würde.

Orlen Marathon
Halb 10 erfolgte der Startschuss und wir mussten nicht sehr lange warten, obwohl es mehrere Tausende Läufer waren. Es gab nur etwas Verwirrung, denn das was ich für den Start gehalten hatte, war er nicht. Ich wunderte mich schon warum es keine Zeitmessematte gibt und sah dann, dass der Start ein paar Meter weiter zu finden war. Das fand ich nicht so perfekt und es waren sicherlich einige verwirrt. Immerhin hatte ich es noch geschafft die Garmin ein zweites Mal zu starten.

Orlen Marathon

Wir liefen zunächst an der Weichsel entlang und schließlich über die wunderschön anzusehende Brücke Most Swietokrzyski. Das war ein tolles Bild! Auf der anderen Seite angekommen, liefen wir entlang des Multimedia Fountain Parks.

Mittlerweile war mir schon richtig warm geworden und ich war froh, dass der erste Getränkepunkt schon vor Kilometer 4 zu finden war. War nur etwas komisch, dass es da ganze Flaschen Gaterode gab – nur Becher hätten auch gereicht. Aber Wasser in Bechern wurde auch zusätzlich angeboten.

Schließlich hatten wir die Altstadt erreicht. Dieser Stadtbezirk wurde im zweiten Weltkrieg komplett zerstört und erst danach wiederaufgebaut. Bei Kilometer 5 erreichten wir den Königspalast und wenig später auch den Präsidentenpalast.

Ich wurde immer langsamer, was wohl einerseits an der Wärme lag, aber auch daran, dass ich seit dem Halbmarathon vor zwei Wochen nicht mehr gelaufen war. Aber egal – im langsamen Tempo hat man viel mehr Muße die Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Und die gab es an der Strecke zur Genüge. Es machte wirklich Spaß Warschau im Laufschritt zu erkunden. Gar zu gern wäre ich an der ein oder anderen Stelle stehengeblieben um ein Foto zu machen. Auch am Museum von Frederik Chopin liefen wir entlang.

Eine kritische Situation gab es dann noch kurz bevor wir wieder die Brücke überquerten – einige Handbiker kamen unerwartet von hinten aus einer anderen Straße und da sie keiner erwartete, hatten diese wirklich Probleme durch die Läufermassen durchzukommen.

Orlen Marathon

Als wir erneut über die Brücke liefen, blieb ich dann doch kurz stehen, um ein Foto zu schießen. Mittlerweile stand schon längst fest, dass ich eine schlechte Zeit laufen würde. Aber wenigstens konnte ich auf den letzten zwei Kilometern noch ein wenig aufholen und wurde noch einmal schneller. Wir waren wieder am Startbereich angekommen und mussten dort jedoch noch über einen Kilometer am Stadion entlanglaufen um das Ziel zu erreichen. Das war dann auch mein schnellster Kilometer im Rennen.

Der Zieleinlauf war schon toll! Gute Stimmung, motivierende Cheerleader und tolle Musik. Und auf dem riesigen Zielbogen konnte man die Marathonspitze beim Laufen sehen, was noch einmal beim eigenen Endspurt motivierte. Mit 1:04:31 hatte ich das Rennen beendet.

Orlen Marathon

Leider gab es dann im Bereich nach dem Ziel einen ziemlichen Stau. Aber es gab keine Möglichkeit einen früheren Ausgang zu nehmen und ich wollte ja schließlich auch die schicke Medaille, die es am Ende des Staus gab.

Orlen Marathon

In der übervollen Straßenbahn ging es dann wieder zum Hotel zurück. Übrigens war die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel am Tag des Laufes gratis.

Warszawa Express

Am Nachmittag standen wir dann wieder in Warszawa Centralna – doch diesmal nicht um zum Flughafen zu fahren. Zurück nach Berlin ging es mit dem Warszawa-Express. Fünf Stunden Zugfahrt, die einem Gelegenheit bot mal etwas mehr von Polen zu sehen.

Polen

Alles in allen, war der Kurzausflug nach Warschau toll! Auch wenn diese Stadt vielleicht nicht unbedingt ein Reiseziel ist, welches man im Kopf hat, so gibt es doch in der Stadt an der Weichsel so einiges zu entdecken. Außerdem ist Warschau sehr günstig und schöne Läufe gibt es dort auch!

PS: Polen war Land Nummer 14 in dem ich einen Wettkampf absolviert habe. Und in diesem Jahr sollen noch so eine Länder erlaufen werden 🙂

 


Responses

  1. […] Schönstes Erlebnis: Orlen-Marathon […]

  2. Schöner Bericht! Und Zeiten sind Nebensache, wenn man so weit reist. Schließlich will man ja auch was sehen, oder?

    • Vielen Dank! Und genau, ich hätte gern noch mehr Zeit auf der Laufstrecke verbracht 🙂

  3. Ein schöner Bericht mit tollen Bildern. Glückwunsch zum Finnish. 🙂

    • Lieben Dank Dany!

  4. Danke für den interessanten Bericht und die tollen Fotos – so hätten wir uns Warschau gar nicht vorgestellt. Und 64 Minuten sind doch gar nicht soooo langsam … rechnest Du um in „Sehenswürdigkeiten pro 10 Laufminuten“, dann wäre dieser Lauf doch sicher recht weit vorn, oder 😉

    • Ja, Warschau kann auch sehr schön sein 🙂

  5. Sehr schöne Eindrücke hast du uns da mitgebracht, danke! Wieder eine Stadt in die ich eigentlich mal (laufen) muss 😉

    • Auf jeden Fall 🙂

  6. Sieht nach einer wirklich tollen Stadt aus. Solche kurzen Ausflüge haben schon was, vor allem wenn man dabei noch laufen kann / darf

    • Warschau macht zwar Paris oder Rom keine Konkurrenz, aber hat auch ein paar schöne Seiten 🙂

  7. Eine schöne Laufreise mit einen tollen Bericht wieder einmal. Macht schon Spaß, so eine neue Stadt zu entdecken.

    Leider bin ich dort nur ein Mal mit dem Taxi durchgerauscht… deshalb steht Warschau immer noch auf meiner Ausflugsliste.

    • Ja, unbedingt noch einmal hinfahren 🙂

  8. Das macht Lust, sich auch mal in den östlichen Kapitalen umzuschauen. Und laufend erkunden ist sowieso das Schönste.

    • Auf jeden Fall 🙂

  9. irgendwie hat man den osten glaub ich viel zu wenig auf dem radar gerade was wettkämpfe angeht. danke für den tollen bericht!

    • Sehr gern! Und auch im Osten lässt es sich toll laufen 🙂

  10. 1.04 ist doch nicht schlecht. Sei stolz auf dich.

    • Im Vergleich zu heute und zu letztem Sonntag war das schon etwas langsamer 🙂


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