Verfasst von: Manu | Oktober 28, 2013

Trailrunning-Festival 2013 in Salzburg oder die Eroberung der Festung Hohensalzburg …

Österreich

Es war einmal ein großer schwarzer Regenschirm und ein Mozartbonbon, welche sich an Bord des Fluges AB8927 auf dem Weg nach Berlin befanden. Was es mit diesen beiden Sachen auf sich hat? Das erfahrt Ihr, wenn Ihr weiterlest …

Freitagabend auf dem Flughafen in Berlin-Tegel ging es für uns mit Laufequipment im Gepäck an Bord einer Air-Berlin-Maschine auf den Weg nach Salzburg.

Salzburg

Nach nur einer Stunde Flug erreichten wir die Mozartstadt gegen halb 11 und kurze Zeit später hatte uns das Taxi zum NH-Hotel Salzburg City gebracht. Das Hotel befindet sich in der Neustadt von Salzburg – dort, wo auch das Wohnhaus von Mozart und das Hotel Sacher zu finden sind.

Im Hotel erwartete uns eine große Tüte mit Broschüren und zwei Salzburg-Cards von Tourismus Salzburg. Herzlichen Dank!

Makartsteg

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in die Altstadt, was nur ein kurzer Fußweg von etwa 15 min war. Über den Makartsteg, an dem man seit einiger Zeit auch diverse Schlösser bestaunen kann, überquerten wir die Salzach und landeten schließlich in der Getreidegasse.

Getreidegasse

Nachdem wir durch diese sehr pitoreske Gasse mit den wunderschönen Schildern geschlendert waren und das Geburtshaus von Mozart besichtigt hatten, kamen wir auf den Residenzplatz und liefen vorbei am Dom zum Kapitelplatz. Dort konnten wir bereits das Starttor für den Festungslauf am späten Nachmittag entdecken. Und auch das Ziel für den Festungslauf war vom Kapitelplatz aus zu sehen: die Festung Hohensalzburg. Dieser Anblick ließ uns Böses ahnen …

Salzburg

Wir wollten auch gleich mal das Ziel auf der Festung Hohensalzburg genauer in Augenschein nehmen und bestiegen die Festungsbahn, die uns in wenigen Sekunden nach oben brachte. Dank Salzburg-Card war die Fahrt für uns kostenfrei.

Salzburg

Die Aussicht von der Festung ist schon fantastisch! Aber so langsam wurde uns dann doch ein wenig mulmig zumute, wenn wir daran dachten, dass wir hier am späten Nachmittag noch einmal hochlaufen sollten.

Aber zunächst einmal mussten wir ja die Startunterlagen in unseren Besitz bringen. Diese erhielten wir auf der anderen Seite der Salzach in der Sporthalle am Giselakai. Positiv überrascht waren wir von dem Starterbeutel, der unzählige nützliche Sachen enthielt: Duschgels, Zahncreme, Stirnband, Deospray und -gel, Red Bull und weitere Kleinigkeiten. Und ein sehr witziges Geschenk war ein riesiger schwarzer Regenschirm 🙂 Die Startgebühr hatte übrigens 20 Euro betragen und hinzu kamen noch einmal fünf Euro Pfand für den Zeitmesschip.

Trailrunning Festival Salzburg

Am späten Nachmittag wurde es dann so  langsam ernst für uns. Das zweite Trailrunning-Festival in Salzburg wurde durch Kinderläufe über verschiedene Distanzen eröffnet. Der Startschuss für den Festungslauf über die 6,7 km erfolgte um 17 Uhr. Zuvor hatten wir noch die liebe Becky aus München getroffen, die sich auch erstmalig an einen Berglauf wagte.

Festungslauf Salzburg

Das Läuferfeld war mit etwas über 160 Teilnehmern sehr übersichtlich und als dann auch noch Welt- und Europameister im Berglauf angekündigt wurden, kam doch leichte Panik hoch. Die verschwand jedoch wieder ein wenig, als wir erfuhren dass die ersten zwei Runden unten um den Mönchsberg verlaufen und erst die letzen Meter anspruchsvoll werden. Aber da hatte ich mich wohl zu früh gefreut …

Nach dem Startschuss machte sich das Läuferfeld in sehr flottem Tempo auf den Weg und die ersten Meter waren in der Tat flach. Doch schon nach kurzer Zeit offenbarte sich das Grauen – eine Vielzahl von Treppenstufen, wo ich bereits ins Schnaufen kam. Somit war ich auch über den unfreiweilligen Stau auf der Treppe ganz froh 😉

Festungslauf Salzburg

Und auch nach der Treppe ging es weiter bergauf und ich bereute fast mich bei diesem Lauf angemeldet zu haben. Doch irgendwann lief ich weiter und es wurde wieder besser und dann ging es sogar mal steil bergab. Zu dem Zeitpunkt schnaufte ich jedoch schon wie verrückt …

Die erste Runde führt uns dann wieder in den Startbereich auf den Kapitelplatz zurück und das Feld hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon sehr auseinander gezogen. Ich war weit im hinteren Bereich, aber zum Glück nicht an letzter Stelle. Statt Besenwagen gab es hier übrigens einen jungen Mann in Warnweste, der hinter der letzten Gruppe herlief und auch so nett war zwischendurch ein Foto von uns zu schießen.

Festungslauf Salzburg

Bei der zweiten Runde wußte ich ja dann schon, was mich erwartete und konnte mich darauf einstellen. Treppe und Anstieg waren aber trotzdem noch genauso schlimm. Dafür war die Sicht auf Salzburg jedoch fantastisch.

Festungslauf Salzburg

Kurz bevor ich dann zum zweiten Mal den Kapitelplatz erreichte, konnte ich noch André sehen, der sich bereits auf dem Weg nach oben zur Festung machte.

Festungslauf Salzburg

Und dann ging es auch für mich nach oben. Auch wenn ich überhaupt keine Kraft mehr in den Beinen hatte, so verlangten die letzten Meter wirklich noch einmal alles von mir. Ich weiß nicht, was schlimmer war – die steilen Anstiege oder die unzähligen Treppenstufen. Die Spaziergänger, die ich überholte, schauten meist voller Mitleid, aber auch mit ein wenig Schmunzeln im Gesicht. Ja, vor einigen Jahren hätte ich mich wohl auch gefragt, warum diese schnaufende Frau mit hochrotem Gesicht auch unbedingt auf die Festung hochlaufen muss.

Festungslauf Salzburg

Als ich dachte, ich hätte das Ziel erreicht (denn ich sah es schon), ging es dann noch ein paar Stufen nach oben und wir waren plötzlich in der Festung selbst. Das war schon sehr cool – aber ich war so aus der Puste, dass ich das gar nicht mehr richtig genießen konnte. Es ging durch enge Gänge, die teilweise auch beleuchtet waren, und schmale Wendeltreppen. Fast erschreckt wurde man durch Helfer, deren Applaus plötzlich aus einer Ecke kam oder auch durch automatische Kameras, die auf einmal blitzten. Noch ein zweites Mal durfte ich auf den Hof und einen Blick auf das Ziel werfen und als ich es dann das dritte Mal erblickte, durfte ich dann auch tatsächlich durch das Zieltor laufen.

Festungslauf

War ich froh, dass ich es geschafft hatte! 245 Höhenmeter auf 6,7 km (laut meiner Uhr waren es übrigens fast 7 km) sind eben ohne jegliches Berg- und Treppentraining nicht ganz ohne. Das war wirklich mein bisher härtester Lauf und daher war ich richtig glücklich, oben angekommen zu sein und die Finishermedaille zu erhalten.

Im Ziel gab es Red Bull und Sport-Weisse von Stiegl – letzteres hat mir sogar ganz gut geschmeckt.

Für die knapp 7 km hatte ich übrigens 52:12 min benötigt und belegte damit Platz 162 (von 165) ingesamt. Bei den Damen wurde es Platz 36 (von 38). Und in meiner Altersklasse wurde es Platz 12 von 13. Aber Platzierungen und Zeiten waren heute völlig nebensächlich, denn ich war froh überhaupt das Ziel auf der Festung Hohensalzburg erreicht zu haben.

Salzburg

Wunderschön war dann übrigens noch der Ausblick, der sich uns von oben bot! Das entschädigte ja fast für die Strapazen, die wir auf uns genommen hatten 🙂

Bergab nahmen wir dann lieber die Bahn, um unsere armen Knochen zu schonen … Schnell ging es noch zum Startbüro um dort die Zeitmesschips abzugeben. Nach kurzem Zwischenstopp im Hotel machten wir dann noch einen Abstecher im Stiegl-Keller, wo wir leider knapp die Siegerehrung verpassten.

Stieglkeller Salzburg

Den Abend ließen wir dann noch ganz entspannt bei Pizza und Wein ausklingen. Und es gab einen kleinen Grund zum Feiern – der Festungslauf war mein Wettkampf Nummer 111 und der Lauf in Land Nummer 12.

Am nächsten Morgen standen viele der Teilnehmer vom Festungslauf erneut an der Startlinie um sich den 855 Höhenmetern über die 7,7 km beim Gaisberglauf zu stellen. Das taten wir uns jedoch nicht an 🙂

Dennoch hatten wir einen sehr sportlichen Sonntagvormittag. Dank Salzburg-Tourismus kamen wir erstmalig in den Genuß von Sightrunning durch die Sportsbrothers. Dazu mehr im separaten Post …

Sportsbrothers

Nachdem uns also die Sportbrothers durch Salzburg gescheucht und uns noch einmal zum Schwitzen gebracht hatten, ließen wir das Wochenende in Salzburg bei „normalem“ Sightseeing ausklingen. Unsere erste Station war das Wohnhaus von Mozart. Dort erfuhr ich unter anderem, dass die berühmte Mozartkugel früher als Mozartbonbon bezeichnet wurde.

Wohnhaus Mozart

Danach hatten wir eigentlich eine kleine Schiffstour auf der Salzach geplant. Wegen technischer Wartungsarbeiten fiel diese jedoch leider aus. Schade! Das Wetter hätte perfekt gepasst.

Residenz Salzburg

Somit machten wir uns auf den Weg zum Residenzplatz um dort die prächtigen Säle in der Alten Residenz zu bestaunen. Was für ein Prunk! Im Anschluss bewunderten wir ein Stockwerk darüber die unzähligen Gemälde in der Residenzgalerie. Besonders angetan waren wir von der Sommerterrasse, die wir an dem Nachmittag ganz für uns alleine hatten.

Gern hätten wir uns noch mehr Sehenswürdigkeiten, die die Salzburg-Card abdeckte, angesehen, aber die Zeit war leider zu knapp. Doch ein Highlight stand noch an. Im Hotel Sacher genossen wir ein leckeres Stück Sachertorte mit Schlagobers. War das köstlich!

Hotel Sacher

Schließlich war das Ende unseres fantastischen Wochenendes in Salzburg gekommen und es ging zurück zum Flughafen! Und im Gepäck hatten wir einen schwarzen Regenschirm und ein Mozartbonbon!

Wir hatten eine tolle Zeit in der wunderschönen Stadt Salzburg und einen anstrengenden, aber aufregenden Festungslauf sowie eine tolle Sightrunning-Tour durch die Stadt mit den Sportbrothers! Und sicherlich war dies nicht unser letzter Aufenthalt in der Mozartstadt.

Last but not least: Vielen Dank an Salzburg Tourismus, die unsere Reise durch zwei Salzburg-Cards und das Sightrunning-Angebot unterstützt haben!

Hinweis: Die Meinung in diesem Artikel stellt meine eigene dar und wurde auf keinerlei Art beeinflusst.


Responses

  1. Hallo Manu,
    einen netten Bericht hast Du da wieder geschrieben. Der Lauf scheint Dir wirklich einiges an Kraft gekostet zu haben, aber Du hast es gepackt, Glückwunsch dazu. Salzburg scheint eine sehr schöne Stadt zu sein. Den Gaisberglauf hättet Ihr auch noch geschafft, irgendwie 🙂

    Gruß Heiko

    • Hallo Heiko, vielen Dank! Ja, der Lauf war schon sehr anstrengend, aber solche Dinge vergisst man zum Glück schnell wieder 🙂 Salzburg ist eine wundervolle Stadt! Also den Gaisberglauf hätte ich vielleicht irgendwie geschafft, aber da wäre ich dann in der Tat als Letzte ins Ziel gekommen. Da war das Training mit den Sportsbrothers doch viel angenehmer 🙂

  2. Ein toller Bericht mit wunderschönen Bildern zu einem wahnsinns Lauf. Hut ab!!! 🙂 Und herzlich Glückwunsch euch beiden zum Finnish.

    • Ganz lieben Dank Dany! Nun werden mir sicherlich alle Hügel in und um Berlin nix mehr anhaben können 🙂

  3. Super Bericht und krasser Lauf. Ich hasse ja Berge…noch mehr hasse ich Treppen lach. Daher hast du meinen vollsten Respekt!

    • Herzlichen Dank! Ach, irgendwie hättest Du das auch geschafft! Du hast ja am Wochenende auch einen krassen Lauf hingelegt – der war ja auf jeden Fall auch nicht ohne!

  4. Hallo Manu,
    super schöne Bilder, die Du mit uns zeigst!
    Der Lauf war bestimmt sehr anstrengend… wenn ich daran denke, dass uns auf unserer letzten Wanderroute mehrere Treppen begegneten, die schon wandernd anstrengend waren…
    Toll, das Du dich gewagt hast dort mitzulaufen!!!

    LG
    Sanne

    • Vielen lieben Dank! Ja, man vergisst immer wieder wie anstrengend Treppenstufen eigentlich sind. Vielleicht sollte ich in der Tat mal ein wenig Treppentraining machen oder einfach statt Fahrstuhl die Treppe nehmen 🙂

  5. Oha – das HM/km Verhältnis hört sich anspruchsvoll an 🙂 Aber die Sicht hat mit Sicherheit ein wenig entschädigt – es sieht wunderschön aus! Und die Idee, durch eine Burg durchzurennen finde ich ja auch mal richtig genial!
    Ganz liebe Grüsse
    Ariana

    • Ja, es war in der Tat sehr anspruchsvoll 🙂 Aber der Ausblick danach war traumhaft! Der Lauf ist durchaus empfehlenswert, aber man sollte vielleicht doch ein wenig mehr trainiert haben als ich 🙂

  6. Hallo Manu,
    ein sehr schöner und interessant erzählter Bericht mit wunderbaren Fotos. Danke für die Ein- und Ausblicke. Da war die Platzierung in der Tat Nebensache.

    Liebe Grüße von der Mosel
    Rainer 😎

    • Vielen Dank Rainer! Ja, bei diesem Lauf musste ich einfach ab und an eine kleine Pause für ein Foto einlegen 🙂

  7. Pst. Für Bequeme gibt es die Festungsbahn… 😉

    • Ja, die hatten wir am Vormittag (vor dem Lauf) auch getestet 🙂

  8. Wow! Ich war nie ein großartiger Fan von Salzburg, aber deine Erlebnisse machen wirklich Lust auf mehr. Der Lauf muss wirklich etwas ganz besonderes sein. Alleine die ordentliche Steigung zur Festung hinauf … puh, das liest sich schon anstrengend! Dafür ist die Stadt und der Ausblick darauf wirklich atemberaubend. Das wäre ein Lauf für das nächste Jahr, der eigentlich gut und gerne in der Nähe wäre … Macht auf jeden Fall Lust auf mehr 🙂 Jetzt will ich es dir gleich tun und auch einmal die Höhenmeter raufkämen 🙂

    Liebe Grüße,
    Markus

    • Ja, die haben sich bei dem Lauf auf jeden Fall etwas Besonderes einfallen lassen! Habe mir heute noch ein Video angeschaut und da habe ich auch richtig Lust auf den Gaisberglauf am nächsten Tag bekommen. Das wäre mal eine Herausforderung! Du bist übrigens schon der zweite, der mir geschrieben hat, dass er da nächstes Jahr dort gern dabei wäre 🙂 Und ich hätte auch Lust auf eine Wiederholung. Also wäre ja toll, wenn wir uns nächstes Jahr in Salzburg sehen würden!

  9. […] Erlebnis: Festungslauf im Rahmen des Trailrunning-Festivals und […]

  10. Hi Manu,
    bin über ein paar Umwege auf deinen Blog gestoßen und beim Festungslauf hängen geblieben! Nachdem ich selbst in der Nähe von Salzburg wohne und dort arbeite, war es interessant, einen Bericht über den Lauf von jemand „von außerhalb“ zu lesen. 🙂
    Freut mich sehr, dass es dir gefallen hat!! Nur schade dass du am Sonntag nicht gestartet bist, da bin ich nämlich auf den Gaisberg spaziert und habe alle Läufer – vom ersten bis zum letzten, kurz vor dem Ziel angefeuert!
    Lieben Gruß nach Berlin,
    Doris

    • Hi Doris, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Vielleicht starte ich ja nächstes Jahr beim Gaisberglauf – aber vorher sollte ich wohl noch ein wneig Bergtraining absolvieren 🙂 Super, dass Du alle Läufer angefeuert hast! Sowas weiß man als Läufer immer zu schätzen – selbst wenn man es gegen Ende des Rennens meist nicht mehr so zeigen kann. Ging mir jedenfalls so beim Festungslauf auf den letzten Metern 🙂


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: