Verfasst von: Manu | Oktober 9, 2013

Kinopremiere „Sein letztes Rennen“ in Berlin …

Sein letztes Rennen

Montagabend, dritte Reihe im Cinestar in der Kulturbrauerei in Berlin: Da sitze ich nun und Tränen kullern über mein Gesicht. Und das alles nur wegen des Filmes „Sein letztes Rennen“, der vom Marathonläufer Paul Averhoff handelt!

Wer ist Paul Averhoff? Diese Frage – vor allem von Laufkundigen – ist durchaus berechtigt. Auch wenn dieser Mann laut Film 1956 in Melbourne den Olympiasieg im Marathon errungen haben soll, so wird man ihn doch in keiner einzigen Ergebnisliste finden.

Dieter Hallervorden

Der fiktive Olympiasieger Paul Averhoff (gespielt von Dieter Hallervorden) zieht unfreiwillig mit seiner Frau Margot (Tatja Seibt) ins Altersheim. Dort wird es ihm jedoch schnell langweilig beim Basteln von Kastanienmännchen und beim gemeinsamen Singen. Paul möchte auch im hohen Alter noch mehr vom Leben – ein Ziel muss her! Und das Ziel ist schnell gefunden: der Berlin-Marathon.

Anfangs noch von Heimbewohnern und -personal belächtet, wird spätestes beim Wettstreit mit dem jungen Pfleger Tobias (gespielt von Frederick Lau) klar, dass Paul es ernst meint. Und als dann noch ein altes Foto mit dem damaligen Olympiasieger entdeckt wird, sind alle von Pauls Enthusiasmus angesteckt und schauen ihm lieber beim Laufen im Park zu als zur Bastelstunde zu gehen. Der Heimleitung ist er damit jedoch ein Dorn im Auge und nach einem großen Eklat verlassen Paul und seine Frau wieder das Heim und ziehen bei ihrer Tochter Birgit (gespielt von Heike Makatsch) ein.

Dieter Hallervorden

Fast endet sein Marathon jedoch bevor er überhaupt begonnen hat. Aber durch die Unterstützung seiner gewieften Mitbewohner im Heim kann Paul doch noch an den Start des Berlin-Marathons gehen. Die Szenen hierfür wurden übrigens beim Berlin-Marathon im letzten Jahr gedreht.

Was vielen Laufkundigen sofort auffallen wird, ist der falsche Zielort für den Marathon. Denn dieser endet im Film direkt im Olympiastadion. Die Szenen hierfür wurden übrigens beim ISTAF im letzten Jahr gedreht, wo ich auch vor Ort war. Und natürlich erhält man auch keinen garantierten Startplatz für den Berlin-Marathon, weil man bereits im Vorjahr teilgenommen hat oder vor vielen Jahren mal unter 2:40 h gelaufen ist. Aber diese Kleinigkeiten fallen auch nur Läufern auf 😉

Sein letztes Rennen

Ob Paul Averhoff schließlich die Ziellinie im Olympiastadion überquert hat und was sonst noch so im Film passiert, wird hier noch nicht verraten. Auch den Grund für meine Tränen müsst Ihr selbst herausfinden.

Auf jeden Fall kann ich den Film „Sein letztes Rennen“ nur empfehlen – egal ob Läufer oder nicht!  In dem geht es um viel mehr als nur um das Laufen – es geht um das Leben und die Liebe. Vergänglichkeit und Würde im Alter sind ebenso ein großes Thema. Unbedingt anschauen! Und die Taschentücher nicht vergessen!

Dieter Hallervorden

Auf der Premierenfeier im Anschluss hatte ich noch Gelegenheit mit einigen Gästen zu sprechen und auch sie waren nur voll des Lobes. Wie ich feststellte, war ich auch nicht die Einzige gewesen, die ein paar Tränen während der Vorführung vergossen hatte.

Übrigens hatten es sich auch nicht unser Regierender Bürgermeister Herr Wowereit und der Gesundheitsminister Daniel Bahr nehmen lassen, der Premiere in der Kulturbrauerei beizuwohnen.

Klaus Wowereit

Und wer sich jetzt noch fragt, wie es denn überhaupt zu diesem Film kam, findet die Antwort vom Regisseur Kilian Riedhof hier:

„Vor vielen Jahren bin ich auf eine Zeitungsnotiz gestoßen. Darin ging es um einen alten Mann, der in Depressionen zu versacken drohte. Doch dann hat ihm seine Frau buchstäblich Beine gemacht: Entweder du läufst oder ich verlasse dich! Der Mann ist dann tatsächlich Marathon gelaufen. Im Verlauf der Drehbuchentwicklung haben wir die Geschichte zwar noch stark verändert und ausgestaltet, aber die Grundfrage, um die es mir von Anfang an ging, ist geblieben: Wie gehe ich damit um, dass Dinge vergehen und ich am Ende anlange? Lasse ich mich hängen und kapituliere – oder kämpfe ich für mich und meine Würde? Für mich ist das ein großes, emotionales Thema. Nicht erst, wenn man alt ist, sondern schon vorher, in vielen Lebenslagen.“
 
Sein letztes Rennen

Und die Läufer interessiert sicherlich wie sich Dieter Hallervorden auf seine Rolle als Marathonläufer vorbereitet hat:

„Ich habe über Monate meine gesamte Ernährung umgestellt und neun Kilo abgenommen, auf Alkohol verzichtet, bin drei Mal die Woche ins Fitness-Studio gegangen und natürlich jeden Tag gelaufen, inklusive Intervalltraining. Ich habe mich also wirklich intensiv vorbereitet.“
 

Einen Marathon ist er übrigens noch nie gelaufen und er hat es auch nicht geplant. Zu den Dreharbeiten beim Berlin-Marathon sagt er folgendes:

„Das Schwierigste daran war, irgendwie zu verhindern, dass die Mitläufer mich als Dieter Hallervorden erkannten. Noch schwieriger war es, die an der Laufstrecke verweilenden Zuschauer zu bewegen, nicht in die Kamera zu winken. Und bei all dem Ungemach war wichtig: Immer schön sowohl das Tempo als auch die gute Laune zu behalten. Es gab deutlich leichtere Drehtage.“

„Sein letztes Rennen“ läuft ab dem 10. Oktober 2013 im Kino.


Responses

  1. Sehr schöner Bericht, muss ich mir unbedingt ansehen den Film! Hatte schon das Interview mit Hallervorden in der Runner’s World gelesen und muss sagen: Hut ab! In dem Alter so einzusteigen und das Durchzuziehen ist nicht gerade selbstverständlich.

    • Herzlichen Dank Andreas! Ja, die Dreharbeiten haben Dieter Hallervorden noch einmal ziemlich viel abverlangt und es ist auch erstaunlich, dass er vorher noch kein Läufer war. Bin gespannt wie Du den Film findest!

  2. Ein toller Bericht. 🙂 Werde versuchen, den Film auch irgendwo ansehen zu können, denn leider läuft er bei uns in Hütte im Kino nicht und auch nicht in FFo. 😦 Das finde ich sehr schade…

    • Ganz lieben Dank Dany! Hoffe Du kannst noch ein Kino in Eurer Nähe finden, in welchem der Film läuft. Ansonsten musst Du wohl auf die DVD warten 😦

  3. Das hast Du toll ge- und beschrieben! Ich schaue ihn mir auf jeden Fall an, Mit beiden Themen – dem Laufen und dem Altersheim – habe ich gegenwärtig zu tun. Vielen lieben Dank!

    • Vielen Dank! Und ich bin schon gespannt wie Du den Film findest.

  4. Ich habe auch 2 Freikarten für den Film daheim und werde ihn mir ganz sicher auch anschauen

    • Ja, auf jeden Fall anschauen! Ich bin auf Dein Urteil gespannt! Viel Spaß im Kino!

  5. mhh das klingt ja wirklich ganz interessant. Hoffentlich finde ich die Zeit mal hinzugehen. Ich geh irgendwie nur sehr selten ins Kino. War das letzte Mal bei Breaking Dawn Teil 2 lach

    • Den Film darfst Du Dir als Läuferin auf keinen Fall entgehen lassen! Vor allem, da er auch beim Berlin-Marathon gedreht wurde 🙂 Ist ein guter Grund mal wieder ins Kino zu gehen.

  6. Jau, die Dreharbeiten habe ich im letzten Jahr vor dem Start mitbekommen… muss ich unbedingt sehen 🙂

    • Ja, auf jeden Fall anschauen! Ist ein toller Film!


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