Verfasst von: Manu | Juni 2, 2013

Europamarathon (5 km) am 2. Juni 2013 in Görlitz …

GörlitzEigentlich hatte ich mich ja richtig auf den Europamarathon in Görlitz gefreut, denn diese Stadt kann ich einerseits fast als  meine Heimat bezeichnen (ich bin nur 30 km entfernt von Görlitz geboren und aufgewachsen) und andererseits bin ich hier bereits 2008 den Halbmarathon gelaufen. Dieser war mein bisher schnellster Halbmarathon und konnte diese Zeit bisher immer noch nicht verbessern.

Je näher der Lauf  jedoch rückte, desto weniger freute ich mich auf das Wochenende in der alten Heimat, denn die Wetteraussichten wurden von Tag zu Tag schlechter. Außerdem bestand sogar Hochwassergefahr an der Neiße, die Görlitz und Zgorzelec  (durch diese beiden Städte ging es beim Lauf) voneinander trennen. Ich hatte in der Tat mit dem Gedanken gespielt den Wochenendausflug ganz abzusagen, aber dann entschied ich mich doch dafür.

Am Samstag kam ich mit zwei Stunden Verspätung (aufgrund der Verspätung des ersten Zuges, erreichte ich den zweiten in Cottbus nicht mehr) am frühen Nachmittag bei Regen in Görlitz an. Ich bummelte ein wenig durch die schöne Innenstadt und holte im Augustum-Annen-Gymnasium die Startunterlagen ab. Außer der Startnummer und ein paar Flyern gab es jedoch nichts – wenn ich da so an den Tangermündemarathon mit ähnlichem Startgeld denke …

Europamarathon GörlitzDa der Regen das ganze Wochenende die Stadt nicht verlassen sollte, hatte ich mich dafür entschieden nur die 5 km statt der 10 km zu laufen. Außerdem hatte ich mit Entsetzen festgestellt, dass im Hotel Checkout bereits um 10 Uhr sein sollte – ich war von 12 Uhr ausgegangen. Die Ummeldung klappte jedenfalls ohne Probleme und ging schnell.

Samstagabend traf ich eine alte Freundin wieder und genehmigte mir sogar eine Weinschorle (sonst ist eigentlich Alkohol vor einem Lauf bei mir tabu).

Als ich heute Morgen aufwachte und aus dem Fenster sah, hatte sich das Wetter leider nicht geändert: immer noch Regen. Ich war sogar ganz kurz versucht den Lauf ganz sein zu lassen, aber da hätte ich mich wohl im Nachhinein geärgert. Also kam heute früh erstmalig mein Einweg-Regenumhang zum Einsatz, der sich schon seit längerer Zeit in meiner Lauftasche befindet. War echt gut, dass ich diesen hatte!

Europamarathon GörlitzZum Glück war mein Hotel Alt Görlitz nur ca. 8 min entfernt vom Start und somit begab ich mich auch wirklich erst 20 min vorher auf den Weg dorthin.

Die Marathon- und Halbmarathonläufer waren bereits gestartet und für die 10- und 5-km-Läufer ging es dann gemeinsam um 10:50 Uhr los. Noch kurz vor dem Start entledigte ich mich des Regenumhangs.

Es war zwar nass, aber zum Glück nicht so kalt wie befürchtet. Mir wurde sehr schnell warm beim Laufen (ich trug ein kurzärmliges und darüber ein langärmliges Shirt). Start war auf der Elisabethstraße im Stadtzentrum von Görlitz und dann ging es gleich Richtung Neiße, welche wir über die Altstadtbrücke überquerten. Dann ging es im polnischen Zgorzelec weiter und ein ganzes Stück an der Neiße entlang. Für diesen Fluss war übrigens Hochwasserwarnstufe 1 gültig und man konnte auch gesperrte und überschwemmte Wege direkt am Fluss sehen. Dann gab es einen ganz fiesen  Anstieg und schon ging es auf die zweite Brücke und wieder zurück auf die deutsche Seite nach Görlitz. Unterwegs gab es sogar zwei Getränkepunkte, aber ich langte nur beim ersten zu. Als wir wieder auf der deutschen Seite waren, gab es dann auch die Trennung von 5- und 10-km-Läufern und ich war froh, dass ich mich für die kürzere Distanz entschieden hatte. Mittlerweile war der Regen nämlich schon ziemlich heftig geworden und ich war einfach nur noch nass.

Europamarathon GörlitzAber das Ziel war nicht mehr weit und es gab noch einmal einen Anstieg (an diesen konnte ich mich noch sehr gut vom damaligen Halbmarathon erinnern). Für einen Zielspurt war auch noch Kraft und ich konnte doch noch die Frau von der polnischen Feuerwehr schlagen 🙂 Wir hatten uns mehrmals gegenseitig während des Laufes überholt und uns ein kleines Duell geliefert.

Bei 27:03 min kam ich ins Ziel und belegte somit sogar Platz 1 (von 11) in meiner Altersklasse und Platz 12 (von 129) Frauen ingesamt. Über dieses Ergebnis habe ich mich sehr gefreut! Besonders schnell lief ich heute Kilometer 1 mit 4:57 min/km. Kilometer 4 war mit 5:57 der langsamste, aber auf dem letzten Kilometer erreichte ich dann noch einmal 5:20 min/km (trotz Anstieg).

Ich holte mir noch etwas zu trinken und einen Apfel und dann ging es schnell ins Hotel zurück. Natürlich vergaß ich auch nicht die schicke Glasmedaille. Die ist wirklich schön!

Europamarathon

Die Dusche nach dem Lauf hätte ich eigentlich nicht wirklich gebraucht, denn ich war schon klitschnass 🙂

Es war übrigens der 10. Europamarathon in Görlitz und für mich also Nummer 2. Die Startgebühr betrug übrigens 12 Euro für die 10 km (für 5 km wären es nur 5 Euro gewesen).

Der Lauf heute war glaube ich mein Lauf unter den widrigsten Wetterbedingungen, an dem ich je teilnahm. So nass war ich jedenfalls nach einem Wettkampf noch nie! Daher geht mein Respekt heute besonders an die Zuschauer und Helfer, die dem Regen trotzten!


Responses

  1. wow erster in deiner Altersklasse?? Wahnsinn. Aber 27min sind auch schon echt ordentlich finde ich. Ich krepel ja immer noch bei 32rum:D

    • Ach was – 32 min sind doch auch super! Und in einem Jahr bist Du mit Sicherheit auch noch schneller 🙂

  2. Hut ab für den klasse Lauf unter diesen Witterungsbedingungen, auch wenn es nur ein kleiner Lauf war. Tolles Ergebnis!!! 🙂

    • Ganz lieben Dank!

  3. Für 5€ auch noch eine Medaille, cool.
    Bekommt die jeder, oder nur die Bestplatzierten?

    • Jeder Sportler, der das Ziel erreicht, erhält eine solch schöne Medaille! 🙂

    • Ja, die Medaille gab es für jeden 🙂

  4. Hallo Manu,
    in Cottbus auf dem Bahnhof zu warten macht keinen Spaß, ich durfte dies leider schon bei Nacht erleben. Glückwunsch zu der Platzierung. Aber mal ehrlich, auch so ein Wetter muss man als Läufer mal erlebt haben, oder? Für die Marathonläufer war die Veranstaltung bestimmt kein Kindergeburtstag 🙂

    • Nachts hätte ich glaube ich Angst auf dem Bahnhof Cottbus … Ja, im Nachhinein fand ich das mit dem Regen gar nicht so schlimm. Mein großes Glück war ja, dass das Hotel so nah war. Und die Marathonläufer habe ich auch bemitleidet!


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