Verfasst von: Manu | Januar 28, 2013

ING Miami Halbmarathon am 27. Januar 2013 …

Miami HalbmarathonHeute früh war der Tag gekommen – der Tag, an dem ich meinen zehnten Halbmarathon laufen würde. Für Nummer 10 hatte ich mir eine ganz tolle Stadt ausgesucht und zwar Miami! Ich war hier schon einmal vor fast 12 Jahren gewesen – damals hätte ich nie gedacht, dass ich mal 12 Jahre später zurückkehren würde um einen Halbmarathon zu laufen 🙂 Soetwas war damals noch total unvorstellbar. Der Halbmarathon sollte bereits mein zweiter Halbmarathon in den USA werden, denn 2011 war ich bereits in New York gelaufen. Und der Halbmarathon in Miami sollte der am weitesten von daheim entfernte Lauf werden.

Der Halbmarathon Miami wurde im Rahmen des ING Miami Marathon angeboten und insgesamt 24.000 Läuferinnen und Läufer gingen an den Start. Dieser wurde zum frühesten Start in unserem Läuferleben, denn bereits 6:15 Uhr sollte es losgehen. In den Startblöcken (Corrals) sollte man sich bereits 5:55 Uhr einfinden. Somit klingelte der Wecker bereits halb 5. Durch die Zeitverschiebung waren wir ja die letzten Tage sowieso immer früh munter und damit war es auch nicht ganz so schlimm.

Per Metromover (der ist übrigens gratis) begaben wir uns also an den Start an der American Airlines Arena. Dort hatte erst gestern Justin Bieber sein Konzert gegeben und wir hatten Hunderte Mädchen kreischen hören 🙂

Ich musste in Startblock F und das war ein ziemlicher Kampf dorthin zu kommen aufgrund von Läuferstau. Aber ich schaffte es irgendwie und dann konnte es losgehen. Wir starteten zusammen mit den Marathonläufern und bis wir über die Ziellinie kamen waren bereits 17 min nach dem Startschuss vergangen.

Es war noch dunkel, aber dennoch bereits 20° C. Irgendwie fühlte ich mich nicht wie früh am Morgen sondern eher wie am späten Abend.

Damit wir auch gleich so richtig ins Schwitzen kamen, ging es gleich auf den MacArthur Causway hoch. Ich stellte fest, dass viel mehr Frauen als in Deutschland laufen und viele sind von Anfang an gewalkt. Ich musste aufpassen, dass ich mich nicht verleiten ließ und auch anfange zu gehen 🙂

Miami HalbmarathonSo langsam wurde es dann auch hell, aber wir hatten Glück, denn es war etwas bewölkt. Ansonsten wäre das ja nicht mehr zum Aushalten gewesen!

Bei 3,5 Meilen waren wir in Miami Beach angelangt und es ging dann ein ganzes Stück am Ocean Drive entlang. Das war eine schöne Strecke. Dort waren noch einige unterwegs, die die Nacht gefeiert hatten und nun plötzlich aus dem Club oder der Bar kamen, und tausende von Läufern sahen 🙂 Etwas Ähnliches war mir einmal vor vielen Jahren in Berlin passiert, als ich nichtsahnend aus dem legendären Technoclub E-Werk kam und nicht mehr die Straße aufgrund der Läufermassen überqueren konnte. Miami HalbmarathonAls wir den Ocean Drive verließen, war die Hälfte der Strecke fast geschafft. Dann ging es über einige kleine Straßen über verschiedene kleine Inseln (Rio Alto Island, Di Lido Island, San Marino Island etc.) über den Venetian Causeway wieder Richtung Miami Zentrum. Ich hatte inzwischen an den Getränkepunkten (dort gab es Wasser und Gatorade) immer wieder lange Gehpausen eingelegt. Wollte meinen zehnten Halbmarathon einfach nur genießen, Fotos machen und die Atmosphäre aufsaugen. Außerdem hatte ich nicht wirklich viel trainiert und ich wollte auch keine Verletzungen riskieren.

Miami HalbmarathonLangsam wurde mir dann auch klar, dass ich heute meinen langsamsten Halbmarathon ever laufen würde 🙂 Daher verfiel ich dann doch mal wieder ins Laufen und überholte noch sehr viele, denn da wo ich unterwegs war sind viele nur gegangen 🙂 Die Stimmung war bisher kein Vergleich zu New York gewesen (die Leute schliefen wohl alle noch :-), aber dann kam bei ca. Kilometer 19 eine sogenannte Cheering Zone und da war dann doch richtig tolle Stimmung. Über irgendwelche Straßen näherten wir uns dann dem Ziel von hinten und auf den letzten Metern wurde es dann doch noch richtig laut. Überall hörte man „You’re looking good!“, „Keep on going“ oder „Great job!“. Und auch Germany wurde angefeuert – ich hatte extra ein Shirt mit diesem Aufdruck an. Die letzten vier Kilometer waren definitiv die schnellsten Kilometer des gesamten Rennens bei mir und besonders auf dem letzten Kilometer habe ich nur noch überholt. Jedenfalls kam ich bei 2:37:36 ins Ziel – so langsam war ich noch nie bei einem Halbmarathon gewesen 🙂 Aber egal – die Teilnahme zählt!

Miami HalbmarathonIm Ziel gab es dann eine tolle Medaille (double-spinning) mit einer Palma und der Skyline von Miami. Diese beiden Teile kann man drehen und hat dann sozusagen zwei verschiedene Ansichten. Soetwas hatte ich auch noch nie gesehen.

Die Zielverpflegung ließ sich auch sehen: Wasser, Obst, Bagel, Cookies und Gaterode. Wir mussten dann schnell ins Hotel zurück, da wir dort noch frühstücken wollten und später auch auschecken. Kurz vor 10 saßen wir dann glücklich beim Frühstück im Hotel. So zeitig am Tag hatten wir auch noch nie einen Halbmarathon geschafft 🙂

Nun sitze ich in Marathon (so heißt tatsächlich ein Ort hier auf den Florida Keys) vor unserem Motelzimmer und schreibe an diesem Bericht hier.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich meinen zehnten Halbmarathon genau hier gelaufen bin. War zwar nicht der Halbmarathon mit der besten Stimmung (die gab es in New York), aber dafür der am weitesten entfernte und der am frühesten gestarte Halbmarathon 🙂

Miami Halbmarathon


Responses

  1. Was für ein tolles Erlebnis 🙂 Ein Lauf im Ausland (und noch dazu in den USA) ist bestimmt eine unvergessliche Erinnerung! Ich hoffe, dass ich so etwas auch mal erleben werde. Danke für deinen schönen und positiven Bericht, schönen Urlaub noch!! lg

    • Vielen Dank! Und ja, ich glaube ich werde diesen Lauf nie vergessen 🙂

  2. Na, da hast du ja einen wunderschönen Lauf erlebt – und das, wo hier in Berlin noch Kälte und Dunkelheit herrscht! Ich weiß gar nicht, ob ich mich da so schnell hätte umstellen können… Gratulation zum 10. HM!

    • Vielen Dank! Die Umstellung war nicht so schlimm wie gedacht. Wir sind ja zum Glück erst am dritten Tag nach der Anreise gelaufen und so hatten wir einige Zeit um uns an die Temperaturen zu gewöhnen 🙂

  3. Cooler Bericht! Und das ist doch echt ein schönes Erlebnis zum 10. Halbmarathons-Jubiläum! Die Medaille ist eine tolle Erinnerung 🙂 Mal schauen, wann ich mich mal an Läufe im Ausland traue 🙂

    • Danke für Deinen Kommentar! Hoffe Du kannst auch bald Deinen ersten Lauf im Ausland verwirklichen 🙂

  4. Da haben wir uns in Florida auch knapp verpasst – ich bin (diesmal ohne Iwan, er hatte keine ESTA) am 13.1. in Orlanda den Disney World HM gelaufen – Start 5:30 Uhr, und danach waren wir auch auf den Keys und in Miami. Ich werde auf jeden Fall auch nochmal in Miami starten – Danke für den tollen Bericht.

    • Na das ist ja ein witziger Zufall! Pauline hatten wir übrigens eingeschmuggelt 🙂 Sie freut sich schon sehr Iwan im Oktober auf Mallorca kennenzulernen!

  5. […] mit mir teilt. Wir entdecken gern neue Orte und Läufe, und es muss auch nicht immer Miami oder Dubai sein. Auch Neubrandenburg oder Tangermünde haben ihren […]

  6. Hach ich bin neidisch:-) Das klingt echt toll und die Medaille sieht super aus:-) Ich hoffe ich kann irgendwann auch international laufen:-)

    • Deine Gelegenheit kommt sicherlich auch bald! Und ja, die Medaille aus Miami ist wirklich die bisher Außergewöhnlichste.


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