Verfasst von: Manu | Oktober 8, 2012

Der Budapest-Marathon (30 km) am 7. Oktober 2012 …

Hätte jemand mein Training für die 30 km beim Budapest-Marathon am heutigen Tag gekannt, hätte er/sie mir wohl von diesem Vorhaben abgeraten … Der längste Lauf in der Vorbereitung war gerade einmal 14 km. Aber ich wollte es wenigstens probieren und ich hatte sowieso nie das Ziel die 30 km durchzulaufen. Dieser Lauf sollte vielmehr als Test dienen wie schnell ich mich mit Walken fortbewegen kann und vor allem auch wie lange ich mit einer Kombination aus Laufen und Walken überhaupt durchhalte. Denn mein großes Ziel ist der New-York-Marathon am 4. November! Und da ich Ende März Probleme mit dem Schienbein bekam, konnte leider für New York kein richtiges Training stattfinden. Ich möchte aber dennoch starten und irgendwie das Ziel zu Fuß erreichen. Heute gab es hierfür nun die Generalprobe!

Die Startunterlagen hatten wir uns bereits am Vortag am Heldenplatz (dort wo auch Start und Ziel für den Marathon waren) abgeholt. Es gab ein rotes Laufshirt und ein weißes Basecap dazu und einen Gutschein für die Pastaparty im Zelt nebenan. Die Portion Pasta war riesig, aber leider schmeckten die Nudeln etwas fade. Da haben die Waffeln, die es auch noch dazu gab, besser geschmeckt 🙂

Unser Start erfolgte an der Donau bei Kilometer 12 und unsere Startzeit konnten wir uns entsprechend unseres Lauftempos selbst aussuchen. Ich wollte lieber etwas zeitiger starten um noch etwas Puffer zu haben, denn die Zielschlusszeit war bereits nach 5:30 Stunden. Und damit sich keiner beschwert – man hatte viel Platz zum Laufen und ich habe keine schnelleren Läufer behindert 🙂

Die ersten Kilometer liefen wir an der Donau entlang und die Zeit verging wie im Fluge. Erst wurde ja Regen angekündigt, aber der kam erst am Abend und darüber war ich sehr froh. Somit kam also doch die Sonnenbrille zum Einsatz 🙂

Es gab wirklich sehr viele Getränkestationen (16 für die gesamte Marathonstrecke) und man hatte die Wahl zwischen Wasser, Gaterode, Zitrone, Banane, Traubenzucker und teilweise auch Cola. Es ging dann über die Kettenbrücke und weiter auf der anderen Seite der Donau. Nun ging es erstmal ziemlich lange nur gerade aus und die schnelleren Läufer kamen uns entgegen. Ich lief ganz entspannt und auch relativ schnell und genoss die tolle Sicht auf die Donau.

Am Kilometer 10 merkte ich dann aber so langsam mein Bein und einen Kilometer später beschloss ich dann mit dem Walken zu beginnen. Und das konnte ich sogar in einem Tempo von 7:45 min/km und es war gar nicht anstrengend. Es ging dann über die Freiheitsbrücke zurück auf die andere Seite der Donau (km 30 beim Marathon und km 18 für mich). Schließlich war auch für mich der Halbmarathon geschafft und den hatte ich trotz Walken in 2:24 h geschafft. Das ist für mich nicht schlecht, denn ich habe für drei Halbmarathons schon länger benötigt!

Mittlerweile war ich guter Stimmung, dass ich es ins Ziel schaffen würde. Aber zu dem Zeitpunkt wußte ich  noch nicht, wie es mir auf den letzten Kilometern noch gehen würde …

Es ging bis Kilometer 35,5 (Marathon) weiter an der Donau entlang und wir kamen auch am wunderschönen Parlamentsgebäude vorüber. So langsam merkte ich auch wie anstrengend das Walken so sein kann und mein Tempo wurde immer langsamer.
So langsam tat mir alles weh – zum Glück aber nicht die Stelle am Knöchel weswegen ich mit dem Laufen aufgehört hatte. Ich telefonierte dann kurz mit meinem Freund um ihm mitzuteilen, wo er auf mich warten sollte. Er war schon längst im Ziel angekommen der Glückliche!
Die letzten Kilometer waren die schlimmsten Kilometer der gesamten Strecke. Ich konnte nur noch Walken – Laufen war einfach nicht mehr drin. Aber das Ziel kam trotzdem immer näher und endlich konnte ich den Heldenplatz erblicken. Ein ungarischer Mitläufer wollte mich noch aufmuntern, aber ich verstand ihn leider nicht 🙂
Endlich kam das Schild für 42 km in Sicht, wo mein Freund wartete und dann waren es nur noch wenige Meter. Und heute gab es auch keinen Zielspurt mehr – die Kraft reichte nur um die Arme zu heben :-)Irgendwie ging dann alles so schnell, dass ich den Augenblick gar nicht richtig genießen konnte. Es gab eine schicke Medaille und eine Finishertüte (u.a. mit Getränken, Schokolade und Müsliriegel) und mir wurde eine Folie umgelegt und dann konnte ich meinem Freund in die Arme fallen. Ich war sehr froh, dass ich es geschafft hatte und hatte es vor dem Start eigentlich nicht wirklich geglaubt … Das war also mein bisher längster Lauf in meinem Leben! Auch die ganze Sache hat 3 Stunden und 43 Minuten in Anspruch genommen …
In New York sind es dann noch 12 km mehr – heute hätte ich mir nicht vorstellen können diese noch zu bewältigen, aber es sind ja noch vier Wochen Zeit 🙂

Ich habe noch soviele Bilder im Kopf und muss erst einmal alles verarbeiten. Ich hoffe ganz stark, dass ich jetzt bis auf Muskelkater keine weiteren Beschwerden in den nächsten Tagen haben werde und in vier Wochen dann irgendwie im Central Park beim NYC-Marathon das Ziel erreiche.
Ganz toll fand ich heute auch die vielen Menschen, die auf der Zielgerade meinen Namen riefen und mich noch einmal angefeuert haben! Soetwas erlebt man eben nur beim Laufen!
Fazit: Ich kann den Budapest-Marathon wirklich empfehlen! Eine schöne Strecke, ein super Preis-Leistungs-Verhältnis und tolle Zuschauer!


Responses

  1. Hört sich wirklich super an – meinen Glückwunsch zur tollen Leistung! 🙂

    • Vielen Dank!

  2. Tolle Beschreibung des ganzen Wettkampfes! Wow, du läufst den NYC Marathon??!!! Bin schon total gespannt darauf was du zu berichten hast!!

    • Danke! Ja, in weniger als 4 Wochen steht New York an … Die Vorbereitung ist zwar leider überhaupt nicht optimal gelaufen, aber ich hoffe, dass ich mich doch irgendwie ins Ziel retten kann. Und ich werde darüber natürlich ausführlich berichten 🙂

  3. Liebe Manu, das hast du echt super gemacht und klasse durchgezogen. Ich hoffe, dass du dich gut erholst und dass du dich ebenso gut auf den Marathon vorbereiten kannst. Ich halte dir die Daumen!

    • Ganz lieben Dank! Ich hoffe nach New York kann ich einen ähnlich positiven Bericht abliefern 🙂

  4. […] diesem Jahr war eine neue Bestzeit nicht drin, denn einerseits war ich erst vor einer Woche in Budapest 30 km gelaufen und andererseits wollte ich mich wegen dem anstehenden Marathon in New York noch […]

  5. […] Kombination aus Laufen und Walken anzugehen. Diese Variante testete ich dann auch bei meinem ersten 30-km-Lauf Anfang Oktober in Budapest und das Ankommen im Ziel gab mir die Zuversicht es auch in New York zu schaffen. Außerdem bestritt […]

  6. toll, wo du überall teilnimmst!

  7. […] Längster Lauf: 30 km (Budapest-Marathon) […]

  8. […] einer Kombination aus Laufen und Gehen die 42 km zu bewältigen. Generalprobe hierfür sollte beim Budapest-Marathon im Oktober sein, wo auch 30 km angeboten wurden. Bis km 11 lief ich dort und danach war ich teils […]


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